Der Naheradweg im Sommer: Von der Nahequelle in Selbach bis Bingen am Rhein

Im Saarland bin ich bisher noch nicht allzu viel Rad gefahren. Nur den Saarradweg bisher und ein Stück der Mosel. Doch Saarland ist ein tolles Radland. Hier startete der Naheradweg in Selbach, der bei Neubrücke Rheinland-Pfalz erreicht.

Die Nahe ist über die meiste Zeit des Wegs nicht besonders breit, aber dafür ein wichtiger Nebenfluss des Rheins. In Bingen am Rhein endet der Fluss.

Insgesamt ist der gesamte Naheradweg 127 Kilometer lang. Ich teilte ihn in zwei Tagesabschnitte auf. Am ersten Tag bin ich lediglich von der Nahequelle nach Neubrücke fahren. Dort hatte ich eine wunderbare Unterkunft auf einem Gelände der dortigen technischen Universität. Das hatte was!

Am zweiten Tag ging es dann die übrigen über 105 Kilometer bis nach Bingen am Rhein. Diese Stadt kannte ich schon von meinen Rheinradweg-Fahrten.

Selbach Nahequelle - Naheradweg - Ich so
Ich so mit Gravelbike an der Nahequelle, dem Startpunkt!

Von der Quelle der Nahe in Selbach nach Neubrücke (Hoppstädten-Weiersbach)

Um zum Start des Naheradwegs zu gelangen, muss man ein Stück mit dem Rad fahren. Einen Zug-Halt gibt es in Selbach nicht. Ich fuhr von daher nach Walhausen, um dann nach neun Kilometer zur Nahequelle zu gelangen.

Die liegt etwas versteckt, aber durchaus schön in einem Wald. Kaum zu glauben, dass aus diesem Rinnsal mal ein Fluss führt, der dann nach 125 Kilometern in den Rhein fließt.

Von Selbach aus geht es dann zurück nach Neunkirchen: Zuerst entlang der Straße, dann über die Felder. Nur 5,5 Kilometer sind es von Selbach zum wunderbaren Bostalsee.

Dieser See ist wirklich das erste Highlight auf dem Radweg!

Der Stausee liegt in Nohfelden und an ihm entlang lässt sich wunderbar spazieren und radfahren.

Hier war auch wirklich einiges los an diesem schönen Julitag. Ich umkurvte den See recht langsam, um ihn auch zu genießen und zu fotografieren.

Bostalsee in Nohfelden am Naheradweg
Der wunderbare Bostalsee, ein herrlicher Anblick. Er liegt im Saarland.

Von dort aus sind es noch um die 10 Kilometer bis nach Neubrücke. Diese sind sehr waldlastig. Nach dem Bostalsee geht es durch den Wald, dann folgt Türkismühle als ein kleiner Ort, über eine Brücke über der Nahe gelangt man schließlich wieder in den Wald.

Die Strecke ist hier nicht befestigt, allerdings auch nicht besonders mit starkem Schotter versehen. Eher so dunklen, erdigen Waldboden findet sich hier.

Viel los war nicht (außer am Bostalsee), ich hatte die ruhige Strecke vor allem für mich alleine. Nach Türkismühle folgt der Hauptort dieser kleinen Dörflein. Es ist Nohfelden.

In Nohfelden allerdings fehlte mir erst die perfekte Beschilderung (der Radweg ist gut ausgeschildert, hier aber fehlte etwas), später im Ort gab es eine: Noch 34 Kilometer wären es nach Idar-Oberstein, ich würde aber zumindest an diesem Tag schon früher aussteigen. Nach Neubrücke waren’s nur noch knapp 5 Kilometer.

Diese führten mich wieder durch den Wald, erst über unbefestigten Weg, dann über ein kurzes Stück Asphalt. Jedenfalls fuhr ich dann bei Neubrücke ab vom Radweg, ein paar wenige hundert Meter zur dortigen technischen Universität.

Ein wirklich empfehlenswerter Ort, um zum Übernachten!

Hotel Vicinity auf dem Umweltcampus in Neubrücke an der Nahe
Das Hotel Vicinity, hier übernachtete ich nach den ersten paar Kilometern Naheradweg.

Von Neubrücke via Idar-Oberstein nach Kirn

Nach einem ausgieben Frühstück auf dem Universitätsgelände ging es am nächsten morgen dann weiter, um den Großteil des Naheradwegs gen Bingen zu fahren.

Es war schönes Wetter, aber auch nicht allzu heiß. Super Fahrradfahr-Wetter also für den Naheradweg.

Nach einem kurzen Stück durch den Ort Neubrücke gelangte ich erstmal weiter durchs Grüne und über einen engen Asphaltweg durch den Wald. Es ist am Beginn des Naheradwegs übrigens leicht hügelig, der Radweg ist nicht durchgehend flach.

Das nächste Ziel nach weiteren 29 Kilometern ist dann erstma Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz.

Der nächste Ort nach Neubrücke ist dann schließlich Birkenfeld: Ein paar Fachwerkhäuser, eine E-Bike-Ladestation, ein wegen Corona geschlossenes Café, eine kleine Innenstadt mit Kirche – und es geht wieder hinaus via eines Asphaltweges durch den Wald.

Man fährt ein Stück lang entlang des Sironaweges. Das ist ein Wanderweg, der über die frühere keltische und römische Geschichte hier in der Gegend informiert.

Sironaweg - Nahetal - Naheradweg
Hier geht der Sirona-Weg durch, ein Wanderweg, der über die Römer informiert.

Das soll wohl sehr spannend sein diesen Weg im Naheland zu wandern. Eine Tafel informiert hier auf dem Radweg über den Wanderweg.

Allerdings ist Birkenfeld und das folgende Elchweiler und Niederbrombach tatsächlich ein Stück weg von der Nahe. Diese erreicht man erst wieder in Kronweiler.

Grund ist, dass es hier entlang der Nahe wohl keinen durchgehenden Radweg gibt.

Dort in Kronweiler machte ich direkt an der Nahe an einem idyllisch gelegenen Rastplatz eine kurze Pause, um dann eigentlich den schönsten Teil des Naheradwegs erleben zu dürfen.

Idar-Oberstein - Hammerstein - Naheradweg
Solche Felsen wie hier in Hammerstein prägen dieses Teilstück vor Idar-Oberstein.

Ich kann es nicht so gut beschreiben, aber hier wechseln sich Felsformationen, Bäume, Wiesen und tolle Brücken ab, die Landschaft besonders schön zu machen.

Bis Idar-Oberstein läuft das so – und auch diese Stadt hat etwas zu bieten. Zwar war am Beginn der Radweg nicht so gut ausgeschildert, wie erhofft. Als ich den Weg gefunden habe war klar: Ich durfte mitten durch die Innenstadt Idar-Obersteins fahren, die auch Fachwerkhäuser, kleine Cafés und Gaststätten hat.

Oberhalb von ihr gibt es wieder Felsformationen und sogar eine Burg!

Idar Oberstein - Burg - Naheradweg
Idar-Oberstein mit Burg. Unten sind Restaurants in dieser von Fachwerkhäusern geprägten Stadt.

Nach dem deutschen Mineralienmuseum geht es raus aus der Stadt und man fährt unterhalb einer Straße, aber oberhalb des Flusses weiter.

Am Gewerbepark Nahetal kam man noch an einem sehr belebten Bikepark vorbei: Der Bikepark Nahbollenbach.

Anschließend geht es erst entlang der Straße wieder auf einen Radweg zu, der jetzt auf einmal sehr breit ist. Man hat eine tolle Aussicht von ihm auf die hügelige Landschaft dahinter, die ich hier so gar nicht erwartet hatte.

Das Ziel ist nun Kirn, 17 Kilometer hinter Idar-Oberstein. Eine schnucklige Kleinstadt, die oberhalb eine Burg hat als Wahrzeichen: Die Kyrburg.

Kirn - Kirche - an der Nahe - Nahetalradweg
Kirche in Kirn.

Der Naheradweg von Kirn zum Ziel nach Bingen am Rhein

Nach Kirn fährt man an einem imposanten Steinbruch vorbei, zumindest sah dieser so aus.

Es folgen nun noch einige Orte in schneller Abfolge wie Hochstetten, Martinstein, Merxheim und Meddersheim.

Der Radweg ist hier nicht spektakulär, aber man gelangt nun an ersten Weinbergen vorbei. Die prägen ja hier in Rheinland-Pfalz die Landschaft und befinden sich bevorzugt auch in Bingen am Rhein selbst.

Anders wird die Landschaft und das Radtouren-Erleben dann erst wieder in Bad Sobernheim nach dem Sommercafé “Am Nohfels”.

Sommercafe am Nohfels - Naheradweg
Sommercafé “Am Nohfels”, ab hier wird es schön!

Nach diesem Café, das wirklich sehr schön gemütlich von außen aussieht, folgt ein Barfußpark. Hier war einiges los, war wohl trotz Corona draußen möglich.

Dieser Barfußpark war sehr langgezogen und er scheint wohl viele verschiedene Stationen zu haben, die schön in die dortige Natur eingebettet sind.

Über eine wirklich schöne weite hügelige Landschaft geht es auf dem asphaltierten Radweg weiter. Zeitenweise hat man wieder nur den Fluss neben sich und es wird auch wieder felsiger.

Man wühlt sich durch Weinberge und fährt am Gut Herrmansberg in Oberhausen an der Nahe vorbei. Um dort hochzukommen, hat man einen Anstieg vor sich, der es schon etwas in sich hat.

Gut Hermannsberg in Oberhausen an der Nahe - Naheradweg
Hoch zum Gut Herrmansberg!

Einfach ist dieser Flussradweg also nicht. Hin und wieder hat er seine Hügel und dieser war der anstrengendste bisher. Anschließend hat man allerdings eine tolle Aussicht auf die Nahe und darf ihn wieder hinunterfahren.

Jetzt jagt ein Highlight das nächste auf dem Radweg, nachdem es so lange gleichmäßig vor sich hinplätscherte.

Es folgt Bad Münster am Stein-Ebernburg. Die Ebernburg ragt hier aus der Landschaft heraus, zudem ist die Stadt sowieso wunderschön. Man gelangt am Mineralbad vorbei und dann zu einem Ort mit wunderschönen Fachwerkhäusern.

Bad Münster am Stein Ebernburg - Bad Kreuznach - Mühle - Gravelbike - an der Nahe
Bad Münster am Stein Ebernburg, eine wunderbare Mühle, ein Turm und mein Bike!

Dort ist auch der Kurpark von Bad Münster. Hier war einiges los an Spaziergänger*innen. Ich verweilte ganz kurz an einer großen Wassermühle.

Spannend ist, dass Bad Münster am Stein Ebernburg nur durch einen Park mit Bad Kreuznach verbunden ist (Bad Münster ist allerdings auch Teil von Bad Kreuznach).

Bad Kreuznach ist dann auch noch einmal sehr schön. Mit einem Bäderhaus ist hier auch Kurgebiet. Die Stadt ist direkt am Fluss angelegt. Einige Häuser liegen direkt an der Nahe.

Wasser spiegelt sich in der Nahe - Bad Kreuznach
Sich spiegelndes Wasser in Bad Kreuznach, bei Wohngebäuden.

Durch enge Gassen und an via eines engen Radwegs gelangt man wieder raus in die Stadt und hat jetzt Bingen fest im Blick. 19 Kilometer sind das noch bis dorthin.

Das Weindorf Bretzendorf ist das nächste Ziel, man befindet sich jetzt direkt im Weinland. Über Radwege via Feldwege und Wiesen, die wenig gemäht waren um diese Jahreszeit, hat meinen schönen Ausklang auf dem Naheradweg.

Zwischen Langenlonsheim und Gensingen überquert man noch einmal die Nahe und fährt auf der rechten Seite der Nahe bis an den Rhein.

Endlich ist man in Bingen und entlang einer Mauer mit Gestrüpp fährt man zum Rhein und hat dort einen beeindruckenden Blick auf die Weinberge.

Dort am Rhein ist nun ein großer Platz, der an einen Park grenzt und dort ruhte ich mich etwas aus. Ich hatte den Naheradweg geschafft!

In Bingen selbst begegnete ich noch – wie kann es anders sein – einer Weinprobe. Ich aß noch ein bisschen etwas und fuhr dann wieder mit dem Zug nach Hause. Der Naheradweg ist empfehlenswert, wenn man schon einmal einen anspruchsvollen Flussradweg fahren möchte, der doch unfassbar landschaftlich abwechslungsreich & spannend ist.

Bingen am Rhein an der Nahe - Naheradweg - Rheinradweg
Bingen am Rhein: Der Rhein vom Blick der Nahemündung aus.

Schreibe einen Kommentar