Museumsradweg im Herbst. Weil der Stadt – Nürtingen

Diesen besonderen Radweg – den Museumsradweg – habe ich dieses Jahr schon zweimal gestreift. Jetzt wollte ich ihn endlich mal komplett fahren. 52 Kilometer ist der Weg lang.

Das erste Mal bin ich von Waldenbuch über Böblingen gefahren, um schließlich zum Siebenmühlental zu gelangen.

Das zweite Mal habe ich ihn berührt, als ich von Tübingen nach Bruchsal gefahren bin. Da kommt man über Weil der Stadt. Dort fährt man ein kleines Stück Museumsradweg.

Nun wollte ich zum dritten Mal Museumsradweg fahren. Dieses Mal aber richtig und den kompletten Weg.

Der Museumsradweg heißt deshalb Museumsradweg, da er ein Radweg ist und sich an seiner Strecke viele Museen befinden. Aber er ist auch ein Kunstradweg. Überall findet  man künstlerische Werke in der Landschaft. Sie wirken fast wie Wegweiser.

Agrarkunst Museumsradweg Weil der Stadt
Agrarkunst zwischen Weil der Stadt und Schafhausen.

Von der schönen Stadt Weil der Stadt bis fast ins Siebenmühlental nach Waldenbuch

Der Tag heute war etwas trüb. In diesem September 2017 hatte der Herbst schon früh eingesetzt und es wurde bald kalt.

Gestartet bin ich in Weil der Stadt, nachdem ich dort mit dem Zug hingefahren bin. Das Stuttgarter S-Bahn-System reicht ja bis Weil der Stadt.

Am Ausgang des Bahnhofs wird man bald auf den berühmtesten Sohn Weil der Stadts aufmersam gemacht: Johannes Keppler.

Der Astronom und Naturforscher Kepler lebte im 16./17. Jahrhundert und ist in Weil der Stadt geboren. Sein Geburtshaus ist heute Museum. Irgendwann als Jugendlicher war ich auch schon einmal im dortigen Museum.

Dieses Museum ist in der Altstadt und natürlich auch ein musealer Teil des Museumsradwegs.

Weil der Stadt hat eine schöne, von Fachwerkhäusern geprägte Altstadt. Sie liegt so zwischen allem:

Sie gehört noch zum Raum Stuttgart, ist aber schon ein Stück davon weg. Sie ist nicht weit vom Landkreis Calw und vom Schwarzwald entfernt. Sie ist noch ein Teil Württembergs, aber fährt man etwas weiter, so ist man schon bald in Baden.

Johannes Kepler Weil der Stadt Bahnhof Museumsradweg
Schild am Bahnhof von Weil der Stadt, das auf Johannes Kepler hinweist.

Jedenfalls begann hier meine kleine Tour. Von hier bis zum Neckar in Nürtingen sind es 62 Kilometer.

Durch die Stadt ist man schnell hindurchgefahren. Sie ist schön, aber klein. Über eine Würmbrücke geht es dann in Richtung des 2. Ortes am Museumsradweg: Schafhausen.

Schafhausen ist allerdings noch Teilort von Weil der Stadt. So ca. 5 Kilometer entfernt ist der Ort.

Auf dem Weg zwischen Weil der Stadt und Schafhausen habe ich etwas gesehen, was ich Agrarkunst taufen würde. Heuballen, die bunt verpackt waren. So geht wohl ländliche Kunst im 21. Jahrhundert (siehe Bild oben).

Kurz vor Schafhausen muss man links abbiegen. Dort waren die Schilder falsch ausgerichtet und diese führten mich erst in den Ort hinein. Doch man streift den Ort nur und fährt in Richtung Würm.

Das nächste Ziel ist dann Aidlingen. Man fährt dorthin durch den Wald und kommt nach ein paar wenigen Kilometern in einem Wohngebiet an.

Aidlingen streift man auch eher nur. Bei einer Kreuzung geht es dann sofort weiter nach Ehningen.

Von Weil der Stadt nach Ehningen geht es eigentlich immer direkt an der Würm entlang. Den Würmradweg kann man also hier anschließen, wenn man möchte.

Ehningen ist für mich etwas besonderes, da ich dort aufgewachsen bin. Seit meinem 3. Lebensjahr lebte ich dort und mit 21 Jahren bin ich nach Tübingen weggezogen.

Ein kurzer Teil des Radwegs führt an meinem alten Grundschulweg entlang. Nur gab es, als ich in der Grundschule war, noch keinen Museumsradweg. Den gibt es erst seit 2009.

Zuerst aber kommt man am Holzwerk Keck vorbei, fährt dann durch den kompletten Ort. Man ist nun wieder wuf den Feldern. Von dort geht es dann gen Mauren. Mauren ist ein sehr kleiner Teilort von Ehningen. Dort gibt es zwar ein Schloss. Insgesamt wohnen dort allerdings mehr Kühe als Menschen.

Es geht hinter Ehningen und Mauren weiter über Felder nach Holzgerlingen und schließlich nach Schönaich.

Diesen Teil zwischen Schönaich und Waldenbuch kannte ich dann schon von meiner Tour am Siebenmühlentalradweg entlang. Hier gibt es schöne und lustig aussehende Kunstwerke.

Goldener Vogel Museumsradweg - Schönaich -Waldenbuch
Ein schöner goldener Vogel in der Abendsonne. Zwischen Schönaich und Waldenbuch.

Es dämmerte, es dämmerte, es dämmerte: Von Waldenbuch nach Nürtingen

In Waldenbuch kommt man am Schokoladenmuseum vorbei. Auch gibt es dort einen Shop und außerdem die Schokoladenfabrik von Ritter Sport.

Dooferweise war ich eine halbe Stunde nach Schließung erst da. Denn ich bin ja spätnachmittags (um 3 Uhr) in Weil der Stadt erst losgefahren. So war es jetzt schon abend.

Schokoladenmuseum Waldenbuch Museumsradweg
Schokoladenmuseum Waldenbuch mit Shop. Hatte leider schon zu als ich ankam.

Auch diesen Teil der Strecke kannte ich von meiner Siebenmühlental-Museumsradweg-Tour.

Ich hatte übelst krass Hunger und habe mich im Döner in Waldenbuch mit den nötigen Kohlenhydraten versorgt.

Aus Waldenbuch hinaus fährt man auf der Straße am Hakawerk vorbei. Schließlich kommt auch tatsächlich der Start des Siebenmühlentalradwegs. Jedoch wollte ich da nicht lang, sondern in Richtung Aichtal.

Es geht jetzt weiter an Feldern und einer Straße entlang. Man kommt zuerst in das Örtchen Aich und dann erst in den Hauptort Aichtal.

Fahrrad-Wegweiser Aichtal Museumsradweg Hohenzollernradweg
Wegweiser in Aichtal. Dieser weißt auch auf den Hohenzollernradweg hin.

Es dämmerte jetzt schon und ich begann mich zu beeilen.

Zwischen Aich und Aichtal gab es aber noch ein Hindernis zu überwinden. Dort ist ein Waldweg und der war im Prinzip unproblematisch.

Doch im Dämmern arbeitete hier noch ein Waldfahrzeug. Ich quetschte mich an ihm vorbei und war ziemlich im Schlamm gelandet. Das war aber gar nicht mal das Problem.

Der Punkt war, dass der folgende Weg vollkommen kaputt war. Ein bisschen Schlamm macht ja nichts, aber der folgende Radweg war nun eine Schlammwüste. Das Waldfahrzeug war wohl vorher hier vorbeigefahren. Ich wusste gar nicht, dass ein Fahrzeug einen Weg so zerstören konnte.

Etwas abenteuerlich, aber ich schaffte es bis auf den Asphalt. Dann war ich im rettenden Hauptort Aichtal.

Hier durch Aichtal führt auch der Hohenzollernradweg. Der führt von Esslingen bis nach Radolfzell. Der ist auch noch auf meiner Touren-ToDo-Liste.

Von Aichtal nach Nürtingen sind es nur noch ca. 10 Kilometer. Ein Großteil davon führt an einer Straße entlang, die jedoch von einem Radweg begleitet wird.

Teilweise fährt man hier durch den Wald. Man erreicht Nürtingen nun etwas außerhalb. Da Nürtingen aber nicht rießig groß ist, ist man bald in der Innenstadt.

Das Ende des Museumsradwegs ist schließlich am Neckar. Genauer gesagt an einer Bushaltestelle, die nahe dem Neckar liegt. Hier kreuzt man genau den Neckarradweg.

Man kann nun in Richtung Stuttgart fahren oder in Richtung Tübingen. Letzteres tat ich jedenfalls, um über den Neckartalradweg nach Hause zu kommen.

Nürtingen bei Nacht am Museumsradweg
Nürtingen bei Nacht. Mit Neckar.

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