Der Bodenseeradweg in 50 Kilometer-Etappen: In 3 Etappen von Sipplingen wieder nach Konstanz

Nachdem ich schon über die ersten 3 Etappen meiner Bodenseeradweg-Tour vom Juni berichtet habe, möchte ich nun mit den nächsten 3 folgen.

Start war diesmal in Sipplingen und das Ende wieder in Konstanz. Dieses Mal ging es aber einmal rund um den Obersee entlang, was der größere Teil des Bodensees ist.

Ich war wieder nicht alleine, sondern mit meiner Familie unterwegs. Das ist ein ganz anderes Fahren, da man sich mehr absprechen, arrangieren muss. Aber ich mag beides: Das Alleinfahren und das Zusammenfahren.

Die nächsten 3 Etappen gingen über Friedrichshafen, Lindau, Bregenz (AT) und Kreuzlingen (CH). Man fährt durch alle drei großen deutschssprachigen Länder.

Dazu ist die Landschaft abwechslungsreich und sehr beeindruckend.

Ludwigs Erbe - Peter Lenk - Ludwigshafen am Bodensee - Rathaus
Das Kunstwerk „Ludwigs Erbe“ von Peter Lenk. Es steht in Ludwigshafen beim Rathaus. Sehr spannend!

Von Sipplingen nach Langenargen

Der Beginn der Etappe war in Sipplingen. Wobei wir sogar nochmal 4 Kilometer zurück nach Ludwigshafen fuhren. Ich wollte meinen Mitstreitern auf dem Bodenseerundweg einfach noch die Radstation zeigen.

Und 4 Kilometer hin oder her: Was soll’s!

Dafür durften wir sogar noch ein Kunstwerk bewundern, dass mir selbst bisher am Bodensee noch nicht aufgefallen ist. Ein Künstler mit Namen Peter Lenk hatte hier Politiker teilweise nackt und in obszönen Posen dargestellt.

Das Kunstwerk heißt “Ludwigs Erbe” und soll sich wohl um die Habgier der Mächtigen drehen.

Schließlich fuhren wir die 4 Kilometer von Sipplingen am Radweg an der Straße entlang. In Sipplingen selbst allerdings muss man für ein paar wenige Kilometer direkt auf die Straße wechseln und diese mit Autos teilen.

Bogenbrücke Sipplingen Bodenseeblick Radtour
Schöne Bogen-Brücke in Sipplingen mit super Blick auf den Bodensee.

Doch das ist nur ein kleiner Abschnitt. Der restliche Weg nach Überlingen ist wieder in geschütztem Terrain und man fährt fernab von Autos.

Überlingen ist übrigens ein beliebter Ferienort am Bodensee. Er hat eine schöne Promenade. Allerdings ist hier gerade in Ferienzeiten sehr viel Verkehr. Die Radwegeführung durch Überlingen ist nicht sonderlich toll.

Es lohnt sich dennoch hier anzuhalten. Wenn man Zeit hat, kann man z.B. durch die Fußgängerzone schlendern. Wenn man mal fernab der Straßen, d.h. in Überlingen selbst ist, so ist es schön.

Sehenswert ist hinter der Stadt die Wallfahrtskirche Birnau, die aus der Landschaft deutlich herausragt. Die fällt mir immer wieder auf, wenn ich hier vorbeifahre!

Es folgt Uhldingen-Mühlhofen, wobei man nicht durch den Ort selbst fährt. Auch für den Besuch der Pfahlbauten müsste man den Radweg verlassen, was wir aber nicht taten.

Nächstes Highlight ist der Weinort Meersburg. Dort war bei diesem sehr guten Wetter einiges los.

Meersburg ist umgeben von Weinbergen, weshalb man hier eben auch an vielen Stellen lokalen badischen Wein probieren darf. Das taten wir jedoch nicht, weil wir noch ein Stück vor uns hatten und nicht betrunken sein wollten! 🙂

Meersburg - Bodensee - Weinberge - Bodenseeradweg
Meersburg am Bodensee. Mit Weinbergen.

Es folgen Hagnau und Immenstaad am Bodensee. In Hagnau war in der gemischten Rad- und Fußgängerzone leider die Polizei und zog Radler raus. Das fand ich extrem unsympathisch.

Da fahren Millionen Radtouristen durch den Ort, der Ort schafft es nicht einen gescheiten getrennten Radweg zu bauen und dann werden Leute rausgezogen. So tötet man Radtourismus. Ich finde das nicht gut – unabhängig davon, wer formal im Recht ist.

In Immenstaad muss man auf der Straße fahren und ab dann wird es eher ungemütlich. Hier hat es von Immenstaad nach Friedrichshafen super viel Autoverkehr.

Die Ruhe war nun vorbei , obwohl der enge Radweg bis Friedrichshafen für den Ansturm im Sommer doch recht gut ist.

Schließlich kommt man oberhalb der Promenade Friedrichshafens an und blickt auf diese hinab.

Von dort aus kann man auch der Hafen und einen schöner Park betrachten. Auf der Wiese kann man sich dazu von den Kilometern gut erholen.

Ab dann fährt man durch die Innenstadt Friedrichshafens, am Hafen vorbei, wo das Zeppelinmuseum ist und wieder hinaus.

Hafen Friedrichshafen - Fahrrad vor Yachten - Bodenseeradweg
Hafen in Friedrichshafen (mit meinem Reiserad).

Es wird dann wieder ruhiger und sehr naturnah. Nach Eriskirch fährt man gar an einem Flussradweg entlang.

Es ist auch nur noch Eriskirch was vor Langenargen folgt. Letzteres war nämlich mein und unser heutiges Etappenziel.

Beide Orte waren trotz der Sommersaison sehr ruhig. In Langenargen hatten wir sogar das Problem ein Restaurant zu finden, aber es war dann noch eines offen.

Ein besonders leckeres! Ich hatte Kartoffelpuffer mit Käse überbacken und Salat.

Langenargens Sehenswürdigkeit ist Schloss Montfort, direkt am See. Aber ansonsten ist die Promenade hier nicht allzu lang. Man ist schnell durch durch diesen kleinen feinen Ort.

Langenargen - Kirche - Bodenseeradweg
Die Kirche in Langenargen. Diese war unser Ziel auf der ersten Etappe von Sipplingen nach Langenargen.

Von Langenargen nach Rheineck (CH) an der österreichisch-schweizerischen Grenze

Am nächsten Tag verließen das kleine Langenargen wieder. Das nächste große Ziel war dann Lindau und schließlich das österreichische Bregenz.

Es folgt noch Kressbronn am Bodensee. Dies ist der letzte baden-württembergische Ort, bevor man nach Bayern gelangt.

Dafür ist es ein schöner Ort mit interessanter Strandpromenade und kleinen Parkanlagen vorm See.

Über Nonnenhorn und Wasserburg erreicht man nun Lindau. Man ist jetzt schon in Bayern. Der Radweg war hier sehr belebt und voll, was einen nicht schnell vorankommen ließ.

In Lindau selbst lohnt es sich immer auf die Insel zu fahren und hier etwas zu verweilen.

Am Hafen stehen dort der bayrische Löwe, der neue Leuchtturm und der Mangturm. Sie sind nicht nur Wahrzeichen Lindaus, sondern auch Wahrzeichen des Bodensees.

Fahrt Lindau - Bregenz - Bodensee-Radweg mit Schwänen
Dort hinten befindet sich Bregenz. Die Schwäne sind schon österreichische! Wunderschön hier.

Den schönsten Abschnitt am Bodenseeradweg empfinde ich den zwischen Lindau und Bregenz. Hier fährt man wirklich direkt am Ufer entlang und hat einen breiten Radweg.

Zwar ist hier sehr viel los. Es ist hier super belebt. Aber man hat dennoch viel Platz.

Der Radweg fährt hier eine leichte Kurve, so dass man Lindau und die Insel von weitem noch sieht.

Bregenz war auch wichtig für mich. Denn bisher bin ich den Bodenseeradweg nur bis hierher gefahren, am belebten Ufer mit Parkcharakter hatte ich das letzte Mal Pause gemacht und bin dann zurückgefahren.

Das Wetter war weiter super und als nächstes Highlight fährt man dann am Festspielhaus vorbei.

Auch nach Bregenz war der Radweg weiterhin toll! Viel zu schön!

Denn man gelangt nun ins Rheindelta. Dort fließt der junge Rhein in den Bodensee. Zuerst aber kommt die Bregenzer Ach und etwas später die Dornbirner Ach. Letzteren Fluss verwechselte ich mit dem Rhein. Aber der Rhein folgt erst kurz hinter und parallel zur Dornbircher Ach und ist hier schon ganz schön stattlich.

Rhein-Schauen am Rhein - Bodenseeradweg zwischen Hard und Fußach
Kleine Bahn, die direkt am jungen Rhein entlang fährt. Zwischen Hard und Fußach gesehen.

Neben dem Rhein führt hier im Übrigen eine kleine Bahn vorbei, die praktisch Rheinführungen anbietet. Das war lustig, weil die Bahn echt richtig langsam ist und es hier keine Schranken gibt.

Man muss also aufpassen. Nach diesem „Bähnle“ überquert man den Rhein und kann jetzt zu, Rheindelta fahren.

Hier legten wir eine Pause ein und aßen in der Schwedenschanze, was kein schwedisches, sondern ein italienisches Restaurant ist.

Die Straße hin zur Mündung des jungen Rheins in den Bodensee war an diesem Tag überflutet. Das war für uns jedoch kein Problem, da wir dort ohnehin nicht entlang mussten.

Vielmehr fährt man über eine schöne, dunkelgrüne Landschaft etwas ab vom See bis nach Rheineck. Im Hintergrund lugten ein paar grüne Hügel hervor. In dieser Abendstimmung mochte ich diesen Teil des Sees sehr gerne.

Der Rheintaler Binnenkanal – ein Abzweig des Rheins – trennt dann nicht nur Österreich und Deutschland, sondern auch das österreichische Gaißau und Rheineck. Letzteres war also direkt an der Grenze und gleichzeitig auch unser Übernachtungsort.

Landschaft nach dem Rheindelta vor Gaißau und vor Rheineck - Bodenseeradweg
Sehr schöne Landschaft vor Gaißau (AT) und nicht weit von Rheineck (CH) entfernt!

Von Rheineck (CH) zurück nach Konstanz

Die letzte Etappe führte uns schließlich ausschließlich durch die Schweiz. Es ist die einzige Etappe, die ich so komplett noch nie gefahren bin. Denn – wie gesagt – bei meinen Umrundungsversuchen musste ich spätestens in Bregenz aufgeben.

Der Radweg führt hier fast ausschließlich direkt am Bodensee entlang. Am Start in Rheineck fährt man jedoch noch ein Stück weit entlang des jungen Rheins.

Dieser Teil des Bodenseeradweg ist echt einer der schönsten. Nach Rheineck ist die Landschaft wie schon um das Rheindelta herum wunderschön.

Rheineck Schweiz Bodenseeradweg - Radtour
Das schweizerische Rheineck an der Grenze zu Österreich.

Erst mit der Zeit wird es wieder „normaler“. Man fährt in der Schweiz meist direkt am Bodensee entlang.

Die nächsten Orte sind dann Rorschach, Horn und dann Steinach.

Rorschach hat auch eine schöne Promenade, den Seepark, wobei mir der stoppelige kurze Rasen eher nicht so gefällt. Ein solcher ist auch nicht besonders ökologisch.

Sehenswürdigkeit ist hier die Badhütte. Diese steht auf Pfählen im Bodensee. Man kann sie durch einen Steg erreichen und sie liegt direkt am Radweg.

Nach Horn und Steinach folgt schließlich Arbon, wobei man immer noch weiter direkt am See fährt.

Arbon ist auch ein historischer Ort. Es gibt hier ein Schloss, das mitten im Ort steht. Dort gibt es auch ein Museum, was wir aber nicht besuchten.

Auch hier hat es eine schöne, ruhige Promenade, an der man gut mal Pause machen kann. Es ist hier nicht so städtisch wie z.B. in Rorschach. Solche Orte mag ich auf Radtouren immer etwas mehr, weil es dort nicht so stressig zugeht.

Schloss Arbon - Schweiz - Bodenseeradweg
Das historische Schloss Arbon.

Es passiert jetzt nichts mehr spektakulär Neues, aber mit dem vielfältigen Blick auf den Bodensee macht der Schweizer Teil viel Spaß. Außerdem muss man an dieser Stelle nie groß auf die Straße fahren.

Erwähnenswert ist als größerer Ort noch Romanshorn. Von dort aus sind es nur noch 20 Kilometer bis nach Kreuzlingen. 5 Kilometer vor Kreuzlingen folgt noch Münsterlingen, aber da ist man dann schon wieder in städtischem Gebiet.

In Kreuzlingen fährt man auf guten Radwegen sehr bequem durch die Stadt. Ein Stück Wald nahe der Stadt ist sogar dabei.

Dann aber ist die letzte Idylle vorbei. Kreuzlingen selbst ist sehr belebt an einem Sommertag und Konstanz sowieso. Am Hafen Kreuzlingen kommt man vorbei, der zum Verweilen und zum Fotomachen einlädt.

Von dort ist es nur noch ein Katzensprung und man ist wieder in Deutschland und damit Konstanz.

Wir hatten es geschafft. 7 Tage Bodenseeradweg, von denen wir 6 radgefahren waren. 50 Kilometer pro Etappe. Insgesamt waren es ca. 300 Kilometer.

Für mich war das nicht sooo anstrengend, aber ich fand es gut den Bodenseeradweg auch mal langsamer durchfahren zu haben. So konnte ich mehr von ihm sehen. Meine Familie war auch sehr zufrieen und wir waren dann erstmal lecker Essen im Konstanzer Kartoffelrestaurant. Das hatten wir uns verdient!

Hafen in Kreuzlingen - Nähe Konstanz - Bodenseeradweg
Kreuzlinger Hafen. Der befindet sich unmittelbar vor dem Ziel in Konstanz.

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