Isarradweg 1. Etappe – Von Mittenwald zum Isarursprung (fast) und zurück. Am Ende bis nach Bad Tölz

Nun sollte eigentlich mal der Frühling losgehen. Und man kann sagen bei der Tour fuhr ich vom Winter in den Frühling. Mein persönlicher Frühlingsanfang. Ich wollte vom Isarursprung bei Scharnitz (Österreich) bis zur Isarmündung in die Donau bei Deggendorf fahren.

Der Start in den Alpen in Mittenwald war doch noch sehr von Schnee geprägt. Noch ein paar Tage zuvor hatte es dort leichten neuen Schnee gegeben. Doch jetzt sollte das Wetter eigentlich besser werden. Jedenfalls war es hier noch kalt.

Das ist war aber nicht so das Problem. Entscheidend ist nicht die Kälte. Dagegen gibt es Kleidung. Die Frage ist eher, ob die Wege befahrbar sind. Weitgehend war das auch der Fall und nicht so wie bei meinen anderen Touren im März durch den Schwarzwald und in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Dennoch schaffte ich es nicht ganz bis zum Isarursprung – der Isarquelle. Grund war dafür, dass es doch auf den letzten 3 Kilometern Schneemassen gegeben hatte, die mit dem Fahrrad nicht zu überwinden waren. Bis kurz zuvor hatte ich es geschafft.

Isarquelle Isarursprung Karte und Standort
Mein Standort ist das rote Fähnchen. Dort bin ich umgedreht. 3 Kilometer östlich befindet sich de Isarursprung, die Isarquelle.

Dazu muss man sagen,  dass ich in Mittenwald übernachtet hatte, nach Süden nach Scharnitz gefahren war. Das liegt in Österreich und anschließend fährt man bergauf in Richtung Isarursprung. Hier ist reine, ursprüngliche Natur. Und die hat eben ihre Tücken, wenn die Radwege nicht geräumt sind.

Zu der Zeit sind eben noch wenige bis gar keine Radtouristen unterwegs. Aber ich, ich wollte es unbedingt schaffen auch um diese Zeit den Isarradweg zu fahren.

Schnee auf dem Weg zum Isarursprung, zur Isarquelle
Hier sieht man es. Es ging nicht mehr weiter. Ich habe es kurz versucht, aber so hätte ich ewig gebraucht und bin an dieser Stelle umgekehrt. Ca. 3 Kilometer vor dem Isarursprung.

Von Mittenwald bis Scharnitz zum Isarursprung, um dann wieder über Scharnitz nach Mittenwald zurück zu gelangen!

Am Morgen des Karfreitags schaute ich mir erst noch die ruhige Stadt in Mittenwald an, um dann zur Isar zu kommen und von dort entlang der Isar über die Landesgrenze nach Scharnitz zu fahren.

Ich traf hier noch einen Skifahrer (oder Snowboardfahrer) im Hotel. Es war Ende März hier noch Skifahr-Saison. Die Skifahrer fuhren von hier aus über Scharnitz nach Seefeld in Tirol. Dort konnte man wohl noch gut skifahren.

Mein Weg ging dann erstmal durch Mittenwald über die Weide und durch den Wald bis nach Scharnitz. Die Landesgrenze nach Österreich ist hier gar nicht richtig ausgezeichnet, wenn man auf dem Radweg fährt. Jedenfalls hatte ich sie nicht gesehen.

Am Anfang in Mittenwald fährt man noch direkt neben der Isar, die verlässt man dann. Sie begegnet einem dann erst wieder richtig, wenn man aus Scharnitz herausfährt.

Jetzt geht es erstmal – teilweise recht heftig – den Berg hoch. Man kommt an einem Kieswerk neben der Isar vorbei und es ist noch auf Asphalt recht steil. Nach einem Hotel rechter Hand folgt auf Asphalt nun Kiesweg und das ändert sich bis zum Isarursprung auch nicht.

Am Anfang war noch kaum Schnee. Man kam gut durch. Doch je höher man mit dem Fahrrad stieg, desto mehr Schnee lag auf dem Weg. Es war nicht einfach hier zu fahren.

Auf dem Weg von Scharnitz zum Isarursprung
So schön sieht die Isar aus. Auf dem Weg von Scharnitz zum Isarursprung, den ich dann nicht erreichte wegen zu viel Schnee.

Ich begegnete nur einem Wanderer und zwei Geländewagen, die dort wohl arbeiten mussten oder so etwas.

Die Landschaft ist ihr von einer unbeschreibbaren Schönheit. Ein richtiger Wildfluss mit Gesteinsablagerungen, die natürlich auch voll von Schnee waren. Wunderschön! Wirklich.

Jedenfalls ging es dann irgendwann gar nicht mehr weiter. Der Weg war nach einer Scheune, wo normalerweise vielleicht Kühe oder Schafe weiden gar nicht mehr befahrbar. Ich überlegte noch kurz, ob ich wandern sollte. Aber ich habe nicht wirklich gute Schuhe – und die würden dann recht nass werden. Der Rest der Fahrt wäre dann eine Qual gewesen. Also entschied ich kurz ein paar Meter zu Fuß weiter zu schauen und dann eben die Isarquelle, den Isarursprung eben wegzulassen.

Das war zwar schade. Aber so ist das nun einmal. Ich denke, dass der Isarursprung sicher noch eine Weile dort bestehen bleibt und ich einfach nochmals herkommen werde. Jetzt sollte es halt nicht sein.

Wobei der Fluss Isar durchaus ein sich immer verändernder Fluss ist. Die Gesteinsinseln sollen sich ja immer wieder ändern.

Also, ging es jetzt den Berg wieder hinunter ins sehr verkehrsreiche Scharnitz (wegen des Skifahrens, denke ich). Und durch den verkehrsarmen Wald und die Weiden zurück nach Mittenwald.

Ich war also wieder im südlichen Deutschland und in Mittenwald. Es war jetzt schönes Wetter und durch Mittenwald hindurch fährt man komplett auf Asphalt und kann richtig mal schön Stoff geben!

Mittenwald Isarradweg Isarursprung bei Scharnitz
Die schöne Innenstadt von Mittenwald am Fuße der bayrischen Alpen.

Von Mittenwald über den Sylvensteinspeicher bis nach Bad Tölz. Kalt, aber ohne Schnee auf den Radwegen.

Nach Mittenwald kommt man noch an einer Bundeswehrkaserne vorbei und fährt dann parellel zu einer Straße. Den Abschnitt fand ich jetzt nicht so mega-schön.

Doch absolut traumhaft wird es, wenn man durch die beiden Dörfer Krün und Wallgau fährt. Man sieht überall die noch von Schnee bedeckten Alpen herausragen. Das ist nicht nur ein Blick wert. Sondern zwei, drei, viele Blicke!

Von Wallgau geht es jetzt westlich auf einer Mautstraße nach Vorderriß. Gut ist aber: Für Fahrradfahrer ist die Straße kostenlos. Man muss hier keine Maut zahlen.

Der Verkehr hielt sich in Grenzen. Zumal die Autos dann auch noch eine gewisse Geschwindigkeit einhalten sollten. Erst nach Vorderriß, nachdem man die Isarseite gewechselt hat (von links auf rechts) wird es ungemütlich.

Der Isarradweg führt hier auf einer Straße, die eben Bundesstraße ist (die B307). Das ist etwas schade, dass es hier keinen Radweg gibt. Denn landschaftlich ist das schon beeindruckend. Gerade wenn man über die Brücke des Sylvensteinspeichers fährt. Unglaublich schön. Der weite Blick. Ich habe hier angehalten und auf dem Gehsteig ein paar Fotos machen können.

Toll war, dass der komplette Sylvensteinspeicher eben noch voll von Eis war. Das war teilweise schon gebrochen. Aber so sah das echt beeindruckend aus.

Sylvensteinspeicher mit Eis, Eisdecke - durch den die Isar fließt - einige Kilometer vor Lenggries
Der Sylvensteinspeicher, eingebettet in eine wunderbare Landschaft. Hier war er noch eine brüchige Eisdecke auf ihm befindlich. Sie fing an zu tauen.

Jedenfalls ging es dann weiter auf der Straße. Anschließend sollte es nun eigentlich durch einen Tunnel gehen. Ich freute mich schon darauf, weg von der Straße zu sein.

Doch leider war der Tunnel gesperrt an diesem Tag. Vielleicht auch deshalb, weil einfach noch nicht Saison war und er wegen Schnee und Eis noch nicht geräumt war. Wer weiß.

Jedenfalls konnte ich hier erstmal nicht fahren und musste weiter ein Stück stark befahrene Straße fahren. Zwischen Vorderriß und hinter dem Sylvensteinspeicher – da fehlt noch etwas Radfahrerinfrastruktur. Obwohl das echt eine schöne Gegend ist.

Jedenfalls kommt man nach ein paar Kilometern Straße dann schließlich auf den Toni-Seber-Weg und kann endlich wieder Radweg fahren. Zwar neben der Straße, aber man hat einen eigenen Weg.

Gesperrter Radtunnel zwischen dem Sylvensteinspeicher und Lenggries - Toni-Seber-Weg
Der gesperrte Radtunnel zwischen dem Sylvensteinspeicher und Lenggries. Hier fährt man den Toni-Seber-Weg. Man konnte das aber umfahren und war dann später wieder auf dem Radweg in Richtung Lenggries.

Jedenfalls geht es jetzt eigentlich so weiter bis Lenggries. Man fährt nun nach Norden. Ich kann hier nichts Spektakuläres berichten. Etwas Schnee lag hier noch, aber den konnte man durchaus elegant umfahren. War eigentlich kein Problem.

Lenggries ist auch bekannt als Outdoorsport-Stadt. Jedenfalls weiß ich, dass es dort da gibt. Kanufahren kann man hier. Man ist nicht mehr weit hier von Orten des Königssee-Bodensee-Radwegs. Diesen bin ich letztes Jahr im Sommer gefahren.

Gerade im nächsten Ort war ich während meiner Fahrt vom Königssee zum Bodensee: In Bad Tölz. Eine Stadt mit einer schönen Altstadt, die direkt an der Isar liegt. Bekannt natürlich auch aufgrund des Bullen von Tölz. Die Isarpromenade ist schon toll – und genau dort führt eben auch der Radweg lang.

Ich verlasse diese jedoch dort und verweilte noch etwas in der Altstadt von Bad Tölz. Ich aß im Posthotel-Kolberbräu-Restaurant. Einem alten bayrischen Restaurant. Natürlich durfte das obligatorische bayrische Bier nicht fehlen (Löwenbräu).

Morgen sollte es dann nach München gehen!

Bad Tölz Altstadt an der Isar
Das schöne Bad Tölz an der Isar. Bekannt auch durch den Bullen von Tölz. Kann man aber super Fahrradfahren dorthin.

2 Gedanken zu „Isarradweg 1. Etappe – Von Mittenwald zum Isarursprung (fast) und zurück. Am Ende bis nach Bad Tölz“

  1. Im Sommer ist die Fahrt von Wallgau nach Lenggried mit dem Rad ein Himmelfahrtskommando. Die schwer motorisierten Autos und Motorradfahren heizen hier mit über 100km/h an den Radfahren vorbei, daß man jedes mal Angst bekommt. Wie kann man so eine Bundesstraße als Radweg ausweisen, ohne Schutzstreifen und Tempolimit. Hier ist man nur ein Störenfried als Radfahrer. Und auf der fast einspurigen Mautstraße hält sich niemand an Geschwindigkeitsbegrenzungen.

    Wer Autobahnfeeling mit Motorenlärm liebt, der ist auf dem Isarradweg genau richtig.

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    • Kann ich mir gut vorstellen. Ich bin im Frühjahr gefahren, da ging es noch (ist natürlich aber auch kälter). Es ist echt wunderschön dort, aber man könnte sich echt mal Gedanken machen hier eine Radspur auszuweisen. Platz müsste eigentlich sein.
      Der Rest des Isarradwegs ist nämlich eher unproblematisch, was Verkehr anbelangt, aber ab dieser Stelle durchaus!

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