Fahrradmitnahme die Zweite: Erfahrungen zur Fahrradmitnahme in der Regionalbahn hier im Schwabenländle

Die Fahrradmitnahme bei der Bahn ist für mich sehr wichtig für meine Radtouren. Gerade wenn ich mal weiter weg starten will.

Deshalb schreibe ich schon den zweiten Artikel darüber (hier über die Fahrradmitnahme in der Regionalbahn). Der erste ging über die Ammertalbahn von Tübingen nach Herrenberg.

Wie dort gesagt, muss man Bahn-Wissenschaft studieren, um durch das Thema durchzusteigen. Einheitliche Lösungen gibt es leider nicht. Man muss erstmal herausfinden, welcher Zug wie viel kostet, in welchem Bundesland man ist etc.

Es wird einem also maximal unbequem gemacht. Auch ist es etwas nervig, dass man zwei Bahnfahrkarten lösen muss, wenn man mit dem Fahrrad fahren will. Eine für sich als Person und eine für das Fahrrad.

Es wäre gut, wenn man in der Eingabemaske am Fahrscheinautomat direkt auswählen könnte, dass man mit dem Fahrrad fährt. Aber das geht wohl nicht. Man muss das Prozedere des Ticketlösens zwei Mal durchgehen. Wenn man also in Eile ist, kann man seinen Zug leider vergessen.


Wie man ein Fahrradticket am Bahnautomaten löst

Am besten ist man löst erst einmal das normale Personen-Ticket. Bei mir war es ein Ticket von Tübingen nach Geislingen an der Steige. Ich wollte den Albtäler Radweg fahren, was ich dann nicht ganz geschafft habe. Es ist ein bisschen unglücklich gelaufen, wie ich in diesem Blog-Artikel beschrieben habe.

Anschließend geht man auf “Gesamtes Angebot” -> “Freizeit und Aktionen” und schließlich auf “Fahrradkarten”. Dort kann man das Fahrradticket nun lösen.

Das ist wirklich nicht intuitiv und erschwert die Fahrradmitnahme in der Regionalbahn unnötig. Als Erstnutzer findet man das sicherlich nicht. Die Fahrradmitnahme-Möglichkeit sollte direkt im Standard-Assistent mit aufgeführt sein. Sonst findet das kein Mensch.

Für meine Fahrt hin zum Albtäler Radweg und zurück habe ich übrigens folgendes bezahlt (3. Februar 2017):

  • Tübingen – Geislingen an der Steige (West): 9,75€ (Ich habe die Bahncard 50. Nicht-Bahncard-Nutzer zahlen das doppelte. Ich habe 50% Rabatt.)
  • Bad Urach – Tübingen: 6,60€ (Hier kein 50% Bahncard-Rabatt, da Nahverkehr.)
  • Fahrradtageskarte: 5,50€

Macht 21,85€ für meinen kleinen Fahrradausflug!

 

Mit Reisefahrrad und viel Gepäck sind Dein Feind: Bahnsteige, Einstiege und gar Aufzüge

Weiteres Problem: Mit meinem Reisefahrrad bin ich ja meistens schwer bepackt. Es kann gut sein, dass ich mal 20-25 Kilo mehr dabei habe.

Beim Fahrradfahren stört mich das nicht. Aber wenn ich mal mit dem Fahrrad in den Zug muss, ist das schon sehr kompliziert.

Dabei will ich ja gerne diese schöne Möglichkeit Zug plus Fahrrad gerne nutzen! Ich besitze kein Auto und will auch keines besitzen.

Vielleicht melde ich mich irgendwann beim Carsharing mal an. Aber ein eigenes Auto besitzen? Ich habe ja sowas von null Ahnung davon. 🙂

Deshalb bin ich ja auf dem ökologischen Weg, auf dem die Politik uns ja gerne haben will (Stichwort Klimawandel, CO2 und das ganze Zeug). Aber bei der Kombination Bahn plus Fahrrad werden einem halt noch die ein oder anderen Steine in den Weg gelegt.

Das große Problem ist, dass mein schwer bepacktes Fahrrad meist nicht mal in den Aufzug passt. Es gibt unterschiedliche Größen, wie ich nun gemerkt habe. Doch an den meisten Bahnsteigen gibt es eher die kleinere Variante und da passt mein Reisefahrrad nicht hinein.

Also Treppe steigen. Gut, schaffe ich irgendwie. Ich bin ja stark. Aber sollte man jetzt als Senior eine Fahrradtour mit schwer bepacktem Fahrrad machen, so würde man das kaum alleine die Treppe hochbekommen.

Aber ich will auch nicht zu viel jammern. Meistens hat man nette Bahnmitarbeiter/innen. Von Plochingen nach Geislingen an der Steige hat mir eine nette Bahnmitarbeiterin gleich beim Einstieg geholfen.

Ja, und die meisten Einstiege in den Zug, selbst wenn es Fahrradwagons sind, sind die auch eher suboptimal.

Man muss erstmal ein paar Stufen nehmen – und es ist relativ eng, dort hineinzukommen. Das macht die Fahrradmitnahme in der Regionalbahn nun nicht unbedingt einfacher.

Fahrradmitnahme in der Regionalbahn
Hier gibt es immerhin schon einmal das Fahrrad-Zeichen. Ich fühle mich wahrgenommen als Fahrradfahrer. Der Einstieg ist mit Reisefahrrad meist dennoch kompliziert

Fahrradmitnahme Regionalbahn: Kleiner Überblick

Ja, und zum Schluss noch ein paar Infos über das Wirrwar, ob die Bahnfahrt jetzt kostenlos ist oder nicht. Im Naldo-System (Neckar-Alb) findet man diese Infos hier.

Aber das Naldo-System sagt nicht die ganze Wahrheit über Baden-Württemberg, weil es dort ja so viele Verkehrssysteme gibt. Hier in Baden-Württemberg ist es also nochmal verwirrender. Hessen und NRW hat glaube ich nur ein System. Niedersachsen hat wohl eines mit Bremen und Hamburg zusammen etc.

Aber wir Schwaben und Badener lieben ja unseren tollen Regionalpatriotismus und schaffen so bei der Bahn und im Nahverkehr eine wunderbare maximale Verwirrung!

So kann man mit der Ammertalbahn inzwischen (meist) kostenlos mit dem Fahrrad mitfahren. Für die Ermstalbahn, die zwischen Tübingen und Bad Urach verkehrt, kostet die Fahrradmitnahme aber immer noch etwas.

Einschränkungen gibt es dann wieder von Tübingen nach Reutlingen und auch in Richtung Stuttgart, wenn man mit dem RE-Fährt (der schnelle Zug).

Von Plochingen nach Geislingen an der Steige ist es wieder weitgehend kostenlos (außer mit dem IRE, aber woher weiß ich denn jetzt wieder, ob ich im IRE sitze). Ab Amstetten würde es dann aber wieder kosten in Richtung Ulm.

Wenn man aber wie ich nicht sicher ist, wie lange man fährt und wo man rauskommt, dann muss man halt doch zur Sicherheit ein 5,50€ teures Fahrradticket für den ganzen Tag lösen.

Naja gut, vielleicht ist es mit der Bahn – der Fahrradmitnahme Regionalbahn – einfach so wie mit der Demokratie. Wir haben einfach nichts besseres und müssen uns erstmal damit abfinden! Immerhin ja etwas!

3 Gedanken zu „Fahrradmitnahme die Zweite: Erfahrungen zur Fahrradmitnahme in der Regionalbahn hier im Schwabenländle“

  1. Ich bin für kostenlose, fahrradbetriebene Draisinen. Kannste dein Fahrrad gleich nutzen und sparst dir die lästigen Euro,
    wenn du ´bereit bist zu strampeln!

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