Fernradweg Berlin-Hamburg 3. Etappe: Von Lenzen an der Elbe bis nach Lauenburg-Buchhorst

Nun also die dritte Etappe von Berlin nach Hamburg. Meine Fahrt über den Fernradweg Berlin-Hamburg ging langsam seinem Ende zu. Ich hatte zumindest etwas mehr als die Hälfte geschafft.

Die ersten beiden könnt ihr übrigens hier nachlesen:

Nun ab Lenzen würde ich nur noch entlang der Elbe fahren müssen. Der Elberadweg war jetzt am Start!

Allerdings hießt das auch Wind, purer Wind. Denn heute war erstmals kein richtig sonniger Tag, es regnete vormittags sogar leicht.

Dazu war es so, dass es praktisch über den ganzen Tag verteilt, windete. So eine Etappe bin ich noch nie gefahren. Wirklich komplett 100 Kilometer dem Gegenwind ausgeliefert.

In Spanien hatte ich auch mal richtig heftige Windetappen (da war der Wind sogar heftiger), aber das war eben nicht ein kompletter Tag.

Hier musste man wirklich sehr geduldig sein. Das war ich dann auch und so schaffte ich den Weg an diesem Tag doch ganz gut.

Zudem mag ich ja eine solche Flusslandschaft sehr gerne. Man kommt wenig durch Städte und Ortschaften und ist oft mit der Elbe und dem Deich alleine.

Elberadweg Lenzen - Radfernweg Berlin-Hamburg - Kirchturm Lenzen
Kirchturm in Lenzen. Meinem heutigen Startort an der Elbe.

Der Fernradweg Berlin-Hamburg an der Elbe: Regen und Gegenwind von Lenzen bis Dömitz

In Lenzen war mein Start. Der Ort ist klein und liegt nur 2 Kilometer entfernt von der Elbe. Hier hatte ich in einer wirklich sehr fahrradfreundlichen Unterkunft übernachtet.

Ich hatte jetzt mehr als die Hälfte gefahren. Den Fernradweg Berlin-Hamburg würde ich also wohl schaffen.

Gleich nach dem Start in Lenzen begrüßt einen ein ehemaliger Grenzturm. Der Grenzturm war damals ein Teil der deutsch-deutschen Grenze. Er befand sich damals auf dem Gebiet der DDR.

Im Überschwang wollte ich ihn hochklettern. Es führt eine Gittertreppe auf seine Spitze. Doch dann merkte ich nach einem Drittel des Weges: Ah, ich habe vielleicht doch etwas Höhenangst und stieg wieder ab.

Jedenfalls fühlt ich mich dort unsicher. Aber dennoch sind solche Grenztürme wichtige Denkmale. Auch dafür, dass es hier hoffentlich nie wieder eine ernsthafte Grenze geben wird.

Grenzturm DDR - Lenzen - Elbe - Deutsch-deutsche Grenze
Ehemaliger Grenzturm bei Lenzen and er Elbe. Deutsch-deutsche Grenze. Man kann hier auch hochgehen, was ich allerdings dann doch nicht getan habe.

Jedenfalls regnete es an diesem Morgen dann auch ein bisschen. Dazu kam eben der heftige Gegenwind. Der nie aufhörte an diesem Tag.

Man hat hier an der Elbe an vielen Stellen des Weges entweder auf dem Deich oder neben ihm zu fahren.

Ich fuhr meistens neben ihm in der Hoffnung, dass etwas weniger Gegenwind auf mich zuströmte. Aber ich glaube das half nicht so richtig viel. Der Wind war eben insgesamt recht stark.

Das erste Ziel war nach weniger als 25 Kilometer Dömitz. Während Lenzen noch in Brandenburg liegt, ist man in Dömitz dann schließlich in Mecklenburg-Vorpommern.

Ich brauchte gefühlt ewig für den Weg. Die Strecke ist hier wirklich sehr schön und idyllisch: Es gibt viele Klinkerbauten, viele kleine Dörfer, die fast alle zu Lenzerwische (Brandenburg) gehören.

Kirche - Holz, Klinker, Ziegelsteine - Mödlich - Lenzerwische - Elberadweg - Fernradweg Berlin-Hamburg
Kirche aus Holz und Ziegelsteinen in dem kleinen Örtchen Mödlich, was Teil von Lenzerwische ist.

Dazu hat man oft diese weite Aussicht und dazu eine interessante Elbelandschaft, die eben vom weiten Flussbett der Elbe geprägt ist. Dazu gibt es hier viele Vögel, viel Natur.

Gut ausgeschildert ist der Weg hier auch, wenngleich es sowieso einfach geradeaus ging. Immer entlang der Elbe (auf dem Deich oder oft auch neben dem Deich).

Aber der Wind machte einem einfach zu schaffen. Das letzte Stück nach Dömitz hinein war dann Landstraße und etwas von der Elbe weg. Da konnte man vom Wind etwas durchschnaufen.

Doch gleich nach Dömitz sollte es so weitergehen wie bisher.

Dömitz war auch vor allem eine lange Straße, durch die man durchfährt. Es ist eine richtige Stadt so mit Supermarkt und so. Aber ich war ernährungsmäßig gut eingedeckt.

Die Schüler waren auf der Straße unterwegs und hatten wahrscheinlich gerade große Pause oder so. Einer sagte so freundlich (oder verarschend, man weiß es nicht): “Moin!”

So begrüßt man sich halt hier im Norden. Das war hier eben schon Meckenburg-Vorpommern.

Hafen Dömitz Elberadweg
Der kleine Hafen von Dömitz

Der Fernradweg Berlin-Hamburg an der Elbe: Von Dömitz nach Boizenburg – immer noch Wind, aber viel mehr Sonne!

In Dömitz gibt es dann noch einen kleinen Hafen und zudem auch eine Festung. Diese beherbergt auch ein kleines Museum. Nach Dömitz fährt man noch ein Stück Elbe und verlässt dann, nachdem man auf eine große Brücke zugekommen war, die Elbe für ein kurzes Stück.

Es ging zuerst rechts entlang. Man hätte auch links über die Brücke fahren können und die Elbe überqueren können. Da gibt es dann einen Alternativradweg nach Hitzacker.

Ich aber wollte auf der rechten Seite der Elbe bleiben, um meinen Fernradweg Berlin-Hamburg erfolgreich abzuschließen.

Es regnete jetzt nicht mehr und die Sonne kam heraus. Man fährt nun noch einen Schotterweg durch den Wald, um schließlich in dem interessanten Ort Rüterberg zu landen.

Der hat eine spannende Geschichte: Aus Protest gegen die Isolierung, da das Dorf aufgrund von Grenzkonflikten selbst von der DDR abgeschnitten war, wurde die Dorfrepublik Rüterberg ins Leben gerufen.

Die Vorbild für diese Ausrufung im Jahre 1989 standen die schweizerischen Urkantone Pate.

Es wurde dabei eine Einwohnerversammlung gegen die damals noch regierenden DDR-Granden ins Leben gerufen. Jedoch schon einen Tag nach der Einberufung dieser Einwohnerversammlung fiel die Mauer. Rüterberg wurde dann natürlich auch ein Teil der Bundesrepublik. Der Mythos Dorfrepublik lebt aber weiter.

Dorfrepublik Rüterberg Elbe Elberadweg - DDR - Urlaubsplatz
Man ist hier in der Dorfrepublik Rüterberg an der Elbe. Früher abgeschnitten auch vom Rest der DDR. Später der Versuch der Gründung einer eigenen Dorfrepublik. Heute ein Urlaubsplatz an der Elbe.

Nach diesem schönen kleinen Dorf folgt als nächstes Wehningen, das man aber nur streifte.

Von dort aus – von Rüterberg – folgen eigentlich nur noch sehr kleine Orte, die man oft nur als kleine Elbesiedlungen wahrnimmt.

Es war jetzt meine Aufgabe auf dem nun folgenden ellenlangen Elberadweg gegen den Wind zu kämpfen.

Auch manche Anwohner, die ich hier sah, kämpften ziemlich mit dem Fahrrad. Es war schon schwer auf 13 oder 14 km/h zu kommen.

Zwar war das Wetter gut, aber es eben richtig heftig windig. Meist fuhr ich unterhalb des Damms, manchmal aber auch auf dem Damm. Je nachdem wie ich mich fühlte und wie es eben auch möglich war.

Herausheben kann ich auf dem Weg vielleicht noch folgende Orte. Bei Herrenhof (Teil von Amt Neuhaus) kann man mit der Fähre nach Hitzacker fahren. Als Fahrrad- und Personenfähre kann man hier die Elbe überwinden. Allerdings gibt es auch mehrere Stellen, an denen man eine solche Fähre nutzen kann.

Darchau - Elberadweg - Elbe - Fernradweg Berlin-Hamburg
Hier befindet sich ein gemütliches Café in Darchau. Ich war nicht drin, ist aber eine super Elbestelle, um Pause zu machen.

Und was ich schön fand war Darchau (Teil von Amt-Neuhaus in Niedersachsen). Dort gab es ein kleines Café und man hat einen schönen Blick auf die Elbe. Wobei man ehrlich gesagt auf der Strecke viele schöne Ausblicke auf die Elbe hat.

Dort in Darchau traf ich auf einem Mann, mit dem ich kurz redete, der einen Anhänger dabei hatte. Das wäre ja nicht weiter spektukulär, aber der Anhängers bestand praktisch aus einem selbstgebauten Wohnmobil.

So etwas finde ich richtig toll. Erstens, dass es ein Wohnwagen ist, in dem er jeden Abend schlafen kann. Und zweitens dass er es auch noch selbst gebaut hat. Der Mann fuhr in die Gegenrichtung und suchte gerade einen Campingplatz oder Schlafplatz.

Gegen Abend wurde es dann weniger windig und ich war schließlich bald in Boizenburg. Während viele kleine Orte wie z.B. Herrenhof (Teil von Amt Neuhaus) zu Niedersachsen gehörten, war nun Boizenburg wieder eine mecklenburg-vorpommersche Stadt.

 

Das letzte Stück auf dem Elberadweg für diesen Tag: Von Boizenburg bis Buchhorst bei Lauenburg

Boizenburg fand ich sehr schön. Auch eigentlich eine Stadt, die man richtig zur Urlaubsstadt ausbauen kann. Aber vielleicht wird sie als solche auch genutzt.

Die Nicht-Urlaubsstädte unterscheiden sich von den Urlaubsstädten  oft nur von der Bekanntheit her. Je besser vermarktet, desto eher kommen Leute, desto eher machen passende Läden auf.

In Boizenburg aß ich noch eine Backkartoffel und 2 Knoblauchbrote in einem schönen kleinen Mecklenburger Imbissladen. Dazu noch ein Bier im Übrigen!

Innenstadt Boizenburg Kirche Mecklenburg-Vorpommern - Elberadweg - Fernradweg Berlin-Hamburg
Innenstadt im schönen kleinen Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern (West-Mecklenburg).

Anschließend ging es direkt weiter nach Lauenburg. Das waren jetzt nur noch so 10 Kilometer. Also machbar.

Man verlässt nun die direkte Elbelandschaft. D.h. man fährt nicht mehr an den Dämmen und Deichen entlang. Vielmehr führt von Boizenburg nach Lauenburg eine Straße.

Man muss bedenken, dass hier eben früher auch eine deutsch-deutsche Grenze war. Erst seit den frühen 90ern kann man so richtig Elberadweg fahren. Das muss einem erstmal bewusst werden, wie ich finde.

Aber wie gesagt: Es folgt nun eine Straße, wobei man einen eigenen Radweg hat, der ganz ok ist. Es geht leicht bergauf und dann wieder bergab.

Nun landet man am Elbe-Lübeck-Kanal. Dieser verbindet wie der Name sagt die Elbe mit Lübeck.

Dort fuhr ich aber nun nicht mehr nach Lauenburg hinein, sondern bog 2x rechts ab, um ins kleine Buchhorst zu kommen. Dort würde ich übernachten.

Das war gar nicht weit weg, aber dennoch ein eigenen Ort. Morgen würde ich mir dann Lauenburg erst anschauen können. So viel sei verraten: Eine schöne Altstadt hat Lauenburg.

Mein Fernradweg Berlin-Hamburg würde dann enden und ich hätte es endlich nach Hamburg geschafft! Nur noch 60-70 Kilometer, oder so.

Elbe-Lübeck-Kanal - Lauenburg - Abenddämmerung - Elberadweg - Fernradweg Berlin-Hamburg
Der Elbe-Lübeck-Kanal bei Lauenburg in der Abenddämmerung.

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