Stromberg-Murrtalradweg – 2. Etappe – Von Bietigheim-Bissingen nach Gaildorf

Nachdem ich auf der ersten Etappe im Dunkeln in Bietighem-Bissingen angekommen war, sollte dies hier meine zweite Etappe werden: Der Stromberg-Murrtalradweg würde mich heute bis Gaildorf in Württemberg führen.

Grund dafür, dass der gerade hier endet ist wohl, dass das auch das Ende des Murrtalradwegs ist. Jedenfalls könnte das sein. War mir aber auch egal. Ich würde gerne dort hinfahren.


Gleichzeitig liegt Gaildorf aber am Kocher-Jagst-Radweg. Es gibt hier also eine Verbindung, die vom Rheinradweg an den Kocher-Jagst-Radweg führt: Und diese Verbindung ist genau der Stromberg-Murrtal-Radweg.

An diesem schönen Herbstmorgen würde ich zuerst mal ein paar wenige Meterchen entlang der Enz fahren. Der Enztalradweg würde von hier aus noch 7 Kilometer weiter nach Besigheim/Walheim führen und wäre dann zu Ende. Aber meine Aufgabe war es jetzt eben aus Bietigheim rauszukommen und erstmal in Richtung Marbach zu fahren.

Bietigheim-Bissingen - Enz - Enztalradweg - Stromberg-Murrtalradweg
Bietigheim-Bissingen an der Enz.

Von Bietigheim-Bissingen bis an die Murr und an den Neckar bei Marbach

Teile dieser Strecke an diesem Morgen kannte ich schon und entsprechend fühlte ich mich auf dem Radweg recht wohl.

Der Beginn allerdings nach der schönen Enzstrecke ging so. Man fährt nach links ab von der Enz und muss dafür entlang der Hauptstraße aus Bietigheim-Bissingen raus.

Anschließend kommt man aber durch einen sehr schönen Wald. Der war gar von dem ein oder anderen Spaziergänger frequentiert. Aber dennoch sehr ruhig.

Leicht ansteigend ist der Waldweg, aber machbar. Das Gröbste an Steigungen hatte ich mit dem Stromberg am vorigen Tag schon hinter mir.

Man kommt aus dem Wald heraus und hat eine kerzengerade Strecke vor sich, die dann direkt nach Ingersheim führt. Dort kam ich gerade an einer Kirche vorbei, die sehr frequentiert war. Es war wohl der sonnstägliche Gottesdienst oder so.

Man fährt heraus aus Ingersheim und fährt durch wunderschöne Weinberge. Im Herbst sehen diese besonders bunt aus.

Ingersheim - Weinberge - Stromberg-Murrtal-Radweg
In Ingersheim nahe des Neckars. Wunderschöne Weinberge, die sich hier in Herbstfarben befinden.

Das Ziel ist nun den Neckar zu erreichen und schließlich zu überqueren. Dazu geht es jetzt in Richtung Neckarradweg nach Freiberg am Neckar.

Hier kannte ich mich schon etwas aus. Zumindest ab Freiberg am Neckar wusste ich, wie der Neckarradweg ca. verlaufen würde.

Das ist eine wirklich schöne Gegend des Neckarradwegs. Im Herbst ist diese durch ihre Farbenbracht nochmal besonders schön.

Aus Freiberg am Neckar heraus geht es dann nach Marbach. In Freiberg überquert man den Altneckar und dann den Neckar. Der sieht dann, während man neben den Weinbergen fährt, so aus:

Neckar - Pleidelsheim - Freiberg am Neckar - Stromberg-Murrtal-Radweg - Murrtalradweg
Der Neckar zwischen Pleidelsheim und Freiberg am Neckar. Echt schön!

Es geht dann ein Stück geradeaus. Hier war an diesem sonnigen Herbsttag einiges los. Es gibt ja immer mehr E-Bike-Fahrer, die solche Tage gleich mal ausnutzen. Auf der linken Seite befinden sich dann die Weinberge.

Man wechselt nun schon wieder die Neckarseite, um nach Benningen am Neckar zu kommen. Um schließlich nach Benningen nochmals den Neckar zu überqueren, um nach Marbach am Necker zu gelangen.

Das ist hier wirklich nicht so einfach zu erklären. Am besten man schaut sich das mal auf der Karte an, um zu verstehen, wie und wo man den Neckar überall überquert.

Nun in Marbach, nachdem man die recht schmale Fußgänger- und Fahrradbrücke überquert hat, sieht man dann dieses Schild. Marbach ist ein Fahrradwegeknotenpunkt mit dem Neckarradweg als zentralen Radweg.

Marbach am Neckar - Schiller Geburtshaus - Murrtalradweg - Neckarradweg
Die Wegweiser bei Marbach am Neckar. Um zu Schillers Geburtshaus zu kommen, muss man jedoch den Berg hochfahren.

Von Marbach am Neckar am Murrtalradweg entlang nach Gaildorf

Die Schillerstadt Marbach ist natürlich historisch schon für sich sehr relevant. Immer wieder kommen in diesen kleinen Ort Touristen.

Da ich das Schillerhaus schon beim letzten mal mir angeschaut hatte, würde ich dies heute nicht mehr tun und gleich weiterfahren.

Denn ich wusste: Heute würde ich wegen der dunklen Jahreszeit wieder in die Dunkelheit kommen und wollte so viel Helligkeit wie möglich mitnehmen.

In Marbach kann man das Geburtshaus von dem berühmten Dichter Friedrich Schiller begutachten. Dort ist auch ein kleines Museum. Im Jahr 2017, während meiner Neckarradweg-Fahrt, war ich dort gewesen.

Schillerhaus Marbach am Neckar Neckarradweg
Ich so am Schillerhaus in Marbach am Neckar (aus dem Radtouren-Checker-Archiv).

Man fährt nun – nach dem obigen Schild – links in Richtung Murr weiter. D.h. der Ort heißt Murr und man fährt auch an der Murr entlang. Kein Wunder, dass man also nun am Murrtalradweg ist.

Der Weg ist hier ein schöner Flussradweg, der an dieser Stelle zumindest flach ist. Aber eben nur an dieser. Es wird noch bergige Teile des Murrtalradwegs geben.

Hinter Murr kommt nun gleich Steinheim an der Murr und man darf nun noch bis zu einem Kreisverkehr gegenüber von Erdmannhausen auf einem schönen Radweg fahren.

Anschließend wechselt der Radweg leider bis Kirchberg an der Murr auf die Straße, was nicht so schön ist. Wäre gut, wenn der Murrtalradweg auch hier mal richtig ausgebaut werden würde.

Murr an der Murr - Murrtalradweg - Baumstamm
Die Murr mit Baumstamm bei Murr.

Nachdem man einige Kilometer flach fahren durfte, kommt auf einem Waldstück nebst der Murr wieder auf eine Anhöhe.

Der Radweg ist hier sehr eng und er ist gleichzeitig ein Weg für Fußgänger. Deshalb muss man hier auch ein Stück schieben. Etwas anstrengend.

Anschließend landet man in Burgstetten. Dort war ich zwar froh wieder Asphalt erreichen. Aber in Burgstetten geht es wieder – und zwar ziemlich heftig – bergauf.

So einen Berg, der durch das Dorf geht und dann auf einer Höhe landet, hatte ich hier gar nicht erwartet.

Den durfte man gleich wieder herunterfahren. Am Ende landet man dann endlich in Backnang.

Burgstetten - Backnang - Abfahrt - Stromberg-Murrtal-Radweg
Bei Burgstetten. Hier geht es wieder den Berg nach Backnang hinunter.

Backnang hat auch eine nette Altstadt, um die man allerdings herumfährt. Denn diese befindet sich hinter der Murrschleife. Um diese Schleife fährt man.

Allerdings befindet man sich eben auf der anderen Seite der Altstadt. Meistens gibt es hier einen guten Fahrradweg.

Nachdem man am Rande der Altstadt war, geht es an einem Spielplatz und direkt an der Murr weiter.

Man landet an den Murrbäder Backnang. Und dort geht es über einen kleinen versteckten Weg weiter.

Es wird jetzt nicht mehr so hügelig. Die nächsten Orte am Murrtalradweg sind dann Oppenweiler und Sulzbach an der Murr.

Dort in Sulzbach sprachen mich ein paar verwunderte Jugendliche auf Fahrräder an, die erstaunt waren, dass ich so viele Kilometer fahren würde. Ein Zeichen dafür, dass der Radweg noch nicht soo bekannt ist.

Murrhardt schließlich ist ein sehr schöner Ort mit mittelalterlich anmutender Altstadt.

Dort habe ich mich sehr wohlgefühlt. Das war dann der letzte Ort, an dem es hell war. Denn um diese Jahreszeit wird es einfach sehr schnell dunkel und es ist fast unmöglich nicht in der Dunkelheit zu fahren.

Backnang - Altstadt - Murr - Murrtalradweg
Das ist Backnang. Die Altstadt ist auf der anderen Flussseite und mein Fahrrad darf sie von Weitem anschauen! 🙂

Nun ist also Gaildorf das letzte Ziel auf dem Stromberg-Murrtalradweg und Murrtalradweg!

Der Weg zwischen Murrhardt und Gaildorf war dann wieder etwas beschwerlich. Es gab wieder Stellen, wo man  weg kam vom Flusstal und etwas über Anhöhen fahren musste.

Aber schön ist der Radweg hier und man fühlt sich irgendwie schon wie am Ende Württembergs. Hier ist keine große Industrie, sondern lediglich viel Landwirtschaft.

Zwischen Fichtenberg und Gaildorf ist es dann aber flach. Allerdings sah ich da nicht so viel mehr davon, da es dunkel war.

Was ich aber schon noch sah, das war das alte Schloss in Gaildorf. Dieses liegt inmitten der Stadt.

Schön war auch: Die Stadt war gerade durch die Feuerwehr gesperrt. Ich dachte es sei was Schlimmes. Aber umso besser: Es war ja St.-Martinstag und alle möglichen Kinder waren mit Laternen unterwegs.

Die Feuerwehr schützte nur die Kinder vor dem Verkehr. Das war schon ein kleines Highlight. Denn ich war seit gefühlt 100 Jahren nicht mehr bei einem Martinsumzug. In Gaildorf aber schon!

Ein kurzes Fazit noch: Der Stromberg-Murrtal-Radweg ist auch – und gerade – im Herbst ein absolutes Radfahr-Highlight. Ein Geheimtipp sozusagen, der nicht einfach, aber auch nicht besonders schwer mit dem Rad zu erfahren ist.

Schloß in Gaildorf - Stromberg - Murrtal - Radweg
Das alte Schloss in Gaildorf. Die Sehenswürdigkeit Gaildorfs und mein Ziel an diesem Tag.

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