Der Donauradweg. 1. Etappe von Donaueschingen nach Scheer: 6 Theorien, wo die Donau entspringen könnte & das überaus schöne Donautal bei Beuron!

Dieser Radweg, der Donauradweg, ist wirklich etwas besonderes. Mir war das zuvor gar nicht so bewusst. Meine Intention ihn zu fahren bestand einfach erstmal nur darin, dass er nicht weit von meinem Heimatort Tübingen entfernt ist.

Er beginnt nämlich in Donaueschingen. In drei Stunden bin ich dort mit dem Zug. Eigentlich war geplant, dass die Fahrt nur zwei Stunden dauern sollte.

Aber wie das so mit der Bahn* ist. Sie durchkreuzt gerne mal die ein oder andere Planung. Ich konnte sowohl am Schalter als auch an der Information kein Fahrradticket mehr für den IC kaufen. Das hätte ich wohl vorher online tun sollen.

So musste ich auf den reinen Regionalverkehr umsteigen und so benötigte ich eine Stunde mehr.

Aber zurück zum Donauradweg. Die Donau ist außer der Wolga der längste Fluß Europas. Der Donauradweg führt 2.850 Kilometer an ihr entlang (länge der Donau ist 2.857 Kilometer).

Tuttlingen Donauradweg Reiserad
Hier bin ich mit meinem Reiserad in Tuttlingen.

Das besondere am Donauradweg ist aber diese spezielle Verbindung zwischen Ost und West, die er bietet. In Donaueschingen ist man gleich auch schon am westlichsten Punkt des Donauradwegs.

Insgesamt führt der Donauradweg durch acht Länder. Doch das ist nur ein Fakt. Das entscheidende ist, dass die Donau Kulturen miteinander verbindet.

Die Donau ist voller Kultur, aber vor allem auch voller Geschichte. Und es ist kaum zu glauben, dass diese Geschichte in einem kleinen Städtchen im Schwarzwald beginnt – in Donaueschingen.

An diesem Wochenende war mein Ziel aber nur den baden-württembergischen Teil des Donauradwegs zu fahren. Diese ca. 190 Kilometer kann man in 2 Tagen schaffen, was ich auch getan habe.

Er führt von Donaueschingen über Tuttlingen, Sigmaringen und Ehingen nach Ulm.

 

Wo ist eigentlich der Donauursprung? Sechs Möglichkeiten – über eine krasse Competition

Die erste interessante Frage ist die, wo eigentlich der Ursprung der Donau ist. Hier gibt es ziemliche Uneinigkeit.

Diese hat sogar soweit geführt, dass die offizielle Zählung der Flusskilometer nicht an der Donauquelle im Schwarzwald beginnt, sondern an der Mündung im Schwarzen Meer.

Donauursprung Donaueschingen
Donauursprung in Donaueschingen. Aufsteigendes Karstwasser des Donaubachs galt lange Zeit als die offizielle Donauquelle.

Wenn ich richtig recherchiert haben, so zähle ich insgesamt sechs Möglichkeiten, wo die Quelle der Donau sein könnte. Ich will alle sechs kurz erläutern:

1. Donauursprung in Donaueschingen (symbolisch)

Als historischer Ursprung der Donauquelle gilt der Donauursprung in Donaueschingen. Aufsteigendes Karstwasser wurde hier auf kunstvolle Weise in ein rundes brunnenartiges Gebilde verwandelt. Es gilt dadurch als touristisches Highlight von Donaueschingen. Hier habe ich meine Donau-Radtour gestartet.

2. Zusammenfluß von Breg und Brigach in Donaueschingen

Diese Möglichkeit finde ich zumindest am ehesten nachvollziehbar. Die Donau entsteht durch den Zusammenfluß von Breg und Brigach auf der Gemarkung von Donaueschingen. Dazu muss man von Donaueschingen aus in Richtung Geisingen und später Immendingen fahren. Auf meiner Fahrt habe ich den Ort des Zusammentreffens aber nicht besucht, da er nur fußläufig erreichbar ist und man vom Fahrrad absteigen müsste. Ich wollte aber Strecke machen, als ich in der Nähe des Zusammenflusses war, und hatte deshalb keine Zeit.

3. Die Breg in Furtwangen

Die Breg gilt nach geographischer und wasserkundlicher Ansicht als die Quelle der Donau. Auf der Gemarkung von Furtwangen entspringt sie. Auf einem privaten Hof kann man sie besuchen. Dass das der geografische Donauursprung ist, ist sogar die Meinung der baden-württembergischen Landesregierung. Hier fängt das Wasser der Donau erstmals an zu fließen an.

4.Die Brigach

Auch die Brigach ist ein bisschen der Donauursprung. Jedenfalls ist sie beim Zusammenfluß von Brigach und Breg der größere Fluß. Aber die Breg ist nunmal länger als die Brigach.

5. Der Krähenbach in Tuningen (Landkreis Tuttlingen)

Der Krähenbach wird auch als Donauquelle gehandelt. Das liegt aber nur daran, dass die Donau ja zwischen Immendingen und Möhringen meist unter der Erde verschwindet. Das bezeichnet man als die sogenannte Donauversinkung. Im Sommer gibt es dieses Phänomen meistens. Ich habe es nicht erleben können, da es die Tage zuvor recht viel geregnet hatte. Der Krähenbach entspringt auf der Gemarkung in Tuningen im Landkreis Tuttlingen. Da das unterirdische Donauwasser aber teilweise in Richtung Rhein abfließt, sagen manche, dass der eigentliche Donauursprung der Krähenbach wäre.

6. Die Inn als Ursprung der Donau (Theorie des Schweizer Professors Scheuchzer)

Eine weitere exotische Meinung ist noch die, dass die Donau an der Inn entspringt. Diese wurde von dem Schweizer Naturforscher und Mathematiker Johann Jacob Scheuchzer im 18. Jahrhundert vertreten. Doch diese Theorie wird wohl heute mehrheitlich verworfen.

 

Wahrscheinlich sollte man die Frage, wo die Donau entspringt, einfach nie endgültig klären. So bleibt sie spannend. Ich könnte jetzt auch noch eine philosophische Abhandlung dazu schreiben, aber das mache ich vielleicht in einem anderen Blogartikel.

Jedenfalls ist es mir persönlich auch etwas egal, wo die Donau entspringt. Ich muss halt nur einen Startpunkt für meine Radtouren finden. Und hier bin ich dann den konventionellen Weg gegangen und bin am sogenanten Donauursprung in Donaueschingen gestartet.

 

Der Donauradweg und seine Sperrungen. Hochwasser bei Möhringen

Was man am Donauradweg wirklich beachten muss, das sind die möglichen Sperrungen und Hindernisse. Die Tage vor meiner Donau-Fahrt hat es recht viel geregnet.

Teile des Donauradwegs waren deshalb überflutet. Es gab aber immer einen Umweg. Nur: Muss man ihn auch finden.

In meinem Fall war es aber nicht so schwierig. Bei Möhringen gab es einen Fußgängerweg. Der führt zwar an den Gleisen entlang. Hier muss man vorsichtig fahren. Aber eigentlich kann da nix passieren, wenn man sich nicht vollkommen doof anstellt.

Donauradweg Überschwemmung Sperrung bei Tuttlingen-Möhringen
Das war bei Tuttlingen-Möhringen. Kein Durchkommen auf dem normalen Donauradweg!

Jedoch sei bemerkt: Anders als für Autos schreibt man Umwege für Fahrradfahrer ja oft nicht richtig aus. Das nervt etwas.

Ansonsten ist der Donauradweg ziemlich gut mit Wegweisern ausgeschrieben. Man kann diesen nahezu blindlings folgen.

Die Tour von Donaueschingen nach Tuttlingen geht hauptsächlich auf asphaltierten Radwegen entlang, die über Felder führen. Die Tour ist auch nicht so anstrengend, da es weitgehend flach abgeht. Mein Start war also recht einfach und ging zügig voran.

In Tuttlingen fährt man dann einfach ganz lange gerade aus an der Promenade entlang. Alles sehr einfach zu fahren. Das absolute landschaftliche Highlight kommt dann allerdings nach Tuttlingen. Beuron!

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Von Tuttlingen nach Beuron. Zum Filetstück des Donauradwegs (in Baden-Württemberg)

Das Donautal um Beuron herum ist wirklich eine der faszinierendsten Landschaften, die ich je kennengelernt habe. Ich kann das gar nicht so gut beschreiben.

Die Donau schlängelt sich durch das Tal in ihrem – wie es mir scheint – natürlichen Flußbett. Links und Rechts sind Felsen, auf denen immer wieder Burgen und Schlösser zu sehen sind.

Über die Burgen und Schlösser habe ich etwas den Überblick verloren. Die dort allerdings Steine hochverfrachtet haben, müssen wohl ware Helden sein.

Jedenfalls ist das eine sehr schöne naturnahe Atmosphäre dort. Auch etwas hügelig, das muss man schon sagen. Das Stück von Donaueschingen nach Tuttlingen war dagegen weitgehend flach. An dieser Stelle musste man allerdings immer wieder mit dem Fahrrad hinaufsteigen und herunterfahren.

Man fährt auch öfters auf Schotterwegen durch den Wald. Für Rennradfahrer ist diese Strecke also nicht geeignet. Ich habe allerdings mein Reiserad und mit dem geht das supergut.

Kloster Beuron Donauradweg
Das Kloster in Beuron vom Donautalradweg aus gesehen.

Man erreicht dann Beuron, von dem man zuerst das Kloster sieht. Im Ort habe ich kurz verweilt und dann ging es bergab in Richtung Gutenstein (Teil von Sigmaringen).

Beuron grenzt zwar direkt an Sigmaringen, aber es ist vom Kern-Ort Beuron bis Sigmaringen doch noch ein kleines Stück. 30 Kilometer ca. Dennoch fühlte ich, dass ich fast am Ziel war.

Das ist wirklich komisch. Manchmal hat man zwar noch ein ganzes Stück vor sich. Hier waren es sogar 40 Kilometer, da ich von Sigmaringen ja noch nach Scheer muss. Und doch fühlt man etwas anderes.

Man weiß, dass es dem Ende zugeht und das macht die Beine nochmal leicht. Am Anfang ist da diese ganze lange Strecke – und wenn man mal über einen Punkt hinaus ist, dann denkt man, okay, eigentlich ja fast zuhause! Heute war mein Zuhause Scheer.

 

Bei Dunkelheit in Sigmaringen und zum Ziel nach Scheer

Wenn man schließlich nach Inzigkofen (Landkreis Sigmaringen) fährt, so kommt man an einem ehemaligen Augustinerkloster, dem heutigen Stift Inzigkofen, vorbei. Beziehungsweise, nein, das wäre zu wenig gesagt, man fährt direkt durch, was irgendwie cool ist!

Nach einem kräftigen Anstieg fährt man durch dieses (ehemalige) Kloster. Man kann es wohl auch besuchen. Ich hatte dazu aber keine Zeit. Zudem war es schon spät und wurde langsam dunkel.

Ab diesem Punkt fühlt es sich nicht mehr wie reine Natur an, sondern man kommt nun wieder in etwas “städtischere” Gefilde, wenn man in dieser Gegend überhaupt davon sprechen kann.

Als ich in Laiz war, ein Ortsteil von Sigmaringen, habe ich mich schon etwas schmutzig gefühlt. Denn hier wohnt ja derzeit die Macht in Baden-Württemberg. Ministerpräsident Winfried Kretschmann regiert das Land von hier aus mit harter Hand!

Als ich in Sigmaringen war, war es dann auch richtig dunkel. Ich wollte dort das Hohenzollernsche Schloss fotografieren. Habe es auch getan. Aber die Fotos wurden dann doch etwas dunkel. Hier ist eines:

Schloss Sigmaringen Donauradweg von Donaueschingen nach Scheer
Das Sigmaringer Schloss bei Dunkelheit. Dort wohnt noch der Adel. Der Winter bringt es so mit sich, dass ich auch bei Dunkelheit fahrradfahre und Sehenswürdigkeiten etwas schwärzer herauskommen!

Es geht durch das schöne Städtchen Sigmaringen nun weiter in Richtung Scheer, wo ich bei Freunden übernachten konnte.

Der Weg, den ich jetzt wegen der Dunkelheit nun kaum mehr sah, war sehr verschlammt. Ich bin durch ziemlich viel Matsch gefahren. Und an der Zugbrücke in Scheer war der Weg wieder komplett überschwemmt.

Aber es gab hier einen schmalen Betonstreifen unter der Brücke. Auf diesen bugsierte ich mein Fahrrad und habe es von hinten langsam und vorsichtig geschoben. Man muss halt kreativ sein!

Aber wenn es richtig regnet, denke ich, werden viele Teile des Donauradwegs zumindest auf dieser Etappe nicht befahrbar sein, so dass man immer Umwege im Blick haben sollte.

Zum zweiten (und letzten) Teil meiner baden-württembergischen Donauradweg-Tour wird es noch einen Bericht geben!

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