Oder-Neiße-Radweg 3. Etappe: Von Guben nach Küstrin-Kietz

Das ruhige Guben sollte ich an diesem Tag verlassen und eine wunderschöne Etappe nach Küstrin-Kietz erleben. Die größte Stadt am Radweg ist natürlich Frankfurt (Oder) gewesen. Das war insofern etwas besonderes für mich, da ich Frankfurt auf meiner Europaradtour in Richtung Polen schon einmal besucht hatte.

Die heutige Etappe verlief vollständig in Brandenburg. Meistens fährt man auf asphaltierten Radwegen an der Oder entlang auf dieser Etappe. Meistens geht es komplett geradeaus und man kann einfach Strecke machen.

Bis auf Frankfurt an der Oder ist es sehr ruhig und ländlich. Auch der Zielort Küstrin-Kietz liegt in der Provinz.

Wer übrigens die letzten beiden Etappen nachlesen will, der schaue einfach hier:

Innenstadt von Guben am Oder-Neiße-Radweg.
Innenstadt Gubens mit Blick auf Gubin (Polen).

Von Guben nach Frankfurt (Oder)

Die Stadt Guben verlässt man erst über einen engen Weg, aber kommt dann auf die Hauptstraßen. Nicht weit entfernt vom Bahnhof Gubens fährt man unter anderem am Plastinarium vorbei. Dort kann man Anatomie verschiedener Lebewesen erleben, wenn es offen hat. Das ganze ist in einem beeindruckenden schönen Bau untergebracht.

Nun fährt man über eine wenig befahrene Straße aus der Stadt hinaus. Nach Eisenhüttenstadt sind es von dort aus ca. 26 Kilometer. Das ist das nächste größere Ziel.

Plastinarium Guben - Oder-Neiße-Radweg
Plastinarium in Guben.

Über eine Bahnstrecke geht es geradeaus durch Groß Beeße. Leer war es hier an diesem heißen Julitag. Anschließend fährt man kurz ein Stück in die Natur.

Jetzt ist es nicht mehr weit, dass man die Neiße verlässt und diese in die Oder fließt. Der nächste Ort heißt Coschen. Nach diesem geht es auf einem schönen asphaltierten Damm entlang der Neiße weiter.

Mit vielen Wiesen versehen ist es hier schöng grün. Einen weiten Blick hat man. Nun ist man in Ratzdorf. Hier ist es endlich soweit. In diesem unscheinbaren kleinen Dorf fließt die Neiße in die Oder.

Ich machte mich erst abseits des offiziellen Radwegs auf, um mir das aus der Nähe anzuschauen. Denn das ist schon ein Highlight. Schließlich heißt der Radweg ja Oder-Neiße-Radweg und hier ist sozusagen die Trennung der beiden Teile bzw. der beiden Flüsse.

Pegelhaus bei Ratzdorf an der Neißemündung - Oder-Neiße-Radweg.
Pegelhaus an der Neißemündung in Ratzdorf.

Jedenfalls dachte ich zuerst, dass ich gar nicht an der Mündung der Neiße in die Oder vorbeikommen würde und bog zuvor ab in die Neißestraße. Dann beguckte ich die Mündung, wobei man von dort aus gar nicht so viel sah.

Ich fuhr wieder zurück, an der offiziellen Beschilderung entlang und an der Ecke, wo sich das Pegelhaus befindet, sieht man es besser. Ein paar, das eine Radtour machte, war auch dorthin gewandert. Mit dem Fahrrad kommt man nämlich nicht ganz ans Pegelhaus und schaute von dort aus, wie die Neiße in die Oder floß.

Da das weit weg ist, muss man auch von dort genau hinschauen. Aber spannend war es dennoch. Hier ist eben ein besonderer Ort auf dem Radweg.

Es geht nun näher am Fluss weiter, aber dieses Mal natürlich an der Oder! Der Radweg ist jetz schön grün und vom Untergrund her asphaliert, so dass man nun richtig viel Strecke machen konnte.

Man gelangt als nächsten großen Ort nach Fürstenberg (Oder). Vom Fluss der Oder aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Kirche. Das sieht echt idyllisch aus.

Fürstenberg an der Oder als Ortsteils Eisenhüttenstadt - Oder-Neiße-Radweg.
Fürstenberg (Oder), Ortsteil von Eisenhüttenstadt. Sehr schön!

Fürstenberg ist Teil von Eisenhüttenstadt, der alten Stahlstadt der DDR. Nach Eisenhüttenstadt hinein bin ich nicht gefahren, weil ich weiterfahren wollte. Aber auch eben Fürstenberg ist schön.

Der Ortsteil ist aber mit Kopfsteinpflaster versehen, so dass es ziemlich ruckelig ist dort durchzufahren. Aber das hat man oft im Osten Deutschlands, dass man Kopfsteinpflaster ist, was schon ziemlich lange nicht geflickt wurde.

Man gelangt noch an einer Industriebrache an der Oder vorbei mit zwei sehr großen beeindruckenden Türmen. Anschließend geht es auf Asphaltweg weiter durch grünes Gelände.

Die Oder ist ein Stück weit weg vom Weg, aber man sieht sie. Hier ist sicherlich ein Natur-Biotop, was Artenvielfalt produziert.

In Ziltendorf an der Oder machte ich noch eine Pause. Ich war nicht der einzige, hier waren einige E-Biker unterwegs. Denn in Ziltendorf gibt es sogar zwei schöne Cafés, wo man sich gemütlich hinsetzen kann. Ich setzte mich in den Radlerhof.

Radlerhof Ziltendorf - Oder-Neiße-Radweg
Der Radlerhof bei Ziltendorf am Oder-Neiße-Radweg.

Da es sehr warm war checkte ich mir zwei Getränke und machte es mir kurz gemütlich. Anschließend ging es weiter auf dem sehr flachen und gut asphaltierten Radweg. Man befand sich so ein bisschen hinter einem Damm, die Oder war durch Bäume und Sträucher von mir teilweise getrennt.

Der nächste Ort, dann nicht mehr weit von Frankfurt (Oder) entfernt ist Brieskow-Finkdenherd. Dor biegt man ab, fährt über eine Autobahnbrücke, um dann in Richtung Lossow zu fahren.

Der schöne Teil, der direkt am Fluss entlang führt, ist erstmal vorbei, wird aber hinter Frankfurt wieder kommen.

Es geht kurz nach Lossow und tatsächlich fährt man jetzt mitten auf einer wenig befahrenen Straße. Erst kurz vor Frankfurt (Oder) kommt wieder ein Radweg. Ankunft in Frankfurt ist in einem schönen Gelände, wo sich das Hotel zur alten Oder befindet.

Insel Ziegenwerder - Oder-Neiße-Radweg.
Die schöne Insel Ziegenwerder in Frankfurt (Oder).

Es geht dann über eine Brücke auf die schöne Insel Ziegenwerder. Die Insel liegt direkt auf der Oder. Dort ist ein schöner Park angelegt. Hier kann man sicherlich schön Pause machen und die Natur genießen. Ich wollte aber noch mir die Stadt anschauen.

2016 war ich ja schon einmal mit dem Rad in Frankfurt an der Oder und wollte jetzt die Stadt nochmal betrachten. Der Oder-Neiße-Radweg führt an ihr lediglich vorbei, auf dem offiziellen Weg gelangt man nicht direkt durch die Stadt.

Also musste ich vom Weg ab. Es handelte sich da aber nur um ein paar hundert Meter.

Frankfurt Oder mit Kirche am Oder-Neiße-Radweg.
Frankfurt (Oder) – Kirche, die gerade repariert wird.

Von Frankfurt (Oder) nach Küstrin-Kietz in Brandenburg

In der Innenstadt von Frankfurt (Oder) holte ich mir an einem Kiosk eine Pommes. Nur so kann man das wahre Leben etwas kennen lernen. So richtig Maske trug hier keiner. Der Pommes-Verkäufer sprach schlecht deutsch und wollte erst seinen Chef holen, hat es aber dann doch geschafft.

Ein Tätowierter holte Bier. Ein Kind lief hin und her und knapp auch an meinem Tisch vorbei (die Pommes waren aber sicher) und machte auch seine Mutter ganz kirre. Über was sie sich unterhielten, erinnere ich mich nicht mehr. Aber es war wohl eher banal.

Jedenfalls war hier irgendwie was los. Die Diversität unserer heutigen Gesellschaft mit allen Höhen und Tiefen erlebt man wahrscheinlich am besten an einem Kiosk in Frankfurt (Oder).

Wenigstens war hier etwas los. Nach der Pommes in der Innenstadt, schaute ich mich noch etwas um. 2016 war ich auf meiner großen Europatour hier gewesen.

Anschließend fuhr ich wieder zum Oder-Ufer. Denn dort geht Oder-Neiße-Radweg weiter. Das Ufer ist sehr schön und lädt zum Flanieren ein. Ich sah auch die Brücke wo es nach Polen hinüber geht: nach Słubice.

Teilweise fährt man am Oder-Ufer entlang von alten Schienen. Irgendwo stand ein alter Zug, das ganze hatte schon etwas historisch auch interessantes.

Schienen am Oder-Ufer - Frankfurt (Oder) - Oder-Neiße-Radweg.
Alter Zug am Oder-Ufer in Frankfurt.

Hinter der Stadt verlässt die Oder wieder ein Stück weit. Über eine Fahrradstraße kommt man weg von der Stadt.

Später fährt man dann an der Straße entlang, wobei der Radweg auch hier gut ausgebaut ist. Der nächste Ort ist nun Lebus. Ein kleiner Ort, der mit Kopfsteinpflaster versehen ist.

Vom Wetter her war es immer noch heiß, aber bewölkt. Gegen Mittag zugen die Wolen noch etwas zu, was das Radfahren sogar angenehmer machte.

Ab Lebus ist man wieder auf einem asphaltierten Oder-Radweg, der hier aber immer wieder durch Schranken unterbrochen wird. Ich weiß nicht, woran das lag. Unter anderem wohl auch an der Afrikanischen Schweinepest, die entlang eines großen Teils der Oder laut den Schildern wohl ein Problem ist.

Da ich aber kein Schwein traf, hatte ich wohl nichts zu befürchten: Das war ohnehin nicht mein Plan gewesen.

Deichbruch-Gedenkstein in Küstrin-Kietz - Oder-Neiße-Radweg.
Deichbruch-Gedenkstein vor Küstrin-Kietz.

Der übrige Radweg bis Küstrin-Kietz war nun relativ eintönig, aber durchaus schön. Man hatte wieder viel grün vor sich, meist fuhr man hinter einem Deich entlang.

Das einzige Highlight war noch eine Deichbruchstelle von 1947, was zu einem Hochwasser führte. Dort gibt es sogar einen Gedenkstein. Das war wohl damals ein einschneidendes Ereigniss.

Jedenfalls gelangt man schon bald nach Küstrin-Kietz. Ich hätte noch weiter geradeaus fahren können, aber für die heutige Etappe war ich fertig!

Fort Gorgast in Küstrin-Kietz am Oder-Neiße-Radweg.
Fort Gorgast in Küstrin-Kietz, etwas außerhalb vom Oder-Neiße-Radweg.

Küstrin-Kietz befindet sich direkt an der Oder angeschlossen. Allerdings musste ich, um zu meiner Unterkunft zu kommen, eine sehr lange Straße geradeaus fahren.

Am nächsten Morgen schaute ich mir noch das Fort Gorgast von außen im Küstriner Vorland an. Das ist ein Militär-Fort, was schon im Kaisserreich gebaut wurde und auch in der DDR noch genutzt wurde. Heute kann man es besichtigen.

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