Ostseeküstenradweg 3. Etappe: Von Kiel nach Oldenburg in Holstein

Die dritte und erstmal auch die letzte Etappe auf dem Ostseeküstenradweg stand nun an. Ich würde jetzt von Kiel nach Oldenburg in Holstein fahren.

Eigentlich schaffte ich es auch bis nach Großenbrode an den Eingang der Insel Fehmarn. Aber ich war das letzte Stück nicht den „offiziellen“ Ostseeküstenradweg gefahren. Und da ich sehr streng mit mir bin möchte ich dann nächstes Jahr das nochmal fahren und in Oldenburg in Holstein starten.

Was mich etwas langsamer werden ließ an diesem Tag war wieder das wirklich vollkommen regnerische Wetter. Außerdem hatte ich noch einen Platten auf einem sehr steinigen Weg. Dieser Weg war ein Umweg!

Jedenfalls könnt ihr hier meine ersten beiden Ostseeküstenradweg-Etappen nachlesen:

Die nächsten Etappen werde ich dann wohl erst 2022 fahren. Es ist noch ein ganzes Stück bis Ahlbeck und ich freue mich auf die weitere Tour entlang der Ostsee. Aber zuerst einmal zu dieser Etappe in Schleswig-Holstein.

Kreuzufahrtschiff in Kiel am Ostseeküstenradweg
Kreuzfahrtschiff von StenaLine. Das sieht man von der Hörnbrücke aus.

Von Kiel zum Schönberger Strand an der Ostsee

Start meiner Etappe war die Hörnbrücke in Kiel, wo ich gestern meine Etappe beendet hatte. Diese befindet sich unmittelbar am Bahnhof.

Man überquert mithilfe der Brücke schließlich das Hörn, was ja eine Einbuchtung der Ostsee ist. Man befindet sich nun im Stadtteil Gaarden-Ost und fährt erstmal durch urbanes Gelände bevor man wieder ins Ländliche kommt.

Perfekt ist der Radweg hier nicht ausgeschildert, einmal verfuhr ich mich. Dafür gibt es aber gute Radwege, die entlang der Straße führen.

Kiel ist wohl gar nicht so eine schlechte Fahrradstadt, wie mir scheint. Perfekt ist ja in Deutschland nichts, so gibt man sich schon mit ein paar Radwegen zufrieden.

Über eine Brücke gelangt man nach Neumühlen-Dietrichsdorf und schließlich nach Mönkeberg. Dort geht es wieder in Richtung Ostsee, nachdem man eben lange durch die Stadt gefahren ist.

Mönkeberg - Strand an der Ostsee - Ostseeküstenradweg.
Strand in Mönkeberg. Wegen Regen und Corona recht verlassen…

Wenn es nicht regnet und der Corona-Lockdown vorbei ist, wird hier wohl ziemlich viel los sein, denke ich. Aber so war das vielleicht ein bisschen trist, aber auch gleichzeitig ruhig und schön.

Neben dem Strand ist direkt der Hafen von Mönkeberg mit sehr vielen parkenden Segelschiffen.

Junge mit Fisch - Kunst - Kiel-Altheikendorf am Ostseeküstenradweg.
Kunst in Altheikendorf: Junge mit Fisch.

Es geht jetzt nah an der Ostsee entlang. Der nächste Hafen und Strand war dann in Heikendorf. Leider hörte es nicht auf zu regnen wie die Tage zuvor, sondern es wurde sogar heftiger mit dem schlechten Wetter.

Gegen ein bisschen Regen habe ich ja gar nichts, aber der ganze Fahrradurlaub war hier leider ziemlich verregnet. Durchgehende Sonnentage gab es keine.

Ein bisschen geht es nun ins Inland, aber nur ein bisschen. Das nächste Ziel ist ein weiterer touristischer Ostsee-Ort: Laboe.

Laboe befindet sich am Ausgang der Kieler Bucht, man hatte sie nun einmal komplett umrundet.

Hier machte ich mal eine kurze Pause vom Regen unter einer Bushaltestelle. Eine ältere Dame sprach mich an und fragte mich, wo es hinginge. Ich erzählte ihr es. Das ist immer so ganz nett auf Radreisen: Man kommt mit der örtlichen Bevölkerung ins Gespräch.

Laboe am Ostseeküstenradweg im Regen.
Verregnetes Laboe.

Es ging jetzt auf guten Radwegen zum nicht weit entfernten Wendtorfer Strand. Das ist auch wieder ein touristischer Ort, der heute eben ziemlich leer war.

Ein Stück hinter dem Ort war dann der Radweg leider gesperrt.

Ich machte mich also in Richtung Umweg auf. Der war sehr schotterig und steinig. Schotter ist ja kein Problem, aber es waren dann doch ziemlich grobe Steine.

Wendtorfer Strand - Radweg gesperrt.
Am Wendtorfer Strand war gesperrt. Hier musste ich einen Umweg fahren.

Bei einer Kuhwiese passierte es dann: Ich holte mir einen Platten. Die groben Steine waren für meine Räder dann eben doch zu viel.

Ich bin da nicht der schnelleste. Es war eben auch der Hinterreifen. Nach einer Stunde war ich dann soweit, dass ich weiterfahren konnte. Zumindest hatte es aufgehört zu regnen, so dass ich meinen Reifen wenigstens nicht im Regen wechseln musste.

Jetzt hatte ich schon einiges an Zeit verloren und wollte jetzt endlich loslegen. Nicht weit von der Kuhwiese entfernt kam ich zu einem Campingplatz und dann wieder auf den regulären Radweg.

Das war übrigens der Campingplatz Heidkoppel. Ich wunderte mich, dass das so viel los war. Aber vielleicht war der Campingplatz auch Teil des Modellprojekts, wer weiß…

Wendtorf - Schlauchwechsel am Ostseeküstenradweg.
Ich hatte einen Platten. Das bedeutete erstmal etwas Arbeit!

Nun war mein nächstes Ziel „Kalifornien“. Das heißt tatsächlich so! Unfassbar. nach Kalifornien an der Ostsee kam dann schließlich „Brasilien“.

Jetzt hatte ich freie, asphaltierte Fahrt. Auf dem nun folgenden Stück konnte man es richtig brettern lassen und endlich viele Kilometer machen.

Ich war froh jetzt erstmal voranzukommen!

Außerdem hatte der Regen etwas nachgelassen.

Wegweiser in Kalifornien an der Ostsee am Ostseeküstenradweg.
Wegweiser in Kalifornien: Hier ist es nicht weit nach Brasilien. (*Smiley*)

Es ging so weiter auf dem Asphaltweg und nach den beiden Orten mit den exotischen Namen (Kalifornien & Brasilien) folgte nun der Schöneberger Strand.

Am Rand sah man hier verwaiste Strandkörbe. Die waren allerdings nicht nur am Strand, sondern auch auf der Wiese. Keine Ahnung warum. Jedenfalls war bei dem Regenwetter keiner da.

Mal sehen, ob dieses Jahr hier noch Urlaub möglich wird, dachte ich mir so…

Schönberger Strand - Strandkörbe am Ostseeradweg.
Am Schönberger Strand mit Strandkörben auf der Wiese.

Vom Schönberger Strand über Hohenfelde nach Oldenburg in Holstein (und auch nach Großenbrode)

Nach dem Schönberger Strand geht es noch ein Stück so weiter mit asphaltierten Radwegen. Doch dann kommt man sogar auf einen ziemlich engen Radweg, der umgegeben war von Wiese und dem Blick auf die Ostsee.

Man fährt zwischendurch mal durch Gestrüpp und aufgrund der Enge muss man auf entgegenkommende Radfahrende achten.

Da ist sie wieder: Die Vielfalt und Abwechslung der Wegebeschaffenheit am Ostseeküstenradweg.

Jedenfalls kommt man nach diesem Abschnitt am Hohenfelder Strand heraus, wieder ein touristischer kleiner Strandort.

Stakendorf am Ostseeradweg - Enger Natur-Radweg.
Enger Natur-Radweg bei Stakendorf.

Jedenfalls verlässt man jetzt erstmal die Ostsee und fährt entlang der Straße nach Hohenfelde. Die nächsten Kilometer sind wenig spektakulär, gehen aber schnell voran.

Über Kemps und Behrendorf kommt man bei Lippe wieder ans Meer.

Leider fing es in der Zwischenzeit wieder richtig zu regnen an. Der morgendliche Regen – wie die letzten Tage – hatte also nicht genug. Er wollte sich wohl über den ganzen Tag verbreiten.

In Hohwacht machte ich dann mal Pause und wollte etwas essen, um den Regen abzuwarten. Aber als ich wieder losfuhr fing es erst richtig an!

Man kommt hier wieder an Ferienhäusern vorbei, die offensichtlich belebt waren.

Weiter draußen traf ich dann eine Truppe, die mir schon relativ betrunken schien. Problem war: Hier war alles voller schlamm und dazu war die Brücke, die jetzt kam relativ eng.

Mit Betrunkenen in Kontakt treten ist nicht immer so ganz angenehm. Aber die waren harmlos und grüßten nur ein bisschen und forderten mich auf zu klingeln (was ich dann natürlich nicht tat).

Jedenfalls kommt man hier über eine Holzbrücke, über die man so oder so schieben muss.

Hohwacht Treppe & Brücke aus Holz am Ostseeküstenradweg.

Sehlendorfer Strand heißt das hier. Anscheinend war das hier noch Teil der Modellregion, aber die nächsten Orte nicht.

Über die Straße kommt man dann nämlich zum Weissendorfer Strand und da war komplett tote Hose, wirklich gar nichts los.

Man sah überall die Ferienanlagen. Das ganze sieht auch recht touristisch und kommerziell aus. Aber los war hier nichts. Mit „Moin“ wurde man hier auf einem großen Schild begrüßt.

Weissenhäuser Strand - Ostseeküstenradweg.
Weissenhäuser Strand im Corona-Lockdown bei Regen. „Moin“ heißt es hier!

Vom Weissendorfer Strand geht es schließlich geradeaus weiter bis nach Oldenburg in Holstein. Man folgt hier einfach nur der Straße.

Oldenburg in Holstein ist auch ganz schön. Die Stadt hat auch eine schöne Innenstadt mit Fußgängerzone und vielen Klinkerbauten.

Leider ist hier die Beschilderung nicht so wirklich gut. Es gibt ja nun zwei Möglichkeiten wie man den Ostseeküstenradweg fahren kann. Entweder man lässt die Insel Fehmarn aus oder man fährt sie. Die Beschilderung in Richtung Insel Fehmarn fehlte hier an der entscheidenden Stelle bei der Kreissparkasse kurz vor der Einfahrt in die Innenstadt Oldenburgs.

Das hat mich wirklich sehr verwirrt. Wenn man die Insel auslassen will, muss man geradeaus fahren (was ich fälschlicherweise zuerst tat), ansonsten durch die Innenstadt.

An einem so entscheidenden Punkt keine klare Beschilderung anzubringen, das ist wirklich fatal und nicht gut. Hier muss echt nachgebessert werden!

Oldenburg in Holstein - die Innenstadt.
Innenstadt von Oldenburg in Holstein.

Ich fuhr übrigens noch weiter über Heiligenhafen bis nach Großenbrode. Leider aber hatte ich zu wenig Zeit und verfuhr mich auch etwas, so dass ich nicht auf dem korrekten Weg unterwegs war.

Das war zwar ärgerlich, aber im Endeffekt nicht so schlimm. Ich möchte auf jeden Fall beim nächsten Mal nochmal nach Oldenburg kommen und dann die Insel Fehmarn genießen und per Rad erkunden.

2022 werde ich hier hoffentlich weiterfahren können. Mal schaun, was ich so plane.

Jedenfalls waren diese drei Tage auf jeden Fall spannend. Regnerisch, aber durch die Corona-Krise hatte ich auch eine ganz besondere Perspektive auf die Ostsee, die man so wohl nicht mehr bekommen wird!

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