Aare-Radweg – 3. Etappe: Von Bern nach Guttannen

Meine letzte Etappe des Aare-Radwegs begann in Bern und endete in den Alpen in Guttannen.

Man kann zwar im Sommer noch weiter fahren als Guttannen, im April jedoch ist die Passstraße nach dort oben noch gesperrt: Wintersperre. Denn in den Alpen ist das Wetter einfach anders als weiter unten. Hier besteht durchaus auch noch im April Lawinengefahr.

Das endgültige Ziel des Radwegs wäre Gletsch. Dazu müsste man noch den kompletten Alpenpass erklimmen. In diese Richtung ist der Aareradweg also sehr anspruchsvoll und gar nicht familientauglich.

Die bisherigen Etappen meiner Aaretour waren bisher übrigens diese:

Zytglogge Bern - Uhr
Die Zytglogge in Bern.

Von Bern zum Thuner See

In Bern schlängelt sich der Radweg ja etwas. Genau so wie die Aare, die hier mehrere Kurven fährt, so dass es sich etwas verwirrend anfühlt hier entlang zu fahren.

Dazu fährt man in Bern noch über sehr viel Kopfsteinpflaster, was das ganze noch anstrengender macht.

Es dauert eine Weile bis man aus Bern heraus ist. Es folgen noch ein paar Wohngebiete. Diese sind sogar recht hügelig. Aber da das Wetter so schön war, war ich in guter Stimmung.

Flughafen Bern-Belp - Aareradweg
Der Flughafen in Bern-Belp. Dort kommt man am Aareradweg hinter Bern vorbei. Der Flughafen ist wirklich erstaunlich klein und fast schon gemütlich!

Bei Belp gibt es dann den Flughafen Bern. Das ist ein eher kleiner Flughafen und er liegt direkt am Radweg. Dadurch kommt er nicht so unpersönlich rüber wie z.B. der Stuttgarter Flughafen.

Kurz darauf in Richtung Münsingen geht es sehr schön durch den Wald. Hier war nun einiges los, was Radverkehr anbelangt. Viele Freizeitradler waren unterwegs.

Es war jetzt richtig heiß an diesem April, so dass ich mir einen Sonnenbrand an den Hände holen sollte. Ich hatte nicht mit so viel Sonne gerechnet und mir fehlte Sonnencreme.

Nach dem Wald überquert man bei Münsingen nun eine Brücke über die Aare und wechselt die Flussseite.

Münsingen - Aare-Radweg - Brücke
Münsingen nach Bern. Über diese Brücke geht es in Richtung de Alpen.

Es folgen die kleinen Orte Kiesen und Heimberg. Der Radweg ist hier gut ausgebaut und schön zu fahren. Am Horizont zeichnete sich aber Regen ab. Ich sah zumindest dunkle Wolken und in der Alpenregion kann das Wetter ja auch mal schnell umschlagen, was aber in dem Fall doch nicht stattfand.

In Heimberg hätte man in einem kleinen Kiosk die Möglichkeit gehabt etwas einzukaufen. Dieser hatte praktischerweise auch Sonntags auf. Aber ich wollte schnell nach Thun, um an den Thuner See zu gelangen.

Thun selbst gefiel mir wegen des Verkehrs nicht so arg. Die Stadt ist sicher schön, aber man hat in der Stadt keinen eigenen Radweg, was touristisch nicht so toll ist.

Schon bald ist man jedoch aus der Stadt wieder raus. Übers Wohngebiet kommt man nach Allmendingen bei Thun. In Thun selbst übrigens fließt die Aare in den Thuner See.

Um aber am Radweg weiterzufahren, muss man die Aare hier überqueren und auf die Südseite dieses großen Sees gelangen.

Dazu fährt man dann bergauf nach Spiez. Schließlich kommt man von hier aus den Berg hinunter und fährt auf den blauen und weiten Thuner See zu. Endlich sieht man ihn auch mal auf der Strecke!

Jetzt fährt man zwar direkt auf der Straße und hat etwas Verkehr von Autos neben sich. Jedoch rollt es jetzt so richtig schön. Man kann den beeindruckenden See genießen und kommt dennoch voran.

Thuner See - Aare-Radweg
Das ist der schöne und weite Thuner See. Ein wirklich besonderer See!

Später gibt es dann einen separaten Radweg an der Straße entlang. So kann man den Aareradweg und den weiten Thuner See wieder mehr genießen. Das ist echt das beste Radfahren überhaupt: Auf smoothem Asphalt fahren und die Natur genießen.

Der Thuner See ist ein Alpensee, der über 17 Kilometer lang ist. Man kann sich nicht an ihm satt sehen!

Nachdem man den Radweg am Thuner See entlang dann geschafft hat, kommt wieder ein Stück Straße. Der Eingang nach Interlaken hat es verkehrsmäßig wirklich in sich. Es gibt keinen gescheiten Radweg und man darf eine autobahnähnliche Kreuzung queren.

Bald hat man jedoch Interlaken erreicht: Ein absoluter Touristen-Hotspot.

Interlaken - Aare - Fluss
Nach der Hektik in Interlaken wird es auch schnell wieder ruhig und schön.

Von Interlaken nach Guttannen

Interlaken ist gleichzeitig ein malerischer Schweizer Ort, aber eben damit einhergehend unfassbar touristisch. Sehr viele Asiaten befanden sich bei meiner Durchfahrt auf der Straße. Nicht immer wurde von den vielen Fußgängern der Radverkehr geachtet.

Besonders ist ja, dass Interlaken genau zwischen dem Thuner See und dem Brienzersee liegt. Es gibt in der Stadt viele Einkaufsmöglichkeiten und viele Freizeitmöglichkeiten. Es gibt zudem unfassbar viele Hotels.

Nachdem man den Troubel des Tourismus aber verlassen hat, wird es wieder super ruhig. Der Radweg ist geprägt von der schönen Landschaft. Ein schöner Gegensatz.

Hinter Interlaken geht es erstmal auf einen reinen Radweg flach am See entlang. Das ist dann aber nicht mehr der Thuner See, sondern der Brienzer See.

Auch dieser See ist echt malerisch und schön. Ich hoffte nun entspannt und schnell bis an den Fuße des Alpenpasses nach Meiringen zu kommen. Doch Pustekuchen!

Ein paar Kilometer entlang des Brienzer Sees war es zwar flach. Doch dann folgten heftige Anstiege.

Es ging ständig bergauf und bergab. Für einen reinen Flussradweg ist der Aare-Radweg halt doch zu heftig.

Ich war echt froh als ich das geschafft hatte. Am Ende des Brienzer Sees darf man noch einen wunderbaren Wasserfall begutachten.

Der Radweg scheint mir hier eher wie ein Wanderweg zu sein. Zumindest für kurze Zeit muss man bergab über Stock und Stein fahren.

Nun aber geht es bergherunter nach Brienz. Ab dort und fährt man entlang der Aare durch eine Landschaft mit saftigen Wiesen, die durch den Anblick von Bergen geprägt ist. Man spürt die Alpen hier so richtig.

Die Aare ist jetzt richtig schmal geworden. Der nun folgende wichtige Talort heißt Meiringen. Dort haben (fiktive) Abenteuer von Sherlock Holmes stattgefunden, so dass dort gar eine Statue steht.

Grimselpass ist gesperrt - Guttannen - Aare
Hier in Innertkirchen steht genau, welche Pässe freigegeben sind. Der Grimselpass (Start Aare-Radweg) ist leider im April noch nicht frei. Guttannen aber schon.

Zudem ist Meiringen bekannt für die Aareschlucht. Ich habe versucht am nächsten Tag mit dem Rad dorthin zu kommen, aber man muss Eintritt bezahlen und dorthin laufen.

Die Aareschlucht ist eine Schlucht durch die die Aare fließt und die Fließgeschwindigkeit erheblich erhöht. Neben der Schlucht verläuft auch die Bahn zwischen Innertkirchen und Meiringen.

Jedenfalls geht es nach Meiringen erst heftig den Berg hinauf bevor man zur Entlastung wieder nach Innertkirchen bergab fahren darf. Nach der Fahrt durch den kleinen Ort Innertkirchen folgt die eigentliche Passstraße, die nach Gletsch führt.

Aber im April ist hier noch Wintersperre! Das würden viele Radtouristen nicht verstehen, ich hatte aber zuvor nachgeschaut. Es geht hier einfach um Sicherheit und Lawinengefahr.

Den Berg fuhr ich übrigens bei Dämmerung und nachts hoch. Ich habe ja eine gute Fahrradlampe, so dass das kein großes Problem war. Anstrengend ist es sowieso. Dazu waren bei meiner Aufffahrt sehr wenige Autos unterwegs. Ich habe, glaube ich, nur zwei oder drei gezählt.

Am nächsten Tag ging es dann das ganze wieder herunter bis ins kleine, schöne und leicht touristische Meiringen herunter. Von dort aus ging es mit dem Zug über Luzern und Singen ohne besondere Vorkommnisse wieder heim! Vom Aare-Radweg würde ich noch lange zehren!

Guttannen - Innertkirchen - Aare - Alpenpaß
Am nächsten Tag bin ich wieder von Guttannen bergab nach Innertkirchen gefahren. Bei der Abfahrt kann man nochmal richtig die Alpen genießen. Nebendran fließt die Aare.

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