Frühe Frühlingstour auf dem Radweg “Idyllische Straße”

Jetzt wollte ich es einfach mal probieren. Eine wunderschöne Radtour zu genießen, das war mein Ziel. Ich hatte mir den anstrengenden Radweg “Idyllische Straße” herausgesucht.

Die “Idyllische Straße” liegt in Ost-Württemberg, ist ein Rundkurs und war eigentlich ursprünglich nicht nur ein Radweg. Auch mit dem Auto kann man hier entlang fahren, aber der Radweg “Idyllische Straße” hat natürlich eine andere Führung.

Man kann ihn von verschiedenen Orten aus beginnen. Z.B. auch von Gaildorf oder Mainhardt. Ich entschied mich aber für Murrhardt, da das einfach von Stuttgart aus gut erreichbar ist.

Am Ende hatte ich den Radweg nicht ganz geschafft. Es war schon dunkel und stieg dann in Sulzbach an der Murr wieder in die Bahn ein.

Aber egal, ich kannte ja den Weg von Sulzbach an der Murr bis Murrhardt schon. 20xxx bin ich den Stromberg-Murrtal-Radweg gefahren, der mich am Ende übrigens auch nach Gaildorf führte. Insofern kannte ich die Gegend schon etwas.

Auch wenn ein Radweg entlang des Flusses natürlich einfacher ist als dieser wirklich anspruchsvolle Radweg an der idyllischen Straße!

Murrhardt - Start an der idyllischen Straße
Murrhardt war heute der Start des Rundwegs “Idyllische Straße” in Ost-Württemberg. Schön hier!

Von Murrhardt nach Gaildorf

Start war am Bahnhof von Murrhardt. Von dort aus ist es ganz einfach zum Marktplatz zu kommen. Leider fand ich den Radweg an der idyllischen Straße nicht beschildert vor. Ich musste mich also erstmal zurechtfinden.

Allerdings fand ich dann einen Weg aus dem Wohngebiet aus der kleinen Stadt hinaus.

Bald schon kommt die erste krasse Herausforderung. Nach einem kurzen, flachen Stück raus aus der Stadt gibt es den ersten kleinen Mini-Pass, einen Anstieg, der sich durchaus ein Stück zieht. Vom Ende Murrhardts bis nach Siebenknie.

Von Murrhardt zum Siebenknie - Radtour Idyllische Straße
Den Berg hinauf nach Murrhardt…

Das erste Mal fuhr ich so richtig mit Klickpedale. Ich muss sagen: Das machte den Anstieg schon etwas einfacher. Aber dennoch war es hart.

Eine Frau, die bergab spazierte sagte noch so: “Oh, sie fahren ja nicht elektrisch.” Das ist spannend. Denn die Leute gewöhnen sich immer mehr an die Elektrobikes. Dabei gibt es eben noch genug Leute wie mich, die versuchen’s halt nur mit reiner Muskelkraft!

Das erste Ziel nach Murrhardt erreichte ich dann schließlich schon etwas erschöpft. Der Ort heißt Siebenknie und ist klein.

Erstmal ging es so leicht bergab. Aber im Grund ist der Radweg hier auch nicht flach. Es geht ständig bergauf und bergab. Schön ist’s hier aber. Man fährt durch den Wald, über die Felder und hat eine sehr weiter Aussicht.

Nach Sechselberg, was nicht weit von Backnang entfernt ist, und Ebni, begegnet man dem wunderbaren Ebnisee.

Ebnisee bei Ebni bei Kaisersbach - Radtour Idyllische Straße
Der Ebnisee – ein erstes tolles Highlight auf dem Radweg.

Da tolles Wetter war, hatte der See wirklich etwas idyllisches. So wie eben der Radweg an der idyllischen Straße so sein soll.

Man umrundet den Ebnisee einmal. Ein bisschen war etwas los am nördlichen Ufer, aber eben nur ein bisschen. Wenige Spaziergänger kamen mit entgegen.

Nach der Umrundung des Ebnisees gelangt man an einer Gaststätte vorbei, die natürlich, wie konnte es in Corona-Zeiten anders sein, geschlossen war. Anschließend hat man einen harten, weiteren Anstieg vor sich.

Nur kurz ist man auf der Straße, dann geht es von ihr ab und parallel zu ihr hat man einen Radweg.

Kurz vor Kaisersbach geht es dann rechts rein, durch den Wald, den man bei einem Stausse mit Namen “Aichstruter Stausee” wieder verlässt. Der Radweg ist sogar jetzt leicht absteigend. Etwas Erholung ist angesagt.

Das nächste Ziel ist dann Welzheim, das man aber nur streift.

Welzheim am Radweg Idyllische Straße
Welzheim von Weitem.

Ich muss sagen, trotz der anspruchsvollen Topografie. Der Radweg macht wirklich Spaß so. Schotter und Asphalt wechseln sich ab und meist ist er fernab der Straße. Wenn es mal etwas Straße sein muss, dann ist diese wenig bis kaum befahren.

Hier in Ost-Württemberg wohnen ja ohnehin nicht allzuviele Menschen. Man hat seine Ruhe.

Hinter Welzheim geht es erstmal durch den Wald. Anschließend hat man einen Anstieg, der in Richtung des Ortes Gschwend führt.

Es fehlen hier und da auch Wegweiser, so dass ich z.B. bei Hüttenbühl in die falsche Richtung fuhr. Am Ende fand ich meinen Weg aber über die Kreisstraße K3830 meinen Weg nach Gaildorf.

Gschwend - Radweg an der idyllischen Straße
Gschwend, wunderschön gelegen an der idyllischen Straße.

Von Gaildorf nach Mainhardt

Schließlich erreicht man das kleine Gaildorf, das ich ja schon vom Stromberg-Murrta-Radweg kenne. Jedoch muss ich sagen, dass für diesen Radweg durch wenig besiedeltes Gebiet Gaildorf schon fast eine Metropole ist. Unfassbar!

Ich hatte heute wenig gefrühstückt und immer auf einen Bäcker entlang des Wegs gehofft. Aber Pustekuchen!

Die Gegend war so ländlich, dass es nicht einmal einen Bäcker gab. Erst in Gaildorf fand ich einen, musste aber auch erst kurz suchen.

Nachdem ich mich mit einer Butterbrezel und mit etwas Süßem gestärkt hatte, ging es nun endlich weiter für mich. Soo schnell war ich noch nicht vorangekommen und es hieß jetzt: Etwas beeilen soltle ich mich schon.

Ich war erst bei Kilometer 55 ungefähr und hatte nicht einmal die Hälfte der Strecke geschafft. Zudem verfuhr ich mich in Gaildorf noch, wie sooft auf dem Weg.

Man muss schon feststellen, dass der Radweg “Idyllische Straße” nicht immer optimal ausgeschildert ist.

Nachdem ich mich wieder zurechtgefunden hatte, war es klar, wo es lang ging. Raus aus dem Ort, ins Wohngebiet und es kam kurz noch ein bretterharter Anstieg in den Wald. Ehrlich gesag, schob ich da auch ein bisschen.

Hier in der Gegend war ich schon mal, auch auf dem Stromberg-Murrtal-Radweg. Auch da war das nächste Ziel Fichtenberg. Nur eben, dass diesmal ein anderer Weg dorthin führte.

Nach dem Wald folgten schließlich die Felder und auf einer geraden Straße ging es in den Ort.

Bei Oberrot - Mit Holz auf dem Radweg
Holz am Radweg – bei Oberrot.

Hinter Fichtenberg geht es erstmal entlang der Straße entlang. Durch den kleinen Ort Oberrot geht es durch. Die Straße verlässt man erst bei dem kleinen Örtchen Wielandsweiler.

Nach links geht es rein in den Wald. Man hat wieder einen tollen, idyllischen Radweg vor sich, der richtig Spaß macht.

Das nächste Ziel ist dann Mainhardt, was durch die Römer geprägt wurde. Hier gibt es auch ein Museum.

Der Limes führte hier früher entlang. Der deutsche Limesradweg führt genau hierdurch. Diesen anspruchsvollen Radweg habe ich mir auch für irgendwann vorgenommen.

Mainhardt Römermuseum - Radweg Idyllische Straße
Panoramablick Mainhardt mit Römermuseum.

Von Mainhardt nach Sulzbach an der Murr

Nach Mainhardt musste ich mich wieder erstmal zurechtfinden. Gut ausgeschildert war es wieder nicht. Es ging jetzt sogar ein kleines Stück bergab.

Man ist jetzt auf der wenig befahrenen Kreisstraße. Nun dämmerte es schon und ich gab etwas Gas. Der wunderschöne Tag neigte sich zu Ende, doch ich hatte noch ein paar Kilometer.

Das war auch der Punkt, wo ich mir überlegte etwas abzukürzen. Ich entschied mich dann aber weiterzufahren und nur noch das letzte Stück von Sulzbach nach Murrhardt auszulassen. Erstens kannte ich das schon, zweitens würde es ohnehin dann dunkel sein und drittens fuhr der Zug nach Stuttgart (die S-Bahn) auch durch Sulzbach an der Murr.

Alles also kein Problem. Aber ich wollte dennoch jetzt nicht mehr trödeln.

Nach einem weiteren kleinen Anstieg kommt man schließlich nach Brettach. Hier war es noch etwas hell und ich konnte dann von weitem gleich ein weiteres Highlight am Radweg “Idyllische Straße” sehen: Die Burg Maienfels.

Burg Maienfels - Idyllische Straße - Radtour
Burg Maienfels in der Abendstimmung.

Übrigens war mir da noch nicht klar: Ich musste genau da hoch!

Das bemerkte ich dann erst später als der Wegweiser, strikt und unnachgiebig den Berg hinauf zeigte: Die Burg Maienfels musste ich also erreichen.

Es dämmerte jetzt schon deutlicher, aber man konnte noch gut sehen. Jetzt hatte ich wieder ein paar Prozent Anstieg vor mir. Ich würde das auch definitiv schaffen, aber anstrengend war es.

Man fährt dann an der Spitze des Berges einmal um die Burg herum und landet dann im Wohngebiet in Ochsenhof, über diese kleinen Siedlungen geht es dann wieder flacher weiter.

Über Neuhütten ist das nächste Ziel Wüstenrot.

Bahnhof in Sulzbach an der Murr - Mit meinem Gravelbike in der Nacht
Sulzbach an der Murr am Bahnhof.

Als ich dort war, war es schließlich schon dunkel. Man streift den Ort auch eher als man ihn durchfährt, von daher hatte ich nichts verpasst.

Nach Wüstenrot ging es dann auf einer Landstraße einen langen Weg bergab. Ungefähr 13 Kilometer bin ich so im Dunkeln gefahren. Das hat schon Spaß gemacht, auch wenn ich das Tempo ob der Sicht etwas droßeln musste.

Zwar habe ich ein gutes Licht, aber dennoch muss man im Dunkeln immer etwas aufpassen. Verkehr war wenig.

In Spiegelberg ist man dann im Murrtal. Es wird flacher und geht nicht mehr so stark bergab.

Bald darauf kam ich in Sulzbach an der Murr an und musste lediglich noch den Bahnhof suchen. Der ist dort sehr klein und übersichtlich. Ich zog mein Ticket, zog die Maske auf und war glücklich, dass ich es geschafft hatte.

Die paar Kilometer, die mir fehlten, zählten dann auch nicht. Das Wesentliche des wunderbaren idyllischen Radwegs hatte ich gesehen. Ein wunderschöner, ruhiger, aber mega-anspruchsvoller Radweg, auf dem man sich konzentrieren muss.

Nur die Beschilderung könnte besser sein!

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