Der Unstrut-Radweg: Von der Unstrutquelle in Kefferhausen bis fast nach Sömmerda

Die Unstrut ist so etwas wie die Lebensader Thüringens. Ohne diese hätte es wohl Thüringen erst gar nicht gegeben. Insofern sollte man als Freund der Thüringer unbedingt mal den Unstrut-Radweg gefahren sein.

Ich entschied mich das im März zu tun. Würde zwar kalt sein. Schnee erwartete ich jedoch nicht. Am ersten Tag, also an dieser ersten Etappe, war auch noch alles gut. Etwas kalt. Etwas Gegenwind. Doch es ging vorwärts.

Am 2. Tag dagegen fing es am Ende an zu schneien. Aber darüber berichte ich dann im 2. Blog-Artikel über den Unstrut-Radweg.

Der Radweg ist wirklich sehr ruhig und gemütlich zu fahren und es gibt tolle kulturelle Highlights. Er hat oft etwas Mittelalterliches, da man viele Fachwerkhäuser, Burgen und Schlösser sieht. Auch Weinberge säumen seinen Weg. Das aber erst ab der 2. Etappe, wenn man schon in Sachsen-Anhalt ist.

Mein Start war ja in Thüringen und mein erstes wichtiges Ziel war Bad Langensalza, da ich dort eine Pause einlegen wollte und mit einer Kumpelin in die Therme gehen würde.

Unstrut-Radweg Unstrutquelle in Kefferhausen
Mein Rad an der Unstrutquelle in Kefferhausen

Von Kefferhausen bis nach Bad Langensalza in die Friederiken Therme

Start war in Kefferhausen. Das ist gar nicht so weit von Niedersachsen entfernt – also ganz im Nordosten Thüringens. Man ist auch nicht weit von Leinefelde. Dort beginnt der Leine-Heine-Radweg. Es gibt auch ein Verbindungsweg zwischen den beiden Quellen. Den muss ich mir auch mal vornehmen!

Die Unstrutquelle ist schön hergerichtet. Sehr ruhig an diesem Tag. Es war wenig bzw. eigentlich gar nichts los. Ich war der einzige Radfahrer oder Mensch dort. Wie ich auch überhaupt keinen Reiseradler auf den ganzen 4 Tagen Unstrut- und Saale-Radweg gesehen habe. Es war halt März – nicht der klassische Radtouren-Monat.

Kefferhausen ist ein kleiner Ort: Da ist eigentlich schon die Unstrutquelle das Highlight. Es gibt noch ein Gasthaus, das nach der Unstrut benannt ist. Schön fließt sie anschließend durch Dingelstädt. Dort ist sie schön ins Stadtbild eingebettet. Es gibt eine schöne Unstrut-Promenade.

In Dingelstädt habe ich übrigens auch am Vortag übernachtet. Von dort bin ich erst zur Unstrutquelle gefahren und dann praktisch wieder zurück.

Man fährt nach Dingelstädt unspektakulär durchs Unstruttal bis nach Mühlhausen. Kurz vor Mühlhausen fährt man noch durch einen schönen kleinen Wald, der von Kunst gesäumt ist. Kunst, die aus Holz bzw. Baumstümpfen bestand, wenn ich das richtig gesehen haben. Sehr gut! Kunst!

Kunst am Unstrut-Radweg - Baumstumpf
Kunst vor Mühlhausen/Thüringen – am Unstrut-Radweg.

Mühlhausen ist auch nett. (Und nett ist bei mir etwas gutes!) Man fährt teilweise an der Uferpromenade entlang. Auf der rechten Seite sind Wohngebiet und auch Spielplätze. Ich fände es, glaube ich, schön dort zu wohnen. Sieht familienmäßig aus und so mit sehr guter Aufenthaltsqualität. Das ist wichtig für eine Stadt.

In Mühlhausen musste ich eine Baustelle überwinden. Mal wieder war kein so richtiger Umweg für den Radweg angeschrieben. Man ist dann aber auch wieder schnell raus aus der Stadt.

Man fährt nun über Felder – und der Wind war hier schon nervig und vor allem kalt. Aber ich war gut ausgestattet mit allumfassender Mütze, Handschuhe, Schal.

In Bad Langensalza traf ich dann besagte Kumpelin und wir gingen etwas in der Therme baden. Von Schwimmen kann man da nicht reden. Es war eher so im Wasser-Herumlungern, aber das war auch sehr gut. Ich war danach sehr ausgeruht.

Auch das Restaurant ist in der Therme sehr zu empfehlen. Ich hab so einen Topinambur-Taler gegessen. Ich mag ja sowas. Vegetarisch. Gibt aber auch sehr gute andere Sachen dort. Empfehlenswert!

Friederiken Therme Bad Langensalza am Unstrut-Radweg
In dieser Therme war ich. Sehr gute Therme und schön gemütlich. War auch gar nicht viel los.

Der Unstrut-Radweg von Bad Langensalza bis kurz vor Sömmerda: Dämmerung und Dunkelheit

Nach Langensalza kommt man erst an einem Feld vorbei, wo es früher Krieg gab. Das war 1866 und es war der deutsche Bruderkrieg. Es kämpften deutsche kleine Staaten und Österreich gegen Preußen.

Ein irgendwie komischer Krieg aus heutiger Sicht. Dass Thüringer gegen Hannoveraner kämpfen? Würde heute keiner mehr kapieren. Da sieht man das politische Logik immer eine komische Logik ist. Die gilt es am besten zu durchbrechen. Z.B. keinen Krieg! Das hätte man damals nicht verstanden.

Anschließend – man befindet sich immer noch auf der Gemarkung Langensalza – kommt wieder ein wunderschönes Unstruttal. Mit einer beeindruckenden Natur. Dort gibt es so Baumkolonien, die aber alle abgeschnitten waren: Sah seltsam, aber interessant aus. Zwischen Nägelstädt und Großvargula befindet sich dieses Tal.

Unstruttal zwischen Nägelstädt und Großvargula in Bad Langensalza
Die Baumstümpfe, die sich hier im Unstruttal zwischen Nägelstädt und Großvargula in Bad Langensalza befinden.

Dort hat es im Frühling anscheinend ganz viele Adonisröschen. Da es aber kalt war, haben die sich noch sicher nicht rausgetraut.

Man kommt nun durch den kleinen Ort Herbsleben und ist dann nach einer etwas anstrengenderen Bergauf-Fahrt (und wieder bergab) in Gebesee.

Grund ist hier für das anstrengende Auf und Ab, dass man eben die Unstrut hier etwas verlässt und nicht mehr so direkt sieht – wie eigentlich fast den gesamten Radweg zuvor.

Als ich in Gebesee war, war es dann schon dunkel. Durch den Thermenaufenthalt bin ich erst so kurz vor 5 in Bad Langensalza losgekommen und da wird es dann halt mit der Zeit dunkel. Das war mir aber klar.

Von Gebesee – so stand es auf dem Schild – sind es dann nur noch 20 Kilometer bis nach Sömmerda. Jedoch musste ich gar nicht ganz nach Sömmerda, sondern kurz davor in Schallenburg verließ ich den Unstrut-Radweg, um zu meinem heutigen Übernachtungsort zu kommen.

Ab Gebesee fährt man auch nicht direkt an der Unstrut. Sogar führt der offizielle Weg für ein kurzes Stück an der Gera (Fluss) entlang. Dadurch sieht man den See bei Straußfurt nicht. In diesen fließt die Unstrut.

Schon gar nicht sah man den See im Dunkeln. Ich verfuhr mich kurz in Richtung Straußfurt, wobei ich doch nach Werningshausen musste. Und vor allem durch den Ort durch. Von dort aus sind es dann nur noch 6-7 Kilometer bis nach Schallenberg, mein heutiges Ende bei Sömmerda.

Die Beschilderung des Radwegs war übrigens absolut super. Man konnte sich – bis auf kleine Ausnahmen – kaum verfahren, wenn man dem Radweg folgt. Das ist ja nicht bei allen Radwegen so. Aber wohl wurde die Beschilderung 2009 erneuert.

Naja, jedenfalls wollte ich von Sömmerda noch zu meinem Übernachtungsort und fuhr dabei nach der Google-Maps-Empfehlung. Ich landete tief im Schlamm und meine Räder blockierten.

So etwas hatte ich durch Schlamm noch nie erlebt. Jedenfalls bin ich wieder runter vom Ackerweg und dankte Google Maps für Radfahrer. Das Problem ist, dass es die Wege ja tatsächlich gibt, aber sie eben nicht für Radler geeignet sind. Diese Erfahrungen hatte ich schon mal mit Maps gemacht. Ist wohl eine Kinderkrankheit. Ich verlasse mich jetzt eher wieder auf mein Fahrrad-Navi von Teasi*.

Jedenfalls kam ich dann erst spät in meinem heutigen Zuhause an. War sehr schön dort. Über AirBnB gebucht. Am nächsten Tag sollte es dann bis nach Schallenberg zurück gehen und dann über Sömmerda weiter.

Schlamm am Fahrrad - Unstrut-Radwag
Das ist Schlamm, der sich in meinem Fahrrad voll verhakt hat. Und das hat das ganze gar blockiert zeitenweise.

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2 Gedanken zu „Der Unstrut-Radweg: Von der Unstrutquelle in Kefferhausen bis fast nach Sömmerda“

  1. Hallo Markus,
    Ich bin den Abschnitt letzten Mai auf meiner West-Ost-Tour gefahren, um Sömmerda herum schon öfter, da das meine Heimat ist. 😉 Schön dass dir auch schon im März das Tal zwischen Nägelstädt und Großvargula aufgefallen ist; ist auch mein persönliches Highlight des Unstrutradwegs. Allerdings handelt es sich bei diesen „Baumstümpfen“ um ganz normale Kopfweiden. Die Köpfe werden schon seit Jahrtausenden „geschneitelt“ und landwirtschaftlich genutzt (z.B. die Äste für Flechtkörbe und die Triebe und Blätter als Tierfutter) und wachsen wieder sehr schnell. Heutzutage wird der Kopfschnitt noch aus Naturschutzgründen im Februar durchgeführt. Mind. alle 5 Jahre sollte das zum Baumerhalt gemacht werden und du wurdest wohl gerade Zeuge einer fast frischen Schneitelung. 🙂

    Viele Grüße und immer ne Handbreit Luft im Pneu!

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    • Hallo Katrin!
      Ach, cool! Dann war es ja trotz der Kälte irgendwie der richtige Zeitpunkt. Dann hab ich ja echt Glück gehabt. Ich bin nicht soo der Natur- und Pflanzenkenner, aber irgendwie sah das besonders aus. Auch so in einem Kreis angeordnet. Dann habe ich wieder was gelernt. Sieht toll dort aus. Wusste nicht was Kopfweiden sind…
      Muss irgendwann mal im Sommer dorthin, ist bestimmt voll schön…

      Viele Grüße und auch genug Luft!
      Markus

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