Spreeradweg. Von Fürstenwalde nach Berlin

Nun war ich also wieder in Fürstenwalde. Dieses Mal um den Spreeradweg zu fahren und nach Berlin zu kommen.

Bei meiner Europaradtour im Sommer 2016 bin ich anders herum gefahren. Von Berlin über Fürstenwalde bis nach Frankfurt/Oder. Ich war also damals schon einmal fahrradmäßig in Fürstenwalde gewesen.

Einige Orte erkannte ich auch wieder, insbesondere den Start. 2016 war ich aber insgesamt anders gefahren. Eher direkt nach Berlin und nicht so sehr am Flusslauf entlang. Doch jetzt wollte ich dem offiziellen Spreeradweg folgen, der weitgehend am Fluss entlang führt.

Jedoch – ehrlich gesagt – so oft sieht man den Fluss gar nicht. Am Anfang in Fürstenwalde schon, aber später vom Radweg aus weniger.

Das ist zwar etwas schade, aber um mehr Spree zu sehen, müsste ich vielleicht den kompletten Spreeradweg fahren. Der führt nämlich von Eibau im Landkreis Görlitz über Bautzen, Cottbus und Lübbenau nach Fürstenwalde – und schließlich nach Berlin.

Doch diese praktisch letzte Etappe des Spreeradwegs hatte auch etwas. Erst einmal fährt man durch das brandenburgische Nichts. Über Felder, über Weiten, über Landschaften. Wenn man in Berlin landet hat man dann das komplette Gegenteil: Pure Stadt, purer Verkehr. Immer viel los.

Und auch Dönerläden! Die Berliner Dönerladen-Kultur. Das ist eben der Vorteil gegenüber dem weiten und fast einsamen Brandenburg.

 

Im leichten Nieselregen (manchmal) von Fürstenwalde über Erkner zum Berliner Müggelsee

In Fürstenwalde bin ich erstmal aus dem Zug ausgestiegen. Gleicb um die Ecke fand man ein Karl-Marx-Denkmal. Das Denkmal steht dort in einem Stadtpark.

Man mag ja über den Kerl denken was man will, aber ich fand, dass das ein wunderbarer Ausgangspunkt für meine dreitägige Radreise sein würde: Ein Tag Spreeradweg, zwei Tage Berlin-Leipzig-Radweg.

Karl Marx in Fürstenwalde - unweit Spreeradweg
Der berühmte Karl Marx hier im Stadtpark von Fürstewalde. Nicht weit weg vom Bahnhof, nicht weit weg vom Spreeradweg.

Nahe des Denkmals begann dann schon der Spreeradweg. Einmal über die Hauptstraße – und schon war man direkt an der Spree.

Von der Stadt sah ich so zwar wenig bis gar nichts. Aber das war mir auch nicht so wichtig, ich wollte jetzt los und in die schöne Spree-Natur.

Das erste Stück kannte ich sogar. Hier hatte ich auf meiner Europaradtour auch schon Pause gemacht. Vor dem Spreegarten. Das ist ein Wirtshaus, das direkt dort an der Spree liegt. Beim nächste. Mal sollte ich da mal einkehren.

Der Weg hier war nach ein paar Regentagen voll von Schlamm und die erste kleine Herausforderung.

Schlammweg Schlammfahrradweg in Fürstenwalde am Spreeradweg
Fürstenwalde, ortsausgangs. Hier war es wegen des Regens die Tage davor unglaublich verschlammt. Aber man kam noch noch. Zur Not ganz links an der Pfütze vorbei.

Doch das Schlamm-Stück war relativ kurz und es folgte nun ein schönes und langes und schönes Stück Spreewald mit Kiesweg und Asphalt.

Die Vegetation ist hier ganz anders als ich das so kenne. Dunkle Wälder, die etwas märchenhaftes haben, finde ich.

Es folgen kleine Orte wie Hangelsberg oder die Siedlung Spreewald, die zur Gemarkung Grünheide (Mark) gehören. Doch der eigentliche Ort ist ein paar Kilometer entfernt von hier.

Man muss sagen, dass die Beschilderung nicht optimal ist. Wenn man den Rheinradweg oder Donauradweg gewöhnt ist, wo an jeder Kreuzung Schilder stehen, ist hier die Beschilderung leider manchmal etwas unklar.

An einer Stelle (Gosse -Neu Zittau) gab es sogar zwei Schilder, die in die komplett falsche Richtung führten. Ich bin dann erst 3 Kilometer in diese Richtung geafahren, bevor ich meine GPS-App und meine Online-Karte befragte.

Ich musste umdrehen zu besagter Stelle und wunderte mich sehr über gleich zwei gleiche Schilder, die falsch waren.

Ich fuhr dann nach Karte und ca. 1 Kilometer weiter war dann glücklicherweise der nächste Spreeradweg-Wegweiser.

Schade. Die Beschilderung muss noch verbessert werden. Sonst mag ich den Radweg nämlich sehr gerne.

Man kann im Übrigen so grob sagen, dass die erste Hälfte der Strecke die weite Brandenburger Strecke war. Die andere Hälfte war die städtischer Berliner Radstrecke.

Spreewald in Spreenhagen am Spreeradweg!
Spreewald in Spreenhagen am Spreeradweg! Urtümliche Spreelandschaft.

Bei haben etwas für sich. Doch könnte der Gegensatz einfach nicht größer sein.

Der letzte Ort in Brandenburg ist dann Erkner. Eine Kleinstadt, die wahrscheinlich sehr von der Nähe zu Berlin geprägt ist. Sie könnte auch ein Stadteil von Berlin sein, gehört aber gleich zu einem ganz anderen Bundesland: Brandenburg.

Man überquert hier in Erkner den kleine Fluß Flakenfließ, der den Dämeritzsee mit dem Flakensee verbindet.

Die Spree dagegn fließt bei Erkner in den Dämeritzsee. Dort wieder hinaus und dann zuerst in den kleinen und schließlich in den großen Müggelsee.

Man ist hier im Berliner/Brandenburger Seengebiet. Ein schönes Gebiet, was auch viele Leute anzieht. Wenn es nicht gerade trüb ist und nieselt – wie zu dem Zeipunk, als ich hier entlang fuhr!

Großer Müggelsee Spreeradweg in Berlin
Der Große Müggelsee am Spreeradweg. In Berlin.

Berliner Müggelsee – Brandenburger Tor

Nun kam ich bald zum Müggelsee. Der See, von dem ich schon so viel gehört hatte, aber mir nie etwas darunter vorstellen konnte.

Zuerst kam der kleine, dann der große Müggelsee. Der große ist schon deutlich größer.

Gehört hatte ich übrigens deshalb davon, weil die Jungs von Zwei nach Shanghai hier ihren ersten Stop dort gemacht hatten. Sie waren von Berlin nach Shanghai gefahren, wobei die erste Etappe wohl nur 30 Kilometer lang war. Sie übernachteten hier am Müggelsee.

Auf jeden Fall ein ist das hier ein sehr schönes Stück Berlin. Er ist zwar bekannt, aber viele andere Teile und Sehenswürdigkeiten Berlins überlagern von der Aufmerksamkeitsökonomie einfach, dass es in Berlin auch richtig naturnahe Orte gibt.

Nach dem Müggelsee wird es nun städtisch. Es folgt noch ein bewaldeter Radweg und man landet schließlich in Köpenick.

Der Bezirk ist nicht nur bekannt für den Hauptmann von Köpenick. Gregor Gysi hat hier seinen Wahlkreis und sein Konterfrei schlug mir hier gleich beim Einfahren entgegen. Treptow-Köpenick heißt der Wahlkreis.

In Köpenick bin ich dann über die Dahme gefahren. Diese fließt hier in Köpenick in die Spree.

Man fährt nun noch an der Wuhlheide entlang. Dort fährt man lange an einer Auto-Straße, wo es aber überall Fahrradwege gibt.

An der Haltestelle Wilhelmstrand muss man dann die Spree mit der Fähre überqueren. Das kostet ein paar wenige Euro. Ein Fahrradticket für zusätzlich für 1,20€ muss man auch lösen.

Das mag ich sehr gerne solche Übergänge. In der Niederlande gibt es diese übrigens alle Nase lang.

Man landet im Spreepark in Treptow, fährt ein Stück durch Kreuzberg und schon ist man in Mitte angekommen.

Dort ist ja dann das Reichstagsgebäude, das Kanzleramt, das Denkmal für die ermordeten Juden und natürlich das Brandenburger Tor.

Aber ich will jetzt hier keinen Abriss über Berlin machen. Es gibt hier unheimlich viel zu gucken. Doch das kann ich jetzt alles gar nicht erzählen.

Ich jedenfalls war sowieso nur am Brandenburger Tor, habe kurz Pause gemacht und wollte ja dann weiter. In Richtig Leipzig. Denn ab sofort sollte der Berlin-Leipzig-Radweg folgen!

Berlin Brandenburger Tor - auf dem Spreeradweg
Mein heutiges Ziel – das Brandenburger Tor! Das habe ich einfach mal als Ziel des Spreeradwegs definiert, obwohl die Spree noch etwas weiterfließt und in Berlin-Spandau in die Havel mündet.

Vom Spreeradweg auf den Berlin-Leipzig-Radweg: Brandenburger Tor bis Lichtenrade (Stadteil)

So. Nun also sollte ab dem Brandenburger Tor, wie gesagt, sofort mit dem nächsten Radweg gestartet werden. Das Wetter war nun etwas aufgehellt, aber die Regengefahr war weiterhin präsent. Ich startete gleich am Brandenburger Tor mit dem Ziel in zwei Tagen Leipzig zu erreichen.

Der Berlin-Leipzig-Radweg ist hier leider nicht ausgeschrieben. Das ist etwas doof, so dass ich mich improvisierend durchgeschlagen habe. Einfach in den Süden!

Nächster Ort ist dann der Potsdamer Platz und mein Ziel war heute Lankwitz ganz im Süden von Berlin.

Man durchquert dabei nochmal ein kleines Stück Kreuzberg und fährt durch den Naturpark Schöneberger Südgelände.

Am Ende musste ich allerdings von Lankwitz aus noch 18 Kilometer bis zu meiner Unterkunft in Schönefelde fahren. Ich hatte erwartet, dass das näher ist. Aber nun gut: Was gefahren werden muss, dass muss gefahren werden!

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