Der Neckarradweg – Erfahrungsbericht 2019 – Der ultimative Reiseführer

Ganze 2x bin ich den Neckarradweg nun komplett gefahren. Einmal 2017 und einmal 2019. Insofern fühle ich mich jetzt in der Lage, einen wirklich ausführlichen Neckarradweg-Reiseführer zu schreiben.

Dies will ich in diesem Blog-Artikel tun. Er steht unter dem Motto: Wie komme ich mit viel Spaß und Abwechslung mit dem Fahrrad von Villingen-Schwenningen bis nach Mannheim? Wo finde ich Unterkünfte? Wo gibt es schöne Sehenswürdigkeiten am Neckarradweg? Museen?

Radtourenplaner und Etappenplaner für den Neckarradweg

Neckarradweg|4|92||Villingen/Schwarzwald·0·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-villingen-schwenningen-neckartalradweg/··|Schwenningen/Schwarzw·9·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-villingen-schwenningen-neckartalradweg/··|Rottweil·18·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-rottweil-neckartalradweg/··|Oberndorf am Neckar·22·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-oberndorf-am-neckar-neckartalradweg/··|Sulz am Neckar·11·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-sulz-am-neckar-neckartalradweg/··|Horb am Neckar·18·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-horb-am-neckar-neckartalradweg/··|Rottenburg am Neckar·25·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-rottenburg-am-neckar-neckartalradweg/··|Tübingen·12·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-tuebingen-neckartalradweg/··|Reutlingen·16·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-reutlingen-neckartalradweg/··|Nürtingen·14·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-nuertingen-neckartalradweg/··|Plochingen·13·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-plochingen-neckartalradweg/··|Esslingen·11·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-esslingen-neckartalradweg/··|Stuttgart·11·https://www.radtouren-checker.de/unterkuenfte-in-stuttgart-bad-cannstatt-neckartalradweg/··|Remseck am Neckar·13···|Ludwigsburg·8···|Marbach am Neckar·7···|Freiberg am Neckar·5···|Besigheim·17···|Lauffen am Neckar·13···|Heilbronn·11···|Neckarsulm·6···|Bad Wimpfen·8···|Obrigheim/Mosbach·17···|Eberbach/Neckar·24···|Neckargemünd·28···|Heidelberg·6···|Mannheim·27···

Wer will, der kann auch gerne zu den einzelnen Etappen springen und nur den für ihn relevanten Teil des Neckarradwegs betrachten. Dafür habe ich ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken eingefügt!

Insgesamt hat der Radweg ja 370 Kilometer. Im Internet steht manchmal fälschlicherweise, dass er über 400 Kilometer hat. Das ist definitiv nicht der Fall.

Ich habe diesen in vier Etappen aufgeteilt, die ungefähr die identische Kilometerlänge haben (um die 100 Kilometer). So macht die Etappenlänge Sinn. Denn nur in größeren Städten hat man eine gute Unterkunftsauswahl und Restaurants.

Doch auch wer weniger Kilometer pro Tag fahren will, findet die richtige Etappenlänge durch diesen Neckarradweg-Guide.

Schwenninger Moos - Ursprünglichkeit - Beginn und Ursprung Neckarradweg
Das Schwenninger Moos in seiner ganzen Ursprünglichkeit. Hier beginnt der Neckar.

Neckarradweg von Villingen-Schwenningen nach Tübingen (115 Kilometer)

Eigentlich beginnt der Neckar ja erst in Schwenningen. Eigentlich. Doch der offizielle Radweg hat schon vorher seinen Anfang. In Villingen kann man ihn starten.

Bei meiner ersten kompletten Neckarradweg-Fahrt im Jahr 2017 hatte ich dieses Stück zwischen Villingen und Schwenningen ausgelassen. Man muss sagen: Spektakulär ist es nicht, aber man fährt an seinem Ende ein Stück durch den Wald bis zum Schwenninger Moos. Dieses Stück mag ich besonders.

In Villingen steigt man direkt am Bahnhof aus, um den Radweg zu starten. Jedoch kann man auch in Schwenningen aussteigen, sich die Kilometer sparen und dort vom Schwenninger Moos aus starten.

Nach dem Villinger Bahnhof jedenfalls fährt dann nach rechts und darf nach einem Wendelaufgang die Bahngleise überwinden. So hat man einen tollen und weiten Blick auf die Gleise, was mich immer beeindruckt.

Es geht dann an einer Schule vorbei, bei der die Beschilderung leider fehlte (zumindest im Juni 2019). Ansonsten ist die Beschilderung auf dem Neckarradweg aber ziemlich gut.

Zollhaus - Villingen-Schwenningen - fast beim Schwenninger Moos
Zollhaus liegt genau zwischen Villingen und Schwenningen und war früher der Grenzpunkt.

Durch Wohngebiete und über einen kurzen Anstieg fährt man aus der Stadt Villingen nun hinaus.

Schließlich ist man auf einer Straße, die aber wenig befahren ist. Auch hier ist es eher hügelig, was nicht typisch für den gesamten Neckartalradweg ist, der eher flach ist.

Es folgt noch der kleine Ort Zollhaus, der wohl für die frühere Trennung zwischen Baden und Württemberg steht. Denn die Grenze zwischen der beiden früheren eigenständigen Länder führte direkt durch die heutige Stadt.

Nach Zollhaus ist man bald auf dem Waldradweg, der zum Schwenninger Moos führt.

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Vom Schwenninger Moos in die älteste Stadt Baden-Württembergs: Rottweil (27 Kilometer)

Der Beginn des Neckars ist wunderschön. Das Schwenninger Moos hat etwas Urtümliches, etwas urzeitliches. Wichtig ist: Hier darf man das Fahrrad nicht mitnehmen, denn das Umfahren des Schwenninger Moos mit dem Rad ist verboten.

Spazieren oder wandern kann man allerdings ums Schwenninger Moos herum, was viele aus der nahen und weiten Umgebung auch tun. Bei gutem Wetter ist hier schon was los.

Das Umrunden dieser urtümlichen Landschaft hat etwas Beruhigendes und bringt einem Kraft, Kraft, die man auf dem anstehenden Neckarradweg auch braucht!

Nach dem Schwenninger Moos geht es vorbei am Kunsteisbahn-Stadion zum nächsten Highlight: Man gelangt in den Park, in dem ein Stein von Herzog Ludwig von Württemberg aufgestellt wurde und als Ursprung des Neckars definiert wurde.

Der Park heißt Stadtpark Möglingshöhe. Ein Café im Park gibt es auch.

Der Stein ist heute jedoch eher ein Felsblock mit kleinem Teich davor. Auf diesem steht eine Tafel mit der historischen Information.

Neckarursprung im Stadtpark in Schwenningen - Neckarradweg
Der offizielle Neckarursprung. An diesem Punkt wurde er von Herzog Ludwig von Württemberg definiert.

Nach dem Stadtpark fährt man weiter durch den Neckarpark hinterm Schwenninger Bahnhof, der auch sehr schön geworden ist und recht neu aussieht. Dazu muss man sagen, dass Villingen-Schwenningen eigentlich nicht als die schönste Stadt Baden-Württembergs gilt.

Aber dort wo der Neckarradweg entlang führt ist es echt wunderbar!

Nach dem Neckartower geht es nun über die Straße. Nun fährt man so richtig sichtbar am „Rinnsal“ Neckar vorbei. Kaum zu glauben, dass dieses kleine Flüsschen in Stuttgart und Heidelberg so imposant daherkommt und ganze Stadtviertel teilt!

Nach dieser gemütlichen Fahrt, die hinter einem Wohngebiet vorbeiführt, aber durch den Neckar sehr naturnah ist, kommt man raus aus der Stadt.

Doch auch hier kann man gemütlich am breiter werdenden Neckar entlangfahren.

Durch einen Wald über leicht zu fahrende Schotterwege kommt man zuerst an einem kleinen Weiher vorbei und schließlich zum Bahnhof Trossingen.

Hohenzollerische Landesbahn am Bahnhof in Trossingen - Neckarradweg
Der Bahnhof in Trossingen. Das ist die HZL, die Hohenzollerische Landesbahn.

Von der Gemeinde Trossingen sieht man außer dem Bahnhof nicht viel. Nach dem Bahnhof geht es über Wirtschaftswege nach Deißlingen.

Ich erinnere mich noch wie in diesem Jahr – 2019 – mir hier ein junger Mann mit Gips begegnete. Er erkläre er mir, wie er ins Krankenhaus zur Untersuchung fahren würde.

Da sagt mal noch einer mit dem Rad könne man nicht alles machen. Respekt!

Es war übrigens super heiß an diesem Tag im Juni und ich erreichte bald Deißlingen. In Deißlingen fährt man auf der Straße durch den Ort und muss etwas auf den Verkehr aufpassen. Die Kirche ist schön und es gibt gar eine Mitfahrbank, die es ja vor allem für ältere Leute gibt!

Der nächste Ort, durch den man vor Rottweil durch muss, ist Lauffen (das ist ein Teil von Deißlingen und nicht zu verwechseln mit Lauffen am Neckar bei Heilbronn). In Bühlingen (Teil von Rottweil) gibt es noch einen Anstieg, um weiter auf reinen Radwegen  nach Rottweil einzufahren.

Die Altstadt Rottweils - Aufsteigend - Neckartalradweg
Die sehr schöne aufsteigende Altstadt Rottweils.

Von der ältesten Stadt Baden-Württembergs Rottweil ins ruhige und idyllische Horb (51 Kilometer)

Rottweil ist zwar an sich eine schöne Stadt, aber als Reiseradler fehlt einem hier ein Stück echter Radweg.

Man muss mitten durch den Stadtverkehr, wo auch oft Stau ist.

Es lohnt sich aber ein Stück in die Altstadt hineinzublicken. Diese ist nicht nur die älteste Stadt Baden-Württembergs. Sie hat eine sehr spannende aufsteigende Struktur.

Dort steht ein Brunnen, ein Stadttor und viele alte Häuser in verschiedenen Farben. Diese alle säumen diese „Hauptstraße“ der Altstadt.

Zu sehen gibt es in Rottweil noch den Thyssenkrupp-Testturm, den man vom Neckarradweg aber nicht so genau sieht, obwohl er direkt auf einer Anhöhe beim Neckar steht. Bei meiner ersten Tour 2017 hatte ich ihn nicht wahrgenommen. Jetzt aber blitzte er von weitem auf.

Den thyssenkrupp-Testturm kann man besuchen, aber er wurde dazu gebaut, um Aufzüge zu testen.

Thyssenkrupp-Testturm Rottweil - Neckartalradweg
Der Thyssenkrupp-Testturm in Rottweil. Hier werden Aufzüge getestet und man kann diesen auch besuchen.

Nachdem man die Stadt verlassen hat, geht es nämlich ein Stück bergauf bevor man dank einer Abfahrt endlich wieder raus in der Natur fahren darf.

Da hat man einen super Ausblick auf den Neckar. Wenn man unten ist, kann man sich mit Trinkwasser belohnen. Denn am Wasserwerk Neckarburg gibt es einen Trinkwasserbrunnen. Das war echt super bei der Hitze und so einen Brunnen sollte es öfter in der Nähe von Flussradwegen geben.

Nun hat man ein richtig schönes und idyllisches Stück Neckarradweg vor sich. Das nächste Zwischenziel ist Oberndorf am Neckar.

In Oberndorf ist es leicht städtischer, aber nur leicht. Durch die Stadt selbst kommt man am Neckarradweg gar nicht, sondern nur durch Wohngebiete.

Am Eingang der Stadt ist ein wichtiges Mahnmal, das Buch der Erinnerung, welches auf Zwangsarbeiter während des 2. Weltkriegs hinweist. Sehr wichtig und gut, dass hier auch Geschichte dargestellt wird.

Zwischen Oberndorf und Horb gibt es nur noch Sulz am Neckar als Kleinstadt. Ansonsten ist hier ein purer Flussradweg, der entlang von abgeschotteten Radwegen und sogar manchmal durch den Wald geht.

Nur in Sulz ist es etwas unangenehm zu fahren – ansonsten echt super. Die Beschilderung ist auch perfekt.

Wer möchte, der kann noch einen Abstecher nach Glatt machen. Dort gibt es ein Wasserschloss, das Wasserschloss Glatt. Es ist echt superschön und ist eines der eines der ältesten Renaissance-Schlösser im Süden von Deutschland. Im Schloss gibt es heute gar mehrere Museen wie das Schlossmuseum.

Die Stadt Horb am Neckar ist dann auch noch ein Highlight, vor allem visuell. In die Stadt selbst würde ich nicht hineinfahren. Mir ist da zu viel Autoverkehr. Doch der Blick vom Radweg auf den Neckar und der Kirche, die hoch oben steht – der ist phänomenal.

Der Radweg ist hier durchgehend und man muss nicht zwischendurch abbrechen, weil man durch die Stadt fährt oder so.

Horb am Neckar - Neckartalradweg
Horb am Neckar sieht so richtig schön aus. Da macht Radfahren echt Spaß.

Durch einen der schönsten Abschnitte am Neckarradweg: Durchs Neckartal von Horb nach Rottenburg (25 Kilometer)

Der Abschnitt zwischen Horb und Rottenburg ist für mich der schönste Abschnitt am Neckarradweg. Oder zumindest einer der drei schönsten, da ich sowohl die Weinberge zwischen Stuttgart und Heilbronn wie auch den Odenwald sehr mag.

Dieses touristisch wenig befahrene Gebiet, bietet grüne Wiesen, flache Radwege und einen spektakulären Landschaftsausblick.

Nach Horb geht es gleich los, nahe der Bahnlinie bis Horb-Mühlen. Hier hat man ein paar klitzekleine Höhenmeter vor sich. Die sind aber moderat und auch für Familien zu schaffen.

Im kleinen Horb-Mühlen kommt man oberhalb des Bahnhofs vorbei, fährt über die Straße und ist ein kurzes Stück im Wald.

Gerade im Hitze-Sommer ist so ein Stück Wald doch sehr angenehm, da es einen für kurze Zeit kühlt.

Doch dann kommt man wieder raus aus dem Wald und darf unter einer der höchsten Autobahnbrücken überhaupt durchfahren. Dort führt die A81 übers Neckartal.

Besonders herausheben möchte ich auch den Bahnhof von Eyach, der Teil von Starzach ist. Dieser Bahnhof wurde Jahrzehnte wohl nicht mehr erneuert und hat fast schon einen historischen Charakter.

Bahnhof Eyach - Neckartal - Radtour
Der Bahnhof von Eyach bzw. Starzach. Sehr alt und sehr gut. Mein Lieblingsbahnhof.

Ich mochte diesen Bahnhof schon immer gerne. Von hier aus fährt über ein Nebengleis auch eine Bahn ins Eyachtal in Richtung Haigerloch. Das allerdings nur im Sommer.

Es folgt über grüne Wiesen und Asphaltwege der kleine Ort Börstingen, der noch Teil von Starzach ist. Hier ist das Highlight für die Augen das Schloss Weitenburg. Dort gibt es auch ein Hotel. Dieses ist aber sehr teuer und eventuell nicht geeignet für eine schnelle günstige Unterkunft für Radfahrer. Wer doch will, der klicke hier*.

Man gelangt über kleine Orte, die schon Teil von Rottenburg sind. Das sind in der Reihenfolge: Bieringen, Obernau und Bad Niedernau.

Auch hier: Sehr ruhig und grün ist es hier. Eigentlich ein perfekter Ort fürs Picknicken. Sogar recht gut baden kann man hier im Neckar an manchen Stellen. Aber Obacht! Ungefährlich ist das oft auch nicht.

Aus Obernau kommt der Obernauer Löwensprudel, den man überregional aus dem Getränkemarkt kennt.

An einem Steinbruch vorbei geh es dann direkt nach Rottenburg. Die Stadt hat eine superschöne Innenstadt, die geprägt ist vom Rathaus und von der bischöflichen Kirche.

Rottenburg ist Bischofssitz und auch ein wichtiger Part des Jakobsweges, der durch die Stadt durchführt.

Rottenburg - Panorama - Radtour 2019 - Neckarradweg
Panorama von Rottenburg, während meiner Radtour 2019.

Vom schönsten Teil der 1. Etappe im Neckartal bei Rottenburg in die Universitätsstadt Tübingen (12 Kilometer)

Jetzt ist der erste schöne Abschnitt am Neckertalradweg zwar vorbei, aber man kommt ja ins schöne Rottenburg, was auch ein Genuß wert ist. Übrigens: Wer von Villingen-Schwenningen genau 100 Kilometer fahren will, dem empfehle ich genau hier eine Rast einzulegen und sich eine Unterkunft in Rottenburg zu suchen!

Wer noch 12 Kilometer weiter fahren möchte, der fahre von Rottenburg nach Tübingen.

Nach der Altstadt Rottenburgs muss man kurz etwas noch auf der Straße fahren bevor man wieder auf einem Wirtschaftsweg durchs Tal zwischen Rottenburg und Tübingen ist. Auch hier gibt es ein Highlight für die Augen:

Es steht hier die Wurmlinger Kapelle über aller Landschaft empor! Die Kapelle prägt das Tal in Richtung Tübingen.

Wurmlinger Kapelle - Rottenburg-Tübingen Neckar-Radtour
Hier oben auf diesem Hügel steht die Wurmlinger Kapelle. Schön in der Abendsonne.

In Hirschau ist man schon auf Tübinger Gebiet. Die Radwegebeschilderung ist zwar gut, aber man fährt etwas umständlich durchs Wohngebiet. So toll ist der Radweg hier leider nicht.

Über eine gefährliche Kreuzung gelangt man auf einen Radweg, der sich entlang der Straße befindet und man fährt dann am Freibad Tübingens vorbei. Das ist hier schon ganz schön, wenn auch nicht spektakulär.

Tübingen ist meine Heimatstadt. Deshalb weiß ich, dass man verkehrsmäßig nach der Uhlandstraße zum neuralgischen Punkt der Stadt gelangt.

Dieser Punkt ist die Mühlstraße. Gerade 2019 gab es hier eine große Debatte um den Radverkehr, die eben auch den Neckarradweg berühren würde. Endgültig wird das aber erst im Jahr 2020 entschieden – und für die meisten Radtouristen wird der Unterschied eher marginal sein.

Denn in Tübingen kommt man auf dem Neckarradweg nicht direkt durch die schnucklige und schöne Altstadt mit ihren engen Gassen der Stiftskirche und dem Rathaus.

Dazu muss man den Radweg kurz verlassen und in die Altstadt laufen. Denn erlaubt ist Radfahren hier leider nicht. Durch die Enge der Stadt ist das nicht möglich.

Sonst bleibt einem aber auch die typische Postkartenansicht Tübingens.

In Tübingen wechselt man aber eben auf der Neckarbrücke die Neckarseite und fährt auf der Gartenstraße nach Lustnau (man kann nach links einbiegen auf den Schotterweg, man kommt aber auch weiter, wenn man einfach geradeaus fährt).

Altstadt Tübingen Neckarfront - Neckarradweg
Die Neckarfront in Tübingen – die Altstadt Tübingens!

Neckarradweg von Tübingen nach Bad Cannstatt (65 Kilometer): Industrie und Idylle

Der nächste Abschnitt zwischen Tübingen und Stuttgart (Bad Cannstatt) führt einen ins Herz des „Ländles“. Er führt einen zudem ins industrielle Herz des Autolandes Baden-Württemberg.

Doch dass Baden-Württemberg auch ein Fahrradland ist, beweist eben der Neckarradweg gerade. Er ist der baden-württembergische Radweg schlechterdings.

Industrie beginnt aber erst in Esslingen und ist in Cannstatt auch wieder vorbei. Esslingen und Stuttgart sind aber „Daimler-Land“.

Doch zuvor gibt es super viel Natur und einfache asphaltierte Radwege. Auch Cafés findet man auf dem Radweg.

Baggersee Kirchentellinsfurt - Neckarradweg
Der Baggersee in Kirchentellinsfurt (oder K’furt wie die Einheimischen sagen). Es lohnt sich hier einen Stop einzulegen.

Von Tübingen bis Nürtingen: Zwei Hölderlinstädte (30 Kilometer)

Nach Tübingen-Lustnau fährt man über die Felder nach Kirchentellinsfurt. Das ist schon mal eine supergute Strecke. Dann kommt man ganz kurz an eine sehr befahrene Kreuzung.

Die überquert man, fährt nach links entlang der Straße und dann geht es schnurstracks zum Kirchentellinsfurter Baggersee.

Vor dem Baggersee wurde jüngst der Radweg aufgewertet. Aus Schotter wurde Asphalt. Das macht das Fahren angenehmer.

Am Baggersee kann man durchaus mal ein bisschen schwimmen gehen, wenn man will. Im Sommer ist hier aber auch manchmal recht viel los.

Nach dem Baggersee fährt man ein Stück entlang einer unangenehmen Straße. Es gibt zwar an dieser Stelle einen durchgehenden Radweg, aber leider direkt an einer vielbefahrenen Straße.

Doch das sind nur wenige 100 Meter. Kurz vor Altenburg (Teil von Reutlingen) gelangt man in die schönste Natur mit Auwiesen, durch die sich der Neckar sanft schlängelt.

Ein Highlight ist die Rad- und Fußgängerbrücke kurz vor Reutlingen-Mittelstadt.

Die ist zwar schon etwas älter, aber mit ihrem schönen abgegriffenen Blau hat sie doch etwas Besonderes.

Reutlingen-Mittelstadt Brücke am Neckarradweg
Die coole Brücke in Reutlingen-Mittelstadt. Mag ich irgendwie gerne.

In Mittelstadt sitzen im Sommer manchmal mitten auf dem Neckar Leute, die es sich auf einer Staumauer, die den Fluss umspült, gemütlich machen.

Wenn man in Mittelstadt einführt, so gibt es dort nochmals eine Neckarbrücke. Man wechselt die Neckarseite.

Hinter dem kleinen Ort folgen nun zwei Orte im Landkreis Esslingen, die ich immer miteinander verwechsele: Erst Neckartenzlingen, dann Neckartailfingen.

Neckartenzlingen hat seit kurzem eine Rad- und Fußgängerbrücke, über die der Neckarradweg in schönerer Weise führt als bei der vorigen Verkehrsführung. Kurz vor der Brücke kann man sich übrigens bei diversen Supermärkten eindecken, was ich schon öfters getan habe. Ein wichtiger Tipp für den Neckarradweg! Denn der Hunger kommt irgendwann sicher.

Und bei Neckartailfingen gib es einen See: Den Aileswasensee. Im Sommer ist hier sehr viel los und ein Sprung ins kühle Nass hat noch nie jemandem geschadet.

Von Neckartailfingen nach Nürtingen sind es dann nur noch um die neun Kilometer.

In Nürtingen erreicht man zuerst ein Café bzw. eine Imbissbude. Dort gibt es sowohl Kuchen als auch Pommes und anderes Warmes zum Essen.

Durch eine Allee entlang des Neckars gelangt man nun zur Stadt und hat einen tollen Blick auf das Ensemble Altstadt plus Kirche plus Neckar: Ein Postkartenanblick!

Innenstadt Nürtingens - Neckarradweg
Die Innenstadt Nürtingens von der Brücke über den Neckar aus betrachtet.

Man muss aber anschließend nach rechts, wobei man eine Neckarbrücke überquert. Nun ist man auch gleichzeitig auf dem Museumsradweg, der von Weil der Stadt (fast im Schwarzwald) nach Nürtingen führt.

Es geht nun nicht mehr rechtsseitig, sondern linksseitig des Neckars. Wer will kann natürlich nach Nürtingen einbiegen und dort einkehren. Die Altstadt ist nicht weit. Sie hat was, auch wenn die Esslingens schöner ist.

Ich bin aber anstatt einzubiegen immer weiter gen Plochingen und Esslingen geradelt.

Übrigens: Tübingen und Nürtingen sind beides Hölderlinstädte. In Nürtingen ist Hölderlin teilweise aufgewachsen (10 Jahre war er hier), in Tübingen hat er studiert und gewirkt. Als Dichter und als Philosoph.

Neben diesen beiden Städten gehört noch Lauffen am Neckar zu den Hölderlinstädten. Dort ist Hölderlins Geburtshaus. „Ohne den Neckar kein Hölderlin!“ So könnte man das vielleicht ausdrücken.

Plochingen mit Brücke und Hundertwasserhaus - Radtour
Das ist Plochingen. Hinten rechts befindet sich das Hundertwasserhaus, das allerdings privat ist.

Von der Hölderlinstadt Nürtingen in die Wein- und Sektstadt Esslingen (24 Kilometer)

Nach Nürtingen geht es nun raus aus der Stadt, aber auch raus aus dem Grünen. Es folgt nun ein größeres Wohngebiet in Unterensingen und bis Köngen bzw. Wendlingen fährt man an der Straße entlang.

Der Radweg ist hier nicht spektakulär, aber auch nicht problematisch zu fahren.

Aber ab Köngen wird es dann wieder schöner. Wichtig ist, dass man dort nicht über die Brücke nach Wendlingen fährt, sondern weiter auf der linken Seite des Neckars bleibt.

Es folgt ein Stück Radweg mit leichtem Schotter. Zwischendurch kommt man an den Wernauer Baggerseen vorbei bis man in Wernau ankommt. Dort ist es zwar wieder leicht urban, aber man hat hier weiterhin einen Radweg, der einen bis kurz vor Plochingen führt.

Von Plochingen sieht man zuerst von weitem die Kirche und gleich darauf eine Brücke und das Hundertwasserhaus.

Die Stadt hat einige schöne alte Häuser wie ein ganz rotes in der Innenstadt. Sie sind schön, auch wenn das Altstadt-Ensemble nicht so beeindruckend ist wie das von Esslingen.

Und das Hundertwasserhaus ist natürlich herausragend. Es existiert seit 1994 und wurde vom österreichischen Künstler und Architekten Friedensreich Hundertwasser mit entwickelt.

Es ist aber ein Privathaus, das man nicht besuchen kann und nur von außen bewundern darf. Aber für die Augen reicht das ja schon.

Nachdem man die weiterhin gut beschilderte Altstadt Plochingens durchquert hat, geht es leicht bergauf bis nach Altbach.

In Altbach gelangt man in einen schönen Park, den Heinrich-Mayer-Park. Ab diesem bleibt man auf einem schönen Radweg, der einen endlich in die Mittelalteraltstadt Esslingens führt.

Der Mittelaltermarkt ist jedoch immer als Weihnachtsmarkt im Dezember. Für die Fahrradzeit im Frühjahr bis Herbst ist das also eher nichts.

Dennoch ist Esslingen einen Besuch auf jeden Fall wert! Eigentlich ein Tipp: Verpasse auf keinen Fall Esslingen auf dem Neckarradweg.

Schelztor-Turm in Esslingen Innenstadt - Hohenzollern-Radweg - Neckartalradweg
Der Schelztor-Turm in Esslingen.

Von Esslingen nach Bad Cannstatt: Geprägt von Industrie und dem Cannstatter Wasen (11 Kilometer)

Esslingen ist gleichzeitig eine idyllische Stadt umgeben von Weinbergen wie auch eine wichtige Industriestadt bei Stuttgart.

Die Altstadt Esslingens ist legendär. Sie hat einen mittelalterlichen und sehr lebendigen Charakter. Gleichzeitig aber gibt es in Esslingen Roboterfirmen wie Festo und auch der Daimler ist hier sehr präsent.

Am Neckarradweg kommt man nicht direkt durch die Altstadt selbst. Aber diese ist nur einen Katzensprung vom offiziellen Radweg entfernt. Ich würde unbedingt empfehlen sie zu besuchen!

Nach dem Merkel’schen Park fährt man einen kleinen Anstieg auf eine Brücke und muss dann nach rechts weg, um sie zu erreichen.

Man kann aber auch geradeaus auf dem Neckarradweg in Richtung Bad Cannstatt weiterfahren, der hier teilweise leider eine Schiebestrecke ist.

Man kommt an Grafities vorbei, die sich unter einer Unterführung befinden, und der Radweg wird wieder breiter, so dass man ihn ordentlich benutzen kann.

Als nächstes Highlight hat man eine Müllhalde, an der man unmittelbar vorbeifährt. Man gelangt jetzt in das industrielle Gebiet, von dem ich schon sprach.

Erst ist man noch im Esslinger Stadtteil Mettingen, der schon ein Daimler-Werk beherbergt. Dieser geht dann nahtlos über in Obertürkheim und Untertürkheim. Hier sind die wichtigen Daimler-Fabriken.

Vorbei kommt man in Obertürkheim zudem am wenig bekannten Stuttgarter Hafen. Der ist ein Industriehafen und daher für die breite Masse nicht zugänglich.

Ab Obertürkheim fährt man unterhalb von Weinbergen und neben einer viel befahrenen Straße entlang. Die Schönheit und die Hässlichkeit des Neckartals hat man so direkt nebeneinander.

Wichtiger Punkt ist schließlich der Bahnhof Untertürkheim. Hier habe ich mich beim ersten Mal verfahren. So toll ausgeschildert ist das hier nicht.

Bahnhof Untertürkheim aus Radfahrersicht
Am Bahnhof in Untertürkheim kommt man vorbei. Hier kann man sich am Kiosk eindecken, wenn man es möchte.

Nachdem man ein Stück vom Neckar weg war, darf man nach dem Bahnhof Untertürkheim wieder direkt an seiner Seite fahren. Dafür muss man am Bahnhof die Straße linker Hand überqueren und einfach gen Neckar fahren.

Nun kann man rechts oder links fahren. Beide Wege führen nach Bad Cannstatt. Auf der Strecke der linken Seite, die metermäßig etwas mehr ist, hat man allerdings einen schöneren Ausblick auf den Wasen, wenn der denn ist. Der Nachteil ist, dass man teilweise direkt neben einer Autobahn fährt.

Der Wasen ist das Stuttgarter Frühlingsfest und auch Herbstfest mit Riesenrad, Bierzelten und vielen Buden. Von weitem sieht das immer recht schön aus. Als Radfahrer würde ich dem Fest aber nicht zu nahekommen! Scherben und so.

Falls man dann links gefahren ist, folgt nun das „Leuze“, das Cannstatter Mineralbad. Man kommt hier an einer Fahrradzählstation vorbei. Hinter dieser Stelle, auf der Brücke, hat man nochmal einen beeindruckenden Blick auf den Neckar.

Jetzt geht es über eine imposante Brücke auf die rechte Neckseite. Wenn man will, kann man nun noch geradeaus in die Cannstatter Innenstadt, die aber im Vergleich zu Esslingen nicht so beeindruckend ist.

Rechtsseitig am Neckar fährt man am Theaterschiff vorbei und es geht nun langsam aus dem Großstadttrubel wieder heraus.

Bad Cannstatt Volksfest Rießenrad - am Neckarradweg vorbeigefahren - Neckartalradweg
Der Neckar vom Neckarradweg aus – in Bad Cannstatt (Stuttgart). Am Riesenrad sieht man, dass zur Zeit Wasen ist! Das Stuttgarter Frühlingsfest.

Neckarradweg von Bad Cannstatt nach Heilbronn (74 Kilometer): Die Weinberg-Etappe

Von Bad Cannstatt über Ludwigsburg nach Marbach am Neckar (28 Kilometer)

Nach Bad Cannstatt hat man nun endlich wieder seine Ruhe. Man fährt auf der Höhe des Hallenbades oder Kurparks über den Neckar und fährt auf der linken Seite des Flusses.

Mühlsteg heißt diese Brücke über den Neckar!

Entlang der Stuttgarter Stadtteile Hallschlag, Münster und Freiberg kommt man nun weiter, ohne dass man allzu viel von ihnen sieht.

Der Max-Eyth-See ist übrigens auf der rechten Neckarseite. Man fährt hier aber auf der linken, so dass man ihn nicht gut sieht.

Dafür kommt man aber schon an sehr schönen Weinbergen vorbei. Nur der Radweg, auf dem man fährt, trennt diese Weinberge vom Neckar.

Beim Wasserkraftwerk Hofen überquert man den Neckar dann allerdings wieder und gelangt nach ein paar Kilometern zu einem meiner absoluten Lieblingsorte am Neckartalradweg: Remseck mit seinem dazugehörigen Café ist ein schöner Ort mit toller Aufenthaltsqualität.

Man ist nämlich in Remseck an dem Ort, wo die Rems in den Neckar fließt. Dazu kann man hier auf den Remstalradweg wechseln.

An dieser Stelle kann man ruhig mal eine Pause einlegen. Wer viel Zeit hat, der gehe auch auf den gegenüberliegenden Strand am Remseck. Der ist im Frühjahr und Sommer sehr bevölkert.

Remstal-Brücke beim Neckar und der Rems - Neckarradweg
Eine der beeindruckenden, gläsernen Remstal-Brücken.

Dazu gibt es hier echt schöne Brücken, die aus Holz und Glas bestehen. Sie sind wie Dreiecke geformt. Dieses besondere Design habe ich sonst noch nirgendwo gesehen.

Wenn man die eine der Brücken überquert hat, geht es weiter in Richtung Ludwigsburg. Die folgende Strecke ist von vielen Weinbergen geprägt. Hier kommt der Württemberger Wein her. Der Trollinger usw.

Ludwigsburg selbst jedoch streift man am Neckarradweg nur. Um in die sehenswerte Stadt zu kommen, muss man ein Stück bergauf fahren.

Zu sehen gibt es in Ludwigsburg nicht nur das historische Residenzschloss, sondern auch den Favoritepark mit seinen Rehen und Hirschen. Dazu gibt es noch viele andere Schlösser hier. Die Stadt ist schlossreich, wenn man das so sagen kann.

Doch wenn man einfach dem Verlauf des Neckarradwegs folgt, so sieht man von der Stadt lediglich die Weinberge und das Freibad. An dem kommt man direkt vorbei.

Es geht so grün und schön bis nach Marbach am Neckar weiter. Hier ist im Sommer auch recht viel los. Doch wenn man freie Strecke hat, kann man hier auf schönem Radweg richtig schnell vorankommen.

Von der Schillerstadt Marbach am Neckar zur nächsten Hölderlinstadt Lauffen am Neckar: Literatur und Radfahren (35 Kilometer)

Marbach am Neckar ist die Schillerstadt. Dort ist der berühmte Dichter Friedrich Schiller nicht nur geboren, sondern hier verbrachte er auch die ersten vier Jahre seines Lebens.

Im heutigen Schillerhaus, Schillers Geburtshaus, befindet sich heute ein kleines und feines Museum. Dies ist einen Besuch wert, wenn man Zeit hat für kurze Zeit den Neckarradweg zu verlassen und in der Marbacher Innenstadt zu verweilen.

Wenn man das jedoch besuchen möchte, sollte man sich Zeit nehmen.

Geburtshaus Friedrich Schiller - Marbach am Neckar
Das Geburtshaus des berühmten Dichters Friedrich Schiller in Marbach am Neckar. Um dort hinzugelangen, muss man vom Neckar ab bergauf gefahren sein. Dort ist heute auch ein kleines Museum untergebracht.

Denn für den Neckarradweg muss man die Neckarseite in Marbach nicht wechseln. Will man aber in die Stadt oder gar an der Murr entlang, so überquert man über eine enge Brücke den Fluss.

Da Marbach etwas auf dem Berg liegt, ist es auch wieder anstrengend mit dem Rad in die Stadt vorzustoßen. 2017 habe ich es gemacht; 2019 bin ich an der Stadt vorbeigefahren.

Das Schillerhaus ist sicherlich einen Besuch wert. Dazu befindet sich noch das Schiller-Nationalmuseum in Marbach. Es gehört zum Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Nach Marbach hat man weitere Weindörfer und Weinhänge vor sich. Nach dem Neckartal zwischen Horb und Rottenburg kommt jetzt der zweite schönste Abschnitt am Neckarradweg.

Nach Freiberg am Neckar, Mundelsheim und Hessigheim gelangt man ins schöne Besigheim. Diese Gemeinde wurde MDR zum schönsten Weinort Deutschlands auserkoren. Und das nicht zu Unrecht!

Rathaus Besigheim - Altstadt - Neckarradweg
Das Rathaus von Besigheim mit sehr heller Sonne.

Zwar muss man hier wieder vom Neckar ab, um die schöne Altstadt Besigheims mit seinen engen Gassen zu besuchen, aber das lohnt sich auch. 2017 war ich oben in der Altstadt, von der aus man auch die Enz sieht.

Fachwerkhäuser und mittelalterlich anmutende Pflastersteine als Belag sind hier zu sehen.

Wer dem Radweg nun weiter folgt, der sieht hinter Besigheim und kurz vor Walheim nun den Zusammenfluss von Enz und Neckar. Wer will, kann hier der Enz hundert Kilometer in den Nordschwarzwald folgen.

Walheim empfand ich als unspektakulär. Man fährt einfach durch Wohngebiete.

Kirchheim am Neckar finde ich ganz nett. Auch hier kann man in einem kleinen Café/Gaststätte einkehren. Anschließend folgt ein altes Stadttor.

Doch Kirchheim hat auch etwas bedrohliches, da es auf der anderen Seite des Neckars in Neckarwestheim ein Atomkraftwerk gibt. Dieses wird 2022 abgeschaltet. Ab dann gibt es keine Kernkraft in Deutschland mehr.

Doch das Atomkraftwerk sieht man nicht so richtig auf dem Radweg. Nur von weitem kann man es erkennen, wenn man es weiß.

Der Neckar macht hier eine schöne Schleife, die man aber nicht ausfährt. Vielmehr geht es hier über Wirtschaftswege geradeaus weiter.

Schließlich geht es nach Lauffen, der Hölderlinstadt. Direkt am Hafen, bevor man in die Stadt kommt, kann man noch in einem gemütlichen Imbiss/Café Rast machen.

Grafenburg Lauffen am Neckar - Neckartalradweg
Die Grafenburg in Lauffen, die an direkt am Neckar liegt.

Ein neuer Radweg am Neckar entlang: Von Lauffen am Neckar nach Heilbronn (11 Kilometer)

Ab Lauffen bzw. in Lauffen hat sich die Radwegeführung des Neckarradwegs erst neulich geändert. Zuvor konnte man nicht direkt am Neckar entlang fahren.

Stattdessen musste man über Land eine Steigung hoch und kam durch den Ort Nordheim. Der ist seit 2018 kein offizieller Teil des Radwegs mehr, da der Neckartalradweg rechts am Neckar entlang führt.

Diese Änderung führte auch dazu, dass man nicht mehr direkt an Hölderlins Geburtshaus vorbeikommt, das etwas außerhalb der Innenstadt in Richtung Nordheim steht.

Lauffen am Neckar Hölderlinhaus Neckartalradweg nähe Heilbronn - Friedrich Hölderlin Geburtshaus
Hölderlins Geburtshaus. So heruntergekommen sah es 2017 noch aus. 2019 sah ich dann wie es saniert wurde.

Ansonsten ist Lauffen am Neckar eine recht nette Stadt, die über eine steinerne alte Neckarbrücke mit Bögen verfügt, das Obere Schloss und die Regiswindiskirche.

Im Ensemble hat das etwas Mittelalterliches und Idyllisches, auch wenn mir zu viel Verkehr durch die Stadt führt.

Schließlich verlässt man diese übers Industriegebiet und gelangt an imposante Weinberge. Der neue Radweg ist echt toll geworden. Ich war dieses Jahr (2019) sehr begeistert davon!

An dem Tag im Spätsommer, als ich ihn fuhr, war er auch wenig frequentiert. Das sorgte für ein zusätzliches Idyll, auch wenn ich es gut fände, wenn neue Radwege auch genutzt werden würden.

Man landet dann schließlich in Heilbronn in einem Vorort, der wohl Sontheim heißt. Doch auch dann ist es noch ein Stück bis in die Nähe der Innenstadt.

Auch hier wieder: Durch Heilbronn kommt man nicht direkt am Radweg wie schon in Cannstatt, Ludwigsburg, Marbach und Besigheim. Will man also die Städte am Neckar besuchen, sollte man etwas mehr Kilometer und Zeit einrechnen.

Der Radweg hier bei Heilbronn ist aber sehr gut ausgebaut. Eine Asphaltstrecke, auf der man richtig Pace geben kann.

Heilbronn gilt ja nicht als die schönste Stadt Baden-Württembergs, aber ich empfinde das gar nicht als so schlimm. Es gibt ein paar Ecken, an der sich die Stadt echt gemacht hat.

Der Altneckar führt direkt durch die Stadt. Dieser ist ein Seitenarm des heutigen Hauptneckars.

Heilbronn - RadtourenChecker - Fahrradschild - Am Neckarradweg
Habe es nach Heilbronn geschafft, die einen mit diesem schönen Schild mit Fahrrädern begrüßt.

Neckarradweg von Heilbronn nach Mannheim (116 Kilometer): Die Odenwald-Strecke

Von Heilbronn über das historische Bad Wimpfen nach Eberbach (55 Kilometer)

Von Heilbronn bis Neckarsulm geht es entlang von Bäumen weiter auf dem schnellen Asphaltradweg. Hier kann man richtig Kilometer fressen!

Zwischen Neckarsulm und Heilbronn gibt es viel Fährverkehr, vor allem auch Industrieschifffahrt. Heilbronn hat einen großen Industriehafen, der international verbunden ist.

Denn vom Neckar kann man ja auf den Rhein in Mannheim wechseln und da dann auch bis nach Rotterdam fahren.

Und genau Mannheim war ja jetzt das Ziel meiner Neckarradtour!

Zwischen Heilbronn und Neckarsulm liegt dann noch ein großes Kraftwerk. Das ist aber kein Atomkraftwerk wie in Kirchheim am Neckar, sondern ein Steinkohlekraftwerk. Es gehört zu den 30 dreckigsten, was den CO2-Ausstoß anbelangt.

Neckarsulm - Steinkohlekraftwerk am Neckar - Radtour
Das Steinkohlekraftwerk bei Neckarsulm.

Dennoch mag ich seinen Anblick am Fluss. Es ist halt doch ein Wunderwerk der Technik, aber eben durchaus ambivalent.

Neckarsulm hat ein Zweiradmuseum, wo sowohl alte Fahrräder als auch alte Motorräder ausgestellt werden. Sowohl historische Modelle wie die ersten Laufräder als Vorläufer des Fahrrades wie auch exotische Modelle sind hier ausgestellt. Karl von Drais hat ja das erste Fahrrad überhaupt entwickelt. Er spielt im Museum auch eine Rolle.

Nach Neckarsulm, dass man auch nur berührt und auf dem offiziellen Radweg nicht hindurchfährt (wie so oft am Neckarradweg!), ist das nächste Ziel Bad Wimpfen.

Zuerst ist man auf einer Halbinsel, die im Neckar liegt. Das ist spannend und diese ist auch richtig grün. Man kann hier im Übrigen auf die andere, rechte Neckarseite nach Bad Friedrichshall wechseln. Dort könnte man dann auf dem Kocher-Jagst-Radweg weiterfahren.

Auf Ebene von Bad Friedrichshall verlässt man dann die Insel fährt aber nach links auf die linke Neckarseite. Die Strecke ist sehr grün, voller saftiger Wiesen.

Man gelangt schließlich nach Bad Wimpfen.

Die Stadt ist wieder ein sehr historischer und mittelalterlicher Ort. Kurioserweise gehörte Bad Wimpfen früher zu Hessen.

In Bad Wimpfen lohnt es sich zu verweilen und neben den diversen Fachwerkhäusern auch das Schwibbogentor oder das Steinhaus zu besichtigen.

Aber auch wenn man nicht direkt durch Bad Wimpfen fährt, was auf einer Anhöhe liegt, sieht man die Stadt mit ihrem Kirchturm von Weitem.

Die nächsten Orte sind dann Haßmersheim mit der ebenfalls auf einer Anhöhe stehenden Burg Guttenberg. Hier gibt es heutzutage ein Burgmuseum zu besichtigen.

Übrigens: Wenn man dem offiziellen Radweg folgt und links des Radwegs bleibt, so fährt man nicht durch Mosbach durch. Wenn man also Mosbach besuchen möchte, muss man den offiziellen Neckarradweg nach der Beschilderung verlassen.

2019 tat ich das allerdings nicht, sondern fuhr schnurstracks weiter. Nach Haßmersheim begegnet einem bis Eberbach auch nicht mehr viel außer ein sehr schöner und entspannter Neckartalradweg über grüne Wiesen und durch den Odenwald.

Nur für Neckargerach und Zwingenberg wechselt man nochmals die Neckarseite; doch dann fährt man bis Eberbach weiter auf der linken Seite entlang.

Innenstadt von Bad Wimpfen - abseits vom Radweg mit Fachwerkhäusern - Neckarradweg
Die Innenstadt von Bad Wimpfen mit ihren vielen Fachwerkhäusern. Sehr schön, aber etwas abseits vom Radweg.

Von Eberbach ins historische Heidelberg mit seiner alten Brücke und der Burgruine hoch oben überm Neckar (34 Kilometer)

Eberbach hat wieder die Eigenschaft: Der Neckarradweg führt nicht direkt hindurch. Die Stadt ist im Prinzip auf der anderen Seite des Neckars.

Diese kann man aber besuchen, wenn man über die Brücke fährt, was ich bis dato aber noch nicht getan habe (weder 2017 noch 2019).

Der Park hier ist aber auch gemütlich und schön. Anscheinend gibt es hier viel Bärlauch. Schilder am Wegesrand deuten drauf hin. Hinter Eberbach am Campingpark Eberbach gibt es noch eine kleine Fahrradstation, wie ich 2019 feststellte. Diese kommt wohl vom Land Baden-Württemberg. RadKULTUR steht auf der kleinen Radstation.

Die Infrastruktur des Neckarradwegs wird halt immer weiter optimiert und in den kommenden Jahren können wir hoffentlich auf weitere Verbesserungen hoffen!

Hinter Eberbach hat man weiterhin viel grün vor sich und einen sehr naturnahen Radweg. Dieser macht superviel Spaß. Man kann ordentlich Kilometer machen und dennoch sehr viel Natur genießen. Ein Stück weiter vor Hirschhorn fährt man sogar durch einen dichten Wald hindurch.

Es geht jetzt auf Hirschhorn zu. Und das ist das besondere: Hirschhorn ist zusammen mit dem noch folgenden Neckarsteinach der einzige (sic!) Ort, der sich nicht auf dem Gebiet Baden-Württembergs befindet, sondern in Hessen. Das einzige kleine Stück hessischer Neckar und hessischer Neckarradweg.

Davon spürt man jetzt nicht allzu viel, aber man muss das eben wissen.

Hirschhorn - Neckar - Hessen - Neckarradweg
Hirschhorn: Hier liegt der Neckar für ein kurzes Stück in Hessen.

Hirschhorns Ortskern ist in Treppenform am rechten Neckarufer angesiedelt. Dazu muss man wissen, dass man vor Hirschhorn eine Schlinge passiert hat, in dessen Mitte sich der kleine Ortsteil Ersheim befindet.

Doch Hirschhorn selbst sieht man wieder nur von Weitem. Da hat man aber auch den besten Blick: Eine Kirche, eine Burg und Fachwerkhäuser sind zu erkennen.

Nach wieder einem echt beeindruckenden Stück Radweg mit Schotter, aber dafür einem atemberaubenden Blick, ist das nächste Ziel Neckarsteinach.

Um dort hinzukommen, muss man zuvor noch über eine große Brücke fahren, die man nur nach einem Anstieg erreicht.

Diese Brücke befindet sich auf der Schleuse Neckarsteinach; sie ist also eine wichtige Staustufe am schon fortgeschrittenen Neckar.

Durch Neckarsteinach kommt man nun direkt hindurch und kann hier auch einkehren. Die Gassen sind hier eher eng und steil, so dass ich an dieser Stelle immer etwas vorsichtig bin.

Man sieht von hier aus, wie ich dieses Jahr, schon die Touri-Schifffahrt, die von Heidelberg herkommt. Man kann hier wohl auch einsteigen und nach Heidelberg mit dem Schiff fahren. Inklusive (nerviger) Partymusik.

Wieder hat man eine Neckarschleife vor sich, aber dafür wieder einen breiten Radweg.

Irgendwann bald kommt man unterhalb des Neckargemünder Terrassen-Schwimmbades dann in den Ortsteil Kleingemünd. Von hieraus ist es nicht mehr weit nach Neckargemünd.

Und man ist wieder in Baden-Württemberg! 🙂

Neckargemünd - Neckarradweg - Wunderschöner Blick auf den Ort
Neckargemünd am Neckar.

Nun kann man von der anderen Seite auf die 13.000-Einwohner-Stadt blicken, die schon zum Rhein-Neckar-Metropolregion gehört.

Hier ist mir die Radwegeführung unklar, da sie nicht gescheit ausgeschildert ist. Fährt man weiter auf der rechten Seite des Neckars, was wohl so richtig ist, so ist man direkt auf der Straße und hat erst später einen eigenen Radweg.

Fährt man auf der linken Seite, was ich 2017 tat, hat man einen ekligen Anstieg mit grobem Schotter vor sich und muss innerhalb von Heidelberg durch enge 30er-Zonen durch.

Irgendwie müssen die Tourismus-Behörden (wie z.B. auch in Rottweil) sich hier noch etwas ausdenken, damit man weiter die Idylle Neckarradweg genießen kann. Ach ja: Und wer eben hier sicher sein will, der fährt einfach mit dem Schiff.

Ich habe aber beide probiert, was nicht so optimal ist. Ein paar Kilometer vor Heidelberg fängt aber wieder ein Radstreifen an. Zwar kein Radweg, aber immerhin wird man als Radfahrer wahrgenommen!

Das letzte Stück ist nicht mehr das schönste: Universitätsstadt Heidelberg – Quadratestadt Mannheim (27 Kilometer)

Endlich hat man die besondere und auch berühmte Stadt Heidelberg vor sich. Lange schon blickt man auf die Schlossruine und die Alte Brücke – und hat so einen historisch relevanten Blick auf die wichtige Neckarstadt.

Hier kommen jedes Jahr unglaublich viele Touristen her. Gerade viele aus dem asiatischen Raum.

Heidelberg hat dazu eine langgezogene Altstadt mit vielen Restaurants und Läden. Man kann den Studentenkarzer besichtigen, das Große Fass, was sich auch beim Heidelberger Schloss befindet.

In der altehrwürdigen Universitätsstadt gibt es einige Museen wie das Kurpfälzische Museum und die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte.

Der Neckarradweg führt jedoch auf der rechten Seite des Neckars entlang, während sich die Altstadt und die meisten Sehenswürdigkeiten auf der linken Seite befinden.

Dazu muss man lediglich die historisch wertvolle Alte Brücke überqueren. Schon ist man in der Altstadt.

Alte Brücke Heidelberg - Hintergrund Schloss Heidelberg - Am Neckarradweg
Die Alte Brücke in Heidelberg. Im Hintergrund das Schloss Heidelberg.

Wer aber weiterwill, der fahre einfach gerade aus. Es geht dann nach einer Promenade, am Zoo vorbei und am modernen Universitätsgelände. Es dauert etwas bis man die Stadt verlassen hat und an Schrebergärten vorbei wieder auf ruhige Landwirtschaftswege kommt.

Es geht dann ein Stück so weiter bis man nach Ladenburg gelangt. Hier gründete übrigens Carl Benz seine berühmte Autofirma und verbrachte auch hier einen Teil seines Lebens. Er ist in Ladenburg auch gestorben.

In Ladenburg hat man wieder eine beeindruckende Neckarbrücke mit tollem Ausblick vor sich. Hier gibt es auch wieder viel touristischen Schiffverkehr und eine Anlegestelle dafür.

Man wechselt noch einmal die Neckarseite bei Ladenburg, kommt nach Seckenheim und fährt dann ziemlich gerade in die Stadt Mannheim ein.

Man erkennt das schon früher, weil der Radweg teilweise parallel entlang der Straßenbahnlinie führt.

Schön ist auch: Man hat hier einen fantastischen Blick auf den Fernmeldeturm Mannheim, der einem näher und näher kommt.

Fernmeldeturm Mannheim - Neckarradweg Ende
Der Fernmeldeturm Mannheim von weitem gesehen. Auf den letzten Kilometern blickt man auf ihn.

Der Neckar fließt übrigens mitten im Industriegebiet in den Rhein, so dass man also keinen Blick auf ihn hat, sofern man auf der linken Seite bleibt. Kein Vergleich also mit dem naturschönen Start am Schwenninger Moos. Das Ende des Neckarradwegs ist hässlich.

Dennoch: Die Stadt Mannheim hat was. Schon allein deren Quadratestruktur im Inneren kann man sich zu Gemüte führen so wie auch den Wasserturm, der unweit des Bahnhofs steht.

Man kann wohl aber in Mannheim auf die rechte Seite des Neckars fahren, um sich die Mündung in den Rhein anzusehen.

Jedenfalls: Hier in Mannheim hat man es geschafft! Man kann den Trubel hier ruhig noch etwas genießen, etwas Pause machen und sich ein schönes badisches Bier zischen. Ich war immer froh es geschafft zu haben – und bin dann schnell in den Zug hinein!

Der Neckarradweg – unvergessliche und unfassbar abwechslungsreiche 370 Kilometer! Durch Baden-Württemberg (und ein klein bisschen durch Hessen).

Neckarradweg Mannheim Monnem Draisine - erste Fahrradfahrt überhaupt 2017
2017 war 200 Jahre Fahrrad und die Stadt Mannheim feierte das, da hier vor 200 Jahren die erste Fahrt eines Fahrrades überhaupt endete!

Weitere Links zum Neckarradweg


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