4. Etappe Weserradweg von Nienburg nach Verden an der Aller

Dies war die vorerst letzte Etappe auf meinem Weserradweg, aber nur fürs erste. Ich würde jetzt von Nienburg nach Verden an der Aller fahren. Und die Fahrt nach Bremen und Cuxhaven habe ich mir erstmal für den Herbst aufgehoben.

An diesem eher trüben Tag hatte ich nur noch knapp über 60 Kilometer zurückzulegen. Es war also wirklich nicht mehr viel zu schaffen. Vier Tage war ich jetzt unterwegs gewesen. Die ersten drei Etappen könnt ihr hier nachlesen:

Nienburg hatte mich ja besonders beeindruckt. Die Stadt hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen Fachwerkbauten. Am morgen fand ich die Stimmung dort besonders schön. Es war nichts los!

Eine schöne Ruhe und dazu recht diesig. In einer eher meditativen Stimmung begann ich diese Etappe, die dann dazu recht einfach zu fahren war.

Nienburg - Weser - Weserradweg
So sah Nienburg an der Weser am Vorabend meiner vorläufig letzten Weserradweg-Etappe aus. Eine gemütliche und schöne Stadt.

Von Nienburg/Weser bis nach Hoya – Erste Deichd mit Schafen

Zu Beginn der Etappe nach Verden war ich etwas verwirrt, da es nun zwei Möglichkeiten entlang der Weser gibt. Beide sind eigentlich richtig, aber eine wird als Hauptroute und die andere als Alternativroute bezeichnet. Ich wollte selbstverständlich erstmal die Hauptroute fahren.

Intuitiv wäre ich fast die alternative Strecke gefahren, weil dort ein schöner Weg auf einer Allee entlang führt. Doch nach dem Checken der Route via Handy und Wegweiser war klar, dass ich noch eine Brücke passieren musste. Ich musste also kurz hinter der Altstadt Nienburgs die Weserseite über eine blaue Fahrradbrücke wechseln.

Der Radweg war nun sehr nah an der Weser und er führte über enge Wege durchs Grüne. Hinter dem Werderteich, der etwas von der Weser entfernt ist, geht es etwas ins Landesinnere an einer Autobahn vorbei. Mit dieser kommt man sich aber nicht in die Quere, da hier ein Tunnel ist.

Wegweiser Nienburg - Weserradweg
Zwei Routenmöglichkeiten gibt es am Weserradweg nach Nienburg/Weser.

Mehlbergen und Drakenburg sind die nächsten Ziele, das sich nur 7 Kilometer von Nienburg entfernt befindet. Die Strecke hat jetzt fernab der Weser einen eher dörflichen Charakter.

Bei Marklohe kommt man nur an einer nach Bauernhof aussehenden Siedlung vorbei (wobei der Ort größer zu sein scheint). Später ist man wieder auf einer normalen Straße, die hier im ländlichen Raum – und dazu noch bei diesem Wetter – nicht groß befahren ist.

Via einer Brücke, die mit Kopfsteinpflaster gesäumt ist (ich bin da jetzt nich so ein Fan von diesem Belag) kommt man über den Schleusenkanal, der dort gleich in die Weser fließt.

Drakenburg - Blick vom Rad auf die Weser - Weserradweg von Nienburg nach Verden
Blick auf die Weser in Drakenburg von einer Brücke aus.

Drakenburg erinnerte mich vom Namen dann zwar an Drachen: Ich sah aber keinen einzigen. Dafür herrliche Klinkerbauten. Alles ist hier voll davon, ein schöner Anblick.

Gleichzeitig war hier gerade gar nichts los. Einzig Schafen und Kühen begegnete ich dann ortsausgangs, als ich die Wohnsiedlung Drakenburgs passiert hatte.

Nur einmal begegnete ich einem Bauern, der mit einem futterbaladenen Auto die Kühe fütterte. Das war ein toller Anblick, den ich so nach meiner Erinnerung noch nie gesehen hatte.

Die Kühe wussten wohl schon, dass es jetzt bald etwas zu Fressen gab und stürmten freudig auf den Bauern zu.

Vor Hoja hatte ich noch ein Hindernis zu überwinden, was mir aber auch erst klar wurde: Ich hatte noch einen Fährübergang vor mir. Die Alternative war gesperrt, wie ich sah: Ich musste also die Hauptroute am Weserradweg wählen.

Doch es gab ein Problem! Es fuhr noch gar keine Fähre. Ich war ja relativ früh losgefahren, weil ich Mittags meinen Zug nach Hause nehmen wollte!

Doch ich stellte fest: Es war Sonntag und es fuhr ab 10 Uhr die erste Fähre. 20 Minuten musste ich warten. Die Zeit also, die ich mühsam meinem Rennrad und dem Schlaf abgerungen hatte, war also ein bisschen dahin. Aber nur ein bisschen. Die 20 Minuten hatte ich schon Zeit, um rechtzeitig in Verden (Aller) anzukommen.

Am Ende kam sie dann die Fähre bei Schweringen. Das war auch das Ziel am anderen Ufer. Um 10h war ein Fährmeister (oder wie der auch immer heißt) pünktlich vor Ort und ich konnte mit dem Rad überschiffen.

Fährübergang bei Schweringen auf der Radtour an der Weser
Die Weserfähre ist nun doch zuverlässig gekommen! Um 10h am Sonntag.

Ich bewunderte noch schnell die aus Klinkersteinen gebaute Kirche in Schweringen und schon ging es weiter. Im nächsten Ort Bücken durfte ich noch Kunst bewundern, Kunst, die aus verzierten Klinkersteinen bestand (blau und schwarz z.B., wobei das übrige Kunsterwerk unbearbeitet war).

Insofern: Hier im “Klinker”-Land werden also nicht nur die Häuser aus Ziegelsteinen, sondern die Kunstwerke daraus gebaut.

Ich freute mich schon bald in Hoja zu sein. Die einzige Stadt zwischen Nienburg und Verden. Von dort aus würden es noch 23 Kilometer bis nach Verden sein.

Hoya Innenstadt Weserradweg
Innenstadt Hoyas mit Klinkerbauten und Kopfsteinpflaster.

Von Hoya nach Verden an der Aller – Vorläufiger Zielpunkt am Weserradweg

Hoya ist mir jetzt nicht so stark in Erinnerung, da ich dort relativ schnell durchgeballert bin. Nur weiß ich noch, dass es hier sehr viel Kopfsteinpflaster gab. Ich rüttelte über die Straßen. Das machte es nicht unbedingt einfacher, aber die Stadt hatte etwas ähnlich Schönes wie Nienburg.

Es gibt hier auch wieder diese norddeutsche Ziegelbauweise. Wobei hier in der Stadt nicht alle Häuse so aussehen wie auf dem Dorf. Manche sind auch verputzt.

Interessanterweise beginnt nach Hoya die typische Deichstruktur der Weser, die dann zwischen Bremen und Bremerhaven die komplette Weser prägt.

Auf den Deichen befinden sich grasende Schafe. Die ersten sah ich hinter Hoya nun, was ein beruhigender Anblick ist. Schafe haben immer etwas Sympathisches.

Doch man entfernt sich auch wieder etwas von der Weser und den Schafen und gelangt durch kleine, idyllische Dörfer wie Wienbergen und Magelsen, wo sich die meisten Gebäude mit Ziegelbauweise befindet.

In Wienbergen befand sich dann gar ein schöner Rastplatz mit der Möglichkeit zum Getränkekauf. Auf diesem Rastplatz, genannt “Bürgerpark”, war ein Kühlschrank mit kühlen Getränken.

Mehr weil ich das so toll fand als dass ich wirklich Durst hatte, kaufte ich etwas. Rast machte ich nicht. Denn, wie gesagt, ich wollte meinen Zug in Verden kriegen.

Wienbergen Bürgerpark - Weserradweg Rastplatz
Toller Rastplatz, sogar mit Kühlschrank und Getränkekaufmöglichkeit. Sehr einladend.

Hier führt jetzt kein Radweg mehr direkt an der Weser entlang. Erst nach Oiste sieht man den Fluss wieder. Dann aber überquert man ihn lediglich, um nach Verden zu kommen, dass eben an der Aller liegt und ein paar Kilometer enfernt von der Weser.

Erst nordwestlich von Verden fließt die Aller schließlich in die Weser. So weit kam ich heute gar nicht.

Der Weserradweg führt ihr auch durch Verden und außerdem musste ich ja meinen Zug bekommen. Verden war auch bei diesem trüben Wetter ein schöner Anblick, es sollte jeden Moment anfangen zu regnen. Ich war ihm aber bisher auf meiner viertägigen Weserradweg-Tour noch davongekommen.

Ehrlich gesag: Nienburg hat mir aber besser gefallen. Das war irgendwie heimelicher, gemütlicher.

Was aber jetzt das Problem war: Die Gleise zwischen Verden und Hannover waren gesperrt! Ein Personenunfall mal wieder – die Bahn kann da nicht unbedingt etwas dafür. Es dauerte also 2 Stunden bis ich schließlich loskonnte und kam entsprechend verspätet daheim in Tübingen an.

Ich hatte mich ja so beeilt, um rechtzeitig da zu sein – und dann das. Aber da steckt man halt einfach nicht drin.

Jedenfalls wars das für mich noch nicht auf dem Weserradweg 2020. Im September soll es dann schließlich weitergehen. Dann würde ich die übrigen, nur noch so 200 Kilometer bis nach Cuxhaven auch noch schaffen.

Von Verden ist es ja nicht mehr weit nach Bremen – eine der besten Fahrradstädte Deutschlands überhaupt!

Verden an der Aller - Weserradweg
Trotz des trüben Wetters hatte ich einen tollen Blick auf Verden (Aller).

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