Die Alpen Thüringens – 2. Teil – Der Rennsteigradweg von Oberhof nach Hörschel

Nachdem die 1. Etappe des Rennsteigradwegs richtig heftig gewesen war und ich am höchsten Punkt angekommen war, erwartete ich es heute einfacher.

Vielleicht war es sogar einfacher. Denn es gab mehr Höhenmeter bergab als bergauf zu fahren. Aber ich war schon ziemlich kaputt und insofern war der Rennsteigradweg auch heute für mich eine ganz schöne Tortour.

Es ist einfach schwieriger, wenn einem schon 120 Kilometer mit diversen Höhenmetern in den Knochen steckt. Heute ging es zwar mehr bergab als bergauf, aber das Berauf war nicht zu unterschätzen.

Ich startete im Ski- und Ferienort Oberhof. Ziel war nach 80 Kilometern an der Werra der kleine Ort Hörschel. Der ist bekannt als Start oder Ziel des Rennsteigs und ist ein Ortsteil der Stadt Eisenach. Hier befindet man sich im Westen von Thüringen.

Oberhof Thüringen - Blumenkübel - Fahrrad - müder Radtouren-Checker - Rennsteigradweg
Start in Obernhof vor einem Blumenkübel. Ich war noch etwas müde.

Über Stock und Stein, Auf und ab: Von Oberhof nach Brotterode

Zuerst muss man mal aus Oberhof herauskommen. Dazu fährt man erstmal aus dem Ort hinaus und kommt zur Skiarena. Dort gibt es sogar eine Skisprunganlage.

Die allerdings ist im Sommer nicht aktiv, sondern nur im Winter, wie man sich ja denken kann. Ski- und Snowboardfahren kann man hier wohl auch. Aber zu dieser Sommerzeit im Juni ist das hier alles nicht möglich.

Trotz tollen Wetters war es heute hier eher sehr ruhig. Eine schöne, entspannte Atmosphäre.

Oberhof - Ski-Arena am Rennsteigradweg
Die Ski-Arena in Oberhof.

Nachdem man an der Ski-Arena Oberhofs vorbei ist, muss man nach rechts abbiegen in den Wald. Hier geht‘s wieder richtig los mit dem Rennsteigradweg.

Dort geht es auf grobkörnigem Schotter erstmal berg herunter. Jedoch wechseln sich bald hinunter- und hinauffahren wechselseitig ab.

Es ist nicht unanstrengend hier. Einmal war auch der Wegweiser unklar, aber ich fand mich dann schon zurecht. Insgesamt muss man aber sagen: Auch hier im Wald ist der Rennsteigradweg echt gut ausgeschildert.

Das hätte ich nicht unbedingt erwartet von einem so speziellen Weg, der jetzt kein großer Mainstream-Radweg wie der Donauradweg oder Rheinradweg ist.

Er ist bestimmt komplizierter auszuschildern, weil es schon sehr viele Abbiegungen im Nirgendwo gibt. Aber wie gesagt, nur dieses eine Mal, in der Nähe von Tambach-Dietharz, war es nicht gut ausgeschildert.

Im Übringen kommt man gar nicht nach Tambach-Dietharz hinein, sondern umfährt es unterhalb. Man fährt auf dieser Etappe sowieso wenig durch Ortschaften. Vielmehr bleibt man fast konsequent im Wald, in der Natur.

Dazu bleibt zu sagen: Von diesem Wegweiser im Bild wären es nur noch wenige Kilometer bis nach Gotha und nach Erfurt gewesen. Hier wollte ich ja heute noch hin! Mein Plan war nach dieser Etappe noch eine weitere der Thüringer Städtekette anzuschließen. Doch am Ende änderte ich meine Pläne und fuhr weitgehend mit dem Zug.

Tambach-Dietharz Wald Fahrrad-Wegweiser Rennsteigradweg
Wegweiser im Wald bei Tambach-Dietharz. Hier geht es auch nach Gotha und Erfurt. 59 Kilometer waren es noch bis Hörschel, dem Zielpunkt vo heute.

Nachdem man also Tambach-Dietharz umschifft hat, überquert man nicht weit davon eine Hauptstraße. Nächster markanter Punkt ist dann die Alte Ausspanne.

Man kann auch über die Neue Ausspanne fahren. Dort soll ein Imbiss sein. Jedoch bin ich den Weg so gefahren, wie er ursprünglich war und im Internet überall noch so gekennzeichnet ist. Jedoch gab es hier wohl eine Änderung, so dass die Beschilderung heute über die Neue Ausspanne führt. An der alten Ausspanne muss man aber auf jeden Fall vorbei.

Nun war der nächste Punkt die Ebertswiese, die zwischen Kleinschmalkalden und Tambach-Dietharz liegt – mitten im Thüringer Waldgebiet. Hier auf der Ebertswiese gab es gerade ein Mountainbike-Rennen.  Man hörte es schon von Weitem, weil ein Sprecher ständig Ergebnisse durchsagte.

Auch sonst war hier richtig viel los. Sehr viele Mountainbiker waren hier unterwegs. Auch welche, die nicht an diesem Rennen teilnahmen.

Aber auch hier: Sehr grobkörniger Schotter. Ich bretterte teilweise darüber, irgendwie wollte ich ja schnell weiterkommen. Doch plötzlich hatte ich einen Platten!

Das besondere an diesem Platten war: Seit ich mein Rad vor über 2 Jahren gekauft hatte, hatte ich während meiner Radreisen noch nie einen Platten.

Platten Puncture in der Nähe von Kleinschmalkalden Ebertswiese
Mein Platten, den ich in der Nähe von Kleinschmalkalden hatte, nachdem ich von der Ebertswiese gekommen war.

Insgesamt eine Stunde kostete mich die Reparatur des Platten. Dazu war es auch noch das Hinterrad. Das ist immer schwerer zu handhaben als das Vorderrad, wenn man einen Platten hat. Es ist komplizierter es vom Rad zu entfernen.

Obwohl ich heute etwas im Streß war, blieb ich ganz ruhig und habe einfach einen Schritt nach dem anderen durchgeführt. Mit der Zeit wird man beim Fahrradfahren routinierter und auch ruhiger.

Es klappte ganz gut, den Schlauch zu wechseln. Bis auf das Aufpumpen. Ich wollte den Reifen dann am nächsten Morgen in Erfurt wieder aufpumpen lassen. So richtig. Denn meine Luftpumpe ist doch etwas klein. Doch das eigentliche Problem war – wie sich mit der Zeit herausstellte – durch das Herunterstolpern über grobe Schotterwege war mein unkaputtbarer Reifen dann doch kaputt.

Es ging schon mit ihm weiterzufahren, aber etwas lädiert war er schon. Auf Asphalt fühlte sich das Ganze etwas holprig an. Aber: Er sollte und würde noch 2,5 weitere Tage halten. Ich würde mir eben zuhause wieder einen neuen kaufen.

Nach der erzwungenen Pause wegen des Platten, fuhr ich hauptsächlich durch Wald bis an die nächste Autostraße. Zuvor machte ich aber halt in der Wirtschaft mit Namen “Heuberghaus” und holte mir etwas Sprudeliges zu Trinken. Ich hatte ja nur Leitungswasser dabei.

Man übequert dann die Schmalkaldener Straße und fährt wieder meist bergauf im Wald weiter. Nächstes Ziel ist dann der Inselsberg-Funpark. Dort gibt es eine Sommerrodelbahn.

Und bei dem Wetter war da eben auch ordentlich etwas los.

Das Stück bis in die Nähe von Brotterode war dann sehr hart. Ich musste hier über grobkörnigen Schotter schieben. Es war zudem sehr steil.

Der besonderere Moment dort war jedoch die Begegnung mit einem Wanderer, der so verrückt war von Hamburg ins Allgäu zu laufen. Er war ursprünglich aus Hamburg und wohnte nun im Allgäu. Die Hälfte hatte er schon geschafft! Dagegen war meine Tour ja ein Spaziergang!

 

Den Rennsteigradweg geschafft! Von Brotterode nach Eisenach-Hörschel an der schönen Werra

Brotterode sah ich zwar nur von Weitem. Es sieht aber richtig toll aus. Ihr könnt es auf dem Titelbild meines Beitrags sehen (einfach ganz hochscrollen!).

Es war nun richtig heiß und mein Wasserbedarf war entsprechend. Es ging weiterhin auf und ab, aber die richtig harten Anstiege hatte ich hinter mir.

Nun kam wieder eine wenig befahrene Landstraße. Doch bald fuhr ich auf ein Autorennen zu. Das hatte sich durch entsprechende Motorengeräusche schon angekündigt.

Es war hier richtig Halligalli. Viele Leute waren dort und überall standen diverse Rennautos.

Ich fragte mich durch und durfte mit meinem Fahrrad am Wegesrand entlang laufen. Auf der Straße standen nämlich gerade wartende Rennautos – wie man hier sieht:

Autorennen Rennsteig - Glasbachrennen - Ruhla - Steinbach - Bad Liebenstein - Thüringen
Das hier ist wohl das Glasbachrennen 2018. Ich bin zufällig dort vorbeigefahren auf meinem Rennsteigradweg. Interessante Autos standen hier.

Das Rennen heißt hier Glasbachrennen – soweit ich das recherchiert habe. Es ist eines der wenigen Bergrennen, die in Deutschland noch stattfinden. Früher gab es mehr davon.

Ziemlich spannend, auch für mich als Fahrradfahrer. Es waren ziemlich vielfältige Rennautos, die es hier gab. Sie warteten gerade auf das Losfahren. Als ich dann am Pulk der Autos vorbei war, fuhren sie gerade hinter einem Safety-Car los.

Für mich ging es von der Straße wieder in den Wald hinein. Der Weg war jetzt nicht mehr ganz so hart.

Ab der Glasbachrennen-Stelle ging es sogar fast nur noch bergrunter. Von ca. 740 Höhenmeter auf nur noch ca. 400 Höhenmeter kommt man nun (Hohe Sonne). Bei der Hohen Sonne hat man dann den steilsten Teil der Abfahrt hinter sich.

Was noch interessant ist, ist der wunderbare Ausblick auf die Burg Wartburg, die auf der Gemarkung der Stadt Eisenach steht. Man sieht diese von Weitem, wenn man sich in der Nähe der Imbiss-Gaststätte “Zur hohen Sonne” befindet.

Nach einer weiteren kleinen Abfahrt kommt man an den Vachaer Stein – der ein wichtiger historischer Wegweiser ist. Man kommt dort aus dem Wald hinaus und muss noch eine Straße überqueren. Nun geht es nicht mehr auf Waldwegen weiter.

Ab jenem Vachaer Stein gab es wieder ein Berg. Das war der letzte Berg, den ich auf dem Rennsteigradweg heute bewältigen musste.

Ein Stückchen weiter nach dem Ort Clausberg ging es wieder herunter. Teilweise aber über recht grobkörnigem Schotter, so dass ich wieder Angst um meinen lädierten Reifen hatte.

Nun läuft man schließlich in Neuenhof ein. Über die Straße kommt man dann nach Hörschel.

Am Ende kam ich schließlich zufrieden in Hörschel an. Einem sehr kleinen Ort an der Werra, der eben vor allem für den Beginn oder das Ende des Rennsteigs bekannt ist.

Hörschel gehört zu Eisenach. Das Ende des Rennsteigradwegs liegt unmittelbar an der Werra. Ein Wechsel auf den Werraradweg ist möglich.

Einen sehr harten Radweg habe ich geschafft! Das nächste mal würde ich den Rennsteigradweg aber nicht mehr mit Reiserad, sondern mit Mountainbike fahren. Mit dem ist man halt einfach schneller!

Rennsteigradweg - Hörschel (Eisenach) Ende - Schuhe direkt neben der Werra - Fahrrad
Hier in Hörschel an der Werra endet der Rennsteig-Radweg. Ich habe keinen Schuh dagelassen. Ich bin ja auch kein Wanderer, aber sicherlich eine lustige Möglichkeit. Z.B. auch wenn man seine Schuhe entsorgen möchte.

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