Der Bodenseeradweg in 50 Kilometer-Etappen: In 3 Etappen von Konstanz nach Sipplingen

Nachdem ich nun den Bodenseeradweg schon 2 Mal versucht habe am Stück zu umfahren, wollte ich ihn nun mal in kleinen Portiönchen zu fahren.

Es ging in 50-Kilometer-Etappen einmal komplett um den See! Start war wieder Konstanz – das Ende war auch in Konstanz. Dieses Mal war ich zudem nicht alleine, sondern hatte meine sehr gute Familie dabei.

Man kann den Bodenseeradweg in zwei Richtungen fahren. Er ist so oder so gut ausgeschrieben. Ich fahre in gerne in Richtung Uhrzeigersinn.

Mein Ziel war für die ersten drei Etappen Sipplingen. Man fährt dafür auf die Schweizer Seite des Untersees bis Stein am Rhein. Anschließend gab es einen kleinen Abstecher am Rheinradweg entlang bis nach Schaffhausen.

Am nächsten Tag ging es dann von Schaffhausen aus wieder zurück nach Stein am Rhein – und dann weiter am Untersee bis nach Radolfzell. Die letzte Etappe der ersten drei führte dann mit dem Rad von Radolfzell nach Konstanz zurück. Und von dort fährt man dann über Dettingen und Bodman-Ludwigshafen nach Sipplingen.

Mammern Eschenz Bodensee - Zug bzw. Bahn - Bodenseeradweg Schweiz - Bodenseeradweg in 50 Kilometer-Etappen
Zwischen Mammern und Eschenz sieht man den Bodensee von oben, da man auf eine Anhöhe fahren musste.

Von Konstanz nach Schaffhausen (CH)

Der Start der 1. Etappe war gleich in Konstanz am Bahnhof. Von dort fährt man Richtung des Kaufhauses Lago, das nicht zu übersehen ist. Dann geht es über die Gleise und schon ist man in der Schweiz in Kreuzlingen.

Hier muss man etwas aufpassen, damit man sich nicht verfährt. Radwege in der Schweiz sind gut ausgeschildert, aber die Schilder sind manchmal zu klein.

Kurz bevor man über die Felder aus Kreuzlingen wieder hinausfährt kann man leicht das Schild übersehen, das nach Schaffhausen weist. Das ist aber die korrekte Richtung, auch wenn man dort nicht zwingend hin muss, wenn man den Bodenseeradweg fährt (Schaffhausen liegt lediglich am Rhein).

Das Ziel ist erstmal Stein am Rhein, das in Richtung Schaffhausen liegt. Man fährt durch kleine Dörfer entlang der Bahnstrecke und des Bodensees. Meistens hat man einen eigenen Radweg. Manchmal muss man jedoch auf die Straße ausweichen wie in Berlingen.

Es war super Wetter, aber noch nicht zu heiß. Der Hitzesommer 2019 sollte erst so richtig im Juli beginnen. Von daher war das Top Fahrradwetter.

Es geht über Tägerwilen, Ermattingen, Steckborn, Mammern und Eschenz bis ins schöne Stein am Rhein.

Die Landschaft ändert sich wenig und ich kann die Dörfer und Orte nicht auseinanderhalten. Nur die Kuhwiese zwischen Mammern und Eschenz am Ende ist noch ein Highlight. Hier geht es auch kurz bergauf auf eine Anhöhe, von wo man den Bodensee wunderschön sieht (siehe Bild oben).

Stein am Rhein - mit Fahrradfahrer - Bodenseeradweg
Das bin ich in Stein am Rhein am Bodenseeradweg. Direkt vor dem Rathaus. Hier hat es sehr viele Fachwerkhäuser.

Nach Stein am Rhein verlässt man nun den Bodensee und fährt auf Wirtschaftswegen und durch schönen Wald bis nach Schaffhausen. Es hat im Wald zwischen Hemishofen und Gailingen mal ein paar wenige Höhenmeter drin – und es ist nicht komplett flach.

Ob man in der Schweiz oder in Deutschland ist, merkt man gar nicht so richtig. Ich war mir zumindest darüber erst im Klaren als ich wieder auf die Karte schaute abends.

Nach Stein am Rhein bleibt man bis vor Gailingen am Hochrhein (DE) in der Schweiz. Dann hat man ein Stück Deutschland vor sich.

Diessenhofen in der Schweit von Gaildorf am Hochrhein aus betrachtet - Rheinradweg
Das ist Diessenhofen (CH) von Gaildorf am Hochrhein (DE) aus betrachtet. Am wunderschönen Rhein.

Ein Mini-Stück ist dann wieder Schweiz bevor man schließlich nach Büsingen am Hochrhein gelangt. Das ist eine spannende Stadt, die eigentlich politisch zu Deutschland gehört, aber wirtschaftlich zur Schweiz. Das sorgt für allerlei Komplikationen, die man hier nachlesen kann. Insbesondere ist problematisch, dass die Büsinger deutsche Steuern bei Schweizer Lebenshaltungskosten zahlen müssen.

Endlich nun ist man in Schaffhausen und dort wollten wir uns unbedingt den Rheinfall ansehen. Der gehört zu den drei größten Wasserfällen in Europa und ist wirklich wunderschön anzuschauen.

Man kann direkt dorthin gelangen, jedoch muss man anschließend wieder einen Anstieg in Kauf nehmen. Oder, wenn man faul ist, nimmt man den Aufzug hoch zum Bahnsteig, der dort ebenfalls ist. Ich aber fuhr den Berg mit dem Rad hinauf.

Schön war auch, dass dort ein Alphorn-Spieler direkt am Rheinfall stand. Das sorgte für eine heimeliche und schöne Stimmung. Ich mag dieses Instrument wirklich sehr.

Rheinfall in Schaffhausen in der Schweiz - Bodenseeradweg in 50 Kilometer-Etappen
Das ist der wunderschöne und wilde Rheinfall in Schaffhausen in der Schweiz.

Von Schaffhausen (CH) nach Radolfzell

Die zweite Etappe führte uns nun wieder bis nach Stein am Rhein. Es ging am am Rheinradweg entlang. Von dort war das heutige Etappenziel Radolfzell.

Wir fuhren dieses Mal ab Schaffhausen nicht auf der nördlichen Seite, bei der sich die Schweiz und Deutschland immer abwechseln. Vielmehr waren wir auf der südlichen Seite, die komplett zur Schweiz gehört. Bis Stein am Rhein ist das komplett Schweizer Gebiet.

Dieser Radweg war leichter zu fahren als der gestern. Es war weitgehend flach und man fuhr viel auf Feldwegen. Viel Landwirtschaft gab es zu sehen und weniger Wälder.

Ein Stück weit musste man aber auch hier wieder an der Straße entlang. Es hielt sich allerdings in Grenzen.

Außer in Diessenhofen kommt man hier eigentlich nur an Gehöften vorbei. Der Radweg führt weitgehend über Land.

Man ist dann wieder, sofern man die Brücke überquert, in Stein am Rhein. Die Stadt ist mit ihren Fachwerkhäusern wirklich ein Highlight am Bodenseeradweg. In der Altstadt empfiehlt es sich mal einen Café oder ähnliches zu trinken oder auch ein Stück zu flanieren.

Stein am Rhein - Panorama - Altstadt - Bodenseeradweg
Das Panorama von Stein am Rhein. Eine superschöne Altstadt, die sich zu besuchen lohnt.

Das Wetter schlug jetzt übrigens um. Nachdem wir den ersten Teil des heutigen Bodenseeradwegs noch in der schönen angenehmen Sonne absolviert hatten, fing es ab Stein am Rhein langsam etwas trüber zu werden. Schließlich regnetes es auch.

Nach Stein am Rhein befindet man sich gleich wieder in Deutschland. Das nächste Ziel heißt Öhningen. Dort fährt man zwar leider nicht mehr direkt am Bodensee entlang. Das Ufer ist weitgehend privatisiert. In Wangen gibt es allerdings auch einen Campingplatz.

Dennoch ist es hier sehr schön. Man fährt oft durch leicht bewaldetes Gebiet durch. Man ist jetzt auf der Halbinsel Höri – eine legendäre Insel am Bodensee.

Dort war auch eine berühmte Persönlichkeit schon zuhause: Hermann Hesse, der Dichter und Literat. Er lebte eine Zeit lang seines Lebens in Gaienhofen. Das ist der nächste Ort, an den wir auf der Höri gelangten.

Es gibt dort sogar ein Museum über Hermann Hesse. In diesem Museum ist sogar der Arbeitsschreibtisch Hesses ausgestellt. Zudem findet man dort alle Infos über seine Biografie. Hier verbrachten wir ein paar Stunden, bevor es weiterging.

Das Hermann-Hesse-Museum in Gaienhofen am Bodenseeradweg
Das Hermann-Hesse-Museum in Gaienhofen. Um dort hinzugelangen muss man aus dem Ortskern Gaienhofen wieder raus und den Berg hoch. Sehr spannend und modern – das Museum!

Nach Gaienhofen fing es richtig an zu regnen. Über Horn, Iznang und Moos, auf leichten Schotterwegen geht es dann nach Radolfzell.

Die Radwege sind hier sehr schön und naturnah, auch wenn sie nicht direkt am Bodensee entlang führen. Man hat hier eine Landschaft voll saftiger Wiese und Bäumen. So richtig Wald ist hier aber eher nicht.

Nach Moos fährt man dann recht gerade auf einem Asphaltweg nach Radolfzell ein. Der Regen lies jetzt dankenswerterweise nach.

Man kommt nun direkt am Bahnhof und an den Gleisen vorbei. Hier übrigens war ich dieses Jahr schon einmal. Im Dunkeln bin ich angekommen, als ich den Heidelberg-Schwarzwald-Bodenseeradweg fuhr.

Wir würden aber nicht direkt in Radolfzell übernachten, sondern in einem Vorort, der noch etwas entfernt von der Innenstadt Radolfzells ist: In Markelfingen,

Bodenseeradweg in 50 Kilometer-Etappen - Radhotel am Gleis in Radolfzell-Markelfingen
Radhotel am Gleis in Radolfzell-Markelfingen. Hier ist alles auf Radfahrer/innen ausgerichtet!

Bodenseeradweg in 50 Kilometer-Etappen: Von Radolfzell-Markelfingen bis ins ruhige Sipplingen

Das Hotel in Radolfzell ist etwas Besonderes, da es nahezu komplett auf Radtouristen ausgerichtet ist. Es heißt “Hotel am Gleis”, da es sich direkt am Bahnhof von Markelingen befindet.

Das stört aber kaum. Ich empfand die Züge als nicht besonders laut. Zudem ist es um diese Zeit voll ausgebucht gewesen. Es ist wohl sehr beliebt, obwohl es noch gar nicht lange existiert.

Überall gibt es Bilder von Fahrrädern und zudem gibt es sehr gute Fahrradboxen. Auch das Restaurant war astrein. Richtig edles Bio-Essen aus der Region. Ich hatte Gemüse mit Pilzen und Chips! Lecker!

Am nächsten Tag schließlich fuhren wir weiter bis nach Konstanz. Diese Strecke ist ziemlich einfach. Man hat breite Asphaltwege und fährt durch Allensbach durch.

Allensbach ist nicht nur bekannt für das berühmte Umfraginstitut, sondern es hat auch ein schönes Strandbad.

Nach Allensbach geht es nun an der Insel Reichenau vorbei bis nach Konstanz-Petershausen. Die Strecke ist schön, aber wirklich auch belebt. Es war trotz des sich anbahnenden Regens hier viel los.

In Konstanz selbst fährt man dann an der Bahnstrecke entlang und dann darf man nicht verpassen, dass man nun nach rechts muss. Dann einmal über den Rhein bzw. Bodensee (Fahrradbrücke), um dann gleich wieder auf die Brücke zurückzunehmen, um wieder in Petershausen zu sein.

Konstanz-Petershausen - Blick auf die Altstadt - Bodenseeradweg
Konstanz im Regen von Petershausen aus gesehen auf die Altstadt.

Ab dem Ufer in Petershausen regnete es dann richtig heftig. Meine Familie wollte nun Pause machen und mit dem Zug nach Sipplingen.

Mir war das Wetter aber egal und ich fuhr weiter. Man fährt hinten aus Konstanz-Petershausen wieder heraus. Ich fuhr das ja schon zum dritten Mal und dieses Mal kapierte ich die Beschilderung.

Man kommt direkt am Eingang der Insel Mainau vorbei. Der Eintritt kostet hier aber 21,50€. Das wäre mir viel zu teuer, um ein paar Blumen anzuschauen.

Schließlich sehe ich ja beim Radfahren sowieso viel Natur. Der Radweg ist hier aber sehr schön ruhig, gerade wenn es regnet. Es war wenig los.

Kurz vor Dettingen ließ jetzt der Regen auch nach und es geht dann einen Anstieg hoch.

Direkt am See gibt es hier keinen Radweg. Die Marienschlucht z.B. ist seit 2015 gesperrt und es wäre fahrlässig hier entlang zu fahren oder auch zu laufen.

bodenseeradweg in 50 kilometer - bei Bodman
Panorama kurz vor Bodman.

Dann darf man wieder den Berg herunter fahren, um nach Bodman zu gelangen. Das ist dann entspannend, nachdem man den einzig relevanten Anstieg des Bodensees geschafft hat.

Schön ist, dass man nun an Erdbeer- und Spargelständen vorbeifährt. An einem Erdbeerstand bediente ich mich dann. Es waren bestimmt mindestens 3 oder 4, die hier auf dem Weg lagen.

Von Bodman aus geht es dann an der Straße nach Ludwigshafen. Beide Orte gehören ja als Bodman-Ludwigshafen zusammen.

Als Radfahrer am Bodensee nimmt man aber meistens Ludwigshafen wahr. Hier ist eine kleine Radstation, die ich sehr nett finde. Es gibt hier Radwerkzeug, man kann sich unterstellen und ganz wichtig – eine Toilette!

Von dort aus geht es unspektakulär an der Straße bis nach Sipplingen. Dort ist das Highlight dann eine tolle Fahrradbrücke.

Am Bahnhof ist dann der Innenbereich von Sipplingen. Dort gibt es Restaurants, einen Tante-Emma-Laden und auch einen Hafen. Es ist klein und schön hier. Also eine gute Möglichkeit hier einen Ruhetag zu verbringen, bevor wir die zweiten drei Etappen des Bodenseeradwegs fahren würden.

Sipplingen ist sehr wichtig für die Wasserversorgung Baden-Württembergs. Von hier aus werden 4 Millionen Bewohner mit Wasser versorgt. Unglaublich!

Ausstellung Wasserversorgung Sipplingen - Bodenseeradweg
Eine kleine Ausstellung über die Wasserversorgung Sipplingens. Von hier aus wird

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