Radweg an der Maginot-Linie im Elsass: Nicht ausgeschildert, aber historisch

Den Radweg an der Maginot-Linie bin ich in Seltz gestartet und habe die komplette Zeit auf eine Beschilderung gehofft. Leider ist der Radweg so nicht ausgeschildert.

Er hat eine wirkliche historische Bedeutung dadurch, dass hier früher eine militärische Linie entlang führte.

Diese endet aber nicht im Elsass, sondern geht weit durch das französische Land. Die Maginot-Linie führt an der gesamten französischen Grenze von Dunkerque am Atlantik bis hinunter in Richtung Basel. Teile davon gibt es auch noch an der Grenze zu Italien. Das Ziel war die Verteidigung vor dem Faschismus.

Die Verteidigungslinie im Elsass ist also nur ein kleiner Teil – und nur ein kleiner Teil ist davon als touristische Radroute (zumindest im Internet als Karte) erschlossen. Benannt ist die Maginot-Linie nach dem ehmaligen französischen Verteidigungsminister André Maginot.

Aber ich wollte nur den elsässischen Teil fahren, der von Seltz nach Neunhoffen führt. Ab Neunhoffen beginnt dann übrigens Lothringen und das Elsass endet dort. Da aber in Neunhoffen kein Zug fährt war mein Ende in Keffenach. Anschließend bog ich nach Norden, um nach Wissembourg zu fahren. Das ist nah der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Seltz - Wasserturm - Regen - An der Maginot Linie
Wasserturm in Seltz mit regnerischem Wetter im Hintergrund.

Vom Rhein in Seltz nach Hatten

Der Radweg beginnt in Seltz am Rhein. Das ist direkt gegenüber von Plittersdorf, was nicht weit vom badischen Rastatt weg ist.

Hier am Fährübergang zwischen Seltz und Plittersdorf fährt man erst entlang des Rheins in Richtung Süden. Dann biegt man aber ab in Richtung Beinheim und fährt parallel zum Fluss Sauer, die aber etwas vom Radweg entfernt ist.

Übrigens regnete es heute recht heftig. Zudem suchte ich noch irgendwo eine Beschilderung. Die gab es aber leider nicht. Das Elsass ist, obwohl es schon besser als das übrige Frankreich ist, auch nicht perfekt bezüglich Radwegebeschilderung.

Es folgt Roppenheim, was der letzte belebtere Ort im Rheingebiet ist. Hier war noch ordentlich verkehrsmäßig etwas los.

Man biegt dann rechts in die Rue de Forstfeld ab, um dann aber nicht nach Forstfeld zu fahren, sondern vor Forstfeld nach Kauffenheim abzubiegen.

Kauffenheim - Radweg an der Maginot-Linie im Elsass
Kauffenheim – am Beginn des Radwegs an der Maginot Linie.

Man fährt hier zwar auf Autostraßen, aber diese hatten nicht so richtig viel Verkehr. Es war wenig los – zumal es auch weiterhin heftig regnete.

Es ist weitgehend bewaldet hier. Der nächste Ort ist Leutenheim, wo man den Eberbach und den Ort streift. Der Eberbach ist ein Vorgängerfluss der Sauer.

Schließlich geht es durch den Wald nach Hatten. Auf dem letzten Stück hat man eine kerzengerade Straße vor sich und landet dann im Industriegebiet von Hatten.

Kurz vor Hatten gibt es endlich wieder eine Beschilderung, die einem aber für den Radweg an der Maginot Linie eigentlich nichts hilft.

Museum über die Maginotlinie - Hatten - Radweg an der Maginot-Linie im Elsass
Das ist Hatten. Hier gibt es gar ein Museum über die Maginotlinie – das Musée de l’Abri de Hatten.

Von Hatten nach Keffenach – und schließlich nach Wissembourg

Hatten ist dann auch historisch wertvoll und wichtig. Hier gibt es gar ein Museum, das sich mit der Militärgeschichte beschäftigt. Das Museum über die Maginotlinie heißt Musée de l’Abri de Hatten auf französisch.

“L’abri” heißt Schutz oder Unterkunft, soweit ich das verstehe. Das Museum stellt auch die Zerstörung im 2. Weltkrieg dar. Das Dorf wurde leider sehr stark zerstört.

Nach Hatten kommen dann echt schöne Dörfer, die unfassbar viele fast identische Häuser haben.

In Hoffen und Hunspach sieht man fast ausschließlich weiße Häuser, die mit Fachwerk bestückt sind. Das ganze Dorf ist quasi ein architektonisches Meisterwerk.

Hunspach - Radweg an der Maginot-Linie im Elsass
Hunspach mit seinen schönen Fachwerkhäusern.

Es geht hinter Hunspach dann bergauf, um zur einzig so richtigen Sehenswürdigkeit auf dem Radweg zu gelangen: Die Festung Schoenenburg gehört zur Maginotlinie und war ein wichtiges militärisches Gebäude in dieser Zeit.

Die Festung Schoenenburg liegt mitten im Wald in einer Lichtung und man muss ein paar Höhenmeter absolvieren, um sie zu sehen.

Hier kann man französische Militärgeschichte besichtigen. Es ist eines der seltenen Denkmale, die man an der Maginotlinie überhaupt besichtigen kann.

Schönenburg - Maginotlinie Festung - Le fort de Schoenenbourg
In Schönenburg befindet sich eine Festung, die früher an der Maginotlinie lag. Diese kann man noch besuchen.

Nachdem man das Fort besucht hat, geht es noch den Berg hinunter und schließlich ist man dann in Keffenach. Das ist ein unspektakulärer Ort.

Jetzt ginge es hoch zum Dach der Tor, zum Col du Pfaffenschlick auf 372 Meter Höhe. Doch ich bog nun ab und hatte weitere Anstiege vor mir.

Durch Birlenbach und Drachenbronn hatte ich Steigung zu überwinden, um dann ab Rott nur noch bergab zu fahren.

Nachdem ich dann alles geschafft hatte, war ich also in Wissembourg. Er ist nicht weit von der Grenze zu Rheinland-Pfalz entfernt.

Wissembourg ist eine schöne Stadt, die auch sehr viel von Deutschen besucht wird. Sie war trotz des vorigen Regenwetters sehr belebt. Ich suchte mir dann ein Restaurant, um nochmal einen leckeren Flammkuchen sowie auch einen Wein zu genießen. Ich bevorzuge im Elsass einen Gewürztraminer.

Ich war froh es geschafft zu haben. Der Radweg an der Maginot Linie ist zwar historisch interessant, hat aber eben das Manko eigentlich nicht für Radfahrer zu existieren.

Wissembourg Rathaus - Grenze Rheinland-Pfalz
Am Ende landete ich in Wissembourg (Rathaus), was fast an der Grenze zu Rheinland-Pfalz liegt.

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