Drauradweg 1. Etappe: Von Toblach nach Spittal an der Drau

Der Drauradweg hat mich fasziniert. Ein ganz besonderer Radweg, der von Südtirol bis nach Slowenien führt. Eigentlich kann man ihn von Maribor in Slowenien noch weiterfahren. Aber das war erstmal nicht das Ziel. In Richtung Kroatien ist der Radweg auch nicht mehr so gut befahrbar.

Am besten als Flussradweg ausgebaut ist der Drauradweg von Toblach bis Völkermarkt. Nach Völkermarkt wird es schon viel hügeliger und in Slowenien ist das ganze dann teilweise eine Gravelstrecke, auch recht abseits des Flusses fährt man dort.

Jedenfalls ist der Radweg schon über diese von mir gefahrenen ca. 360 Kilometer ziemlich abwechslungsreich. Ich mochte ihn sehr. Vor allem konnte ich bei dem guten Wetter im September 2021 wunderschöne Bilder machen. Auch heute kann ich mich an den Bildern nicht satt sehen.

Beginn der 1. Etappe ist in Südtirol in Toblach. Dort ist der Radweg noch gar nicht als Drauradweg ausgeschildert, sondern als Pustertal Radweg. Bei Winnebach in Südtirol geht es dann nach Österreich (Arnbach) hinein. Erstes Ziel ist dann Lienz und von dort aus war das erste Ziel der 1. Etappe eben Spittal an der Drau. Dort überschneidet sich der Radweg schon mit dem Alpe-Adria-Radweg, den ich 2019 schon gefahren war.

Bahnhof in Toblach am Drauradweg.
Der Bahnhof (Stazione auf italienisch) in Toblach in Südtirol.

Von Toblach (Südtirol) nach Lienz

In Toblach kam ich mit dem Zug am morgen an und besorgte mir erstmal etwas vom Bäcker. Hier war viel los. Wanderer und Radfahrer waren unterwegs. Der kleine süße Bahnhof ist schon ein Highlight.

Der Pustertal Radweg beginnt schließlich gleich dort. Man ist ja in Italien. Aber es ist hier vieles, aber nicht alles deutschsprachig. Man hört viel italienisch. Bei der Bäckerei sprach ich auch auf Englisch, weil die Frau kein Deutsch konnte. Hier muss man sprachlich flexibel sein!

Der Beginn des Radwegs ist wunderschön. Über grüne Wiesen gelangt man nach Innichen. Immer wieder kam ich an E-Bikern vorbei. Sie überholten mich, ich überholte sie. Je nachdem.

Innichen ist dann ein kleiner, süßer Südtiroler Ort. Bergdorfer Charakter hat er, mit kleiner Innenstadt, in die ich hineinlugte. Am Bahnhof kommt man vorbei, dann ist man ein Stück auf der innerörtlichen Straße.

Man verlässt die Straße wieder und hat einen wunderschönen Radweg entlang der Bahnlinie. Wieder auch entlang von grünen Wiesen.

Obervierschach - das Skigebiet "Drei Zinnen" am Drauradweg.
Obervierschach, wo sich das Skigebiet „Drei Zinnen“ befindet.

Interessant ist nun Obervierschach. Hier kommt man im Tal des Skigebiets „Drei Zinnen“ vorbei. Ich denke, man kann hier auch wandern und für die Profis eben auch bergsteigen. Die Drei Zinnen sind ja ein legendärer Berg, der von den „Huberbuam“ aus Bayern schon bestiegen wurde.

Die Strecke entlang der Schienen verlässt man nun nicht mehr. Nur der Fluss wechselt quasi die Seiten und befindet sich nun direkt neben einem. Dadurch hat man einen tollen Blick auf die junge Drau, die hier auch schon sehr grün ist.

Was folgt, ist dann die österreichisch-italienische Grenze bei Winnebach. Für die Radler gibt es auch einen ganz eigenen, schön ausgebauten Grenzübergang.

Ein Italiener sprach mich noch an, ob ich seine Frau gesehen hätte. Sie wäre auf einem E-Bike gewesen. Leider nicht! Hier waren so viele mit E-Bike unterwegs, ich konnte das nicht unterscheiden. Hoffen wir, dass er sie wieder gefunden hat.

Grenzübergang Südtirol bzw. Italien und Österreich am Drauradweg bzw. Pustertal Radweg.
Grenze zwischen Südtirol (Italien) und Italien.

Über die Grenze ging es schließlich und der erste österreichische Ort heißt Arnbach. Ab sofort wird der Drauradweg mit R4 bezeichnet. Eigentlich R1, aber das scheint sich später zu trennen.

Von Arnbach sieht man nicht so viel. Man fährt einfach an der Drau weiter und um die Ecke ist ja schon Sillian. Der Ort ist größer, hat etwas Gewerbe, Schulen und eine Burg, die man von weitem sieht. Könnte auch eine Ruine sein.

Spektakulär war noch ein Falschirmspringer, der zu sehen war. Sillian zieht sich etwas an der Drau, aber sonst ist mir nichts aufgefallen.

Falschirmspringer bei Sillian am Drauradweg. Wunderschöner Blick auf die Berge.
Falschirmspringer bei Sillian.

Man fährt nun weiter und überquert bei Tassenbach den Fluss. Dann geht es dort noch über die Bahnlinie. Doch man hebt sich gleich ab von ihr.

Denn wenn man dem natürlichen Verlauf des Flusses, der Drau, folgt geht es jetzt etwas Auf und Ab. Bei der kleinen Siedlung Bach ist man dann weg von der Bahnstrecke und folgt nur noch dem Fluss.

Einige an Radler fuhren hier entlang. Es war richtig viel los. Die Strecke ist richtig gut ausgebaut, es wird aber leicht hügelig. Meistens gehen diese Hügel aber bergab, so dass das nicht schwer zu fahren ist.

Man ist dann oberhalb der Orte. Erst Abfaltersbach, dann Margarethenbrücke, dann Thal. Eigentlich ist man nur auf dem Radweg, der hier richtig idyllisch und schön ist. Ein wirklich wunderschöner Happen Radkultur.

Deshalb ist das auch hier so attraktiv zu fahren. 20-25 Kilometer sind das ungeführ bis Lienz. Ich weiß es nicht mehr genau.

Jedenfalls geht es hinter Abfaltersach bis Lienz fast 300 Höhenmeter bergab. Das sorgt dafür, dass es auch wärmer wird und richtig schön. Eine tolle Stück Radweg-Erfahrung auf dem Drauraweg.

Bei der Naturrodelbahn sind es dann noch 3 Kilometer bis Lienz. Dort ist auch ein Restaurant und Infrastruktur. Ob die Rodelbahn dort auf hatte, habe ich nicht gesehen.

Zug vor Lienz am Drauradweg.
Zug auf dem Radweg kurz vor Lienz.

Über einen parkähnlichen Weg kommt man dann an eine Brücke über die Drau. Diese befindet sich unmittelbar links des Dolomitenstadions. Eigentlich muss man jetzt nur geradeaus. Da hier aber eine Baustelle war, war die Beschilderung verwirrdend, so dass ich die Flussseite wechselte.

Eigentlich ist die Beschilderung am Drauradweg insgesamt sehr gut, aber hier war es unklar. Also fuhr ich weiter bis zu einem Eisenbahnmuseum und einer Fahrrad-Ausleih-Station. Viele Radler hatten hier ihr E-Bike geliehen.

Das war zwar interessant, aber falsch. Also fuhr ich zurück, schaute mir noch etwas die Stadt an (dazu musste ich über die Brücke) und fuhr dann – die Baustelle umfahrend – auf dem richtigen Weg weiter.

Nach einem kurzen Stück, wenn man aus dem Wohngebiet draußen ist, sieht man wie Isel und Drau zusammenfließen. Interessanterweise und auch komischerweise ist die Isel größer als die Drau. Dennoch heißt der Fluss nun Drau. Er wird dadurch viel breiter.

Man wechselt nun die Drauseite. Es ist gut beschildert und man fährt nochmal kurz durchs Wohngebiet. Man findet sich aber gut zurecht.

Nach Lienz war auf dem Radweg auch nicht mehr so viel los, obwohl dieser weiterhin toll bleibt. Aber dieses Stück Pustertal Radweg ist wohl ein ziemlicher Touristenmagnet.

Eisenbahn in Lienz am Drauradweg in der Nähe des Eisenbahmuseums.
Eisenbahn bei Lienz. Hier gibt es auch ein Eisenbahnmuseum.

Von Lienz nach Spittal an der Drau

Lienz – Oberdrauburg

Nachdem ich also mich nicht nur endlich in Lienz zurechtgefunden hatte, sondern herausgefunden hatte, wie es von hier aus weitergeht, hatte ich wieder einen echt schönen Flussradweg vor mir.

Jetzt ging es allerdings nicht mehr bergab, sondern fast nur noch strikt geradeaus. Hinter Dölsach war neben der Drau auch die Bahnstrecke neben einem.

Man kann sagen, dass der folgende Radweg vielleicht monoton war, aber mir macht ja so etwas Spaß. Verlassen tut man ihn erst wieder an der Grenze zwischen Tirol und Kärnten vor Unterpirkach.

Hier überquert man den Fluss auch auf einer schönen Holzbrücke. Einen spektakulären Blick hat man hier auf die grüne Drau und die Berge.

Wirklich, hier kann ich mich nicht satt sehen, an dieser Landschaft.

Zug bei Nikolsdorf beim Drauradweg. Wunderschöner gerader Radweg.
Gerader Radweg neben der Bahnlinie bei Nikolsdorf.

Nun geht es etwas ab vom Fluss durch Unterpirkach, Flaschberg und Ötting bis man bei Waidach wieder den Fluss erreicht.

Waidach ist nun schließlich auch direkt gegenüber von Oberdrauburg. Um dort hinzugelangen muss man aber den Fluss nochmals über eine Auto-, Rad- und Fußgängerbrücke überqueren.

Man fährt nun eigentlich an dem Örtchen Oberdrauburg vorbei. Aber ich hatte Zeit und wollte mir den Ort unbedingt anschauen. Dazu muss man über die Schnellstraße und ist dann in der kleinen Innenstadt.

Diese ist wunderschön. Der kleine Marktplatz ist bunt und klein und beherbergt ein Café.

Anschließend verließ ich die Stadt wieder und auf einem Parkplatz mit Imbiss geht es weiter in Richtung Fluss. Hier hat man sogar einen kurzen Blick auf einen Drau-Strand.

Innenstadt Oberdrauburg am Drauradweg.
Wunderbare Innenstadt in Oberdrauburg.

Oberdrauburg – Spittal an der Drau

Nach Oberdrauburg ist man direkt am Fluss und hat für kurze Zeit einen tollen Blick auf ihn. Dann aber folgt ein Damm oder eben Gestrüpp und Wald. Man fährt entlang der Drau, ist aber doch von ihr getrennt.

Auch der Blick auf die Landschaft ist wunderschön und man kann sich hier auch nicht sattsehen. Manche finden ja solche Radwege langweilig, ich gehe hier richtig auf und habe Spaß.

4 Kilometer nach Oberdrauburg verlässt man wieder die Drau und fährt direkt wieder an der Bahnlinie entlang.

Bei Dellach im Drautal, von dem man wenig sieht, überquert man den Fluss wieder und kommt in den Wald. Auf der gegenüberliegenden Seite bei Raßnig gibt es eine Radservicestation. Das ist sehr gut, ich benötigte aber gerade keine.

Es folgt ein längerer Abschnitt Waldweg. Bei der Hitze ist so etwas immer kühlend. Gleichzeitig war es etwas anstrengender, weil auf dem Schotterweg man teilweise ein kleines Auf und Ab hatte.

Radlach vor der Brücke mit dem Gravelbike - Drauradweg.
Strand und Brücke und Gravelbike und Drau. Die Brücke führt nach Radlach.

Aber am Ende kam ich gut durch und landete in Feistritz. Hier war gar nichts los. Man überquert den ebenfalls grünen Feistritzbach, der ein paar 100 Meter nördlich in die Drau führte.

Nach Feistritz fährt man ein Stück auf der Autostraße. Aber viele Autos fuhren hier nicht. Man kommt nach Amlach und ab dort geht es auf der gleichen Straße bergab den zum Fluss.

Bei Bruggen ist man dann wieder an der Drau. Jetzt folgt aber viel Abwechslung. Es wechseln sich Überland-Wege auch wieder mit der Straße ab. Hinter Steinfeld, nach einer kurzen Stipvisite und einem tollen Blick auf die Drau (gegenüber von Steinfeld) fährt man auf einer Landstraße durch den Wald.

Es folgt Gajach und Fellbach. Erst bei Lind im Drautal mit seiner tollen Kirche kommt man von der Straße wieder weg. Es beginnt hier ein asphaltierter Landweg. Nun biegt die Drau erstmal nach Norden ab und man folgt ihr.

Schöne Kirche in Lind im Drautal am Drauradweg.
Kirche in Lind im Drautal.

Nach einer ruhigen Fahrt, wo man eine fantastische Aussicht auf die Berge hat, erreicht man einen wichtigen Wendepunkt: Sachsenburg. Von da aus geht es nicht mehr nach Norden, sondern wieder nach Osten.

Die letzten Kilometer vor Sachsenburg hat man noch einen schönen Blick auf die schon ziemlich breit gewordene Drau, dann biegt man in die Hauptstraße ein.

Hier gibt es ein paar Restaurants, sieht ganz nett aus. Aber ich musste weiter. Man fährt durch die Stadt, biegt links ab über eine Brücke und hat die Drau überquert. Über einen engen, holprigen Weg kommt man schließlich nach Möllbrücke.

Jetzt kannte ich mich plötzlich aus! 2019, 2 Jahre früher war ich hier gewesen, als ich den Alpe-Adria-Radweg fuhr. Bei Mölln am Bahnhof war ich damals aber von Norden gekommen. Über Obervellach kommt man nach Mölln.

Bahnhof Mölln-Sachsenburg am Drauradweg.
Bahnhof Möllbrücke-Sachsenberg. Ab hier ist der Drauradweg und der Alpe-Adria-Radweg identisch.

Ab dem Bahnhof von Möllbrücke-Sachsenburg bis Villach ist jetzt der Alpe-Adria-Radweg mit dem Drauradweg identisch. Das ist ganz interessant.

Von dem Bahnhof geht es auf der Straße geradeaus weiter. Dahinter biegt man nach rechts ab, fährt unter der Brücke durch. Nach einem Bahnübergang (Vorsicht, ohne Schranke!) hat man einen wunderschönen Radweg vor sich.

Einen weiten Blick auf die Berge hat man nun. Ein Stück Radweg zum Genießen. Langsam kam auch die Abenddämmerung, was zu einer besonders schönen Atmosphäre führte.

Man gelangt nach Lendorf bzw. kurz davor. Hier muss man genau auf die Routenführung achten. Es ist gut ausgeschildert, aber nach der Überquerung der Tauernbahn (Zug) und kurz vor Lendorf muss man ein paar gefühlte Piroueten schlagen.

Römermuseum Teurnia am Drauradweg. Römermauern.
Römermuseum Teurnia.

Dann ist man wieder auf der Straße. Bei Feicht geht es rechts hinein. Man kommt dann direkt auf ein römisches Museum zu. Das war mir bei der ersten Fahrt gar nicht aufgefallen. Unfassbar! Manchmal muss man eben 2x fahren.

Jedenfalls waren dort alte Gemäuer von einer alten römischen Villa. Römermuseum Teurnia heißt das ganze.

Anschließend fährt man entlang der viel befahrenen Straße weiter bis zum Ziel: Spittal an der Drau!

Teilweise hat man hier von oben einen tollen Blick auf die Drau. Spittal liegt dann etwas tiefer gelegen.

Schloss in Spittal an der Drau am Drauradweg.
Schloss in Spittal an der Drau am Drauradweg.

Man gelangt auf einer viel befahren Straße in die Stadt bis zu einem Kreisverkehr. Dort war jetzt mein Ziel. Am morgen würde ich dort weiterfahren. Es würde dann zum Bahnhof gehen.

Erstmal würde ich aber heute in einem mexikanischen Gasthof übernachten und essen. Das war auf der anderen Seite der Stadt, aber gut erreichbar. Ich hatte die 1. Etappe geschafft! Morgen würde es nach Villach gehen und am Ende bis nach Völkermarkt.

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