Illerradweg 1. Etappe – Von dem südlichsten Ort Deutschlands – Oberstdorf – bis nach Illerbeuren unterhalb von Memmingen

Oberstdorf ist wirklich ein besonderer Punkt in Deutschland. Der Ort ist nicht nur die südlichste Punkt Deutschlands. Er liegt auch wunderbar in den Alpen. Dazu beginnt hier in nördlicher Richtung der Illerradweg. Zudem kann man nach Süden übrigens eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike machen: Die Route nennt sich Heckmair-Route!

Doch das wollte ich jetzt nicht tun. Zumal es Januar war und eine Alpenüberquerung per Rad so fast unmöglich ist.

Vielmehr wollte ich den schönen, flachen Illerradweg bis nach Ulm gemütlich mit dem Rad fahren.

Ich hatte Spikes (Spikereifen) aufgesetzt und war froh endlich mal etwas Schnee erleben zu dürfen. Bei mir in Tübingen gab es eben kaum Schnee und durch Schneelandschaften zu fahren hat etwas Erhabenes.

Dies konnte ich eben nur hier in den Alpen tun. In Tübingen und schon weiter nördlich von Oberstdorf gab es zu dieser Zeit keinen Schnee mehr.

Oberstdorf - Illerradweg - Innenstadt
Oberstdorf, Innenstadt. Hier startet der Illerradweg, der bis nach Ulm führt.

Durch schöne Schneelandschaften den Illerradweg gestartet: Von Oberstdorf nach Kempten

Oberstdorf ist ein typischer Ski-Ort. Ich übernachtete vor dem Start meiner Tour sogar noch südlicher als der Stadtkern. In der Nähe meines Übernachtungsortes gab es sogar eine Gondel.

Zudem waren Skifahrer und Snowboarder an diesem Morgen auf dem Weg zur Piste. Also ein besonderes Erlebnis: Während andere zum Skifahren gehen, fahre ich Rad. Eher ungewöhnlich um diese Winters-Zeit in Oberstdorf.

Allerdings ist Oberstdorf nicht nur wegen des Illerradwegs für Radfahrer spannend. Im Frühjahr/Sommer/Herbst kann man die Heckmair-Route hier starten. Das ist eine Alpenüberquerung, die man eigentlich nur mit Mountainbike machen kann. Die führt bis zum Gardasee.

Aber da wollte ich jetzt gar nicht hin, wäre eh nicht möglich gewesen. Ich wollte in den Norden von hier aus. Also bis nach Ulm.

Am Anfang konnte ich mir noch die schöne und gemütliche Innenstadt Oberstdorfs anschauen. Und vom Bahnhof weg, geht es dann erstmal an der Straße entlang bis zum Illerursprung.

Die Trettach, die Stillach und die Breitach fließen hier zusammen und heraus kommt die Iller. Hier ist es ziemlich schön. Auf der anderen Seite der Iller gibt es sogar ein Kunstwerk, das ich aber von hier aus nicht zu sehen bekam. Ich war auf der linken Illerseite.

Illerursprung. Zusammenfluß von Trettach, Stillach und Brettach. Beginn der Iller und des Illerradwegs
Zusammenfluß von Trettach, Stillach und Breitach. Diese bilden ab hier die Iller. Der Illerursprung!

Der Weg war hier noch voll von Schnee. Doch mit den Spikereifen ging das recht gut. Kein Problem eigentlich. Sah übrigens toll aus!

Nächstes größeres Ziel nach ca. 17 Kilometern war dann erstmal Sonthofen. Das kannte ich zumindest vom Namen her. Ich hätte da mal fast einen Auftritt gehabt mit einer Kabaretttruppe. Doch wir hatten den dann abgesagt, weil keine Zuschauer kamen.

Egal. So bin ich auf jeden Fall mal jetzt nach Sonthofen gelangt. Hier war es noch sehr winterlich. Und auch ruhig. Man streift die Stadt lediglich. Ich habe nicht viel von ihr gesehen. Der Illerradweg ist weitestehend ein Naturradweg, ohne viele Städtedurchquerungen.

Anschließend kommt dann Immenstadt. Die Stadt kannte ich schon vom Bodensee-Königssee-Radweg, den ich letzten Sommer gefahren bin.

Hier war es schon deutlich wärmer. Der Radweg ist ja leicht abschüssig – die klimatischen Bedingungen ändern sich also sehr schnell. Das macht den Radweg auch einfach zu fahren.

Allerdings streifte man auch in Immenstadt die Stadt nur. Man kommt nicht durch die Stadt selbst, wenn man so auf dem Radweg fährt – wie es eben ausgeschildert ist. Ich kam jedoch an eine Brücke, an der der Radweg den Königssee-Bodensee-Radweg kreuzt. Diese Brücke kannte ich schon.

Nach Immenstadt wird es ruhiger. Man fährt meist direkt oder ganz nah an der Iller bis nach Kempten. Das ist bis Ulm die größte Stadt am Illerradweg.

Ein nettes Städtchen und auch für das Allgäu ganz wichtig. Vielleicht so etwas wie die Hauptstadt des Allgäus.

Kempten - Kirche - Illerradweg
Kempten, Kirche.

Von Kempten bis fast nach Memmingen. Illerbeuren

In Kempten kommt man, anders als bei den vorhergehende Städten, direkt durch die Stadt. Die Iller fließt hier auch direkt durch.

Kempten ist eine gemütliche Stadt mit einer schönen Fußgängerzone, durch die man auch mit dem Fahrrad fahren kann. Ich ging hier kurz zum Supermarkt, um mich zu stärken. In der Stadt war auch ein bisschen was los trotz der Kälte.

Krass ist, dass Kempten nun die letzte große Stadt am Illerradweg vor Ulm. Doch bis Ulm sind es noch fast 110 Kilometer!

Zwar kommt noch Memmingen, aber durch das fährt man eben nicht direkt durch, sonder die Iller streift diese Stadt ja nur.

Überhaupt führt die Iller mehr durch Natur als durch Kultur. Also mehr durch schöne Landschaft als durch schöne Städte.

Das hat aber den Vorteil und ist eine Besonderheit des Illerradwegs: Man kommt gut auf ihm voran. Städte verlangsamen natürlich das Tourenfahren aufgrund von Verkehr  immer etwas. Wenn man durch die Pampa übers Land fährt, ist man schneller.

Nach Kempten fährt man erstmal direkt links der Iller noch ein Stück entlang. Es ist hier ziemlich schön. Promenadenhaft.

Doch 15 Kilometer hinter Kempten kommt man schließlich nach Krugzell. Da ändert sich etwas. Während man bisher weitgehend neben der Iller gefahren ist und sie unmittelbar im Blick hatte, fährt man hinter Krugzell durchs allgäuerische Inland.

Man verlässt also die Iller etwas und es geht deshalb, nachdem es zuvor immer flach oder leicht abgehend war, nun bis nach Altusried ca. 5 Kilometer etwas bergauf.

Nach Altusried schließlich liegt der offizielle Radweg weitgehend in der einsamen und schönen Natur.

Es geht nun immer etwas bergauf, wieder bergab durch das weite Allgäuer Land. Hügelig würde ich sagen, aber nicht zu anspruchsvoll.

Bei meiner Fahrt hatte es nun eine schöne Stimmung hier. Es war zwar kalt heute, aber auch ein sonniger Wintertag. In der bald beginnenden Dämmerung konnte ich mich kaum sattsehen an der weiten grünen Allgäu-Landschaft. Dazu die aufziehenden Wolken, die mit der untergehenden Sonne zusammen ein besonderes Naturschauspiel abgaben.

Legau - schöne Aussicht - Wolken - Weite - Illerradweg
Wunderschöne Weite hier in Legau am Illerradweg!

Durch diese Atmosphäre getragen fuhr ich nun bis nach Maria Steinbach, das eine beeindruckende Kirche hat, die man schon von Weitem sieht.

Das Dorf war am Spätnachmittag sehr ruhig, keine Menschenseele auf der Straße.

Meine Etappe war nun bald zu Ende. Kurz nach Maria Steinbach folgt nun Lautrach. Man fährt durchs Wohngebiet und den Ort.

Anschließend überquert man dir Iller und gelangt nach Illerbeuren. Hier war mein Ziel für heute. Morgen würde ich hier weiterfahren.

Auch in Illerbeuren war es sehr ruhig. Sehenswürdigkeit ist hier das Bauernmuseum. Das Museum soll das harte frühere Landleben der Schwaben hier im Allgäu darstellen.

Ich übernachtete allerdings nicht direkt in Illerbeuren, sondern hatte noch 10 Kilometer vor mir. Doch am nächsten Tag würde ich genau hier zurückfahren, da ich eben den ganzen und kompletten Illerradweg fahren wollte.

Maria Steinbach - Kirche und Dorf
Maria Steinbach hat eine wirklich tolle Kirche!

3 Gedanken zu „Illerradweg 1. Etappe – Von dem südlichsten Ort Deutschlands – Oberstdorf – bis nach Illerbeuren unterhalb von Memmingen“

  1. Danke für den schoenen Bericht, war genau das, was ich wissen wollte (anstiegsmässig, ist mit höheren Bergen zu rechnen usw.). Nun weiß ich Bescheid

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    • Also, der komplette Illerradweg ist weitgehend sehr flach. Nur im Allgäuer Land geht es etwas hoch, aber eben auch wieder herunter.
      Von daher würde ich schon sagen, dass es kein schwerer Radweg ist… Viel Spaß beim Radeln!

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