Radtour rund um den Zürichsee

Diese Radtour rund um den Zürichsee hatte ich schon lange als Idee auf meinem Zettel gehabt, aber nie bin ich ihn gefahren. Die letzte Chance hatte ich im April 2020, aber da war dann eben Lockdown!

Doch jetzt im Oktober 2020 wollte ich es wissen.

Die Idee war einfach: Wenn man einmal um den Bodensee fahren kann, der ja teilweise sich auch in der Schweiz befindet, warum nicht einmal um den fünftgrößten Schweizer Binnnensee fahren?

Irgendwie müsste es doch da einen Weg geben. Warum nicht neben meinen vielgeliebten Flussradwegen auch See-Radwege fahren?

Mein erster Test diesbezüglich war dann der Zürichsee, ich war gespannt was mich erwarten würde. Allzu viel plane ich im Vorfeld meiner Radtouren nicht.

Zürichsee im Regen - Schiffsanlegestelle - Zürich
Start der Radtour im Regen bei der Schiffsanlegestelle am Zürichsee.

Von Zürich nach Schmerikon

Von Zürich nach Rapperswil

Das gute an Zürich ist, die Stadt ist von Tübingen aus einfach erreichbar. Mit dem Zug fuhr ich morgens hin und abends wieder zurück. So konnte ich ohne Übernachtung einmal um den See herum fahren. Ein kurzer Schweiz-Trip sozusagen.

Das einzig nervige war nur: In Tübingen war an diesem Morgen noch super Wetter, doch als ich in Zürich ankam, schiffte es unentwegt. Ich stellte mich noch unters Bahnhofsdach und blickte auf das wässrige Treiben draußen.

Ich zog mich dem Wetter entsprechend um: Regenjacke, Regenhose, Überschuhe. Dann wartete ich noch ein paar Minuten in der Hoffnung, dass es etwas nachlassen würde.

Egal, war nicht der Fall. Rein ins Nasse! Rein in den Regen!

Zürichsee|2|33|oh-|Zürich·0···Zürich (Start)|Rapperswil·32···|Schmerikon·12···|Pfäffikon·26···|Zürich·32···Zürich (Ziel)

Erstmal musste ich vom Bahnhof zum Zürichsee kommen, was aber kein großes Problem darstellt. Die einzige Unsicherheit ist da immer die Straßenbahn.

Ich mag das nicht so, wenn der Radweg auf den Schienen entlang führt. Langsam gewöhne ich mich daran, aber ich will nicht unbedingt von einer Straßenbahn übefahren werden.

Zürich ist eine Straßenbahn-Stadt. Das hat für die Verkehrswende einerseits Vorteile, andererseits aber auch Nachteile: Denn das Fahrrad ist eben halt auch Teil einer möglichen, zukünftigen Verkehrswende.

Egal. Ich komme also zum See (an eine Schiffsanlegestelle) und auch hier regnete es. Ein SUV-Fahrer (von denen gibt es in der Schweiz viele) wollte mich noch auf dem für Fahrräder freigegebene Bürgersteig überfahren – und dann ging es schon im Uhrzeigersinn los!

Zürich Allee - Neben dem See
Allee in Zürich, am Beginn meiner Radtour. Regen und so…

Gut, dass man hier einen Radweg hat bzw. auf dem Bürgersteig fahren kann. Erst einmal geht es zur Quaibrücke. Man überquert den Fluss Limmat, einen Nebenfluss der Aare, der hier in den Zürichsee fließt.

Anschließend fährt man durch eine schöne Allee raus aus der Stadt. Leider konnte ich diese wegen des heftigen Regens nicht so arg genießen. Ich beeilte mich, um voranzukommen!

Der Zürichsee ist mega-dicht besidelt. Ich habe gelesen, dass ca. 2 Millionen aller Schweizer um den See herum wohnen. Bei 8,5 Mio. Einwohner ist das erheblich!

Deshalb führt aber auch kein Radweg direkt am See vorbei. Man fährt meistens auf der Straße.

Die Orte, die nach Zürich kommen sind Zollikon, Küsnacht, Erlenbach, Meilen, Männedorf, Stäfa und Feldbach. An allen diesen Orten fährt man weitgehend ohne Radweg direkt auf der vielbefahrenen Seestraße. Es ist dicht besiedelt und man bekommt den See nicht vollständig zu Gesicht.

Rapperswil - Umrundung Zürichsee - Altstadt und Kirche
Die Kirche in Rapperswil, schöne kleine Altstadt.

Von Rapperswil nach Schmerikon

Eigentlich schmiegt sich Ort an Ort, Stadt an Stadt. Erst nach Rapperswil ändert sich etwas. Ich fuhr kurz in die ansehnliche Altstadt des Ortes. Mit Kopfsteinpflaster gesäumt, befindet sich eine Kirche auf einer Anhöhe. So hat man einen tollen Blick von oben.

Doch unten war man wieder im Verkehrsgetümmel, dass man aber bald etwas verlassen durfte. Denn hinter Rapperswil geht es endlich auf einem Radweg entlang der Schiene weiter.

Endlich hatte ich mal meine Ruhe! Über Bollingen kam ich entspannt nach Schmerikon. Jetzt ließ auch sogar der Regen nach und die Sonne blitzelte durch. Das war schön.

In Schmerikon am Bahnhof hatte ich dann auch fast die Hälfte – 45 Kilometer der Umrundung um den Zürichsee – geschafft!

Schmerikon - Zürichsee - Umrundung - Umkehrpunkt
Der Umkehrpunkt des Zürichsees in Schmerikon ist hier in der Nähe.

Von Schmerikon wieder zurück nach Zürich

Von Schmerikon nach Lachen

Jetzt wurde es bald Zeit, um auf der „südlichen“ Seite des Sees entlang zu fahren und die Zürichsee-Umrundung abzuschliessen. Ich muss sagen, dass das zweite Stück sowohl von der Radinfrastruktur als vom Wetter deutlich besser war.

Schmerikon ist eine kleine Stadt, die einen kleinen Hafen hat. Dort fließt jetzt der Aabach in den Zürichsee. Über eine kleine Brücke kommt man auf die andere Seite.

Man fährt über Felder und einen schönen Wirtschaftsweg weiter. Doch schon bald kommen die nächsten beiden Flüsse, die auch hier in den Zürichsee münden:

Nah aneinander gelegen sind der Steinenbach und die Linth. Erst geht es unter einer Autobahnbrücke durch, dann über die Brücke, die einen zu einem imposanten Schloss, dem Schloss Grynau führt.

Jetzt ist man endgültig auf der andern Seite des Zürichsees angelangt.

Das hatte ich also schon einmal geschafft!

Linth - Zürichsee
Dieser Fluss Linth fließt auch in den Zürichsee, liegt beim Schloss Grynau. Anschließend fährt man in den Wald (nach diesem Ort).

Das folgende Stück war vom Charakter nun ganz anders als die bisherige Fahrt. Es folgte nun ein Stück Wald und der Radweg war auch jetzt nicht mehr so schön flach.

Da der Weg hier nicht direkt am See vorbeigeht, sondern etwas höher gelegen ist, waren nun ein paar Höhenmeter zu absolvieren. Das ist auch das einzige Stück, wo am Zürichsee sich keine Siedlungen befinden!

Gar nicht so unanstrengend war das. Gut, dass es wenigstens nicht mehr regnete, doch durch den dichten Wald wären die Tropfen eh nicht durchgekomme. Zu guter letzt ging auch noch mein Handy aus, mit dem ich immer navigiere.

Wald in Tuggen - Umrundung Zürichsee
Dampf im Wald bei Tuggen. Der abklingende Regen und die aufkeimende Sonne erzeugen so etwas schönes im Wald!

Den Akku musste ich dringend mal wechseln, wenn ich wieder zuhause wäre.

Von 400 Höhenmeter geht es hier auf bis zu 600 Höhenmeter in der Spitze. Buechberg heißt das Gebiet.

Nach dem höchsten Punkt hat man dann eine eindruchsvolle Aussicht. Man schaut auf die Landschaft, wo es viele Kuhwiesen gibt und man einen weiten Blick auf die Berge hat.

Außerdem sieht man den Zürichsee von oben. Auf jeden Fall das schönste Stück auf dem Radweg um den Zürichsee, wie ich finde!

Wangen - Zürichsee - wundervoller Ausblick
Das ist jetzt Wangen, ein wundervoller Ausblick.

Von Lachen nach Zürich zurück

Es folgt Nuolen und Lachen, anschließend Altendorf. So richtig wusste ich nicht, welcher Wegweisung ich hier folgen sollte. Also improvisierte ich etwas. Ich hätte einfach auf der Hauptstraße weiterfahren können. Doch hinter Altendorf fuhr ich etwas auf das Land, was aber dann auch wieder anstrengend war und mit Höhenmetern verbunden war.

Erst in Pfäffikon war ich wieder auf der Hauptstraße, der ich dann bis Zürich über 30 Kilometer wieder folgen sollte.

Lachen - Zürichsee - Aussicht
Lachen am Zürichsee.

Erwähnenswert ist vielleicht noch die tolle Aussicht auf den See zuvor in Lachen. Es war jetzt richtig sonnig und auch etwas los. Ich war nicht mehr der einzige Radfahrer, Spaziergänger waren unterwegs.

Nach Pfäffikon gibt es eigentlich nichts mehr spektakuläres zu berichten. Es folgen Richterswil, Horgen und Thalwil. Es geht strikt auf der Straße entlang. Allzu viel Verkehr war nicht.

Auch hier war es dicht besiedelt. Man sah den See immer wieder durchblitzen, aber meistens eben dann auch nicht.

Zürichsee in Richterswil - Aussicht mit Gravelbike
Super schöne Aussicht bei Richterswil. Jetzt schien die Sonne, aber hallo!

Der Arboretum-Park am Ende des Wegs in Zürich war noch schön und erwähnenswert.

Über den Fluss Schanzengraben kam ich wieder zu der Schiffsanlegestelle, wo ich meine Umrundung um den Zürichsee gestartet hatte.

Ich war froh es geschafft zu haben. Eine Familienradtour ist das nicht. Das schönste Stück ist das zwischen Rapperswil und Lachen. Also genau gegenüber der wohl wichtigsten Stadt der Schweiz, von Zürich.

Zürich ist ja Finanzplatz und Kulturzentrum der Schweiz, aber nicht die Bundesstadt. Das ist eben Bern an der Aare. Zufrieden fuhr ich mit dem Zug nach Hause, vielleicht werde ich andere Schweizer Seen wie den Zuger See auch noch umfahren, wer weiß!

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