Alpe-Adria-Radweg 3. Etappe: Villach – Venzone – Bahntrassenradeln

Nun also durfte ich an diesem Tag nach Italien fahren, nachdem ich die ersten beiden Etappen auf dem Alpe-Adria-Radweg erfolgreich absolviert hatte.

Das würde das erste Mal auf diesem Blog sein, dass ich von Italien als Radwanderland berichten würde. Es ist eigentlich nicht weit weg, wenn man die Schweiz und/oder vor allem Österreich überwunden hat von mir aus (ich wohne in Tübingen). Doch ich hatte es erst auf dieser Tour geschafft.

Meine Etappe führte mich von Villach nach Venzone. Zum Beginn fuhr ich noch entlang der Drau. Doch später gelangt man im das Gailtal.

Von dort geht es dann über die Grenze nach Italien und man hat einen sehr langen Weg auf einer alten Bahntrasse vor sich. Dieser leicht bergabführene Abschnitt prägte die komplette Etappe. Hier aber erstmal noch die bisherigen beiden Etappen in Österreich. Mein bisheriger Alpe-Adria-Radweg Reisebericht:

Villach - Abendstimmung - Drau - Alpe-Adria-Radweg Reisebericht
Villach am Vorabend. Abendliche Draustimmung.

Vom österreichischen Villach über die italienische Grenze nach Tarvis

Villach ist eine wirkliche Lieblingsstadt auf meinen bisherigen Radtouren. Ich weiß auch nicht warum, aber manche Städte schließt man einfach ins Herz.

Dazu gehören bei mir z.B. Straßburg, Kelheim und eben Villach. Villach liegt in Kärnten im Süden Österreichs.

An der Drau ist es superschön und diese führt direkt durch die Stadt. Nach Villach fährt man dann noch ein Stück und wechselt schließlich noch im Stadtgebiet auf die Gail.

Das Gailtal hat dann auch wieder etwas ursprüngliches und fast mediterranes. Hier badeten Menschen und es waren auch viele Radler unterwegs.

Es hatte eine sehr große Hitze an diesem Tag. Eine so große, dass mir der Gedanke kam: Es sieht nach Gewitter aus!

Diesen verwarf ich wieder, aber die Zeit sollte mich eines besseren belehren. Zuerst war es aber noch richtig heiß.

Nach einer Weile gelangt man dann zu einer Brücke, über die man das Gailtal schließlich verlässt.

Gail - zwischen Villach und Müllnern - Fahrrad am Fluss - Mölltalradweg
Die Gail nach Villach bei Müllnern. Ein sehr schöner Flussradweg an dieser Stelle.

Das Ziel ist schließlich Arnoldstein, das zwar noch nicht ganz der letzte Ort am Alpe-Adria-Radweg, aber der letzte große.

Schön empfand ich es in Arnoldstein aber nicht. Es führt eine gerade Straße durch den Ort und es war viel Baulärm an diesem Tag. Man fährt hier leider auf der Straße und es gibt keinen Radweg.

Später aber in Richtung Grenze fährt man zwar wieder an der Straße entlang, aber es gibt einen Radweg.

Schön ist es nicht. Dazu geht es bergauf und die Hitze drückte jetzt schon sehr.

Unterhörtl ist nun der österreichische Grenzort (er gehört noch zu Arnoldstein). Das entscheidende für mich war hier, dass es hier nochmal an einem kleinen Brunnen am Radweg kaltes Trinkwasser gab. Hier bediente ich mich und kühlte mich so ab.

Es geht dann weiter bergauf bis nach Coccau Valico. Von dem Grenzort sah ich wenig, da es gleich nach der Grenze bergauf in den Wald geht.

Grenze Arnoldstein-Unterhörtl und Coccau Valico - Italien und Österreich - Alpe-Adria-Radweg
Grenze zwischen Arnoldstein (Unterhörtl) (AT) und Coccau Valico (IT). Hier fährt man anschließend rechts den Berg hinauf.

Nach diesem ersten Aufschlag nach oben, gelangt man dann doch wieder an eine Abfahrt. Diese führt einen letzendlich dann bis nach Tarvis bzw. Tarvisio auf italienisch.

Die Beschilderung ist auch in Italien sehr gut. Wobei ich ehrlich gesagt sowieso von der Beschilderung auf dem Alpe-Adria-Radweg recht begeistert gibt.

Durch kleine Dörfer und Gehöfte gelangt man schließlich bis nach Tarvis. Von Tarvis (italienisch für Tarvisio) sieht man als erstes den Bahnhof, der aber heute keiner mehr ist.

Vielmehr ist man als Radfahrer selbst der „Zug“, der eben am Bahnhof vorbeifährt. Das ist spannend.

Man kommt ohne Probleme durch den Ort und schaut auf ihn hinunter, da man selbst geradeaus auf der alten Bahntrasse fährt. Radfahrerinnen und Radfahrer gab es hier viele übrigens! Der Radweg ist beliebt.

Doch jetzt schon sah man, dass der Himmel bedrohlich dunkel wurde. Ich fuhr jetzt wieder aus der Stadt hinaus – dem gewittrigen Himmel entgegen.

Zwar war ich über eine Abkühlung jetzt begeistert. Aber durch Gewitter zu fahren, ist jetzt nicht so richtig toll.

Tarvis - Tarvisio - Kirche - Alpe-Adria-Radweg
Die Kirche von Tarvis (Tarvisio) auf dem Alpe-Adria-Radweg. Mit Wolken.

Alpe-Adria-Radweg Reisebericht: Von Tarvis auf der Bahntrasse bis nach Venzone

Nach Tarvis folgt dann der Ort Camporosso. Der schien mir ein gerade nicht aktives Skigebiet zu sein. Denn es war ja auch Sommer! Aber es hatte eine Seilbahn und das ist schon genug, dass ich es hier erwähne.

Es geht nun weiter auf der ehemaligen Bahntrasse und es fing jetzt richtig zu regnen an. Es grollte auch und ein Gewitter kündigte sich von Weitem an.

Die nächsten Orte sieht man nun jetzt immer nur von weit weg. Ich konzentrierte mich auch voll auf den Radweg und dass ich eben mich zur Not irgendwo unterstellen konnte, falls das Gewitter zu heftig werden würde.

Gott sei Dank gab es überall Tunnel. In einem hielt ich und machte mal Pause vom Regen. Allerdings wurde mir dann kalt. Also fuhr ich dann doch weiter.

Spannend ist, das es durch dieses Tal mehrere Möglichkeiten gab. Mit dem Zug, der aber teilweise durch lange Tunnel geleitet wurde. Und es gab zwei Autobahnen oder Autostaßen, die den Radweg umschlingen. Mal ist man über, mal unter ihr.

Dazu führt ein Fluss durch das Tal, der es erst zu einem Tal gemacht hat.

Der nächste wichtige Ort ist dann das langgezogene Pontebba. Man sieht zuerst die Gleise. Der Ort ist ein Bahnort.

Pontebba - Kirche - Ausblick
Blick auf Pontebba vom Radweg aus.

Auch die Kirche sieht spannend aus. Von der war der Putz etwas ab. Aber sie sah dennoch toll aus.

Nun war der Regen schon etwas weg. Es nieselte nur noch etwas. Und durch die Hitze, die weiterhin in den Böden und der Landschaft steckte, und das Feuchte, entstand Dampf auf der Straße. Das sah echt toll aus!

In Pontebba hätte man in einem Café Pause machen, was ich aber nicht tat. Es geht dann kurz auf der Straße aus Pontebba raus.

Bald ist man wieder auf der Bahntrasse und kommt an vielen ehemaligen und verlassenen Bahnhöfen heraus.

Bahnhof Dogna - Bahntrassenweg - Alpe-Adria-Radweg
Bahnhof von Dogna. Viele solche alten und auch oft verlassenen Bahnhöfe gibt es auf diesem Bahntrassenweg nach Venzone.

Was aber wirklich spannend ist auf der Strecke, das sind die vielen Tunnel. Am Anfang versuchte ich sie noch zu zählen. Das erwies sich aber eher als unmöglich.

Wahrscheinlich wäre der Radweg als Radweg so nie gebaut worden, aber für die Eisenbahn eben schon.

Da die nun nicht mehr so kleinteilig fährt, hat man nun viel Platz und vor allem Spaß als Radfahrer. Es geht immer leicht bergab und man kann richtig Speed geben.

Der nächste größere, auffällige Ort ist Chiusaforte. Auch hier kommt man direkt an einem ehemaligen Bahnhof, der heute ein Restaurant ist.

Bahnhof von Chiusaforte - Restaurant - Alpe-Adria-Radweg
Ehemaliger Bahnhof von Chiusaforte, der heute ein Restaurant ist.

In Chiusaforte sieht man am Ortsausgang noch die Kirche Sankt Bartholomäus. Später fährt man noch über eine spektakuläre Eisenbahnbrücke, die eben heute eine Fahrradbrücke ist.

Die Landschaft ist außerdem super spannend. Man hat einen weiten Blick auf die Berge in ihren unterschiedlichen Formen. Und dennoch hat man eine relativ einfache Fahrt durch die Alpen.

Was noch erwähnenswert ist, wenn man sich diesen Bahntrassenweg betrachtet, das ist die Infrastruktur. Dass es diesen Weg überhaupt so gibt ist erstmal etwas hervorragendes.

Der Alpe-Adria-Radweg existiert ja auch erst seit 2012. Er ist EU-gefördert und war Teil eines Klimaprogramms. Danke EU!

Aber man muss auch sehen, dass der Radweg so noch seine Lücken hat. An einer Stelle hinter Pontebba sind ein paar Tunntel gesperrt. Weiter muss man südlich von Moggio Udinese auf die Straße wechseln.

Tunnel in Resiutta - Wasserdampf - Alpe-Adria-Radweg Reisebericht
Wasserdampf in einem Tunnel in Resiutta.

Nach Chiusaforte geht es also nur bis kurz vor Carnia auf dem Radweg weiter. Doch kann kommt ein kurzes gar nicht so ungefährliches Stück. Der Bahntrassenradweg bricht ab und ist wegen Steinschlags gesperrt.

Man musste auf der Straße fahren. Das war angesichts der vielen schweren LKW nicht so angenehm, auch wenn man viel Platz hatte. Man wurde jedoch schon gesehen.

So ging es dann bis Carnia, was schon ein Teil von Venzone ist. Am nächsten Tag würden es nur noch ein paar 100 Meter Straße in Richtung Venzone sein.

Denn das Hotel war direkt an der Straße und hinter Carnia (man fuhr zuerst durch Carnia durch). Den Bahntrassenweg hatte ich jetzt geschafft.

Das Hotel war supergroß und gemütlich. Es gab leckere Pizza. Verständigen konnte ich mich in englisch und sogar in deutsch.

Die dritte Etappe des Alpe-Adria-Radwegs war geschafft. Morgen würde ich über Udine schließlich nach Grado fahren – an die Adriaküste. Mein Alpe-Adria-Radweg Reisebericht wird dann enden!

Hotel Venzone-Carnia - Alpe-Adria-Radweg Reisebericht
Mein Ziel heute. Das Hotel in Venzone-Carnia. Sehr schönes Hotel trotz der Lage direkt an der Straße.

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