Alpe-Adria-Radweg 2. Etappe: Bad Gastein – Villach: Von den Bergen ins Drautal

Die zweite Etappe Alpe-Adria-Radweg war gleichzeitig auch die letzte österreichische. Das Ziel war nun Villach an der Drau. Aufgewacht bin ich an diesem Tag in Bad Gastein auf 870 Meter Höhe.

Doch von meinem Übernachtungsort in Ortsteil Badbruck sollte es nochmal 130 Höhenmeter hochgehen. Und das in nur ca. 2 Kilometern. Das war ein super anstrengender Start an diesem schönen sonnigen Morgen.

Insgesamt sollte ich heute 100 Kilometer fahren. Der Großteil der Strecke war einfach zu fahren. Doch der Beginn hatte es eben in sich.

Nach Spittal an der Drau fährt man nur noch am Drauradweg. Ab dortt ist super einfach und es geht nur geradeaus.

Von daher war es eine einfache (bis auf den Beginn), aber dennoch abwechslungsreiche Etappe.

Bad Gastein - Wasserfall - Alpe-Adria-Radweg
Der wunderschöne Wasserfall in Bad Gastein. Einen Ausblick, den man nach einem Anstieg erreicht.

Von Bad Gastein-Badbruck hinunter nach Spittal an der Drau

Nach dem Anstieg von Badbruck nach Bad Gastein hinein wird man erstmal mit dem Anblick des Gasteiner Wasserfalls belohnt. Dieser prägt den gesamten Ort.

Es gab hier in Bad Gastein zwar gerade eine Baustelle, aber der Ort war dennoch sehr belebt und einladend. Im Sommer kommt hier wohl eine andere Klientel hin als im Winter.

Im Sommer man kann hier toll wandern und sich auch super erholen. Bad Gastein ein ist ein nahezu historischer touristischer Ort.

Berühmte Dichter und Komponisten wie Franz Schubert waren auch hier und erholten sich. Am Eingang des kleinen Ortes findet man ein paar Tafeln mit Büsten, die Hinweise enthalten.

Ganz interessant war: In Bad Gastein kann man auch einen Rücktransfer für den Alpe-Adria-Radweg buchen (per Bus). Ich hatte den jedoch nicht nötig, da ich vom Gesamtziel Grado wieder nach Udine zurückfuhr und von dort mit dem Zug fahren wollte.

Nach den Höhenmetern in Bad Gastein gelangt man nun wieder auf eine Ebene, die entlang des Flusses Anlaufbach entlang führt. Man kommt nach dem kleinen Flussradweg nach Böckstein. Von dort geht es entlang der Straße bis zum Bahnhof Böckstein.

Jetzt kommt der Bahn-Transfer nach Mallnitz. An dieser Stelle gibt es keine andere Möglichkeit als mit dem Zug zu fahren.

Denn über den Berg kommt man an dieser Stelle nur, wenn man ein absoluter Profi-Mountainbiker ist – und schon gar nicht mit einem schwer bepackten Reiserad.

Zuerst hieß es, dass die Bahn ausfällt, aber dann kam sie doch. Die Fahrt kostet nur 5€ mit Fahrrad. Also nicht die Welt.

Sie dauert übrigens auch nur 12 Minuten. Im Flug war sie vorbei und fühlte sich auch etwas kurz an. Aber es sind eben nur 8,3 Kilometer, die der Tauerntunnel lang ist.

Bahnhof Böckstein - Bahntransfer Alpe-Adria-Radweg - Bahn nach Mallnitz
Der Bahnhof Böckstein mit dem Zug, der einen nach Mallnitz fährt. So sieht der Beginn des Bahntransfers am Alpe-Adria-Radweg aus.

Die  Bahnfahrt lief dann ohne Probleme und bei solchen Sammelpunkten merkt man dann auch, dass man auf dem Alpe-Adria-Radweg nicht alleine ist. Manche Radfahrer/innen, E-Biker/innen sah ich sogar öfter.

Nach Mallnitz, nach der Ankunft gab es erstmal eine Abfahrt. Die war sogar 7 Kilometer lang. Das war echt schön, aber man muss auch konzentriert sein. Denn man fährt auf einer ganz normalen Straße. Autoverkehr gab es zwar wenig, aber eine kritische Situation reicht ja.

Unten kommt man in Obervellach an, einem kleinen österreichischen Ort. Am Hauptplatz mit seinen schönen bunten Häusern kann man auch sehr schön einkehren, aber ich wollte gleich weiter.

Obervellach - Innenstadt - bunte Häuser - Alpe-Adria-Radweg
Die wunderschönen bunten Häuser in Obervellach.

Man fährt nun durch das schöne Mölltal, auch wenn man den Fluss Möll oft nicht sieht. Bei Möllbrücke – ungefähr 10 Kilometer vor Spittal – fließt die Möll in die Drau.

Von Obervellach aus durch das Mölltal geht es über leicht hügeliges Gelände. Es geht aber auch oft leicht bergab.

Man fährt hier an einer Landstraße entlang und folgt der Möll später meist auf Wirtschaftswegen.

Die Landschaft ist abwechslungsreich und man sieht um sich herum die Kärtner Berge. Daran konnte ich mich manchmal echt nicht satt sehen.

Es gibt viel Landwirtschaft und man hat dadurch einen weiten beeindruckten Blick.

Lendorf - Alpe-Adria-Radweg - Blick auf die Berge - Alpen
Alpenblick bei Lendorf.

Was auch spannend ist, sind die vielen Wasserkraftwerke in Österreich. Die Wasserkraft hat einen entscheidenden Anteil an der Energieversorgung in Österreich.

So sah ich zwischen Kolbnitz und Mühldorf einen See mit Pumpspeicherkraftwerk. Von einer beeindruckenden Vorrichtung am Berg stürzt hier Wasser ins Tal, um Strom zu erzeugen.

Nach Möllbrücke (nächster Ort hinter Mühldorf) wechselt man dann vom Mölltalradweg auf den Drauradweg. Von dort aus ist es einfach nach Spittal und später nach Villach zu kommen.

Allerdings sieht man noch nicht viel von der Drau, sondern fährt viel auf Wirtschaftswegen.

Die Landschaft ist allerdings sehr schön – und der Radweg auch spannend.

Bei dieser Hitze war es an diesem Tag zwar wunderschön, aber auch nicht einfach zu fahren. Es war einfach etwas drückend. Und das macht einen Hobby-Radler wie mir eben auch etwas zu schaffen!

Spittal an der Drau - Alpe-Adria-Radweg
Ortsschild in Spittal an der Drau. Vom Ort selbst sah ich leider wenig.

Von Spittal an der Drau nach Villach

Nachdem ich das nächste große Ziel nach dem Zugtransfer Spittal an der Drau erreicht hatte, war ich erstmal froh.  Jedoch sieht man von Spittal selbst am Drauradweg allerdings relativ wenig. Das ist schade, da die Stadt ja kulturell sehr ansprechend sein soll. Aber der Radweg führt daran einfach nicht vorbei.

Da ich aber vom Radweg nicht abweichen wollte, sah ich Spittal an der Drau an sich nicht.

Nach Spittal wechselt man über eine breite und lange Brücke (mit Autos) die Seite der Drau. Endlich ist man so richtig am Drauradweg angekommen.

Allerdings dauert es noch bis in der Nähe von Molzbichl bis man direkt entlang der Drau fährt. Das Problem ist, dass sich hier zwischen Drau und Radweg noch eine Autobahn befindet.

Ferndorf an der Drau - Drauradweg - Alpe-Adria-Radweg
Entlang der Drau bei Ferndorf. Es geht kilometerlang geradeaus.

Bei Molbichl fährt man dann aber endlich direkt neben der Drau. Ab dann passiert auch bis Villach nichts mehr Spektakuläres, obwohl der Radweg wirklich wunderschön ist.

Wer Flussradwege mag, der wird den Drauradweg bis Villach lieben. Über einfachen Schotter fährt man kilometerlang geradeaus und blickt immer wieder auf den Fluss.

Von Orten wie Paternion, Weißenstein ob der Drau oder Puch sah ich direkt eher wenig. Erst in Villach hat man wieder urbanes Gebiet vor sich.

Villach an der Drau - Innenstadt - Alpe-Adria-Radweg
Villach an der Drau in der Innenstadt.

Aber das ist ein urbanes Gebiet, das direkt auf die Alpen blickt. Man sieht im Hintergrund die Berge, was sehr schön ist.

Meine Unterkunft war nicht weit von der Drau und auch von der Innenstadt entfernt. Abends saß ich noch etwas am Ufer, aß ein Eis und genoß die Ruhe hier, obwohl ich mich direkt nahe der Innenstadt befand.

Am nächsten Morgen sollte es dann in Richtung Italien gehen. Venzone war das nächste Ziel.

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