5. Etappe Bodensee-Königssee-Radweg von Bergen nach Schönau am Königssee

Die letzte Etappe Bodensee-Königssee stand an diesem schönen Sonnentag an. Jetzt wurde es schon langsam heiß und unser Ziel war es von Bergen nach Schönau am Königssee zu fahren.

Insgesamt noch 80 Kilometer sollten wir noch zu absolvieren haben. Über Traunstein, Berchtesgaden und Bad Reichenhall sollte es gehen.

Obwohl wir den hohen Alpen jetzt sehr nahe waren, war diese Etappe nicht sonderlich bergig. Ein paar Höhenmeter gab es schon zu schaffen. Aber nicht mehr so wie auf der 2. und 3. Etappe.

Fast immer gibt es auf der Wegstrecke tolle Fahrradwege oder wenig befahrene Straßen bis bei Bischofshofen, wo wir eine von Touristen vielbefahrene Bundesstraße nehmen mussten.

Nun noch die ersten 4 Etappen, die ich hier aufgelistet habe:

Bergen Gasthäuser - Start Etappe - Bodensee-Königssee-Radweg
In Bergen am Vormittag. Unser Start auf der letzten Etappe.

Von Bergen nach Bad Reichenhall

Der Beginn der Etappe war erstmal einfach. Wir verließen das kleine Bergen, um über eine schöne Strecke, bestehend aus Straßenabschnitt und Asphaltweg durch eine Wiesenlandschaft nach Siegsdorf zu gelangen.

Siegsdorf ist für sein frühzeitliches Mammuts bekannt! Dazu gibt es sogar ein Museum. Grund für den Mammutschwerpunkt ist, dass nahe Siegsdorf 1975 ein echtes Mammutskelet gefunden wurde!

In Siegsdorf kommt man dann an die Traun, ein Fluss, der einen über Traundorf bis nach Traunstein führt. Das ist hier schon ein kleiner Flussradweg, ein schöner und kurzer zugleich. Diesen Abschnitt mochte ich gerne.

Traunstein von oben - Radtour
Ein kurzer Blick zurück nach Traunstein…

Durch Traunstein selbst, die Ortsmitte, kommt man vom Radweg aus betrachtet gar nicht so durch. Die Kirche sieht man lediglich von Weitem.

In Traunstein hat man schließlich einen recht heftigen Anstieg zu bewältigen, der schon etwas Tour-de-France-Style hat. Ein bisschen zumindest, denn er ist schon bald wieder vorbei.

Nun kommt ein Abschnitt, den ich sehr mag und letztes Mal echt viel schlimmerer in Erinnerung habe: Ganz einfach – denn dieser ging jetzt nicht mehr bergauf, sondern bergab.

Problematisch ist vielleicht etwas, dass man direkt auf der Straße fährt. Allerdings ist es hier so ländlich, dass hier ohnehin kaum etwas los ist.

Bei Teisendorf-Erlach enstand dann übrigens dieses lustige Bild:

Erlach - Gravelbike von oben - Bodensee-Königssee-Radweg
Ich so von oben…

Über Oberteisendorf gelangt man dann schließlich nach Teisendorf, was jetzt schon zum Berchtesgadener Land gehört. Man ist dem Ziel also hier schon ziemlich nahe.

Hinter Teisendorf fuhren wir ziemlich schön durchs Grüne: Wald und Wiesen wechseln sich hier ab. Den Streckenabschnitt mochte ich gerne. Er war auch nicht allzu anstrengend.

Wir entschieden uns für eine kurze Pause bei einer kleinen Kapelle. Das Wetter war schön und heute war der heißeste Tag der ganzen Tour. Also gönnten wir uns etwas Schatten und machten es uns gemütlich.

Hinter Teisendorf - Kleine Kirche - Bodensee-Königssee-Radweg
Mein Bike bei einer kleinen Kapelle hinter Teisendorf.

Leider vergaß mein sehr guter Fahrrad-Kollege an diesem Ort seine Handschuhe. Ein paar Minuten waren sie weg, wobei noch eine Frau da war, die unschuldig tat. Offensichtlich hatte sie diese geklaut. Dies war der einzige ärgerliche und negative Punkt heute.

Damit muss man leider umgehen und dann eben doch einfach weiterfahren.

Als nächstes folgten jetzt Anger, Aufham und Piding. Anger hat einen ansehnlichen großen Marktplatz, bei dem man gut Rast einnehmen kann. Wir fuhren jedoch gleich weiter.

Bei Piding begegneten mir schießlich diese sympathischen und aufgeweckten Ziegen!

Ziegen bei Piding am Bodensee-Königssee-Radweg
Ziegen in Piding.

Von Bad Reichenhall nach Schönau am Königssee

In Piding muss man nun zur Saalach kommen. Dieser Fluss führt einen auf teils idyllischem Radweg bis nach Bad Reichenhall. Die Einfahrt in die Stadt ist wirklich schön, so schön, dass man nicht verpassen sollte irgendwann nach links abfahren, um direkt nach Bad Reichenhall zu kommen.

Denn der Radweg führt direkt durch die Stadt. Wir beide aber fuhren zu lange geradeaus, so das wir den Abzweig nach links verpassten.

Allerdings bogen wir dann einfach weiter südlich in die Stadt ein, so dass wir wieder auf den regulären Radweg kamen.

Bad Reichenhall ist Salzstadt. Hier gibt es eine alte Saline. Zudem ist die Alstadt sehr schön. Mit dem Rad kann man vorsichtig und langsam durch diese fahren und so ein bisschen „flanieren“.

Nach dem Marktplatz mit dem beeindruckenden Rathaus geht es vorbei an der Saline und wieder raus aus der Stadt. Jetzt hat man wirklich das letzte Stück vor sich.

Bad Reichenhall Rathaus - Bodensee-Königssee-Radweg
Bad Reichenhall: Gravelbike vor Rathaus! Ein schöner Platz. Weiter geht es von hier zur Saline und bis nach Bayerisch Gmain.

Nachdem man in Bad Reichenhall kurz durchs Wohngebiet fährt, geht es nun bergauf ins Grüne, dieses Stück ist allerdings nur kurz. Absteigend fährt man dann nach Bayerisch Gmain ein.

Der Ort ist ein Grenzort zu Österreich und nicht so richtig spektakulär. Schön, aber das schönste kommt noch. Was vielleicht das erwähnenswerteste hier ist, dass man schon einen richtig tollen Blick auf die Berge hat.

Bals nahm ich auch den Watzmann und seine Frau richtig wahr! Hier war ich schon oben, zumindest bis zum Watzmannhaus und zum Hocheck bin ich gewandert.

Der folgende Abschnitt ist geprägt durch einen starken Anstieg, der sich dann aber in eine schöne nicht zu steile Abfahrt auflöst. Der Anstieg ist eher richtig steil.

Bisch Bischofswiesen fährt man auch weiter an diesem tollen Radweg. Dann aber muss man auf die Straße wechseln, was bei diesem Tourismusverkehr am Nachmittag jetzt gar nicht mal so angenehm ist.

Viele Autos sind hier auch illegal unterwegs und halten den gesetzlichen Mindestabstand von 2 Metern gar nicht ein. Das macht es umso gefährlicher!

Doch wir kamen heile in Berchtesgaden an und dort hat man – auch auf der Straße – eine kleine Abfahrt vor sich bis man dann am Supermarkt vorbei an der Königsseer Ache entlang fahren darf.

Erst hier wird es wieder schön, auch wenn natürlich zuvor der Bahnhof in Berchtesgaden als Sehenswürdigkeit heraussticht. Ansonsten ist hier echt zu viel Verkehr.

Jedenfalls ist dieser letzte Abschnitt von Berchtesgaden nach Schönau am Königssee nochmal richtig schön. Ca. 5 Kilometer sind das, die man nochmal genießen kann!

Am Königssee war dann schließlich richtig was los. Wir fanden aber dennoch gut einen Platz im Restaurant. Wir hatten uns etwas fettes zu essen verdient, denn wir hatten es ja auch geschafft. 440 anstrengende Kilometer von Lindau hier an den Königssee im Berchtesgadener Land.

Wir aßen also etwas leckeres und dann fing es heftig an zu regnen, als wir loswollten, um zu unserem Übernachtungsort kurz hinter Berchtesgaden zu gelangen.

Egal. Einmal darf es auch regnen bei so einer langen Strecke. Und nochmal: Wir hatten es geschafft! Juhu.

Am Königssee in Schönau am Königssee mit Fahrrad
Geschafft! Meine erste längere Bikepacking-Tour, mit neuem Gravelbike und neuen Taschen. Am Königssee in Schönau gemeinsam mit Enten im Hintergrund.

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