Altmühltalradweg 1. Etappe von Rothenburg ob der Tauber nach Mörnsheim. Fernab vom Trubel

Der Altmühltalradweg führt durch viele Nebenstraßen und Nebenrouten. Durch den Wald, übers Land, schnucklige Dörfer, über kleine und große Brücken – immer konsequent an den größeren Städten vorbei.

Er ist wirklich ein ruhiger und gemütlicher Flussradweg. Vom Schwierigkeitsgrad würde ich ihn als einfach bezeichnen. Es gibt keine nennenswerten Steigungen, wie ich finde.

Insgesamt ist der Altmühltalradweg von Rothenburg ob der Tauber bis Kelheim bei Regensburg ca. 250 Kilometer lang. Er führt an der Altmühl vorbei (Achtung! Weiblicher Artikel – wie die Donau: Die Altmühl).

Ich habe zwei Tage für diesen schönen Radweg gebraucht, aber man kann das ganze auch gemütlich in einer Woche fahren.

Wenn man mehr Zeit hat als ich kann man auch durchaus am Altmühltalsee vor Gunzenhausen eine Pause einlegen und Baden gehen. Der Altmühltalsee ist Teil des Fränkischen Seenlands, durch das der Altmühltalradweg führt.

Oder am Ende nach Dietfurth gibt es auch archäologische Besonderheiten zu begutachten. Wenn man aber vorankommen will wie ich, hat man eben nicht die Zeit, um sich das alles anzusehen.

Rothenburg ob der Tauber Altmühltalradweg
Ich so in Rhothenburg ob der Tauber auf einem schönen Platz.

Von der Mittelalterstadt schlechthin Rothenburg ob der Tauber nach Gunzenhausen

Der Radweg beginnt in Rothenburg ob der Tauber, obwohl die Altmühl dort gar nicht entspringt.

Die Quelle ist wie das oft so bei Flüssen ist nicht genau definiert. Bei der Donau ist es sehr verwirrend. Hier habe ich alle 6 Möglichkeiten aufgelistet, wo die Donau entspringen könnte.

Allerdings beginnt die Altmühl ganz sicher nicht in Rothenburg ob der Tauber. Wasserkundlich entspringt sie in Burgbernheim. Doch historisch wurde der Hornauer Weiher 1904 als Quelle der Altmühl definiert (5 Kilometer weiter weg).

Am Hornauer Weiher führt der Altmühlradweg auch vorbei. Man ist bei Kilometer 19 an ihm angelangt.

Doch zurück zum Start: Rothenburg ob der Tauber ist ja wirklich eine Kult-Stadt. Da braucht man eigentlich gar nicht so viel darüber schreiben.

Der Mittelalter-Style der Stadt ist weithin bekannt. Es hat wunderschöne Stadtmauern, wunderschöne Gassen, wunderschöne kleine Läden.

Gerade viele Asiaten stellen sich so wohl Deutschland vor – und die kommen in Scharen hierher. An manchen Hotels steht sogar einiges auf chinesich oder japanisch (bin da nicht so firm).

Ich bin am Würzburger Tor vor der Altstadt Rothenburgs gestartet. Dann gibt es ein kurzes Stück durch die Stadt, bei dem man auch in der Nähe des Bahnhofs vorbeikommt. Doch dann ist außerhalb der Stadt schnell ein Radweg.

Vor Neusitz geht es dann den Berg hoch, aber ich finde, dass das alles ganz gut machbar war. Der Großteil der Strecke geht bergab oder ist flach.

Durchweg ist der Weg gut ausgeschildert. Nur in Rothenburg muss man schauen, dass man nicht aus Versehen auf den Taubertalradweg fährt (den ich später im Jahr 2017 noch fahren will).

Es geht dann durch die ländliche Idylle, ruhig. Oft fährt man zwar auf der Straße, da ist so wenig los, dass man das aber kaum wahrnimmt. Der ein oder andere Traktor kommt eventuell mal vorbei. 🙂

Hornauer Weiher Quelle Altmühl Altmühltalradweg

Der Altmühltalsee bei Gunzenhausen

Nachdem man also eine ganze Zeit über das fränkische Land gefahren ist und sich in einer Bauern-Idylle gefunden hat, so kommt man jetzt in Urlaubsgebiet.

Der Altmühltalsee fühlt sich richtig wie klassischer Urlaub an. Es waren auch schon um diese Zeit – im April – viele Touristen unterwegs. Es gibt kleine Bars und Restaurants am See.

Aber es ist trotzdem, denke ich, einen ruhigen Urlaub, den man hier verbringen kann. Fernab von dem Trubel der Großstadt.

Und dennoch war es für mich das Highlight der Tour, nachdem ich durch Bauerndörfer gefahren bin, in denen das Vorbeifahren eines Traktors schon den größten Lärm verursacht. Also, es herschte hier gar kein Lärm!

Das ist ja das seltsame an den Touristenströmen: Sie wollen Natur erleben und Strände – doch dann fahren alle an die gleichen Orte und bekommen so das gleiche, was sie auch in der Stadt erleben.

Doch mir geht es ja auch nicht anders. Ich fühle mich auch wohl, wenn es mal wieder etwas belebt ist, nachdem ich lange übers schöne Land gefahren bin.

 

Schluss für heute: Von Gunzenhausen nach Mörnsheim

Wenn man am Altmühlsee entlang gefahren ist, so ist man am Ende in Gunzenhausen. Hier bin ich erstmal kurz in den Supermarkt, um mich gut einzudecken.

Ich hatte heute keinen Lowrider vorne am Rad, weil mein eigentliches Reiserad in der Reparatur ist und ich freundlicherweise ein Ersatzrad bekam.

Das war etwas ungewohnt und ich musste mit dem Gepäck etwas rationieren, was aber im Endeffekt kein Problem war.

Nun hatte ich nach Gunzenhausen noch ca. 50 Kilometer zu fahren bis zu meiner Unterkunft in Mörnsheim am heutigen Tage.

Altmühltalradweg Herrieden
Die Altmühl in Herrieden.

Es ging wieder viel über Felder, aber es war nicht kahl oder landschaftlich langweilig.

Besonders schön fand ich die Fahrt an der Eisenbahnstrecke entlang. Ich bin ja eh ein Fan der Kombination Radfahren und Eisenbahn. Wenn man keinen Bock mehr hat, fährt man halt mit dem Zug weiter!

Später kommt man dann ab Dietfurt wieder in landschaftlich atemberaumendes Gebiet. Vor Pappenheim ist ein beeindruckender Wald. Und auch Pappenheim selbst fande ich schön.

Übrigens kommt ja aus Pappenheim der Ausdruck “meine Pappenheimer”. Es gibt sie also – die echten Pappenheimer!

Anscheinend hat Friedrich Schiller diese Ausdrucksweise in die deutsche Sprache eingebracht.

“Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer.” schrieb er in dem Stück Wallensteins Tod.

Viele wissen das nicht, dass diese Redewendung in dieser schönen bayrischen Stadt ihren Ursprung hat. Ich wusste das bis dato auch nicht. Aber dafür mache ich ja diese Radtouren. Um etwas zu lernen.

Nach Pappenheim ging es so besonders weiter, eine tolle Landschaft mit Felsen und so. Und Wald! Ich kann es gar nicht so gut beschreiben. Es war einfach schön! Natur!

Von Pappenheim sind es nur noch 13 Kilometer bis Mörnsheim. Dort warteten dann Kässpätzle oder wie man hier sagt Kässpatzen auf mich! Die waren wirklich richtig gut. Köstlich.

Kässpatzen Mörnsheim Altmühltalradweg
Leckere Spätzle (Kässpatzen). Im Altmühltal verputzt.

2 Gedanken zu „Altmühltalradweg 1. Etappe von Rothenburg ob der Tauber nach Mörnsheim. Fernab vom Trubel“

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