Hohenzollernradweg – 2. Etappe: Durch den Nebel über die Schwäbischen Alb an den Bodensee

Der Beginn des 2. Hohenzollernradweg-Tages war etwas entäuschend. Eigentlich wollte ich ja jetzt die Burg Hohenzollern sehen, nachdem es gestern auf dem Weg schon dunkel war.

Doch es hatte heute richtig heftigen Nebel. Der Tag war angebrochen und man konnte eben durch die Suppe kein Stück Burg ersehen.

Aber egal. Ich ging schnell zum Bäcker nach Bisingen und wollte dann schnell nach Balingen kommen.

Der Hohenzollern-Radweg hatte auch an diesem Tag schönes und faszinierendes für mich, nachdem ich die 1. Etappe wirklich ganz toll gefunden hatte. Lest hier gerne den Erfahrungsbericht der 1. Etappe.

Jugendherberge Balingen Hohenzollernradweg
Die Jugendherberge in Balingen. Echt schön!

Von Bisingen (bei Hechingen) nach Wehingen: Nebel, Nebel und noch mehr Nebel

Von Bisingen aus ging es erstmal an der Bahnlinie entlang und dann über Felder nach Balingen. Der Radweg ist hier unspektakulär, aber ruhig, recht flach und mit wenig Verkehr versehen.

Also recht angenehm. Man kommt dann nach ca. 9-10 Kilometern in Balingen an, was eine ganz nette Stadt ist. Heute morgen und bei dem Nebel war hier noch sehr wenig los. Ich fotografierte die Jugendherberge, in der ich mal in der 5. Klasse übernachtet hatte. Damals hatten wir dort Schulandheim, oder so etwas ähnliches. Jedenfalls erinnerungswürdig für mich.

Es geht dann weiter über die Felder und es hört jetzt auf flach zu sein. Man spürt nun die Schwäbische Alb richtig. Es wird bergig.

Nach Balingen ist das nächste Ziel nun Dotternhausen. Hier war es noch sehr neblig. Am Ende des Ortes gab es eine kleine Materialseilbahn, die für mich im Nebel eine bestimmte Ästhetik ausmachte.

Dotternhausen Material-Seilbahn Hohenzollernradweg

Noch Dotternhausen ist man gleich in Schömberg. Man fährt an der Straße entlang, um dort hin zu gelangen. Schömberg ist nur so 15 Kilometer von Rottweil entfernt (das ich schon vom Neckarradweg her kenne).

Hinter Schömberg ging es nun richtig los mit den Bergen. Es folgte nun ein längerer und anstrengender Anstieg auf einer wenig mit Autos befahrenen Asphaltstraße. Hier traf ich auch ein paar Radfahrer. Ich war also heute an diesem kalten und nebligen Tag nicht der einzige Verrückte!

Die Abfahrt war dann sehr angenehm nach dem Berg. Zumindest konnte ich mich ausruhen. Zudem war es hier nun viel weniger neblig, was ich sehr angenehm empfand nach der Suppe von heute vormittag.

Delkhofen heißt der nächste Ort, der nicht weit dann vom übernächsten Ort Wehingen entfernt ist und den man entlang der Straße gut auf Fahrradwegen erreicht.

Anschließend folgt im Übergang von Wehingen direkt Gosheim. In Gosheim gab es überall bunte Fasnetsbänder, die über der Straße gespannt werden. Davon gehe ich z.B. aus. Ich bin ja nicht soo der Fasnetsfan.

Gosheim auf dem Hohenzollernradweg - Fasnet Schmuck und Bänder aufgehängt
Hier in Gosheim auf der Schwäbischen Alb war schon einiges an Fasnets-Verzierung aufgehängt.

Der Himmel zieht auf auf dem Hohenzollernradweg: Von Wehingen über Tuttlingen nach Ludwigshafen am Bodensee

Wehingen und Gosheim zogen sich etwas, aber waren ganz schön anzusehen. Den Radweg fand ich in den beiden Orten an fast allen Stellen sehr gut ausgeschildert. Bis auf einmal in der Mitte Gosheims. Dort wurde ich nach rechts geleitet, dabei sollte ich geradeaus den Berg hoch fahren.

Nun nach Gosheim kam wieder ein Anstieg. Das war auch der anstrengenste und unangenehmste, weil man jetzt ein gewisses Stück Straße fahren muss. Und im kleinsten Gang einen heftigen Berg hoch mit Autos, die an einem vorbeirauschen. Naja, geht so.

Doch nach einem Fernsehturm oder Wetterturm durfte ich nach rechts einbiegen und war dann gleich auf der Spitze. Ich war bei 985 Höhenmetern angelangt. “Meereshöhe 985 Meter” stand dort; ich gehe davon aus, dass nicht der Berg so heißt, sondern dass ich hier einfach 985 Meter über dem Meeresspiegel stand.

200 Meter war es von Gosheim ca. hochgegangen. Das war dann wohl der höchste Punkt der ganzen Hohenzollernradweg-Tour. (Ergänzung 6. Juli 2018: Wohl ist der höchste Punkt nach einem eifrigen Leser hier auf meinem Blog bei 990 Meter. Auf einer Webseite habe ich 989 Höhenmeter gelesen. Wie auch immer: Man ist oben!)

Gosheim Hohenzollernradweg - Berg
Hier war ich nach Gosheim auf 985 Höhenmetern angelangt. Der höchste Punkt des Hohenzollernradwegs. Anschließend geht es nur noch den Berg herunter.

Nachdem ich diesen Punkt erreicht hatte, kam wohl der schönste Teil dieser zweiten Etappe. Ich mochte das wirklich gerne. Hier ging es jetzt die ganze Zeit bergauf und aber viel öfter bergab.

Man fährt hier durch Skigebiete und Langlaufgebiete. Wobei es hier gerade kein Schnee gab. Nur ein bisschen am Rande vielleicht.

An historischen Pestkreuzen kommt man auch vorbei. Dazu gibt es Skihütten und Gastronomien. Hier auf dieser Hochebene kann man gut wandern, aber eben auch Skifahren. Ich mochte es hier sehr.

Nun konnte ich mich richtig ausruhen und richtig mal etwas chillen. Einzigen Ort, den man hier berührt, ist Böttingen.

Am Ende landet man in Tuttlingen genau an der Donau und auch am Donauradweg. Man kann hier direkt in Richtung Beuron weiterfahren, wie ich es im März 2017 getan habe, als ich die beiden baden-württembergischen Donauradweg-Etappen gefahren bin.

Tuttlingen Donau Hochwasser Hohenzollernradweg
Hier in Tuttlingen stand die Donau schon sehr hoch. Nicht mehr weit wäre es hier für Hochwasser.

Hier in der Nähe ist dann gleich die Stadthalle Tuttlingens, wo schon Stars wie DJ Ötzi gespielt haben. 🙂 Man fährt nach rechts und das ist auch ein Stück Donaurdaweg. Wobei an diesem Tag ein kleines Stück Radweg wegen Hochwassers gesperrt war.

Denn die Donau stand derzeit wie viele deutsche Flüsse in diesem warmen Winter sehr hoch. So hoch, dass es an der ein oder anderen Stelle eben schon Hochwasser gab. Jedoch konnte man schon noch direkt an der Donau entlang fahren.

Man fährt nun durch die Innenstadt Tuttlingens, am Rathaus vorbei und auch durch die Fußgängerzone (hier dürfen aber auch Fahrradfahrer fahren).

Nun kommt man aus der Stadt wieder heraus und fährt dann den Berg hoch. Es kommt jetzt der letzte Berg, ein recht heftiger Berg. Langsam fing es jetzt auch schon an zu dämmern, nachdem in Tuttlingen schon recht schönes Winter-Wetter gewesen ist.

Als ich dann oben war, windete es heftig, es war aber wieder etwas neblig. Das machte so eine schöne Weltuntergangsstimmung. Richtig schön. Ich mochte die Stimmung sehr.

Nebel, Wind, Dämmerung.

Doch nun ging es herunter. Es war jetzt dunkel und es folgte jetzt eine lange Abfahrt, herunter zum Bodensee. Man befindet sich hier auf sehr wenig befahrenen Straßen, aber es war schon gut, dass ich eben mein gutes Licht dabei hatte.

Ich zog meine Winterjacke an, damit mir nicht kalt werden würde und ich erinnere mich eigentlich nur noch an lange Abfahrten.

Als ich dann in Espasingen war, waren es dann wirklich nur noch 4 Kilometer bis nach Ludwigshafen.

Am Bahnhof dort holte ich mir noch ein leckeres Bier für die Rückfahrt mit dem Zug. Ich mag ja diese Seehas-Bahn und die Stimmung am Bodensee schon gerne.

Auch wenn ich die Atmosphäre spürte, sah ich vom Bodensee jedoch direkt nichts. So war ich jetzt den besonderen Hohenzollernradweg an den Bodensee gefahren – ohne eben die Burg Hohenzollern und den Bodensee zu sehen! Lustig!

Aber die Tour und die Fahrt hatte sonst eben einige andere landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bieten, so dass ich nicht wehmütig war.

Denn die Burg und den See kannte ich ja auch schon gut. Doch den Weg so noch nicht. Ich mag ihn wirklich sehr und neben dem dem Moselradweg ist er trotz seiner Heftigkeit und seiner Berge einer meiner Lieblingsradwege!

Ludwigshafen am Bodensee - Hohenzollernradweg
Ziel! Am Bahnhof in Ludwigshafen am Bodensee war das Ende meiner Januar-Tour erreicht.

4 Gedanken zu „Hohenzollernradweg – 2. Etappe: Durch den Nebel über die Schwäbischen Alb an den Bodensee“

  1. Hi Markus,
    war zu Pfingsten auch den Hohenzollern-RW von Rottenburg nach Ludwigshafen gefahren (mit meinem Sohn) und kann deine Erfahrungen gut nachvollziehen.
    Nervig das falsche Schild in Gosheim (nach der Sparkasse) welches nach rechts den Weg weist.
    Und wir sind dem blöderweise gefolgt.
    Aber die höchste Höhe auf dem Radweg ist 990m 😉
    Wenn man nach Gosheim den Berg hoch ist und dann nach rechts auf eine noch kleinere Nebenstraße abbiegt kommt nach etwa 200 m rechts ein kleiner Wanderparkplatz. Da habe ich das Schild mit den 990m entdeckt und fotografiert.
    Aber nicht schlimm 🙂
    Gruß Matthias

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    • Hi Matthias!
      Ja, ist echt ärgerlich mit Gosheim. Falls hier jemand von der Stadtverwaltung Gosheim das liest! Bitte ändern. Hohenzollern-Radweg führt in Gosheim geradeaus 🙂
      Und den Hinweis mit den Höhenmetern habe ich mal ergänzt. 😉 Danke!
      Grüßle,
      Markus

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  2. Hi Markus,bewundernswert.Doch wieso den riesen Umweg,von Balingen die Lochen hoch-Tieringen,Nusplingen,Donautal Fridingen-Bergstaig,Worndorf über Stockach nach Ludwigshafen.Schöne Route.

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    • Hallo Birgit,
      habe gerade nochmal geguckt. Das stimmt. Über Fridingen an der Donau wäre es schon so 10-15 Kilometer weniger. Aber das wäre dann halt nicht der offizielle Hohenzollernradweg. Und den wollte ich gerne hier beschreiben und bin ihn eben auch gefahren im Januar…
      Ich glaube etwas mehr Höhenmeter sind das dort auch – und die mussten halt mal gefahren werden! 🙂

      Viele Grüße,
      Markus

      PS: Aber vielleicht fahre ich dieses Jahr nochmal die kürzere Variante, danke für den Tipp!

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