Leine-Heide-Radweg: 4. Etappe von Neuenkirchen nach Hamburg

Die letzte Etappe des Leine-Heide-Radwegs! Heute sollte es von der Lüneburger Heide bis nach Hamburg gehen. Ich schaffte es bis nach Hamburg-Harburg und fuhr dann die letzten 15 Kilometer mit der Hamburger S-Bahn.

Insgesamt sollte ich heute 83 Kilometer Rad fahren (plus eigentlich 17 weiterer Kilometer, die ich dann wann anders fahren würde). Auf dem gesamten Leine-Heide-Radweg waren es 410 km. Eine tolle und abwechslungsreiche Tour, die mir sehr großen Spaß gemacht hat. Zuvor konnte ich mir unter dem Radweg wenig vorstellen. Er ist sehr grün und flach. Meistens führt er über Wirtschaftswege. An der ein oder anderen Stelle könnte er besser ausgebaut und beschildert sein. Andererseits macht ihn das zu einem Abenteuer!

Leine-Heide-Radweg|6|100|o-z#53.0331772*9.7061115*53.550341*10.000654#|Leinefelde·0···|Wingerode·8···|Heilbad Heiligenstadt·9···|Uder/Landkreis Eichsfeld·5···Uder|Arenshausen·9···|Friedland/Landkreis Göttingen·7···Friedland|Rosdorf·10···|Göttingen/Landkreis Göttingen·5···Göttingen|Bovenden·8···|Nörten-Hardenberg·7···|Northeim·11···|Einbeck·15···|Kreiensen·10···|Greene/Einbeck·2···Greene|Freden (Leine)·9···|Alfeld (Leine)·9···|Brüggen/Landkreis Hildesheim·10···Brüggen|Gronau/Landkreis Hildesheim·6···Gronau|Elze·7···|Burgstemmen·5···|Nordstemmen·2···|Schulenburg·5···Schulenburg/Leine|Jeinsen/Pattensen·2···Jeinsen (Pattensen)|Burgstemmen·-9···|Laatzen·21···|Hannover·14···|Seelze·12···|Schloss Ricklingen·9···|Bordenau·5···|Neustadt am Rübenberge·6···|Schwarmstedt·29···|Grethem·6···|Ahlden·5···|Hodenhagen·3···|Düshorn·9···|Honerdingen·3···Honerdingen (Walsrode)|Bad Fallingbostel·5···|Dorfmark·7···|Soltau·14···|Neuenkirchen/Heidekreis·11···Neuenkirchen|Schneverdingen·13···|Niederhaverbeck·12···|Wilsede·4···|Undeloh·4···|Seppensen·17···|Buchholz in der Nordheide·5···|Sottorf·16···|Vahrendorf/Harburg·1···Vahrendorf (Rosengarten)|Hamburg·23···

Auf der letzten und vierten Etappe war dann das Highlight die wunderschöne Lüneburger Heide. Zwar sollte es regnerisch sein, als ich dort durchfuhr – das tat ihrer Schönheit keinen Abbruch. Mein Ziel ist es auf dem Wümme-Radweg hier nochmals herzukommen. Mal sehen wann…

Wer übrigens die ersten drei Etappen nachlesen möchte, der informiere sich gleich hier unten. Jetzt beschreibe ich aber erstmal die Etappe:

Kirche Neuenkirchen - Leine-Heide-Radweg
Kirche in Neuenkirchen.

Von Neuenkirchen nach Buchholz in der Nordheide

In Neuenkirchen war an diesem Morgen eher trübes Wetter. Das schöne Hotel konnte ich etwas genießen, weil es ein leckeres Frühstück gab. Gleich aber musste ich los.

Erstmal startet man hier und fährt etwas durchs Wohngebiet. Viel Verkehr war nicht. Wahrscheinlich lag das aber auch am Wetter.

Großes Ziel war jetzt erstmal die Lüneburger Heide und dann später Buchholz in der Nordheide.

Nachdem man Neuenkirchen verlassen hat, verlässt man die Hauptstraße und hat sogar einen eigenen Radweg, der zu großen Teilen durch den Wald führt. Er verläuft direkt neben der Straße, aber eben auf Naturuntergrund.

Das wechselt aber hinter Demsen und man hat einen schönen Asphaltweg bis Sprengel.

Weiße Windmühle Sprengel am Leine-Heide-Radweg.
Schöne weiße Windmühle in Sprengel.

Der kleine Ort Sprengel begrüßt einen mit einer schönen weißen Windmühle. Über asphaltierte Nebenstraßen fährt man bis nach Schülern und schließlich auf Schneverdingen zu, quasi das Tor zur Lüneburger Heide.

Doch vor Schneverdingen war wieder die Beschilderung nicht so toll. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich am Ende 100pro richtig gefahren bin. Ich meinte, ich hätte eigentlich ein Stück weit in die Stadt hinein müssen, um dann auf der Alten Landesstraße in Richtung Lüneburger Heide zu fahren.

Anstatt dessen bog ich schon südlich von Schneverdingen ab, kam auf den Parkplatz beim Schäferhof und war schon in der wunderschönen Natur. Von daher: Ganz so schlimm war es nicht, denn so konnte ich noch mehr Heide genießen.

Von Schneverdingen selbst hatte ich nicht viel gesehen. Jedenfalls war es recht verregnet, aber wunderschön. Es ist alles hier so grün. Hier und da stehen Bäume, aber oft hat man diese besondere Heidelandschaft vor sich.

Wunderschöne Lüneburger Heide hinter Schneverdingen.
Die Lüneburger Heide ist einfach schön. Hier mit mir und meinem Bike.

Das sind niedrige Sträucher, Kräuterpflanzen und Wiesen, die so urtümlich aussehen. Ich war fasziniert von dieser Landschaft.

Ich fuhr und fuhr und in Niederhaverbeck fing es dann wieder an zu regnen. Kein Wunder bei diesen Wolkenmassen am Himmel, es hatte sich abgezeichnet.

Niederhaverbeck besteht aus wenigen kleinen Holzhäusern und Klinkerhäusern mit Reetdächern. Noch mehr von diesen Reetdächern sieht man schließlich im nächsten Ort, der ganz im Wald gelegen zu sein scheint:

In Wilsede, einem besonderen Ort. Man kann hier auch einkehren und wohl auch Ferien machen. Ich machte nur kurz Pause, um mir das anzuschauen. Ein paar Menschen konnte ich hier wahrnehmen. Bei besserem Wetter war hier sicherlich mehr los.

Haus mit Reetdach - Niederhaverbeck in der Lüneburger Heide am Leine-Heide-Radweg.
Schönes Haus mit Reetdach in der Lüneburger Heide.

Nach Wilsede folgte ein Abschnitt, der zwar bergab ging, wo man aber auf einen Pflastersteinweg gab. Gott sei Dank gab es auf der linken Seite einen Naturradweg. Dort konnte ich dann vorankommen. Den glitschiges und ruckeliges Kopfsteinpflaster machte mir keinen Spaß. Zumal ich auch schon recht platt war.

Man gelangt aber dann auf Asphalt und kann so nach Undeloh einfahren.

Hier scheint mir bei gutem Wetter auch einiges los zu sein. Denn es gibt hier Gastronomien. Ein weiterer besonderer, touristisch genutzter Ort. Sehr gut.

Nach den Gastronomien geht es links raus aus dem Ort. Man ist hier in Undeloh wieder mehr in der Zivilisation und jetzt geht es auch wieder an der Straße entlang.

Das hat auch seine Vorteile: Auf einem asphaltierten Radweg entlang der Straße gelangt man erst nach Wesel. Rechts ab, entlang einer anderen Straße, geht es schließlich nach Schierhorn und Holm.

Restaurant in Undeloh in der Lüneburger Heide.
Undeloh – Restaurant. Im Regen ist hier natürlich wenig los.

Aber es bleibt weiterhin so: Man fährt eng entlang der Straße auf einem Radweg. Weiterhin war es regnerisch, aber es hörte zwischendurch immer wieder auf. Der Regen war zumindest nicht stark.

Zuerst kommt Schierhorn, dann Holm. Beides sind kleine Dörfer mit Häusern mit Ziegeln und Flachdächern. Dort biegt man von der Hauptstraße auf eine Nebenstraße. Dort ist wohl so wenig Verkehr, das dort kein Radweg mehr ist.

Bei Seppensen findet man mit dem Seppenser Mühlenteich nochmal ein markantes Naturdenkmal. Nach dem kleinen Seppensen wieder mit viel Klinkerbauten geht es wieder ein Stück durch die Natur.

Dazu geht es auch bergauf – man würde jetzt gleich in Buchholz landen, musste sich aber nochmals anstrengen!

Nach dem bewaldeten Gelände gelangt man ins Wohngebiet und fährt dann unmittelbar auf den Bahnhof zu. Hier ist der Leine-Heide-Radweg mal gut ausgeschrieben und führt einen gut über die Gleise und dann durch eine Unterführung bis in die Innenstadt von Buchholz.

Die Lüneburger Heide ist nun vorbei, der Radweg bekommt bis Hamburg nochmal einen eigenen Charakter.

Innenstadt von Buchholz in der Nordheide – Leine-Heide-Radweg.
Innenstadt von Buchholz in der Nordheide.

Von Buchholz in der Nordheide zur freien und Hansestadt Hamburg

Buchholz in der Nordheide ist quasi der nördlichste Punkt der Lüneburger Heide. Doch erst musste ich durch die Stadt durch.

Es hatte zwar aufgehört zu regnen, aber als ich aus der Stadt fuhr, fing es wieder an. Manchmal hat man halt einen Regen-Tag.

Aber jetzt war ich in Buchholz in der Nordheide endlich mal wieder in einer richtigen Stadt. Auch wenn es regnete, war hier ein bisschen etwas los. Diese ist ebenfalls wie die kleinen Orte von vielen Klinkerbauten geprägt. Dazu gibt es hier eine schöne Fußgängerzone.

Ich fand hier noch eine Pumpe vor, mit dem ich meinem immer noch nicht ganz voll aufgepumpten Reifen wieder aufpumpen kann. Dabei half mir meine eigene Seite Radservicestationen – eine gute Seite, die außer mir aber noch keiner kennt und groß nutzt!

Fahrrad aufpumpen in Buchholz in der Nordheide.
Gut, dass es so eine Infrastruktur gibt. Nach dem Platten gestern brauchte mein Vorderrad etwas Luft.

Jetzt muss man schauen, dass man aus Buchholz wieder hinauskommt. So einfach war es nicht, da es heftig regnete und die Beschilderung wieder nicht optimal war.

Dann kapierte ich es: Die Parkstraße entlang, raus aus der Stadt geht es noch etwas durch Wohngebiete. Man fährt auf dem Bürgersteig, wo es erlaubt ist, zu fahren. Das ist aber nicht optimal, da er mit unebenen Platten versehen ist.

Nachdem man aber bald die Bundesstraße überquert hat, gelangt man in ein schönes Waldstück.

Von der Streckenführung her ist es nun einfach, von dem Untergrund her nicht. Es geht schnurgerade durch einen schönen Wald. Links und rechts stapelte sich das Holz, hier wird Holzwirtschaft betrieben.

Der Radweg war recht ungemütlich. Manchmal kaputter Asphalt, zwischendurch war er auch ok. Aber viel Radweg, der ein Mischmasch aus Erde und groben Steinen hatte. Es war zudem schlammig.

Alles in allem war das hier kein toller Radweg und ich war froh als ich wieder raus war aus diesem Wirtschaftswald.

Radweg zwischen Buchholz und Rosengarten am Leine-Heide-Radweg mit Holz.
Hier war der Radweg gar noch etwas besser. Auf der Geraden durch den Wald hinter Buchholz.

Noch einmal war der Leine-Heide-Radweg ausgeschildert. Das änderte sich aber. Man muss jetzt dem Hamburg-Bremen-Radweg folgen, den ich in umgekehrter Richtung schon vor Jahren einmal gefahren war.

Ein kurzes Stück folgt man der Bundesstraße (mit Radweg), an der Waldhuuske vorbei. Anschließend fährt man nochmals in den Wald.

Man kommt bei Vahrendorf-Siedlung und Sottorf-Grund heraus. Jetzt war man zwar noch in Niedersachsen, aber im Prinzip sind das schon ländliche Vororte von Hamburg, die eben nur nicht im Bundesland sind.

Schilderwald vor Sottorf am Leine-Heide-Radweg
Viele Schilder!

Nach den beiden kleinen Siedlungen folgt man der Straße und kommt nach Sottorf und Vahrendorf, die beide so wie die vorhergehenden Siedlungen heißen. Etwas verwirrend, aber so ist es!

Der gesamte Ort hier am Rande von Hamburg, aber noch nach Niedersachsen gehörend, heißt Rosengarten.

Ein entscheidender Punkt, den man sich merken kann, und an dem auch der Hamburg-Bremen-Radweg vorbeiführt, das ist das Freilichtmuseum Kiekeberg. Ein kleines, süßes Museum, das die Geschichte von 1600 bis 1950 darstellen soll. Ein langer Zeitraum, in dem revolutionäres passierte: Der Kapitalismus sollte alles umwerfen und das Alltagsleben auch hier in dieser nördlichen Gegend verändern.

Freilichtmuseum Kiekeberg in Rosengarten in Niedersachsen.
Das Freilichtmuseum Kiekeberg – schönes markantes Gebäude in Rosengarten.

Das Freilichtmuseum Kiekeberg begrüßt einen jedenfalls mit einem Klinkerhaus mit Fachwerk – besonders schön, wie ich finde.

Hinter dem Museum steht nun ein Schild: „HH-Centrum“. Man beachte das „C“. Jedenfalls sind es nun noch 22 Kilometer bis zum Hauptbahnhof. Es war klar, dass ich das nicht mehr schaffen würde. Ich musste einen ICE bekommen. Aber ich konnte im Schnelldurchgang nach Hamburg-Harburg fahren und den Leine-Heide-Radweg etwas verlassen.

Das klappte auch. Ich hatte den Leine-Heide-Radweg im Prinzip geschafft, aber diese 22 Kilometer fehlten mir zumindest in seiner offiziellen Form. Ich war froh, anderseits wollte ich es nochmal wissen.

Was dann passierte war seltsam: Ich war noch 2x in diesem Jahr wegen eines anderen Radwegs (Elberadweg) und wegen der Cyclassics (beruflich) in Hamburg.

Beide Male schaffte ich es nicht, die läppischen 22 Kilometer zu fahren. Beim ersten Mal kam ich bis nach Harburg auf dem richtigen Weg. Allerdings führt der recht kompliziert durch den Wald (wer will nimmt die Hauptstraße, wie ich bei meiner ersten Fahrt).

Das nächste Mal kam ich „von oben“. Ich fuhr bis nach Wilhelmsburg und wieder zurück. Jetzt fehlt mir halt das Stück noch, das ich aber schon einmal gefahren bin. Egal. Jedenfalls hatte ich fast den Leine-Heide-Radweg gefahren. Nach Hamburg muss ich nochmal. Das ist nicht das schlimmste. Ich mag ja die Stadt!

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