Berlin-Leipzig-Radweg. 2. Etappe. Von Niedergörsdorf nach Leipzig. Durch drei Bundesländer

Die zweite Etappe Berlin-Leipzig-Radweg war nun etwas anspruchsvoller. Besonders zum Ende hin – in Richtung Leipzig – wurde es leicht hügeliger.

Jetzt nicht super-mega-hügelig, aber man spürte schon, dass man aus dem ganz flachen Norden Deutschlands langsam herauskam.

Die Strecke führte mich heute gleich durch drei Bundesländer. Start war noch in Niedergörsdorf in Brandenburg. Bald sollte ich nach Sachsen-Anhalt kommen, z.B. in die Lutherstadt Wittenberg.

Und das Ziel Leipzig liegt ja bekanntlich in Sachsen.

Die erste Etappe vom Brandenburger Tor in Berlin nach Niedergörsdorf könnt ihr übrigens hier lesen. Wobei ich den Teil vom Brandenburger Tor in den Süden Berlins schon einen Tag zuvor gefahren bin.

Die Strecke ist abwechslungsreich. Vor allem was die Wege und Wegbeschaffenheit selbst anbelangt. Man fährt über besten Asphalt, über Kieswege, über sehr grobkörnigen Kies, auch über Sand und über Wegbeläge, die ich echt nicht definieren kann.

Jetzt aber los mit meinem Bericht: Der Start im kleinen, aber feinen Niedergörsdorf. 2. Etappe Berlin-Leipzig-Radweg Erfahrungsbericht bis zum schönen Ziel Leipzig!

Niedergörsdorf Wegweiser Elberadweg Berlin-Leipzig-Radweg Erfahrungsbericht
Hier in Niedergörsdorf sieht man nicht nur ein Berlin-Leipzig-Radweg-Schild, sondern auch eines, das den Weg zum Elberadweg zeigt.

Berlin-Leipzig-Radweg Erfahrungsbericht – Teil 1: Von Niedergörsdorf in die Lutherstadt Wittenberg

Das Wetter war heute im Gegensatz zu gestern morgen sehr schön. Niedergörsdorf führt ja direkt am Berlin-Leipzig-Radweg und ich konnte so direkt weiterfahren.

In Richtung Naundorf geht es über Feldwege, sehr gemütliche Feldwege wie ich fand. Die schönen Weiten Brandenburgs kann man hier nochmal richtig genießen.

Wobei der nächste Ort Naundorf schon in Sachsen-Anhalt liegt, während Niedergörsdorf der letzte Ort Brandenburgs ist. Ich überschritt also kurz vor Naundorf die Landesgrenze.

Man fährt jetzt durch Zahna-Elster. Ein großer Ort, der aus sehr vielen Teilorten besteht.

Immerhin hat Zahna-Elster einen Bahnhof und ist auch angeschlossen, was man ja von der brandenburgischen Strecke zwischen Zossen und Jüterbog, die ich gestern gefahren bin, nicht sagen kann. Die Bahnstrecke ist stillgelegt.

An den Rändern der Gemarkung von Zahna-Elster liegt immerhin die Elbe. Trotz der vielen verwaltungstechnischen Zusammenschlüsse, hat der Ort nicht einmal 10.000 Einwohner. Ein markantes Rathaus hat er allerdings wohl.

Ich war jedenfalls in der Innenstadt von Zahna-Elster. Dort sieht man das Rathaus. Man fährt an ihm vorbei und biegt dann von der Straße aus in Richtung Feldweg ab.

Man kommt durch einen schönen Wald, später wieder auf eine wenig befahrene Straße und bald schon ist man in der Lutherstadt Wittenberg angekommen.

Dort wird ja dieses Jahr das Lutherjahr gefeiert. Ich war jedenfalls das erste Mal in dieser Stadt.

Sie stellte für mich vor allem ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg in Richtung Leipzig dar.

Ich schaute mir die Stadt etwas an. Sie ist touristisch sehr auf Martin Luther ausgerichtet. Sie hat aber auch eine schöne Altstadt und eine sehr lange Fußgängerzone, durch die man auch mit dem Fahrrad fahren kann.

Rathaus Lutherstadt Wittenberg - Berlin-Leipzig-Radweg Erfahrungsbericht
Das Rathaus von Wittenberg. Dort war was los und eine Tanzgruppe tanzte dort zu irgendso modernen Tänzen.

Teil 2: Von Wittenberg über Bad Düben nach Leipzig. Ziel war der Leipziger Hauptbahnhof

Nachdem ich etwas in der Lutherstadt Wittenberg verweilt hatte, durfte ich ein Stück Elberadweg fahren.

Zuerst überquerte ich die Elbe kurz hinter Wittenberg und folgte dann dem Schild “Elberadweg”. Wobei der Berlin-Leipzig-Radweg auch ausgeschrieben war und für kurze Zeit eben identisch war mit dem Elberadweg.

Elbe - Elberadweg Lutherstadt Wittenberg
Die Elbe bei Wittenberg.

Der Elberadweg ist etwas besonderes, weil er als der beliebteste deutsche Radweg gilt. Ich möchte gerne einmal länger ein Stück an ihm fahren. Vielleicht schaffe ich es gegen Ende des Jahres noch ein bisschen nach Hamburg zu fahren.

Zwischen Tschechien, Dresden und Hamburg führt er entlang. Bei Cuxhaven mündet die Elbe ja schließlich in die Nordsee.

Die Strecke nach Wittenberg ist hier schön ruhig und bis kurz vor Klitzschena führt sie über Feldwege und am Anfang sogar durch ein kleines Wäldchen.

Ab Klitzschena bis nach Bergwitz befindet man sich ein Stück auf der Straße.

In Bergwitz ist der Bergwitzsee. Ein schöner Naherholungssee, in dem man auch baden kann. Man begleitet ihn ein Stück und kommt nach Kemberg, über Lubast bald über Natur nach Bad Schmiedeberg.

Vor Bad Schmiedeberg kam man an der Sackwitzer Mühle vorbei. Schon alleine den Namen finde ich cool. Vielleicht sollte ich da echt mal übernachten. Bei einer anderen Gelegenheit.

Sackwitzer Mühle - Wasserlinsen Berlin-Leipzig-Radweg
Wasserlinsen, aber keine Linsen mit Spätzle.

Man ist hier im Waldgebiet und in der Natur. Ich kam an einem Teich vorbei, der sehr grün war. Ich kannte das aus der Niederlande. Zumindest erinnere ich mich daran, dass ich dort vollkommen grüne Flüsse gesehen habe (an anderen Orten gibt es dies Phänomen aber auch).

Wasserlinsen sind das. Das sind Pflanzen, die nicht mit Linsen mit Spätzle vergleichbar sind. Ich bin halt Schwabe, da denkt man bei dem Begriff “Linsen” sofort an Linsen mit Spätzle.

Naja, jedenfalls kommt man in Bad Schmiedeberg an – und streift den Ort nur. Etwas verwundert blickte ich dann auf dieses Schild hier unten.

“Hier baut die Stadt Bad Schmiedeberg.” Das ist ja noch verständlich. Aber dann: “Auf einer Fläche von 20 ha entsteht in Bad Schmiedeberg von 1994 bis 1996 für ca. 1.700 Einwohner das Wohngebiet Zschimmerstraße II.”

Ich bin sehr gespannt, wann das fertig wird. 🙂

Hier baut die Stadt Bad Schmiedeberg
Bad Schmiedeberg. Wohn- und Bauprojekt von 1994 bis 1996. Ich bin sehr gespannt, wann das Projekt fertig wird. Vielleicht in einer anderen Welt, oder gar in einer anderen Galaxie?

Nach Bad Schmiedeberg fährt man schließlich kurz die Straße entlang und in einem kleinen Ort muss man nach rechts abbiegen.

Hier stand ein Schild, das auf eine schlechte Qualität des Radweges hindeutete. Es wurde sogar empfohlen lieber Straße zu fahren.

Ehrlich gesagt finde ich das nicht besonders gut. Okay, der Weg war grober Schotter und nicht jeder Radfahrer kommt damit klar.

Doch letztens bin ich den Königssee-Bodensee-Radweg gefahren und dort im Allgäu oder vor Bad Tölz gibt es auch solche extrem grobkörnigen Radwege.

Man kann hier sowieso nicht schnell fahren, aber ich empfinde es immer unangenehmer und gefährlicher auf einer Autostraße zu fahren als im Wald mit grobkörnigem Schotter. Wenn man hier vorsichtig fährt, kann einem nichts passieren.

Ich fand den Wald sogar recht schön. Zwar war es anstrengend. Erst einen ganz schönen Berg hinauf. Und berg hinab war wegen des schwierigen Schotters auch nicht besonders einfach.

Doch Spaß hat es dennoch gemacht.

Radweg bzw. Waldweg zwischen Bad Schmiedeberg und Bad Düben.
Waldweg zwischen Bad Schmiedeberg und Bad Düben.

Man kommt in Bad Düben an und nun darf man noch eine Mischung aus Feld und Waldwegen bis nach Leipzig fahren. Vor Leipzig folgt sogar noch etwas wenig befahrene Straße.

In Leipzig dann schließlich gibt es gut ausgebaute Radwege. Ich beeilte mich etwas, um vor Einbruch der Dunkelheit noch da zu sein.

Schließlich wollte ich noch ein paar Fotos machen. Nun gut, als ich am Leipziger Bahnhof war, dämmerte es ganz schön. Aber egal. Ein bisschen konnte ich noch etwas aufnehmen.

Jemand war so nett und hat mir ein Siegerphoto im Leipziger Hauptbahnhof gemacht.

Ich hatte es geschafft: Von Berlin nach Leipzig. Ein toller, abwechslungsreicher Radweg. Zwei große Städte, die sehr beliebt und bekannt sind. Mit dem Kontrast eines für deutsche Verhältnisse wenig besiedelten Landes.

Dieser Kontrast interessiert mich – und das macht das Besondere dieses Radwegs aus. Mit diesem Satz lasse ich also meinen Berlin-Leipzig-Radweg Erfahrungsbericht enden.

Leipzig Turm "Zuhause in Leipzig" Nähe Hauptbahnhof Leipzig
Ein Turm in Leipzig. “Zuhause in Leipzig” steht da. Der Turm befindet sich in der Nähe des Hauptbahnhofes (einfach einmal umdrehen).

Schreibe einen Kommentar