Die Schmach vom Bodensee – Teil 2 – Mein 2. Versuch den Bodenseeradweg an einem Tag zu umrunden

Jetzt wollte ich es nochmal wissen. Ein zweiter Versuch musste sein. Würde ich es schaffen an einem Tag mit dem Fahrrad um den kompletten Bodensee zu fahren? Würde ich ihn an einem Tag umradeln können?

Insgesamt 260 Kilometer sind das. Mein 1. Versuch im Winter war nach 160 Kilometern gescheitert. Wie weit würde ich es heute schaffen?

Nun gut, 160 Kilometer an einem Tag zu fahren, ist jetzt nicht ultra-schlecht. Aber der Ehrgeiz war einfach da, den Bodensee in einem Tag vollständig zu umrunden.

Mein Start war wieder in Konstanz. Ich war dieses Mal etwas früher da, weil ich einen früheren Zug von Tübingen aus genommen hatte. Schon um Viertel nach 10 war ich am Bahnhof in Konstanz. Das letzte Mal war es erst 1 Uhr gewesen.

Außerdem waren die Bedingungen natürlich jetzt besser. Es gab keinen Schnee und war auch nicht so kalt. Der 1. Versuch war im Januar gewesen.

Hier also mein 2. Bodenseeradweg Erfahrungsbericht. Übrigens bin ich wieder gescheitert. Aber eben besser gescheitert!

Grenze Konstanz Kreuzlingen - Deutschland - Schweiz
Die Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Unweit entfernt vom Hauptbahnhof Konstanz.

Der Start von meinem Bodenseeradweg Erfahrungsbericht: Wieder Beginn in Konstanz. Dann über Kreuzlingen bis Stein am Rhein (Schweiz)

Wieder stieg ich im Bahnhof in Konstanz aus. Wieder war ich in der Bahnhofsstraße in Konstanz und wieder würde ich gleich in Kreuzlingen sein.

Mit dem Unterschied, dass ich nun einfach mehr Zeit hatte. 3 Stunden mehr – und ich den Weg auf viel besser kannte. Außerdem schneite es nicht. Dadurch waren die Bedingungen einfach besser wie im Januar.

Ich wollte es also nun endlich schaffen: Einmal komplett um den Bodenseeradweg zu fahren. 260 Kilometer.

Ich drehte noch schnell ein Start-Video und machte ein paar Fotos. Medienarbeit muss einfach sein!

Und los ging es hinüber zur Schweizer Grenze. Der erste Teil bis nach Stein am Rhein (Schweiz) sollte schnell flutschen.

Dieses Mal begegnete ich auf dem Weg immerhin nicht 0 Menschen, sondern 3-4 Menschen. Im Sommer ist nachts hier also immerhin ein bisschen was los. Von wegen Tourismus-Region. 🙂

Denn im Januar hatte ich wirklich überhaupt gar niemanden in der Schweiz getroffen. Erst als ich kurz vor Konstanz war, sah ich wieder echte Menschen.




Der Weg von Kreuzlingen nach Stein am Rhein ist einfach zu finden. Man fährt fast immer direkt am Bodensee entlang. Wenn es hell ist, ist der Radweg wahrscheinlich noch einfacher zu finden.

Orte am Weg sind Trägerwilen, das nur ein paar wenige Kilometer von Kreuzlingen entfernt ist; dann Ermatingen, Steckborn, Mammern und Eschenz.

Immer fährt man an der Bahnstrecke entlang – und immer am Bodensee. Nur einmal am Schluss muss man an einer Kuhwiese entlang, (ich hörte die Glocken, sah die Kühe aber nicht) einen kleinen Berg hinauf. Doch der Berg war durchaus nicht allzu schwierig zu meistern.

Schließlich kommt man nach Stein am Rhein.

Stein am Rhein - Bodenseeradweg
Stein am Rhein bei Nacht. Sieht irgendwie mythisch aus.

Mein Bodenseeradweg Erfahrungsbericht: Von Stein am Rhein über Konstanz & Bodman-Ludwigshafen nach Friedrichshafen

Stein am Rhein bei Nacht ist beeindruckend und irgendwie mythisch-mittelalterlich. Allerdings wollte ich schnell weiter über die deutsche Grenze. Der erste Ort heißt hier Öhningen.

Öhningen kenn ich, weil ich da mal auf dem Campingplatz war vor ein paar Jahren. Um diese Zeit war es hier aber sehr, sehr ruhig. Und vor allem noch dunkel.

Von Öhningen aus fährt man ein bisschen Straße, aber bald gibt es wieder einen Fahrradweg. Nächstes größeres Ziel ist nun Radolfzell.

Überall sah man noch die Sturmfolgen vom Tag zuvor. Herabgefallene Äste, teilweise umgefallene Schilder. Nur wenige Stunden zuvor musste das Wetter hier ziemlich ungemütlich gewesen sein.

Ich hatte jedoch Glück, dass es während meiner Fahrradfahrt nicht regnete (ein paar wenige Tropfen kann man wirklich nicht als Regen bezeichnen) und es auch keinen Sturm gab.

In Radolfzell verfuhr ich mich ganz kurz, fand aber schnell auf den rechten Weg zurück. Der Bodenseeradweg ist ja nach meiner Erfahrung sehr gut ausgeschildert. Aber es gibt ein paar Ecken, wo es etwas unklar ist, in welche Richtung es nun geht.

Die nächsten Orte waren nun Markelfingen, Allensbach und den Bahnhof in Reichenau. An diesen Ort erinnerte ich mich noch gut von meiner letzten Tour. Ich hatte hier nämlich Pause gemacht.

Dort war zudem durch den Sturm ein Schild umgeworfen. Ich war sogar so nett, es wieder aufzurichten.

Man hatte nun das Gefühl fast in Konstanz zu sein und muss einfach nur ganz lange geradeaus entlang der Bahnstrecke folgen. Geradeaus, geradeaus, geradeaus…

Erst kommt Wollmatingen, dann Konstanz-Fürstenberg und am Ende Konstanz-Petershausen.

Konstanz-Petershausen Uferpromenade Bodenseeradweg Erfahrungsbericht
Uferpromenade in Konstanz-Petershausen. Bei Nacht noch beeindruckender!

Nun war es noch richtig dunkel und ich genoß die Ruhe so wieder durch Konstanz zu fahren.

Besonders die Promenade in Konstanz-Petershausen ist etwas besonderes. Überhaupt und vor allem bei Nacht.

Nun war ich wieder unschlüssig, wo es lang gehen sollte. Innerhalb von Konstanz und aus Konstanz raus finde ich die Beschilderung nicht optimal.

Und zwar nicht deshalb, weil es keine Schilder gibt, sondern eben zu viele. Es gibt z.B. Beschilderungen, die besagen, dass Überlingen direkt um die Ecke ist. Das stimmt auch, wenn man per Schiff fährt.

Morgendämmerung in Konstanz-Staad Erfahrungsbericht Bodenseeradweg - Bodensee umrunden
Beeindruckende Morgendämmerung in Konstanz-Staad. Ich war hin und weg und konnte kurz nicht Weiterfahrradfahren.

Ich wollte aber – wie beim letzten Mal – das ganze eben nur auf dem Festland fahren. Man muss dann durch Staad, was das Hafenviertel von Konstanz ist.  Durch Staad ist es etwas verwirrend zu fahren. Man fährt durchs Wohngebiet. Die Beschilderung ist am Ende aber ganz okay.

Wenn man nun aus Staat heraus ist, wird es wieder einfacher. Es geht nur geradeaus. An der Insel Mainau vorbei. Hier war um diese Uhrzeit nur ein Reinigungsfahrzeug unterwegs. Es war jetzt schon hell, ich war etwas müde, aber immer noch frohen Mutes, dass ich es zumindest weiter als beim letzten Mal schaffen könnte.

Als es hell wurde, war ich jetzt schon am Ende von Konstanz bzw. fast wieder raus. Das war weiter als beim letzten Mal. Ich war damals im Januar erst in Allensbach gewesen. Insofern war ich schon weiter (auch wenn ich früher losgefahren bin).

Nach Staad kommt Litzelstetten, dann Dingelsdorf und hier muss man auf der Straße nach Dettingen abbiegen. Hier geht es dann weg vom Bodensee ins Landesinnere, wenn man so will.

Es geht nun heftig und lang den Berg hinauf. Ein ziemliche anstrengendes Stück, was einen sehr ins Schwitzen bringt. Vor allem auch deshalb, weil ich viel zu viel anhatte (ich hatte immer noch mit Regen gerechnet).

Über Liggeringen, erreicht man Bodman. In Richtung Bodman geht es dann den ganzen gefahrenen Berg wieder hinunter. Denn man kommt vom Landesinneren wieder direkt an den Bodensee.

In Bodman war erstmal eine kurze Pause angebracht. Nach dem Berg hinter Dettingen war ich schon ziemlich fertig. Aber es musste weitergehen!

Nach Bodman geht es wieder flach in Richtung Bodman-Ludwigshafen. Nun hatte ich Überlingen und später Friedrichshafen im Blick. Dorthin musste ich es auf jeden Fall schaffen. Mindestens!

Der Weg führt nun immer direkt am Bodensee entlang. Es ist jetzt wirklich einfach sich zurechtzufinden.

Vor Sipplingen muss man zwar auf der Straße fahren, aber ansonsten gibt es entlang der Straße immer einen Radweg.

Sipplingen Bodenseeaussicht - Bodenseeradweg
Schöne Aussicht vom Bodenseeradweg aus (Straße) bei Sipplingen.

Zwischen Überlingen und Friedrichshafen hat man sogar einen Radweg, der meist fern von der Straße durch eine schöne Landschaft führt.

Beispielsweise kommt man unterhalb des Neuen Schloss Meersburg vorbei, was beeindruckend aus der Landschaft ragt. Hier war ich wieder geneigt – wie im Januar – ein Foto zu machen.

Meersburg ist übrigens auch eine Weinanbaugemeinde. Lecker Wein kann man also auch am Bodensee und nicht nur am Rhein oder an der Mosel genießen!

Neben Meersburg fährt man noch durch Hagnau am Bodensee und Immenstaad am Bodensee.

Bald landet man im dann doch eher verkehrsreichen Friedrichshafen, wobei man dort immer einen eigenen Fahrradweg hat.

Neues Schloss Meersburg Bodenseeradweg
Das Neue Schloss Meersburg.

Wieder nicht ganz geschafft, den Bodensee zu umrunden: Von Friedrichshafen über Lindau nach Bregenz

Dieses Mal bin ich anders als im Januar durch Friedrichshafen komplett durchgefahren. Es war eine schöne Stimmung in der Stadt an diesem Sommertag.

Ich sah sogar einen Zeppelin (der Europapark in Rust machte Werbung) und auf dem Marktplatz war irgendein Markt.

Dennoch musste ich die Stadt bald wieder verlassen, um nach Lindau zu gelangen.

Man merkte jetzt schon, dass an diesem Sommertag viel los war auf dem Bodenseeradweg. Aber es war nicht übervoll von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern.

Ich hatte ja gelesen, dass der Bodenseeradweg doch recht voll sein soll von Radtouristen, aber ich finde es ging und man konnte noch schnell und gut durchfahren.

Friedrichshafen - mit Zeppelin - Radtour - Bodensee umrunden - Bodensee umradeln
In Friedrichshafen. Aussicht auf die Uferpromenade. Rechts oben sieht man einen Zeppelin (Europapark-Zeppelin).

Zwischen Friedrichshafen und Lindau folgt schließlich noch Langenargen, Kressbronn und das schließlich schon in Bayern gelegene Wasserburg am Bodensee.

Durch den Ort Nonnenhorn kommt man vor Kressbronn. Zuletzt ist man dann in Lindau. Diese drei letztgenannten Gemeinden sind die einzigen drei aus Bayern, die direkt am Bodensee liegen.

Das letzte Stück bin ich recht schnell gefahren. Ich wollte endlich in Lindau sein. Ich wusste, heute würde ich es wieder nicht komplett um den Bodensee schaffen. Aber ich würde weiter sein als beim letzten Mal.

Der letzte Zug in Konstanz fuhr schon um 19 Uhr irgendwas. Das hätte ich einfach nicht mehr geschafft.

Deshalb war meine Idee jetzt: Bis nach Lindau zu kommen und dann noch nach Bregenz zu fahren.

Von Bregenz aus würde ich wieder zurückradeln und dann auf der Insel Lindau den Zug nach Tübingen nehmen.

Bodenseeradweg Erfahrungsbericht Bregenz Vorarlberg
An der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Zwischen Lindau und Bregenz.

Ich hätte dann auch noch ein bisschen Zeit, um am Bodensee zu chillen und etwas zu essen.

Schließlich hatte ich recht viel Hunger nach über 15 Stunden Fahrradfahren. Ich genoß dann einen leckeren vegetarischen Döner in Bregenz. Ich setzte mich direkt an den Bodensee und beobachtete Enten.

Und dazu noch die tolle Aussicht nach Lindau. Es war jetzt mega-gutes Sommerwetter. Ganz anders als noch an den gewittrigen und stürmischen Tage zuvor.

Irgendwie war ich nicht unglücklich, es wieder nicht geschafft zu haben. Insgesamt 200 Kilometer war ich ja gefahren, was mein absoluter bisheriger persönlicher Rekord ist. Ich bin noch nie mehr gefahren.

260 Kilometer ist dann doch noch etwas viel. Ich muss einfach noch etwas trainieren und die Strecke besser kennenlernen.

Vielleicht fahre ich den Bodensee einmal in 3 Tagen ab und genieße noch etwas Kultur. Jetzt kenne ich ja den Großteil der Strecke und muss nicht viel Zeit mit Wegweisersuchen verbinden.

Der Affenberg Salem wäre ein gutes Ausflugsziel, die Pfahlbauten etc. Da muss ich dann nicht so hetzen. Ich würde mehr erleben. Mein Bodenseeradweg Erfahrungsbericht könnte dann auch auf mehr Details eingehen.

Wenn ich dann die 3 Tage geschafft hätte, kann ich es ja immer noch einmal vollständig versuchen.

Die große Herausforderung: Einmal komplett um den Bodensee an einem Stück zu umradeln! Ich will und werde es noch schaffen!

Bregenz - Mein Ziel am Bodenseeradweg - Bodensee umradeln
Bregenz vor einem Brunnen. Hier war das Ziel meines 2. Bodensee-Umrundungsversuches.

2 Gedanken zu „Die Schmach vom Bodensee – Teil 2 – Mein 2. Versuch den Bodenseeradweg an einem Tag zu umrunden“

    • Cool, voll schnell und gut! Ich bin eher langsam unterwegs und mache immer viele Fotos. Muss sein.
      Was hattest Du für ein Fahrrad?

      Antworten

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