1. Etappe Mainradweg von Creußen nach Michelau

Für den Sommer 2020 entschied ich mich endlich einmal den großen Mainradweg vomm…. Fichtelgebirge nach Mainz zu fahren. Corona hatte zu dieser Entscheidung beigetragen, da ich eigentlich den Radweg Claudia Via Augusta durch Österreich und Italien fahren wollte.

Doch das war mir aufgrund der nachvollziehbaren Beschränkungen zu kompliziert dieses Jahr. Also war das Inland dran. Der Mainradweg stand da als großer Radweg schon lange auf meiner Liste.

Mein Start war in Pegnitz, wobei der Radweg in Creußen beginnt. Grund war einfach, dass ich in Creußen keine Unterkunft fand.

Also fuhr ich an dem Tag einfach von Pegnitz nach Creußen, um dort zu starten.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Radweg zu starten. Einmal via Creußen wie ich es tat und zum anderen Mal in Bischofsgrün. Der Start in Creußen führt zur Rotmainquelle und der Start in Bischofsgrün zur Weißmainquelle.

Beides ist ungefähr gleich lang. Doch nur via Creußen fährt man über Bayreuth. Bei Kulmbach kommt beides zusammen.

Creußen - Altstadt - Brunnen & Kirche - Mainradweg
Die Altstadt Creußens – ein schöner Start!

Es geht los am Main! Von Creußen über die Kulturstadt Bayreuth nach Kulmbach

Creußen war superruhig an diesem Vormittag. Der Ort ist von einer schönen Altstadt geprägt, die viel Kopfsteinpflaster hat und eine schöne Kirche.

Die Altstadt liegt hier tatsächlich etwas auf einem Hügel und der Radweg führt hier gar nicht durch. Dennoch wollte ich mir natürlich Creußen, den Startpunkt des Mainradwegs, einfach mal ansehen.

Nachdem ich das getan hatte, fuhr ich dann zum Ausgangspunkt des Radwegs, der sich am Haltepunkt von Creußen befindet. Von Bahnhof kann man hier nicht sprechen. Hier fahren einfach nur Züge durch und man kann halt halten.

Haltepunkt Creußen - Am Main-Radweg
Der Ausgangspunkt des Mainradwegs über die Rotmainquelle ist dieser Haltepunkt in Creußen. Da beginnt alles!

Es geht von dort aus den Berg hinunter am Supermarkt vorbei (in dem ich einkaufte) hinein ins Land, hinein in den Radweg, der nun erstmal richtig Rotmainquelle führt.

Bergauf und durch einen Wald kommt man zur Quelle. Dazu muss man den offiziellen Radweg um ein paar hundert Meter verlassen. Aber das lohnt sich ja.

Die Quelle selbst war ob der Trockenheit etwas ausgetrocknet. So ist das eben. Wir haben Klimawandel.

Ich traf einen Mann, der den Mainradweg genau in die andere Richtung gefahren war und jetzt am Ziel war. Ich unterhielt mich etwas mit ihm, so konnte ich schon vorab ein bisschen wissen, wie es auf dem Mainradweg läuft.

Rotmainquelle Mainradweg bei Creußen
Hier mitten im Wald oberhalb von Creußen startet der Rotmain.

Trotzdem August war und trotz des Fahrradbooms war der Mainradweg nicht unbedingt richtig von Radfahrer*innen überfüllt. Der Mann hatte also recht!

Anschließend geht es noch ein Stück zurück durch den Wald, den man alsbald dann verlässt. Man hat ab der Quelle ca. 15 Kilometer bis Bayreuth.

Aber diese Kilometer haben es in sich! Sonst ist der Mainradweg ja radfahrerisch keine Herausforderung. Doch dieses erste Stück ein paar Höhenmeter, die man absolvieren muss.

Nach Haag geht es ein Stück bergauf nach Unternschreez. Doch dann muss man sagen, hat man es. Ab sofort geht es steil bergab nach Bayreuth.

An der Universität vorbei, die ich aber nicht sonderlich wahrnahm an diesem schönen Sommertag, gelangt man schließlich in die Stadt. Erst fährt man durch Wohngebiete, dann kommt man auch in die Innenstadt des berüchtigten Bayreuth.

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth - Mainradweg
Das markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Da hat wohl Wagner immer seine Opern aufgeführt.

Bayreuth ist ja hin und wieder in den Medien. Geprägt hat sie das dortige Opernhaus und natürlich Richard Wagner. Es stehen hier überall Figuren von ihm herum. Über die kann man sich über ihn informieren.

Wagner hatte teilweise auch eine Maske auf. Die ist eben gleichzeitig das Symbol als auch die “Rettung”, der Sicherheitsanker dieser Pandemie. Ohne sie könnte ich meine ausgedehnten Sommertouren nicht machen (das gefährliche sind nicht die Touren, sondern die Zugfahrten).

Jedenfalls schaute ich mich etwas in der Stadt um und fand dann auch ganz einfach das Opernhaus, das berühmte! Denn der Mainradweg führt direkt an diesem vorbei.

Ehrlich gesagt, hatte ich es mir imposanter vorgestellt. Aber so ist das halt mit den Vorstellungen.

Dort gibt es auch noch Restaurants & Cafes. Die Fußgängerzone Bayreuths mochte ich recht gerne. Dann fährt man nach der Oper links in die Opernstraße, die ist noch ganz gut zu fahren. Es geht in die Kanalstraße.

Anschließend geht es weiter nach links und da war wirklich Chaos, ich wusste nicht wie ich fahren sollte. Toll und klar ausgeschildert ist hier der wichtige Mainradweg nicht! Das geht besser, Bayreuth.

Zudem überholte mich ein Bus sehr knapp, was auch nicht wirklich angenehm war.

Jedenfalls erreicht man nach der Überquerung einer krassen Kreuzung, des Hohenzollernrings, schließlich wieder den Roten Main.

Bayreuth - Roter Main - Mainradweg
Der Rote Main in Bayreuth. Ein bisschen wenig Wasser, oder?

Dazu muss ich noch etwas erklären:

Der Rote Main hat eine andere Route als der Radweg. Er fließt von der Rotmainquelle einmal hinunter nach Creußen und dann auf der gegenüberliegenden Seite des Mainradwegs entlang der B85 nach Bayreuth.

Der Rote Main fließt danach in den Osten von Bayreuths, während der Radweg im Südwesten nach Bayreuth führt.

Erst also hinter der Altstadt, treffen sich Main und Mainradweg wieder!

Dort hat man dann den Anblick oben und darf endlich wie an einem Flussradweg entlang fahren.

Doch das ändert sich dann wieder. Der folgende Abschnitt Mainradweg geht viel durch kleine Dörfer wie Heinersreuth, Altenplos und Neudrossenfeld, Wohngebiete, teilweise auch direkt an der Straße entlang.

Insofern sieht man nicht so viel vom Main bis zum Zusammenfluss, südlich bei Kulmbach.

Zusammenfluss von Weißmain und Rotmain auf dem Main-Radweg mit meinem Gravelbike
Der Zusammenfluss zwischen Rotmain und Weißmain. Hier startet der Main so richtig!

Der Zusammenfluss ist dann spektakulär!

An dem Punkt fließen Weißmain und Rotmain zusammen und man hat einen tollen Blick darauf. Es ist hier richtig idyllisch und es ist möglich, hier eine schöne Pause zum machen.

Das ist dann auch der Ort, wo der Weißmainradweg und Rotmainradweg zusammenkommen: Es gibt ab sofort nur noch einen Radweg!

Der eigentliche Main biegt jetzt nach links ab. Um nach Kulmbach zu kommen, fährt man jetzt am Weißmain entlang, also quasi ein Stück zurück. Es folgt noch das Naherholungsgebiet Mainaue, wo man einen, zumindest im Sommer, belebten Strand vorfindet.

Nun hat man zwei Möglichkeiten vor Kulmbach: Entweder man fährt nach rechts nach Kulmbach hinein oder nach links gleich nach Mainleus. Der Abschnitt nach Kulmbach ist nicht notwendig, da man ihn ohnehin wieder zurückfahren muss.

Ich entschied mich dafür, Kulmbach einmal anzuschauen. Von der Abzweigung in die Innnenstadt sind es nur 4,7 Kilometer.

Hin- und zurück hatte ich also nur um die 10 Kilometer Umweg, wobei dieser Part zum offiziellen Teil des Mainradwegs dazugehört.

Die Innenstadt Kulmbachs am Mainradweg
Die schöne kleine Innenstadt Kulmbachs, wo man auf dem Mainradweg extra einen Abstecher macht und anschließend wieder zurückfährt.

Der Mainradweg von Kulmbach nach Michelau in Oberfranken

Kulmbach ist klein und schön, die Stadt ist von Fachwerkhäusern im Inneren geprägt. Man hat hinter der Altstadt einen schönen Blick auf die Plassenburg, das Wahrzeichen von Kulmbach, glaube ich. Ein Bücherschrank (aus einer alten Telefonzelle gemacht) steht auch dort. Das ist immer ein gutes Zeichen!

Ich fuhr also wieder zurück zum Ausgangspunkt, wo man ab da einen guten asphaltierten Radweg vor sich hat.

Man gelangt durch Mainleus und hat jetzt Felder und Landschaft vor sich. Auf dem folgenden Abschnitt gibt es zwar keine Highlights, aber er ist richtig schön zu fahren.

Landschaft hinter Mainleus - Mainradweg
Schöne Aussicht. So ähnlich sieht der gesamte Radweg zwischen Mainleus und Michelau aus.

Man überquert nach Mainleus – ganz idyllisch – den Main und fährt nördlich von ihm zwischen Schwarzach bei Kulmbach und Burgkunstadt entlang der Bahnstrecke entlang. Ein paar E-Biker waren vor oder hinter mir, etwas Radtourismus gab es hier also schon.

Der Abend dämmerte jetzt langsam und ich wollte noch vor der Dunkelheit im Hotel in Michelau (in Oberfranken) sein, also beeilte ich mich jetzt ein bisschen.

Am Vormittag hatte ich auch ein bisschen getrödelt und außerdem musste ich ja erst von Pegnitz nach Creußen gelangen. Das hat alles etwas Zeit gekostet, aber das war ja nicht schlimm.

Nach Burgkunstadt fährt man wieder über eine Brücke über den Main. Hier muss man auf die Beschilderung aufpassen, weil man dann in Altenkunststadt rechts abbiegen muss.

Burgkunstadt - Mainradweg
Burgkunstadt am Mainradweg.

Der Radweg hat nun wieder ein paar Höhenmeter zu bieten. Bis Strössendorf geht es bergauf.

Dort findet man dann eine Kirche vor, ein schöner Anblick.

Anschließend geht es dann kurz über einen Schotterweg durch den Wald und wieder ein Stück über die Felder. Es geht hier weiter bergauf bis nach Burgstall.

Strössendorf - Kirche - Mainradweg
Das Panorama von Strössendorf auf einer Anhöhe ein Stück vom Main entfernt.

Anschließend fährt man wieder bergab nach Hochstadt am Main. Dann ist man wieder im Tal des Mains und von Hochstadt aus geht es entlang der Straße.

Es dämmerte jetzt immer stärker und ich freute mich bald anzukommen. Denn ich hatte auch Hunger! Man wechselt nochmal die Mainseite bei Schwürbitz und dann sind es nur noch wenige Kilometer ins kleine Michelau in Oberfranken.

Zu essen war für mich als Vegetarier nicht mehr viel übrig. Aber es gab noch Bier, Salat, Spiegelei und Pommes. Lecker!

Morgen würde ich dann ins schöne Schweinfurt fahren!

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