3. Etappe Weserradweg von Hessisch Oldendorf nach Nienburg/Weser

Heute waren 118 Kilometer zu fahren. Wieder war das eine richtig schöne Weserradweg-Etappe mit viel grün, aber auch mit viel Abwechslung. Start war das ruhige Hessisch Oldendorf und Ziel war Nienburg an der Weser, was mir persönlich wirklich sehr gefallen hat.

Zuerst ging es nach Bad Oeynhausen in Richtung Westen, dann aber würde sich die Weser wieder gen Norden richten. Die bekannteste Stadt war dabei Minden – hier war ich schon einmal auf meiner Europaratour, bin damals aber quer gefahren.

Das Wetter war heute wieder super und der Weserradweg ist hier natürlich komplett topf-eben. Wind war auch kein Problem, so dass ich schnell durchfahren konnte.

Das war dann übrigens auch vorerst die vorletzte Etappe. Morgen würde es nur noch um die 50 Kilometer bis nach Verden (Aller) gehen. Erst im September würde ich dann den 2. Teil des Weserradwegs über Bremen nach Cuxhaven planen.

Würgassen - Weserradweg Rastplatz
Wunderschöner Rastplatz bei Großenwieder kurz nach dem Start in Hessisch Oldendorf.

Von Hessisch Oldendorf nach Minden

Erstmal fuhr ich aus Hessisch Oldendorf über die Autobahnbrücke hinaus, um wieder auf den eigentlichen Radweg zu kommen. Nach 2 Kilometern war ich aber schon dort.

Der Weserradweg ist hier ruhig, grün und er führt jetzt gleich wieder zur Weser hin, nachdem er einen kurzen, kleinen Abstecher ins “Inland” gemacht hat.

Aber das auch nur ein kurzes Stück, heute würde ich mich von der Weser immer wieder entfernen. Ich kam dann durch so verschlafene Orte wie Großenwieden und Kohlenstedt, um bald schon mein nächstes Zwischenziel in Rinteln zu erreichen.

Ein Schiff am Rande der Weser in Großenwieden - Weserradweg
Ein Schiff in Großenwieden!

Rinteln fängt auch schön an – hier ist wieder ein Campingplatz. Überhaupt gibt es entlang der Weser ziemlich viele Campingplätze. Man könnte den Radweg also auch ohne Problem einfach mit dem Zelt bewältigen. Ich aber nehme immer Pensionen, Hotels und ähnliches.

Hier an der Weser ist dann direkt so ein BeachClub, der direkt an der Weser liegt. Es gibt hier einen künstlichen Strand, so dass man sich hier wohl wie im Urlaub fühlen soll.

Ich bin in dieses Beach-Club-Gelände, das auch Weserdorf heißt, nicht rein, sondern wollte weiter. Leider habe ich die Beschilderung verpeilt oder es war auch nicht so gut ausgeschildert und ich fuhr erst nach rechts.

Doch der Weserradweg geht nun über die Brücke in Rinteln in Richtung Innenstadt. Man wechselt hier die Weserseite, was ich dann schließlich doch tat. Nun war ich ein Blick in die Fußgängerzone von Rinteln, die ganz schön aussah und schon war ich auch wieder draußen. Weiter geht es nach Bad Oeynhausen.

Beach Club in Rinteln an der Weser
In Rinteln an der Weser hat man von oben einen guten Ausblick auf den dortigen “Beach Club”.

Anschließend hat man einen Radweg entlang der Straße zu absolvieren, um zum vielbesuchten Doktorsee zu kommen. Leider konnte ich mir diesen nicht anschauen, da er umzäunt ist und man, meine ich, auch Eintritt zahlen muss.

Also fuhr ich entlang des Doktorsees, der hinter Bäumen und einem Zaun versteckt ist auf der Straße weiter, um rechts in Richtung Eisbergen zu gelangen: Man überquert hier die Weser. Dort geht es zudem wieder weg vom Trubel und vom vielen Verkehr und man hat wieder seine Ruhe.

Außer natürlich, dass heute wieder viele Radtourist*innen unterwegs waren. Dafür gibt es zwei Gründe: Der Weserradweg ist der beliebteste der deutschen Radwege und zudem sind in der Corona-Zeit viele auf E-Bikes umgesattelt. Fahrradtourismus boomt!

Nach Eisbergen hat man weiter eine tolle Strecke, die teilweise an der Bahnlinie vorbeigeht über Veltheim und Uffeln. Nächstes großes Ziel ist Bad Oeynhausen, die Erholungsstadt: Hier gibt es einen Kurpark und eine Therme. Vom Radweg aus sieht man diese jedoch nicht.

Bad Oeynhausen Fähre am Weserradweg
Fähre bei Bad Oeynhausen in einem schönen Gebiet und einem schönen Park.

Dennoch erholte ich mich hier auf einer Bank. Im Schatten machte ich hier eine größere Pause. Einige Radfahrer und Spaziergänger waren unterwegs. Hier gibt es einen Biergarten und das alte Fährhaus.

Zudem kann man zwei historische Ladekräne bewundern, die früher für die Schifffahrt wichtig waren. Sie liegen unmittelbar am Weserradweg.

Es war ziemlich viel los. Da muss man immer aufpassen, ich habe keine Lust mit jemanden zu kolidieren, sondern ich will weiterkommen. Deshalb fahre ich an solchen überlaufenen Orten eher langsam.

Über eine schöne Brücke geht es über den Fluss Werre, der dort direkt in die Weser mündet. Nun ist das nächste Ziel Porta Westfalica, wobei man nicht durch die Stadt kommt, sondern links an ihr vorbeifährt.

Das einzige was man gut sieht ist die Wittekindsburg, die auf einem bewaldeten Hügel liegt. Beeindruckend sieht es aus, wenn man auf sie zufährt. Nah kommt man ihr am Radweg jedoch nicht.

Radweg an der Weser bei Porta Westfalica
Landschaft bei Porta Westfalica (das auf der anderen Seite der Weser sich befindet).

Der Weserradweg von Minden nach Nienburg an der Weser

Von der linken Seite Porta Westfalicas ist es nicht mehr weit bis nach Minden. Die Städte liegen nur wenige Kilometer auseinander.

Von Minden selbst sah ich nicht viel. Zuerst fährt man durch einen schönen Park und gelangt dann direkt an die Uferpromenade Mindens. So nimmt man Minden ziemlich schön wahr. Jedoch kommt man nicht in die Innenstadt Mindens.

Ich hatte auch keine Zeit dazu, da ich noch 60 Kilometer vor mir hatte. Durch die Pause in Bad Oeynhausen hatte ich etwas Zeit eingebüßt. Zudem wurde es jetzt windiger. Ich vermutete eventuell ein Unwetter, was am Ende aber doch nicht kam. Ich hatte Glück!

Was ich noch von Minden sah war aber nicht weniger beeindruckend. Die Schachtschleuse, die das Wasser der Weser wohl aufstaut ist eine riesengroße Anlage. Mit zwei Türmen ragt sie deutlich aus der Landschaft heraus.

Minden - Weserradweg - Schachtschleuse
Schachtschleuse in Minden am Weserradweg.

Nach der Schachtschleuse kann man richtig Kilometer machen – und die waren auch notwendig: Ich wollte nun endlich vorankommen. Auf einem weitgehend asphaltierten Weg hat man einen weiten und schönen Horizont vor sich.

Lustig war: Immer wieder sah ich eine kleine Familie, die auch den Weserradweg fuhr, aber heute nur bis Petershagen wollte. Da ich immer wieder anhielt und Fotos machte, mit meinem Rennrad aber doch schneller war, so sah ich sie öfters (diesen und den letzten Tag).

Nach Petershagen allerdings nicht mehr, da ich dann wohl doch ein paar mehr Kilometer machte. Aber da sieht man: Der Weserradweg ist für alle fahrbar! Sowohl E-Biker, Trekkingradler, Reiseradler und für mich als Gravelbiker eben auch (oder Bikepacker!).

Die Familie fotografierte dann auch genau diese schöne Windmühle in Petershagen. Ein schöner Platz zum Verweilen, den ich aber nur für ein paar Minuten genoß.

Petershagen Windmühle mit meinem Gravelbike am Weserradweg
Eine Windmühle hinter einem Spielplatz in Petershagen. Davor mein neues Gravelbike. Wunderschöne & besondere Anblicke am Weserradweg!

Nun wird die Landschaft anders. Man fährt nun nicht mehr direkt neben der Weser, sondern ein Stück von ihr entfernt. Das sorgt dafür, dass man eher durch landwirtschaftliches Gebiet fährt und das ganze weniger den Flussradweg-Charakter hat.

Aber das ist ok so. Ich mag nämlich auch die kleinen Siedlungen und Dörfern mit ihren Klinkerbauten, die vermehrt und vermehrt auftauchen. Bis Bremen und Bremerhaven wird dies Architektur einen nicht mehr verlassen.

Das fällt mir eben auch so auf, weil man in Süddeutschland, wo ich wohne nie so bauen würde! Es gibt eben in Deutschland doch auch viele kulturelle Unterschiede, die ich interessant finde.

Bei Müsleringen, was in Stolzenau liegt, gibt es dann noch etwas besonderes: Eine Trinkhaltestelle für Radler. Echt super! Ich habe da meine Flaschen wieder aufgefüllt.

Solche (privaten) Möglichkeiten sich sein Wasser aufzufüllen oder Getränke und Kuchen zu kaufen gibt es übrigens zuhauf auf dem Weserradweg. Das finde ich richtig toll! Von den Radwegen im Süden kenne ich das nicht so arg. Das ist wirklich einladend und richtig nett.

Das macht den Weserradweg auch so richtig sympathisch. Da der Tag auch heute richtig heiß war, war es einfach ein Highlight meine Flaschen hier wieder richtig aufzufüllen. Leckeres Wasser!

Trinkhalestelle in Mülsteringen - Stolzenau an der Weser - Radtour
Trinkhaltestelle in Müslingen (Stolzenau). Hier füllte ich eine meinter Flaschen mit Wasser auf.

Als größeren Ort gibt es nur noch Stolzenau. Da ist man aber auch schnell durchgefahren. Richtig präsent erinnere ich mich nur an ein Café und eine Straße, die dort geradeaus durchfährt.

Dann ist wieder nur Weite, reine Weite und schöne Natur!

Ruhig ist die Gegend hier und gegen Abend ließen auch die Radwanderer nach. Ich war fast nur noch alleine auf der Strecke.

Bei Landesbergen überquerte ich nochmals die Weser, um fernab des Flusses durch kleine Dörfer wie Estorf und Leeseringen zu kommen. Erst in Nienburg sollte ich die Weser wiedersehen.

Durch Wohngebiete fuhr ich in die Stadt. Das Schöne war wirklich, das meine Unterkunft, das Weserschlösschen direkt am Weserradweg und an der Weser liegt. So eine tollgelegene Unterkunft hat man selten.

Ich ging noch etwas in die Altstadt, die supergemütlich war und aß dort etwas. Nienburg mochte ich wirklich sehr. Hier ist nicht soo viel los wie es jetzt z.B. in Minden wäre, aber die Stadt hat wirklich etwas historisches und idyllisches. Hier fühlte ich mich wohl und würde morgen das letzte Stück nach Verden (Aller) auch noch schaffen.

Erst im September war mein Plan schließlich auch den zweiten Teil des Weserradwegs nach Cuxhaven zu fahren.

Nienburg an der Weser - mit schönen Fachwerkhäusern und mit Brunnen
Schöne Fachwerkhäuser in Nienburg an der Weser.

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