Rheinradweg. 6. Etappe. Von Mainz nach Koblenz

Nun war ich auf dem Rheinradweg in Mainz gelandet und die Stadt war gerade sehr geschäftig. Denn es sollte in den nächsten Tage dort der Tag der deutschen Einheit gefeiert werden.

Die Feierei wechselt da ja jedes Jahr. Dieses Jahr war sie in Mainz. Allerdings sind nicht alle Leute in der Stadt davon begeistert. Denn für jede Stadt bedeutet das ein paar Tage Streß. Man weiß nicht, wo man parken darf. Die Stadt ist vollkommen zu und dicht. Irgendwelche Stände stehen überall herum.

Am Vortag als ich in Mainz ankam, erging es mir ja auch so. Die Verkehrsführung in der Mainzer Innenstadt war reichlich unklar. Aber mit Fahrrad kann man sich noch gut durchimprovisieren, was ich auch tat.

Ich kam abends an – und es gab leckere Kürbissuppe. Und Gespräche über Politik (Bundestagswahl war gerade erst vorbei).

Am nächsten morgen wollte ich allerdings erstmal schnell weiterkommen. Denn die Etappe würde schon länger sein. Die ersten beiden Etappen von Karlsruhe aus lagen bei ca. 80 Kilometer. Diese hier würde bei ca. 100 Kilometer liegen.

Hier gebe ich euch noch eine Übersicht über meine bisherigen Rheinradweg-Etappen. Start war übrigens in Schaffhausen in der Schweiz. Jetzt würde die 6. Etappe durch Rheinland-Pfalz nach Koblenz auf der Tagesordnung stehen:

Mainz Rheinradweg - Blick zurück
Noch ein kurzer Blick zurück in Mainz. Und los geht’s.

Zuerst war es noch trocken: Von Mainz nach Bingen am Rhein und am Rheinradweg

In Mainz war noch ein richtig schöner Sonnenmorgen. Die Sonne stach durch, obwohl es eigentlich Mitte September im Jahr 2017 richtig abgekühlt war. Doch Ende September war es wieder schön.

Die Rheinpromenade war wie auch die Innenstadt wegen des Tags der deutschen Einheit sehr geschäftig. Allerdings war es gut, dass der Rheinradweg hier nicht gesperrt war.

Zwar war viel los hier, aber man kam recht gut durch bis zum Ende der Stadt. Dort war der Radweg dann nicht mehr so gut ausgeschildert. Nachdem ich aber mein GPS-Gerät und die Online-Karte befragt hatte, war es klar, wo ich lang musste.

Im Ausgang von Mainz fuhr man etwas weiter entfernt vom Rhein. es ging durchs Industrie- und Gewerbegebiet von Mainz. Doch das sollte sich gleich wieder ändern.

Die meiste Zeit war der Weg zwischen Mainz und Bingen von Rheindämmen gesäumt, hinter denen man auf linker Seite fuhr. Man sah den Rhein dann zwar nicht, aber man spürte ihn.

Zwischendurch merkte ich schon. Bald würde es anfangen zu regnen. Es tröpfelte etwas, hörte allerdings dann auch gleich wieder auf.

Ich sah ein paar Rheinbüffelkühe oder so etwas ähnliches. Ich kann das nicht definieren. Vielleicht weiß jemand, was das für ein Tier ist – und  kann das hier in den Kommentaren schreiben. Das wäre sehr nett.

Rheinbüffelkühe in Ingelheim am Rhein - Rheinradweg
Die Rheinbüffelkühe in Ingelheim am Rhein.

Auf jeden Fall befanden sich die Büffelkühe auf einer Wiese in der Nähe von Ingelheim am Rhein. Dieser Ort liegt ca. auf der Hälfte der Strecke zwischen Mainz und Bingen. Er war recht klein und man ist dort schnell durch.

Dann ging es wieder durch saftige Rheinwiesen hindurch. Bingen war dann bald erreicht. Es windete allerdings schon ein bisschen. Man spürte: Es würde bald ein Unwetter kommen.

Als ich in Bingen am Rhein war, regnete es allerdings noch nicht. Ich hatte noch genug Zeit, um Fotos zu machen. Schöne Fotos. Denn Bingen ist wirklich ein nettes Städtchen.

Durch den Weinbau ist sie geprägt. Zudem steht hier Ludwig IV. von Hessen als Statue unmittelbar am Rhein herum. Dabei gehört ja Bingen am Rhein zu Rheinland-Pfalz. Nicht zu Hessen. Wie paradox!

Bingen am Rhein - Innenstadt - Am Rheinradweg
Bingen am Rhein in Richtung Innenstadt. Schöne Stadt.

Regen und noch mehr Regen durch den schönsten Teil des Rheinradwegs: Von Bingen am Rhein nach Koblenz

Kurz nachdem ich aus der Innenstadt Bingen heraus war, ging es dann los mit dem Regen. Erst leicht, aber dann schon bald recht heftig.

Ich wechselte gleich in Vollmontour auf Regenklamotten. Das heißt: Regenjacke, Regenschuhe und auch eine Regenhose. Für den Kopf brauche ich nichts. Denn ich fühle mich da eigentlich so ganz wohl, wenn ich einfach nur einen Fahrradhelm aufhabe.

Schade war: Ich wusste, jetzt würde einer der schönsten Teile des Rheinradwegs überhaupt kommen. Ich kenne die Strecke zwischen Bingen und Koblenz dank vieler Zugfahrten sehr gut. Ich bin oft schon in Richtung Köln gefahren, oder über Köln weiter in den Norden.

Man kommt immer hier vorbei und diese Rheinstrecke ist einfach ästhetisch und landschaftlich etwas sehr Beeindruckendes. Der Rhein ist hier schon sehr breit und schlängelt sich durch die Landschaft. Rechts und Links gibt es Anhöhen. Teilweise mit Weinbergen, teilweise mit Burgen auf Felsvorsprüngen bestückt. Es gibt sogar eine Burg, die auf einer Insel ist. Die Burg Pfalzgrafenstein (oben auf dem Titelbild).

Auf jeden Fall kann man das gar nicht so beschreiben, wie gut es dort aussieht. Jedenfalls war ich gezwungen durch den Regen nicht so oft anzuhalten. Zudem wird meine Kamera dann naß und es sieht natürlich bei Sonnenschein alles besser aus.

Aber egal. Nicht jammern, auch im Regen ist diese Landschaft etwas Besonderes. Ich durchfuhr sie ja trotzdem erfolgreich.

Man fährt hier ausschließlich linksrheinisch, erblickt aber auch die rechtsrheinischen Dörfer. Meist sind es Dörfer. Zwischen Bingen und Koblenz kommt als größerer Ort eigentlich nur Boppard.

Interessant ist noch der Felsen Lorelay. Der ist sehr berühmt und hat auch etwas mit dem Märchen zu tun. An dem Felsen sind wohl früher viele Schiffe zerstört worden. Deshalb hatten sich die Menschen Berggeister ausgedacht, die dafür verantwortlich sein sollten.

Erst später entstand dann im Übrigen die Märchenfigur Lorelay. Heute gibt es auf der anderen Seite des Rheins ein Museum. Und auf der linksrheinischen Seite ist auch ein Museum. Das Lotsenmuseum.

Wahrschauer und Lotsenmuseum am Rheinradweg in St. Goar.
Wahrschauer und Lotsenmuseum am Rheinradweg in St. Goar.

Dieses Museum habe ich allerdings aus Zeitgründen auch nicht besucht. Leider, aber ich machte schnell Fotos und musste weiter.

Es heißt: Wahrschauer und Lotsenmuseum. Nicht Warschauer wie zuerts gelesen habe. Das Museum hat nichts mit Polen zu tun.

Es geht darum, dass die Lotsen und Wahrschauer an diesem schwierigen Rheinstück den Schiffen geholfen hat, gut durchzukommen. Deshalb hießen sie ja so.

Der Ort hier heißt Bankeck. Es gibt dort Gebrauchsgegenstände und auch Landkarten, die den Lotsen damals geholfen hat.

St. goar loreley Rheinradweg
In St. Goar – auf der anderen Seite der Loreley.

Ich fuhr noch bis zur Dämmerung durch den Regen. Die Landschaft hat trotz ihrer wetterbedingten Trübheit etwas Erolsames.

Erst spät kam ich dann in Koblenz an. Es dämmerte schon und wurde dunkler und dunkler. Im Stadtteil Stolzenfels-Süd erreichte ich Koblenz.

Jedoch waren es dann immer noch ca. 5 Kilometer bis in die Stadt hinein. Das zog sich noch etwas. Jedoch kam ich glücklich und durchnäst bei meiner Unterkunft an. Ein PARTEI-Kollege begrüßte mich. Er ist sogar Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz und sorgt dafür, dass da so einiges läuft in RLP.

Es gab noch Pizza in Koblenz. Mit dieser versorgte ich mich kulinarisch und schlief dann schon bald ein. Am nächsten Morgen war dann erstmal die letzte Etappe angesagt. Zumindest vorerst. 4 Tage hatte ich mir Zeit genommen. Es sollte dann nach Köln gehen.

Koblenz Stolzenfels Süd Rheinradweg
Ankunft in Koblenz in Stolzenfels Süd.

3 Gedanken zu „Rheinradweg. 6. Etappe. Von Mainz nach Koblenz“

  1. Hallo,
    deine Erfahrungen finde ich sehr interessant. Im September möchte ich von Bingen nach Köln fahren, habe aber noch nie eine längere Fahrradtour gemacht. Du sagst, dass man von Bingen nach Koblenz ausschließlich linksrheinisch fährt. Warum???
    Abgesehen davon: ich bin fast 60, habe aber eine ganz gute Kondition. Gibt es größere Steigungen auf der Strecke: Bingen- Koblenz?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Sei gegrüßt!
    Almut

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    • Hallo Almut,
      also, Bingen bis Koblenz sind so ca. 70 Kilometer. Ich finde, dass man das gut in einem Tag schaffen kann. Aber ich bin halt auch 32 und gerade ganz ok trainiert (ich bin kein ausgewiesener Sportler, sondern habe einfach Spaß an längeren Touren und fahre meist nicht allzu schnell um was zu sehen).
      Allerdings kann man das ganze auch aufteilen und irgendwo zwischen Oberwesel und Boppard übernachten.
      Ich fahre auf meiner Seite fast ausschließlich offiziell von Tourismusbehörden, Landkreisen etc. ausgeschriebene Radwege. Auch der Rheinradweg ist sehr gut ausgeschrieben. Man kann fast ohne Karte hier fahren. Allerdings finde ich es immer gut entweder eine Karte, ein Handy oder was GPS-mäßiges dabei zu haben.
      Der offizielle Rheinradweg, der auch ausgeschrieben ist, führt hier linksrheinisch entlang. Vielleicht geht es auch manchmal rechtsrheinisch, aber ich bin das jedenfalls hier nicht gefahren. Wahrscheinlich ist er da dann nicht so gut ausgebaut, aber das kann ich nicht beurteilen.
      Flach ist er auch hier. Man bleibt auf um die 100 Höhenmeter, also vielleicht ist der Elberadweg noch flacher. Aber ich empfand es so, dass man wirklich auch schnell durchhheizen hätte können. Aber man kann sich hier auch viel schönes anschauen wie das kleine Loreley-Museum und die ganzen Burgen. Wunderschön!

      Also auf jeden Fall machen!
      Viel Spaß,
      Markus, der Radtouren Checker

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