Ostseeküstenradweg 1. Etappe: Von Flensburg nach Eckernförde

Diese 1. Etappe auf dem Ostseeküstenradweg stand ganz unter dem Einfluss des Regens. Schon als ich am Bahnhof von Flensburg war, regnete es unaufhörlich. Ich wartete noch etwas am Bahnhof, aber es sollte nicht stoppen zu regnen.

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, dass man ins kalte Wasser springen muss und einfach losfährt.

Etwas großes hatte ich mir insgesamt vorgenommen. Ich wollte den kompletten Ostseeküstenraweg fahren. Allerdings waren jetzt erstmal die ersten drei Etappen an der Reihe.

Der Start des Ostseeküstenradwegs, zumindest in Deutschland, ist in Flensburg und das Ende an der polnisch-deutschen Grenze in Ahlbeck.

Insgesamt ist er sehr flach, aber mit ganz unterschiedlichen Untergründen versehen. Es gibt Straße mit Asphalt, aber auch Schotter und sogar Sand. In Schleswig-Holstein soll er besser ausgeschildert sein als in Mecklenburg-Vorpommern.

Aber genau das will ich jetzt selbst checken und selbst erfahren.

Flensburg bei der Hafenspitze. Ostseeküstenradweg 2021.
Regnerischer Start in Flensburg. In der Nähe der Hafenspitze bin ich hier.

Von Kiel nach Kappeln: Durch den Regen an der Ostsee entlang…

Am Anfang fehlte mir etwas die Beschilderung. Vom Bahnhof aus ist der Radweg nicht beschildert, was etwas schade ist. Immerhin ist das ja einer der wichtigsten Radwege nicht nur hier in der Gegend, sondern in Deutschland.

Vom Bahnhof fährt man in die nördliche Richtung an ein schönes Eck, wo es links in die Rathausstraße ginge und man den Hafen sieht. Hafenspitze nennt sich das ganze. Auch hier sah ich kein Schild. Der Regen erschwerte die Orientierung.

Von dort aus fährt man nach rechts und irgendwann gab es dann die ersten Schilder. Es geht durch den Stadtteil Mürwik, es folgt ein wunderschöner Park, bei dem man auch am dortigen Wasserturm vorbeifährt.

Wasserturm Mürwik (Flensburg) am Ostseeküstenradweg.
Wasserturm in Flensburg-Mürwik.

Anschließend sah ich dann endlich den ersten Ostseeradweg-Wegweiser. Ab hier hier ist der Radweg jetzt auch durchgehend und gut ausgeschildert.

Vielleicht habe ich den Anfang einfach nicht richtig gefunden, aber ab nun hatte ich keine großen Probleme mit der Beschilderung mehr.

Es geht anschließend bergauf, was ich an der Ostsee erstmal nicht erwartete. Überrascht war ich dann von einem Gebäude mit dem jeder schon etwas zu tun hatte und das im Volksmund unter „Punkte in Flensburg“ bekannt ist.

Hier steht das Kraftfahrbundesamt, ein unscheinbares 70er Jahre Gebäude.

Man folgt nun die ganze Zeit einer Hauptstraße, die mit einem Fahrradweg versehen ist. Am Ende von Flensburg-Mürwik geht es dann parallel zur Straße durch einen Wald.

Kraftfahrbundesamt Flensburg. Nahe dem Ostseeküstenradweg.
Kraftfahrbundesamt in Flensburg.

In Solitüde kommt man dann endlich ans Meer. Zumindest für kurze Zeit, es blitzelt jeweils von weitem hervor.

Endlich hat man es geschafft, dass man nun mal an der Ostsee ist. Erst ab hier „fühlt“ sich der Radweg so richtig wie der Ostseeküstenradweg an.

Zwar war das nur ein kurzes Stück am Meer. Dennoch war man jetzt raus aus der Stadt und konnte auf dem Land endlich Strecke machen.

Der Regen ließ jetzt auch etwas nach, etwas zumindest. Es nieselte schon noch etwas.

Bei Meierwik verlässt man nun wieder die Ostsee.

Auf einer wenig befahrenen Straße geht es nun weiter. Es gibt hier zwar keinen Radweg, aufgrund des wenigen Verkehrs fühlte ich mich dennoch wohl.

Nächstes Ziel war nun Sandwig, das ein Teil von Glücksburg ist. Hier gibt es nichts bemerkenswertes zu berichten. Anschließend geht es sogar durch den Wald ein bisschen. Bei Schausende kriegt man einen schönen Binnensee zu sehen: Den Pugumer See.

Seen haben immer etwas beruhigendes, finde ich.

Auf die Halbinsel Holnis, auf der man jetzt fast ist, fährt man nicht, sondern biegt ab in Richtung Bockholm.

Hier fährt man unmittelbar auf der Straße, viel Verkehr war aber nicht los. Ich freute mich bald die Ostsee wieder zu Gesicht zu bekommen.

Das ist bei Bockholmwik der Fall. Man fährt dort auf einen Strand zu, der bei dem Regen aber natürlich überhaupt nicht frequentiert war (außerdem war ja noch Corona-Lockdown).

Bockholmwik an der Ostseeküste auf meiner Radtour.
In Bockholmwik kommt man wieder an einen Ostseestrand.

Diesen Strand verlässt man zugleich wieder und fährt wieder übers Land. Allerdings hat man jetzt auch einen Radweg unter den Rädern, was ich immer etwas schöner finde.

Beim Campingplatz „Fördeblick“ Westerholz blickt man wieder auf die Ostsee und ist dann aber auch gleich wieder auf der Straße fernab des Meeres unterwegs.

Schön war, dass der Regen jetzt aufgehört hatte. Es klarte sogar immer mehr auf, was das Fahren natürlich angenehmer machte. Am Ende des Tages sollte sogar noch ein bisschen die Sonne scheinen.

Entlang der Geltinger Bucht gelangt man schließlich nach Neukirchen, Nieby und Habernis.

Die Haberniser Au fließt bei Habernis in die Ostsee.
Hier fließt die Haberniser Au in die Ostsee. Bei Habernis.

Bei Habernis hat man einen tollen Blick auf die Ostsee, hier konnte ich mich kaum satt sehen. Es war hier auch ein bisschen belebt. Einen Campingplatz gibt es hier, Touristenregion eben. Aber es kam mir noch recht ruhig und gemütlich vor.

Jetzt folgte die eigentliche Geltinger Bucht, jedenfalls ist hier so ein Zacken Ostsee, de sich ins Land gefressen hat (einfach auf der Karte gucken).

Herausheben kann ich hier Steinberghaff: Man fährt hier erstmal direkt ans Meer, um dann auf recht engen Wegen weiterzukommen. Das Strandhotel Steinberghaff war noch geschlossen und hier wurden, wenn ich es richtig sah, Bauarbeiten durchgeführt: Wie in vielen Hotels in der Coronakrise.

Auf dem engen Radweg geht es direkt am Strand weiter. Hier muss viel los sein im Sommer, jetzt sah ich hier niemanden.

Sehr viele Steine gibt es hier. Ich parkte mein Rad kurz fürs Fotoshooting.

In Steinberghaff mit Blick auf die Ostsee mit meinem Gravelbike.
Bei Steinberghaff: Wunderschöner Blick auf die Ostsee.

Auf dem Weg kommt man sogar über Sand. Fürs Gravelbike ist das bestimmt nicht so toll, aber anderseits fühlt es sich natürlich total nach Urlaub an!

Hinter Steinberghaff geht es durch einen „Ostseewald“, der direkt ans Meer grenzt. Hier hat man nochmal ein schönes Gravelstück vor sich. Mein Fahrrad konnte sich etwas vom Sand erholen.

Erwähnenswert sind natürlich noch die schönen Reetdachhäuser auf dem Weg, die man besonders entfernt von der Küste immer wieder sieht.

Nördlich von Koppelheck, unmittelbar an der Ostsee, hatte man dann einen wirklichen Abenteuerweg vor sich. Der Ostseeradweg bietet einfach abenteuerliche und unterschiedliche Radweg-Untergründe!

Enger Schotterweg bei Koppelheck auf dem Radweg an der Ostseeküste.
Enger Radweg bei Koppelheck. Abwechslungsreiche Radwege gibt es an der Ostseeküste.

Entlang eines Zauns fährt man praktisch auf der Erde, der Weg ist eng und nicht mal Schotter gibt es hier.

Der Abschnitt war aber nur kurz. Bis zum Sporthafen Gelting-Mole hat man eine wunderbare Aussicht auf die Ostsee!

Es geht jetzt nur noch am Meer entlang, was sehr schön ist und meine Laune in neue Höhen katapultierte. Der Weg ist abwechslunsreich: Erst ausgewaschener Schotterweg, später Asphalt.

Hinter Wackerballig fährt man dann wieder ins Inland um ein größeres Stück zu überweinden, damit man auf die andere Seite der Halbinsel (weiß nicht, ob man das so bezeichnen kann) gelangt.

In Pottloch jedenfalls ist man erst wieder am Meer. Das ist auch wieder ein kleiner, süßer touristischer Ort mit großem langen Strand.

An diesem Strand fährt man jetzt nund auf einem guten Asphaltweg entlang.

Erst bei Hasselberg geht es über wenig befahrene Asphaltwege wieder ins Inland. Über Schwackendorf kommt man dann in die Schleiregion nach Kappeln.

Nordhafen Kappeln am Ostseeküstenradweg.
Nordhafen von Kappeln.

Ostseeradweg: Von Kappeln nach Eckernförde

Kappeln war toll und auch richtig belebt. Das war etwas besonderes in dieser Zeit, da ich ja noch im halben Corona-Lockdown Rad fuhr.

Schon am Beginn der Stadt wird man von einem Segelschiff-Hafen begrüßt. Das ist der Nordhafen Kappelns.

Kappeln gehört zur Schlei-Region und ist von daher Teil des Tourismus-Modellprojekts gewesen (von dem ich mit meiner Tour auch ein Teil war).

Die schöne Hafenpromenade war voller Menschen. Viel Platz gibt es hier und im Hafen hat man einen Blick auf Schiffe und Yachten.

Nach viel Natur und Einsamkeit war es schön mal wieder unter Menschen zu sein.

Kappeln von der Brücke aus gesehen. Hafenpromenade von Kappeln.
Kappeln von der Brücke über die Schlei aus gesehen. Super schön!

Ich holte mir etwas vom Bäcker und schon bald überquerte ich die große Brücke, die einen über die Schlei zum Ortsteil Kappelns Ellenberg führt. Dort gibt es nicht viel zu sehen außer Wohngebiete.

Man verlässt die Stadt nun entlang der Ostseestraße. Diese hatte einen Radweg und führt einen geradeaus ins kleine Olpennitzdorf.

Nachdem man das verlassen hat, darf man nun wieder in Richtung Ostsee fahren. Hier über Land sieht man das mehr nicht, obwohl man es spürt!

Endlich wieder Wasser! Endlich wieder Strand!

Entlang des Weidefelder Strands hat man jetzt einen tollen Blick auf die Ostsee, das ist wirklich wunderbar. Doch dieses kurze Stück endet im Ostseeort Schönhagen und man gelangt wieder ins Land. 30 Kilometer sind es jetzt noch bis ins Ziel der Etappe nach Eckernförde.

Reetdachhäuser bei Schuby an der Ostsee.
Reetdachhaus bei Schuby.

Es geht jetzt über Landwirtschaftswege über die Felder. Natürlich ist es hier weiterhin flach.

Dabei sieht man immer wieder die traditionellen Reetdachhäuser

Von Schuby aus kommt man wieder an den Strand, zum Ostseebad Damp.

Auf dem Strand-Parkplatz von Damp war mir erst unklar wo es lang gehen sollte. Aber die Beschilderung war eindeutig, wie so oft auf dem Ostseeküstenradweg:

Ostseebad Damp - Radweg auf dem Sand.
Ostseebad Damp. Radweg auf dem Sand.

Es sollte nun tatsächlich über den Sand gehen. Ein kurzes Stück hatte man also quasi Strand unter den Rädern. Was für ein erbauliches Gefühl!

Allerdings muss man hier vorsichtig fahren, was ich auch eben tat.

Nach einer kurzen Strecke hat es aber kaum noch Sand auf dem Weg. Beim „Fischleger Turm“, auch noch am Strandbad, verlässt man den Strand und damit die Ostsee wieder und fährt ins Inland.

Übrigens war hier schon ein bisschen was los. Da eben die Schleiregion Teil des Corona-Modell-Projekts im Mai 2021 war, ging hier die Urlaubssaison eben schon los.

Entlang einer Straße, teilweise auf dem Radweg ging es nun nach Schwastrum.

Nach Schwastrum geht es nun nur noch geradeaus führende Asphaltstraße in Richtung Eckernförde. Über ungefähr 17 Kilometer folgt man der L26. Das ist auch nicht schlecht, so hatte der Radweg für mich mal eine klare Struktur.

Jedoch war er dadurch wieder entfernt vom Meer, das man erst wieder so richtig in Eckernförde zu Gesicht bekommt.

Herauszuheben ist vielleicht noch ein Leuchtturm-Hotel in Klein-Waabs (was aber ein normales Gebäude war mit einem leuchtturmartigen Gebilde): Ansonsten passierte nicht mehr viel.

Über die Prinzenstraße in Eckernförde gelangt man schließlich in die Stadt.

Eckernförde - Hafen - Ankunft 1. Etappe Ostsee-Küsten-Radweg.
Der Hafen von Eckernförde. 1. Etappe geschafft!

Eckernförde mochte ich sehr. Hier gibt es einen Hafen, auf den man erst zufährt und einmal um das „U“ muss, um in der Innenstadt zu sein. Anschließend kommt man in die belebte und mit vielen Cafés versehene Fußgängerzone.

Im Eckernförder Hafen standen unfassbar verschiedene alte und moderne Schiffe, an der Promenade dort kann man schön flanieren. Ich hatte die erste Ostseeküstenradweg-Etappe geschafft! Morgen sollte es dann schließlich nach Kiel gehen.

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