Leine-Heide-Radweg: 1. Etappe von Leinefelde (bzw. Dingelstädt) nach Einbeck (Greene)

Um ehrlich zu sein: Ich hatte vom Leine-Heide-Radweg vor meiner Radtour im Frühjahr 2022 noch überhaupt kein Bild. Für mich war das deutsches Niemandsland. Doch ich wurde wirklich von einem schönen abwechslungsreichen Radweg überrascht, der über 400 Kilometer die unterschiedlichsten Landschaften verbindet.

Das ruhige Leinefelde konnte nicht unterschiedlicher sein von der Weltstadt Hamburg. Dazu gelangt man durch die wunderschöne Lüneburger Heide, durch die ich das erste Mal mit dem Rad gefahren bin.

Um ein weiteres Verbindungsstück kennenzulernen, bin ich übrigens schon in Dingelstädt gestartet. Denn in Dingelstädt beginnt die Unstrut und damit der Unstrutradweg, den ich 4 Jahre zuvor gefahren war.

Also hatte ich mich entschlossen, dort loszufahren. Ich wollte nochmals an den Unstrut-Ursprung zu gelangen, um dann von dort aus nach Leinefelde zu fahren und die Quelle der Leine mir anzuschauen. Die Quelle der Leine ist nicht so klar definiert, aber es gibt einen Punkt, an dem der Radweg startet. Dort in einem Wohngebiet fließt auch ein kleines Leine-Bächlein durch.

Jedenfalls waren es von Dingelstädt nach Leinefelde nur 11 Kilometer. Auf einem flachen Stück, teilweise recht viel mit Schotter versehen, fährt man neben der Straße entlang.

Unstrutursprung in Dingelstädt
Der Ursprung der Unstrut in Dingelstädt – hier ist man noch über 10 Kilometer vom Start des Leine-Heide-Radwegs in Leinefelde entfernt.

Von Leinefelde nach Göttingen

In Leinefelde kam ich dann am Bahnhof an und schaute mir diesen in aller Kürze an. Anschließend fährt man auf der Bahnhofstraße weiter, über eine Kreuzung und kommt dann ins Wohngebiet, wo sich die Quelle der Leine befindet.

Leine-Ursprung in einem Wohngebiet in Leinefelde am Leine-Heide-Radweg.
Hier startet der Leine-Heide-Radweg in Leinefelde.

Die eigentliche Quelle ist ein Flusssystem vor den Vorgärten der Bewohner hier. Aber an einer Stelle ist die Leinequelle ausgeschildert und auch der Leineradweg. Das fand ich ganz nett.

Zuerst war hier nichts los – dann aber kamen ein paar Radler, die wohl auch den Radweg fahren wollten.

Nach dem Beginn in Leinefelde geht es zuerst einmal über verschlafene schöne Wege entlang. Diese führten hier parallel zu den Schienen, der Radweg war zudem ein ganz interessantes Auf und Ab.

Kleine Orte wie Beuren (Eichsfeld), Wingerode und Bodenrode folgen. Am schönsten fand ich, dass es eine katholische Radwegekirche in Bodenrode gibt. Sie trägt den Namen „Sankt Laurentius“. Offen hatte sie für mich als Radfahrer allerdings auch nicht.

Sankt Laurentius-Kirche - Katholische Radwegekirche in Bodenrode am Leine-Heide-Radweg.
Katholische Radwege-Kirche in Bodenrode. Wird gerade saniert.

Man verlässt Bodenrode über einen schönen Radweg durch grünes Gelände, indem man parallel zu den Eisenbahnschienen fährt, die manchmal hervorblitzen.

Der nächste große Ort nach diesem ruhigen Auftakt war dann schließlich Heilbad Heiligenstadt. Dort gibt es auch eine Therme, die Vitalpark Eichsfeld-Therme – eine Stadt, die man sich, wenn man Erholungsurlaub sucht, durchaus mal anschauen kann!

Innenstadt von Bad Heiligenstadt am Leine-Heide-Radweg in Thüringen.
Innenstadt Bad Heiligenstadt mit schönem Park & Brunnen.

Die Innenstadt von Heilbad Heiligenstadt war nicht sehr stark belebt. Es gibt dort allerdings ein Café und Restaurants. Schön ist es hier durchaus!

Nach dem Bahnhof von Heiligenstadt verlässt man schließlich die Straße, biegt links ab und hat wieder wunderschöne Natur über und neben sich.

Nach einem kurzen Stück straßenbegleitenden Radweg fährt man weiter in Richtung Uder. Der übrige Radweg dorthin ist wiederum sehr schön!

Uder ist gesäumt von Fachwerkhäusern, viel war hier nicht los. Auch hatte ich den Eindruck, dass jetzt etwas weniger E-Biker unterwegs waren. Am Anfang des Leine-Heide-Radwegs war etwas mehr los.

Entlang von Schienen hat man wieder eine romantische Strecke vor sich. Über eine kleine Brücke überquert man vor dem nächsten Ort Arenshausen wieder die Leine.

Bahn von Weitem, gesehen auf dem Leine-Heide-Radweg zwischen Uder und Arenshausen.
Schöner Radweg & Bahn zwischen Uder und Arenshausen.

31 Kilometer ist man von Leinefelde aus jetzt schon gefahren. Arenshausen hat eine schöne steinerne Kirche und geht quasi direkt in Kirchgandern über. Auch hier wieder: Schöne Fachwerkhäuser und überhaupt nichts los!

Von hier aus sind es jetzt noch 18 Kilometer bis in die Universitätsstadt Göttingen.

Direkt hinter Kirchgandern ist dann auch die Landesgrenze. Man verlässt Thüringen und der übrige Radweg bis kurz vor Hamburg befindet sich nun auf dem Gebiet von Niedersachsen.

Um nach Göttingen zu kommen, fährt man soeben auf einem Radweg an einer Landesstraße entlang. Viel Verkehr war hier aber nicht. Nach Reckershausen geht es wieder auf einen Radweg und man kommt nach Friedland.

Dort überquerte ich nochmals die Leine und landete bei einem echt sehr schönen Bahnhof. Der Bahnhof Friedland ist aus seinen und hat einen kleinen Turm mit spitzem Dach.

Raus geht’s aus Friedland wieder an der Straße entlang in Richtung Klein Schneen. Auch hier findet man wieder schöne gepflegte weiße Fachwerkhäuser.

Fachwerkhäuser - Klein-Schneen vor Göttingen am Leine-Heide-Radweg.
Klein-Schneen vor Göttingen mit den typischen Fachwerkhäusern.

Im folgenden Obernjesa fährt man gar nicht mehr an der Leine entlang, sondern an einem Nebenfluss derselben: Der Dramme. Dort gibt es eine Zuckerfabrik, die Schienen führen hierdurch, aber es scheint mir so, dass es keinen Personenbahnhof gibt.

Am Ende von Obernjesa machte ich in der schönen Sonne erstmal eine Pause. Das hatte ich mir verdient und ich wollte das ganze auch nochmal genießen. Ich aß etwas und fuhr dann gestärkt die letzten paar Kilometer nach Göttingen.

Über Wirtschaftswege, an Rosdorf vorbei, ohne viel davon zu sehen, landet man auf dem Leine-Heide-Radweg schließlich südlich von Göttingen am schönen Kiessee. Ich hatte jetzt ungefähr die Hälfte der heutigen Etappe nach Einbeck geschafft.

Am Kiessee in Göttingen am Leine-Heide-Radweg - viel los.
Vor dem Kiessee in Göttingen tummelten sich die jungen Menschen.

Von Göttingen nach Einbeck-Greene

In südlichen Göttingen am Kiessee war ziemlich etwas los. Kein Wunder, denn das Wetter war super und es war Feiertag. Also türmten sich hier die Menschenmassen, die hier feierten. Es tat aber auch gut, dass nach dieser Corona-Zeit jetzt endlich mal wieder etwas los war. Vor allem viele junge Leute waren hier vorzufinden.

Entlang der Leine und durch einen Park geht es weiter. Trotzdem viel los war, kam man gut durch, da Radweg und Fußgängerweg teilweise getrennt waren.

Eigentlich kann man durch Göttingen ruhig am Leine-Heide-Radweg fahren und kommt so mit keinem Autoverkehr in die Quere. Ich aber wollte die Chance nutzen und mir Göttingen kurz ansehen.

Also fuhr ich in die Stadt hinein. Eine Freundin, die aus Göttingen stammt, empfahl mir zwei Sehenswürdigkeiten. Erstens die Gänseliesel-Figur und der Gänseliesel-Brunnen und zweitens das Haus, in dem Bismarck, der erste Reichskanzler, studiert hatte.

Beides schaute ich mir an. Gänseliesel-Brunnen und Figur befinden sich direkt in der Innenstadt auf dem großen Marktplatz. Schön war es hier und bei dem guten Wetter auch richtig viel los. Ich war auch nicht der einzige, der die Gänseliesel fotografierte.

Anschließend fuhr ich noch an den Rand der Altstadt zum Bismarckwall und schaute mit das Studierhaus des ersten Reichskanzlers Bismarck an. Ich bin kein großer Bismarck-Fan, aber es gehört natürlich zur Geschichte und man kann sich da durchaus mal informieren.

Das Bismarckhäusschen kann man auch besuchen und es wird auch als Museum genutzt. Ich hatte dafür aber keine Zeit und es hatte ohnehin nicht offen.

Nun also fuhr ich wieder zurück zum Ausgangspunkt über die Leine. Von dort aus ging für mich der Leine-Heide-Radweg durch ruhiges Gebiet weiter.

Lange fährt man aus der Stadt heraus. Es ist hier aber immer schön, grün, parkähnlich und man sieht viele Bäume.

Am Ende von Göttingen fährt man nun kurz noch ein Stück an der Grone entlang, einem Nebenfluss der Leine. Doch bald schon ist man wieder an der Leine und gelangt so aus Göttingen endgültig heraus.

Eselsteig - Hinter Lavenden vor Bovenden.
Eselsteig hinter Göttingen und vor Bovenden.

Über den „Eselsteig“, wo es lediglich eine Treppe gibt und man das Rad über eine Schiene hochschieben muss, geht es auf die anderen Seite der Leine. Über Wirtschaftswege gelangt man schließlich an den östlichen Rand von Bovenden.

Ein paar Häuser sieht man, aber sogleich ist man hier wieder draußen. Über einen Schotterweg geht es nun weiter. Der war aber recht gut fahrbar.

Nächster „Halt“ ist nun Nörten-Hardenberg, das man über eine Brücke über die Eisenbahn fahrend überblicken kann. Sonst kommt man aber nicht durch den Ort.

Bald heißt es wieder Wirtschaftswege und die Leine. Mehr nicht – zwischendurch hat man etwas Schotter unter sich.

An Northeim kommt man vorbei, aber sieht wiederum nicht viel von dem Ort. Der Radweg ist hier wirklich gut fahrbar und man kann schnell viele Kilometer machen.

Kurz vor Einbeck-Greene - Weites Land am Leine-Heide-Radweg.
Weites Land – so sehen die Radwege hier meistens aus.

Teilweise entlang der Straße kommt man nach Einbach, das man wieder nur streift. Anschließend geht es rechts weiter. Der Leine folgend kommt man durchs kleine Volksen.

Einbeck-Greene Landhaus auf dem Leine-Heide-Radweg.
Landhaus Einbeck in Greene.

Es gibt durchgehend einen Radweg an der Straße. Es folgen Garlebsen und Ippensen und man fährt auf Kreiensen zu. Dort fährt man rechts am Wohngebiet vorbei, wiederum ohne groß was von Kreiensen zu sehen.

Über einen ruhigen Wirtschaftsweg kam ich dann nach Einbeck-Greene. Dort sollte meine Unterkunft heute sein. Ich war hier nicht der einzige Radtourist. Radtourismus boomt!

Er macht Spaß und man kommt in Orte, die man sich sonst nie angeschaut hätte. Ein Greene war ich auf einem großen schönen Landhaus Einbeck* gelandet, wo man auch echt gut essen konnte. Ich genoss noch den Abend und freute mich dann auf die 2. Etappe, die mich morgen nach Hannover führen würde.

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