Rheinradweg. 7. Etappe. Von Koblenz nach Köln – Urlaubsfeeling im Oktober

Die vorerst letzte Rheinradweg-Etappe führte mich bis nach Köln. Nächstes Jahr würde ich dann den Rest fahren. Über Düsseldorf und Duisburg kommt man in die Niederlande.

In der Niederlande mündet der Rhein bei Rotterdam in die Nordsee. Somit endet dort auch der Rheinradweg. Diese Strecke ab dem Rheinradweg Köln will ich dann nächstes Jahr fahren.

Radfahren durch die Niederlande macht besonders viel Spaß, weil dort die Radwege so gut ausgebaut sind. Eine richtige, wenn nicht die Fahrradnation überhaupt, das sind die Niederländer.

Doch erst würde ich mal nach Köln kommen wollen. Die Strecke zwischen Koblenz und Köln ist genauso wie die zwischen Bingen und Koblenz sehr schön.

Hier liste ich übrigens meine bisherigen Rheinradweg-Etappen auf:

Koblenz deutsches Eck Wilhelm I.
Kaiser Wilhelm I. am deutschen Eck in Koblenz. Vorne ein Demokrat mit Bart und Helm.

Von Koblenz am deutschen Eck bis zum Anfang von Bonn

Ich fuhr nochmal zu dem Punkt, an dem ich den Rheinradweg gestern verlassen hatte. Nun ging es an der Rheinpromenade entlang. Ein echt schöner Weg hier in Koblenz.

Man fährt dann auf die Rhein-Seilbahn zu, nun unter dieser durch und landet unmittelbar am deutschen Eck. Dort fließt die Mosel in den Rhein. Der Zusammenfluss prägt die Stadt.

Übrigens kommt der Name Koblenz auch von Confluentia. Das ist Latein und heißt sowas wie Zusammenfließen. Die in den Rhein fließende Mosel, der Zusammenfluß, das ist das eigentliche Wahrzeichen der Stadt.

Übrigens war ich hier schon einmal. Eben als ich den Moselradweg gefahren bin. Von Metz nach Koblenz. Hier findet ihr die Beschreibung meiner letzten Etappe am Moselradweg (2017).

Mosel Rhein Zusammenfluss Rheinradweg Koblenz
Blick von der Mosel aus – sowie sie in den Rhein fließt.

Nun gut. Ich verweilte hier kurz, um ein paar Fotos zu machen. Nun führt der Radweg in Richtung Koblenzer Innenstadt und schließlich über eine Moselbrücke auf die linke Moselseite.

Gleichzeitig bleibt man auf der linken Seite des Rheins. Man fährt zuerst noch durch belebtes Koblenzer Gebiet durch. Hier sind noch ein paar Campingplätze und so, an denen man vorbeifährt. Es dauert noch etwas bis man die Gemarkung von Koblenz verlassen hat.

Man bleibt direkt am Rhein. Nächstes wesentliches Ziel ist Andernach. Zuvor kommt man allerdings noch an Mülheim-Kärlich mit seinem Atomkraftwerk vorbei. Dieses war übrigens nur 30 Monate in den 80ern am Netz und ist seitdem stillgelegt.

Andernach ist eine ruhige Stadt, die auch durch ihre Lage am Rhein ein Urlaubsfeeling mit sich trägt. Es gibt dort auch alte Gemäuer. Historisch ist sie also auch interessant.

Rheinradweg Andernach
Hinter Andernach am Rhein. Es geht in Richtung Bonn nun.

Man verlässt die Stadt nach einer Rheinpromenade und dann geht es erst links von einer Straße bergauf.

Das ist zwar anstrengend, aber man hat nun wieder einen schönen Blick auf den Rhein.

Nächstes großes Ziel ist nun der Anfang von Bonn. Mehlem heißt der erste Stadteil der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn.

Zuvor kommt man allerdings noch in Bad Breisig und Remagen vorbei. Bei diesem Wetter war das hier richtig schön. Wohl aber auch sehr befahren. Ich musste einige Male auf dem engen Weg Fahrradkolonnen überholen. Etwas streßig.

In Bad Breisig musste man durch eine Fußgängerzone. Hier war gerade Wochenmarkt. Ich kaufte dort einen sehr guten Essig. Einen Apfelessig.

So hatte die nervige Fußgängerzone hier doch ihr gutes. Eigentlich empfinde ich das ja als nicht so toll, wenn offizielle Radrouten mit zudem noch touristischem Charakter reine Fußgängerzonenen enthalten.

Oft gibt es dort Schildern wie „Radfahrer absteigen“. Den Hinweis „Autofahrer aussteigen“, um dann das Auto zu schieben, habe ich noch nie gesehen. Das ist Fahrradfahrerdiskriminierung, dass es das eine gibt und nicht das andere, wie ich finde.

Nun kam ich am schönen Bahnhof Rolandseck vorbei. Der gehört noch zu Remagen und damit noch zu Rheinland-Pfalz. Doch bald würde ich nach NRW und damit nach Bonn-Mehlem kommen.

Bahnhof Rolandseck Remagen Rheinradweg Köln
Der Bahnhof Rolandseck in Remagen. Kurz vor Bonn-Mehlem.

Man fährt nach Rolandseck über eine Brücke noch etwas an der Straße entlang. Doch in Mehlem ist man dann wieder an einer wunderschönen Rheinpromenade. Direkt an diversen Rheinstränden fährt man hier vorbei.

Man folgt dieser bis zum Ausgang Bonns. Wirkliches Sommerfeeling kam hier nochmal auf. Und das Anfang Oktober.

 

Durch die alte Bundeshauptstadt Bonn und der Rheinradweg Köln

Ich mag Bonn irgendwie. Hin und wieder war ich hier schon, hatte aber noch diese reine Rheinperspektive.

Diese Perspektive bekommt man, wenn man hier den Rheinradweg fährt. Schon zwischen Mehlem und Godesberg war der Radweg von Fußgängern und Fahrradfahrern gesäumt.

Manchmal war das auch getrennt, was sehr sinnvoll ist bei diesem Aufkommen. Ich mag es ja immer, wenn man als Radfahrer sowohl vor Autofahrern und auch vor Fußgängern seine Ruhe hat.

Die Niederländer und Dänen setzen das übrigens so um. Doch auch hier am Rhein gab es zumindest meistens getrennte Wege.

Bad Godesberg folgt auf Mehlem, dann kommt das Bundesviertel und als letztes die Bonner Innenstadt.

Radwegweiser Bonn Bad Godesberg - Rheinradweg Köln
Radwegweiser in Bad Godesberg (Stadtteil von Bonn).

Bad Godesberg ist historisch auch interessant. Aus zweierlei Hinsicht. In der damals selbständigen Stadt haben die Sozialdemokraten im Jahr 1959 ein neues Programm beschlossen.

Das Programm war legendär, weil es die Partei damals von einer reinen Arbeiterpartei in eine Volkspartei transformierte.

Ganz vorne dabei war damals Herbert Wehner. Erfürchtig blickte ich auf dieses historischen Ort, auch wenn ich nur das Ortsschild und den Rhein sah. Dazu eben einen Kiosk und Wegweiser des Rheinradwegs.

Doch eben auch enttäuscht muss man sein, wenn man sieht was aus der ehemaligen Volkspartei – gerade 2017 – geworden ist.

Als zweites ist Bonn-Bad-Godesberg dafür bekannt, dass hier vielleicht die Schwarzwälder Kirschtorte erfunden wurde. Es gibt zwei Theorien: Entweder sie kommt von hier oder – man glaubt es kaum – aus meiner Heimatstadt Tübingen!

Als nächstes folgt das Bundesviertel. Dies versuchte ich kurz zu finden, gab dann aber schnell auf. Ich musste weiter und wollte mich nicht ewig in dieser vor allem geschichtlich sehr interessanten Stadt verlieren.

Ich muss nochmal extra nach Bonn. Bonn ist praktisch die interessante Stadt der bundesrepublikanischen Geschichte. Als Politik-Nerd kann ich dort bestimmt einen kompletten Tag verbringen.

Bonn Ramersdorf Hotel - Blick linksrheinisch auf rechtsrheinisch
Beiiendruckende Hotelanlage in Bonn-Ramersdorf. Sieht man, wenn man linksrheinisch fährt, auf der rechten Seite.

Nach dem Teil mit dem Bundesviertel kommt man nun in die Innenstadt Bonns. Zumindest den Rand der Innenstadt habe ich berührt.

Doch ich merkte schon wieder, dass ich viel Zeit mit Fotomachen und so vertrödelt hatte. Ich hatte keine Zeit jetzt noch groß Sightseeing in Bonn zu machen, obwohl die Innenstadt Bonns recht nah war. Ich musste weiterfahren, um noch rechtzeitig in Köln anzukommen.

Aber dafür war ja die Rheinpromenade Bonns eine Augenweide. An der fuhr ich ja direkt weiter.

Nun kommt man durch Gewerbe- und Industrie und ist dann aus der Stadt wieder heraus.

Ich war etwas überrascht bzw. wusste es einfach nicht. Zwischen Bonn und Köln kommen ja noch zwei weitere Orte! Bornheim und Wesseling. Ich dachte immer Bonn würde direkt an Köln angrenzen. Das ist aber wohl gar nicht der Fall.

Jedenfalls war der Radweg zwischen Bonn und Köln um diese Zeit nicht mehr so arg befahren. Es war nun bald 18 Uhr.

Ästhetische Abendstimmung und industrielles Gebiet wechseln sich hier ab. An einem Ort roch es gar ziemlich nach Öl. Andernorts hatte man wieder schöne Rheinpromenaden. Und zwischendurch ging es gar durch den Wald.

In Köln erreicht man nun zuerst Rodenkirchen. Von weitem kann man schon den Kölner Dom sehen. Der war mein heutiges Ziel.

Die Radwege in Köln sind, zumindest hier am Rhein, sehr gut. Ich mag die Stadt ja, war hier sehr oft. Jetzt würde ich sie nur kurz würdigen können.

Es dämmerte schon sehr als ich nach Köln hinein fuhr. Als ich kurz vorm Kölner Dom war, war es schon dunkel. Am Dom war’s dann sogar sehr dunkel.

Es war heute Marathonlauf gewesen in Köln. Einige Läufer waren noch auf der Domplatte unterwegs, um den Nachhauseweg antutreten.

Straßen waren aber nicht mehr gesperrt, so dass es für mich keine Einschränkungen mehr gab. Der Rheinradweg Köln war frei für mich!

Ein netter Marathonläufer fotografierte mich. Das war sehr freundlich – die Menschen sind hier sehr offen.

Ich fuhr dann zu meiner sehr guten Übernachtungsmöglichkeit. Am nächsten Morgen sollte ich mit dem Zug heimfahren.

Doch der Rheinradweg ist für mich insgesamt betrachtet noch nicht zu Ende. Beim nächsten Mal fahre ich dann den Rest des Rheins entlang – bis nach Rotterdam an die Nordsee.

Kölner Dom mit Fahrradfahrer - Rheinradweg Köln
Glücklich, dass ich die 4 Tage Rheinradweg von Karlsruhe nach Köln geschafft habe. Hier bin ich am Kölner Dom vorm Kölner Hauptbahnhof.

2 Gedanken zu „Rheinradweg. 7. Etappe. Von Koblenz nach Köln – Urlaubsfeeling im Oktober“

  1. Hey Markus aka. Radtouren-Checker,

    cooler Blog ganz speziell der Auftakt des Ganzen mit “Biking for Democracy”. Wir sind gerade durch Zufall über deine Seite gestolpert und dachten wir lassen mal einen Gruß aus Köln (natürlich unter dem Kölner Dom) da.

    Wir sind noch nicht ganz so lange mit unserem Rädern unterwegs und auch längst nicht so lange online.

    http://www.fahrradrabauken.de/

    Viele Grüße aus Köln

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    • Hi ihr Rabauken :),
      sehr gut! Ihr seid Bikepaker. Das will ich auch irgendwann mal ausprobieren…
      In Köln bin ich dieses Jahr auch wieder. Ich will den Rheinradweg bis nach Rotterdam zu Ende fahren,

      Viele Grüße aus dem Süden,
      Markus
      (Radtouren Checker)

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