6. Etappe Weserradweg von Elsfleth nach Cuxhaven

Das war nun meine letzte Etappe am Weserradweg. Die sechste und letzte an der Weser entlang!

Dieses Mal sollte es von Elsfleth in Niedersachsen, nördlich von Bremen, bis nach Cuxhaven an die Nordsee gehen. Von dort aus fühlt man auch, dass man praktisch am Ende der Welt angekommen ist!

Doch eins nach dem anderen.

Zuerst war das Ziel bis nach Nordenham zu kommen, um dort mit dem Schiff nach Bremerhaven überzuschiffen. Das genau war die Hälfte der Etappe.

Anschließend waren es noch 52 Kilometer nach Cuxhaven. Eigentlich mündet die Weser oberhalb von Bremerhaven schon in die Nordsee, aber der Weserradweg geht noch weiter.

Was spannend ist:

In Cuxhaven berühren sich ganz im Norden Elberadweg und Weserradweg. Man hat also hier die zwei beliebtesten Flussradwege überhaupt, die sich an dieser Stelle küssen!

Wer im übrigen meine bisherigen Etappen an der Weser nachlesen möchte, der nutze diese Links:

In dem besonderen Elsfleth geht meine Reise dieser letzten Etappe an der Weser los. Ich jedenfalls hatte viel Spaß auf dem Radweg!

Elsfleth - Anker - Kanona - Am Weserradweg
Kurz nach dem Start in Elsfleth: Ein Anker & eine Kanone!

Von Elsfleth nach Bremerhaven

Der kleine Ort Elsfleth hat eine schöne Hafenpromenade. Dort ist gleich der Bahnhof und neben an der Hafen. Zwischendurch fährt man mit dem Fahrrad, um dann nach links auf den kleinen Marktplatz mit Rathaus und Denkmal zu gelangen.

Was das für ein Denkmal hier in Elsfleth ist, das weiß ich nicht. Jedoch steht darunter eine Kanone. Später im Ort stehen nochmal Kanonen. Wahrscheinlich musste sich Elsfleth früher gegen gefährliche Feinde verteidigen.

Man verlässt den Ort, nachdem man etwas durch Wohngebiete gefahren ist, gelangt dann in die Nähe der Huntesperrwerk, die mich aber nicht weiter kümmerte. Denn ich wollte ja weiter nach Norden. Es sind nur noch knapp über 35 Kilometer bis nach Blexen.

Dort in Blexen würde ich dann nach Bremerhaven überschiffen – auf einem sehr großen Schiff, der Weserfähre.

Schifffahrtsmusem Oldenburgische Weserhäfen Brake - Mit dem Rad an der Weser entlang
Das Schifffahrtsmuseum befindet sich in Brake in diesem imposanten Gebäude.

Doch erst geht es entlang von Reetdach-Häusern auf der einen Seite und Schafen, die auf den Dämmen weiden, weiter.

Nächster Ort ist das kleine Brake. Dort gibt es sogar ein kleines Schifffahrtsmuseum. Zudem fuhr ich kurz in die Fußgängerzone von Brake, um mich etwas mit Bäckerei-Leckereien einzudecken.

Wieder fährt man aus dem Ort hinaus und hat dann ein paar Kilometer entlang des Damms, um noch Rodenkirchen zu besuchen.

Hier hat es auch einen eigenen Bahnhof und einen sehr großen Platz, an dem man vorbeifährt, um zu Bahnhof zu kommen. Wirklich spektakulär!

Hier muss man etwas auf die Beschilderung achten, die ist zwar vorhanden, aber man übersieht diese leicht!

Schafe entlang der Weser - vor Rodenkirchen
Schafe am Damm, kurz vor Rodenkirchen (Stadland).

Als nächstes peile ich das endgültige Ziel an, um nach Bremerhaven überzuschiffen: Nordenham.

Bis dahin fährt man noch am Damm und quasi an der Weser entlang. In Nordenham ist kommt man schon wieder direkt auf einen Bahnhof zu. Groß mehr von Nordenham sah ich auch auf dem Radweg nicht.

Nordenham ist jetzt die größte Stadt hier in der Nähe und auch die größte Stadt des Landkreises Wesermarsch. Industrie, Logistik und Schifffahrt prägen das wirtschaftliche und auch soziale Leben der Stadt.

Von dort aus geht es entlang einer großen Straße nach Blexen. Wichtig ist, dass man dort nicht blind einfach weiterfährt (wie ich es fälschlicherweise getan habe). In die Werftstraße muss man nach rechts abfahren, um schließlich durch Blexen zu fahren.

Zuerst geht es durchs Wohngebiet und dann ganz untypisch für den Weserradweg geht es durch einen Park mit Skateboardparkplatz und Basketballplatz.

Mit Gravelbike auf dem Schiff zwisschen Nordenham und Bremerhaven
Auf dem Schiff zwischen Nordenhame und Bremerhaven. Es war dort auch Maskenpflicht!

Der Hafen taucht dann fast plötzlich auf. Hier liegt das Hotel und Restaurant Weserschlößchen, was ein burgen-förmiges, spektakuläres Aussehen hat.

Schön ist, dass die Weserfähre sehr oft fährt, alle 20 Minuten kann man als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer überfahren. Von daher war auch heute die Wartezeit entsprechend kurz. Es galt Maskenpflicht, so wie in der Coronapandemie eben üblich!

Die Fahrt hat auch etwas besonderes, wenn einem die Skyline Bremerhavens immer näher kommt. Von hier hat man einen tollen Blick auf die gesamte Stadt.

Skyline Bremerhaven - am Ende der Weser - Blick von der Weserfähre aus
Blick von der Weserfähre auf Bremerhaven.

Von Bremerhaven nach Cuxhaven

Nachdem ich in Bremerhaven ankam, musste ich mich zuerst einmal orientieren. Und das obwohl ich hier schon einmal war. Nach so einer, wenn auch kurzen Schifffahrt, ist man doch durchgeschüttelt.

Bremerhaven ist wie Bremen auch irgendwie toll. Solche Städte hat man bei uns im Süden nicht. Sehr vom Meer geprägt und dazu scheint hier ob der großen Plätze viel Platz vorhanden zu sein.

Ich fuhr erstmal kurz in die große und lange Fußgängerzone, schaute mich kurz um und kam zurück auf den Radweg.

Besonders ist die Stadt um den Ort mit dem deutschen Auswandererhaus herum. Erstens ist hier großer Hafen, wobei eigentlich Bremerhaven fasst nur aus Hafen besteht. Zudem war da gerade ein Riesenrad mit ein paar Buden aufgestellt, drittens ist hier das wissenschaftlich orientierte Klimahaus, viertens das deutsche Schifffahrtsmuseum und viertens eben das Auswandererhaus selbst.

Ich war jetzt zum zweiten Mal hier und hatte es bisher nicht besucht. Beim dritten Mal werde ich mir das ganz fest vornehmen!

Im Mittelpunkt steht hier, dass vor allem im 19. Jahrhundert hundertausende Auswanderer Bremerhaven verlassen haben. Das Ziel war damals in der Regel Amerika!

Das deutsche Auswandererhaus Bremerhaven - Weserradweg
Das Deutsche Auswandererhaus. Klingt richtig spannend, werde ich irgendwann einmal besuchen!

Aber wenn das Radfahren im Fokus steht, ist das mit der Kultur immer auch etwas schwierig, obwohl ich ein Kulturradfahrer bin.

Das einzige, was ich hier noch tat, war eine Pommes zu essen. Gestärkt fuhr ich dann weiter. Nach einem kurzen Abschnitt eines Wohngebietes peilte ich schon den Kreuzfahrthafen an und später dann den Industriehafen.

Was jetzt kam war absolut beeindruckend!

So kann man selten in Deutschland fahrradfahren. Ich war sogar gar nicht sicher, ob ich hier richtig war. Ich fühlte mich gegenüber den ganzen Kreuzfahrtschiffen, die in der diesjährigen Pandemie wohl alle im Hafen lagen richtig klein!

Aber ich war komplett richtig, nur so konnte der Radweg laufen.

Ein bisschen aufpassen muss man hier. Im Hafen von Bremerhaven fahren viele LKWs. Doch man hat einen eigenen, oft holprigen, manchmal engen Radweg.

Industriehafen Bremerhaven - Radtour Weser
Globalisierung!

Von daher war es kein Problem weiterzukommen. Aber ich konnte mich auch nicht sattsehen. Es gab so viel zu sehen. Hier in diesem Hafen spürt man die ganze Wucht und Kraft der Globalisierung.

An einem großen SUV-Parkplatz mit Autos ohne Kennzeichen kam ich vorbei. An sehr vielen großen Schiffen, aber auch an Industriegebäuden ringsherum um den Hafen.

Ich war beeindruckt und richtig erschlagen als ich bei Weddewarden den Hafen schlussendlich wieder verließ.

Nach einem kurzen Stück durch dieses Dorf mit Klinkerbauten gelangte man direkt an einen Damm, auf dem man nun entlang der Nordsee fahren durfte. Beeindruckend, noch mehr beeindruckend, welchen Landschaftsschock ich hinnehmen musste.

Von purer Industrie umgeben, folgte jetzt unendlich weite Landschaft, mit einem flauen Wind umgeben. Das Wetter war heute nicht warm, aber dafür angenehm. Wolken säumten den Himmer: Radfahrerwetter eben!

Bei Weddewarden - Weserradweg mit Gravelbike
Bei Weddewarden hatte man wieder diese tolle Landschaft um sich herum.

Schließlich hat man ein ganzes Stück an der Weser vor sich, bei der man einen tollen Blick auf den Fluss hat. Bald schon aber läuft der Radweg wieder hinter dem Damm entlang.

Man befindet sich hier am Wattmeer. Bei Wremen spürte man so ein bisschen touristischen Troubel oder vielleicht waren es auch nur Wochenendtouristen. Ein bisschen jedenfalls war etwas los. Auch auf den Radwegen.

Doch da hier so unfassbar viel Platz ist, störte das gar nicht.

Hinter Solthörn fährt man dann etwas weg von der Weser, etwas gar in den Wald, um bei Dorum-Neufeld wieder direkt auf sie zuzukommen. Auch hier war es wieder schön belebt. Hinter dem Ort bei Cappel-Neufeld pausierte ich dann eine Weile und genoß einfach diese Nordsee-Damm-Landschaft mit so viel Platz.

Ein kleines Stück ist es noch und bei Arensch begrüßt einen dann das erste Mal Cuxhaven. Jetzt aber geht es noch durch den Wernerwald, um dahinter beim Sahlenburger Strand eine absolut spektakuläre Aussicht auf das Wattmeer zu haben.

Ich konnte mich kaum sattsehen!

Das Wasser war gerade allerdings nah, wahrscheinlich Flut, ich kenne mich da nicht so aus. Ich stellte mein Rad an den Strand um es gemeinsam mit der blutroten Sonne zu fotografieren. Richtig schön sah das aus!

Strand mit Gravelbike - Wattmeer - Cuxhaven - An der Weser entlang
Sooo schön!!!

Nun hatte ich nur noch wenige Kilometer Weserradweg vor mir, auch wenn ich ja die Weser im Prinzip schon längst verlassen hatte.

Entlang der Küste geht es bis zum Punkt, wo Weserradweg und Elberadweg zusammenkommen, was auch hervorragend auf dem Boden aufgezeichnet ist. Wirklich sehr gut gemacht.

Auch ein Denkmal steht hier: Von Jonathan Zenneck, wer immer auch das war. Wikipedia hilft: Offensichtlich hat er hier irgendwas mit drahtloser Telegrafie gemacht, leider auch mit den Nazis zusammengearbeitet. Naja, das Bild gilt dem Radler, also mir und es steht hier halt ein Stein. Man könnte vielleicht jemanden anderen hier aufstellen. Oder nicht?

Aublick Kugelbake - Weserradweg - Elberadweg
Ganz rechts auf dem Bild ist die Kugelbake, das Wahrzeichen Cuxhavens.

Jedenfalls hat man hier eine tolle Aussicht. Auch auf die sogenannten Kugelbake. Das ist ein Seezeichen, dass mal eine Leuchtturmfunktion innehatte. Es ist auch Teil des Wappens Cuxhavens.

Jedenfalls fährt man jetzt um die Ecke, um nach Cuxhaven direkt hineinzukommen und sieht dann unzählige, bunte Strandkörbe. Wahrscheinlich muss man sich die irgendwie buchen.

Auf jeden Fall hat man eine spektakuläre Aussicht auf die gesamte Stadt. Gerade in der baldigen Abenndämmerung mochte ich den Anblick sehr. Vom nun folgenden Hafen kann man nach Helgoland fahren, wo man kein radfahren darf!

Ich fuhr noch zu meinem Hotel, um den Abend ausklingen zu lassen und zu genießen. Cuxhaven finde ich auch toll. Überhaupt die letzte Etappe Weserradweg überbot sich selbst mit Sehenswürdigkeiten und ist dazu auch echt richtig einfach zu fahren!

Jonathan Zenneck Denkmal mit Gravelbike - Zusammenschluss Weserradweg & Elberadweg
Geschafft! Bei diesem Denkmal von Jonathan Zenneck (zurecht versteckt, siehe Text?) ist der Weserradweg zu Ende und schließt sich mit dem Elberadweg zusammen.

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