Der Moselradweg. 1. Etappe. Von Metz (Fr) nach Trier. Grenzen überwinden.

Nun wieder ein sehr besonderer Radweg – der Moselradweg. Nach Donau, Rhein und Neckar wurde es Zeit für dieses Naturerlebnis. Wobei zuerst der Moselradweg in Frankreich zu fahren war.

Von allen Flussradwege, die ich bisher gefahren war, fand ich ihn bisher am besten.

Er führt von Metz in Frankreich nach Koblenz. Man kann auch schon früher in Frankreich starten, doch der offizielle Weg beginnt wohl erst in Metz.

Als Radtouren-Checker werde ich aber sicherlich auch mal den französischen Moselradweg bis Metz testen und checken wollen. Doch dieses Mal hatte ich nur exakt 3 Tage Zeit.

Und in 3 Tagen kann man gut die flachen 300 Kilometer von Metz nach Koblenz fahren.

Die erste Etappe war dann auch so besonders, da ich auf dem Weg nach Trier auch in Luxemburg vorbeikommen würde. Ich fuhr zumindest für kurze Zeit nach Schengen hinein.

Noch nie war ich in meinem Leben in Luxemburg! Und das Dreiländereck, an dem die Mosel vorbeifließt ist natürlich historisch sehr wichtig und interessant.

 

Start im französischen Metz über Thionville bis zum Dreiländereeck bei Schengen (Luxemburg) – der Moselradweg in Frankreich

Metz ist eine tolle Stadt. Historisch ist sie auch sehr spannend. Denn sie ist heute zwar französisch, es gab aber auch immer einen deutschen (preussischen) Einfluss.

An der Architektur würde man das sehen, habe ich gelesen. Aber ich bin da nicht so ein Experte.

Jedenfalls ist der Bahnhof schon viel kunstvoller als sie meisten Bahnhöfe, die ich in Deutschland so kenne.

Die Kathedrale ist das Herz der Stadt und sie ist nachts auch beleuchtet, was richtig toll aussieht.

Das Wetter war übrigens extrem heiß an diesen Juli-Tagen, wobei es in der Nacht zuvor in Metz noch geregnet hatte und es ein heftiges Gewitter gab.

Bei der Kathedrale in Metz sah ich dann gleich ein Fahrradwegweiser, was mit hoffnungsvoll erschien. Ich fuhr dann einmal über die Mosel, direkt an einer Demonstration vorbei (irgendwas Schulisches wahrscheinlich, weil da auch Schüler dabei waren).

Doch schon bald verlor ich den Weg und sah keinen Wegweiser mehr. Der Moselradweg in Frankreich ist, ehrlich gesagt, nicht so gut ausgeschildert wie der in Deutschland.

Ich entschied mich dann nach einem Weg zu fahren, den ich mir zuvor über GPX aus dem Netz gezogen hatte.

Der Weg ging auch am Anfang noch ganz gut. Jedoch stellte sich hier schnell heraus, dass ich hier nur Straße fahren würde, so dass ich die Moselseite wechseln müsste, um wieder den richtigen, offiziellen Moselradweg in Frankreich zu fahren.

Die ersten 15 Kilometer bin ich also nicht auf dem richtige Moselradweg gefahren. Bei Hauconcourt habe ich aber die Mosel schließlich überquert und fand den richtigen Weg.

Von Metz bis Thionville ist die Strecke jedoch
noch nicht mit Le Chemin de la Moselle (Moselradweg) ausgeschrieben, sondern mit Veloroute Charles le Téméraire.

Das muss man beachten. Ab Thionville ändert sich die Bezeichnung der Wegweiser dann. Der Moselradweg in Frankreich ist dann besser ausgeschildert.

Von Hauconcort aus fährt man nun richtig an der Mosel entlang und ich konnte mich gar nicht richtig satt sehen, wie toll der Fluss und sein Ambiente aussieht.

Nächster großer Ort bzw. schon Stadt, das ist dann Thionville.

Man fährt dort auf der linken Seite am Fluss entlang. Wenn man Thionville sich anschauen möchte, so muss man links abbiegen und den Moselradweg verlassen.

Thionville Moselradweg in Frankreich
Thionville und mein Fahrrad.

Das wollte ich in dem Augenblick jedoch nicht tun. Ich wollte Strecke machen. Denn ich war nicht mehr so früh dran.

Von Thionville sah ich also nur das Ufer. Ich fuhr auf der linken Seite, konnte allerdings auch auf die rechte blicken.

Ich kam durch eine Festivität hindurch, eine Partymeile, die für den abend gerade wohl vorbereitet wurde. Und schon war man wieder raus aus der Stadt und auf einem gepflasterten Feldweg.

Nun konnte man auch das Atomkraftwerk Cattenom sehen. Ein Kernkraftwerk, das sehr nah an der deutschen Grenze liegt und bei dem es schon zu Störungen und Bränden kam laut Wikipedia.

Der letzte Reaktor des Kernkraftwerks soll noch bis 2051 laufen. Eine ziemliche lange Zeit ist das noch, wie ich finde. Das ist eben auch ein Sicherheitsrisiko für die Mosel.

Aber viele Franzosen denken da anders darüber. Sie wollen eben den Atomstrom. Dennoch gibt es schon zaghafte Versuche in erneuerbaren Energien zu investieren. Es gibt durchaus eine berechtigte Hoffnung.

Von dort aus war es dann auch nicht mehr weit zur Grenze zu Deutschland und Luxemburg – und damit zum Dreiländereck.

Der letzte französische Ort war schließlich das kleine Apach. Von dort aus fuhr ich über die Grenze ans Dreiländereck zwischen Luxemburg, Frankreich und Deutschland.

Luxemburg Schengen Moselradweg

Von Schengen übers Saarland in die Karl-Marx-Stadt Trier

Nun verweilte ich kurz am Dreiländereck zwischen Schengen (Lux), Perl (D) und dem französischen Apach (Fr), durch das ich zuvor durchgefahren war.

Hier war noch ein Eiffelturm ausgestellt, wohl weil nur 3 Tage früher die Tour de France durchgefahren war.

Zudem gibt es am Dreiländereck einen Bücherschrank. Ein ehemaliges Zollwärterhaus wurde zu diesem Bücherschrank umgebaut. Dort kann man Bücher hinterlassen und auch Bücher mitnehmen.

Bücherschrank Perl Schengen

Ein schönes Symbol für die europäische Freundschaft!

Jetzt kam endlich der Augenblick! Das erste Mal in meinem Leben würde ich in Luxemburg, dem Land Luxemburg sein!

Ich fuhr an den Ortsanfang von Perl und musste dann nur noch links über eine Brücke abbiegen – schon war ich in Schengen in Luxemburg.

Schengen ist ja deshalb so bekannt, weil sich Jahr 1985 die Europäischen Staatschefs dort darauf einigten den freien Personen- und Warenverkehr schrittweise abzubauen und auch die Grenzen langsam aufzulösen.

Man kann sich das gar nicht mehr vorstellen, als man an jeder Grenze mit dem Auto lange warten musste.

Insofern ist das heute schon schön und praktisch. Es macht auch meine Radreisen viel viel einfacher.

Nach Schengen bin ich wieder die Brücke zurück und weiter auf der rechten Seite an der Mosel entlang. Auf der linken ist Luxemburg und auf der rechten Deutschland.

Man kommt hier ein kleines Stück durchs Saarland. Bei dem Wetter war das einfach wunderbares Urlaubsland.

Viele Campingplätze gibt es hier und wie es mir schien auch einige Dauercamper.

In Erinnerung geblieben ist mir dabei Nennig, was auch ein Ortsteil der Grenzstadt Perl ist.

Nun kommt man übrigens in die Weinregion der Mosel. Im Prinzip jedes Dorf, jeder Ort hat hier Weinwirtschaften und einen Weinverkauf. Gefühlt hat jedes zweite Geschäft hier irgendetwas mit Wein zu tun.

In Richtung Trier gab es keine besonderen Vorkomnisse mehr. Nur dass es atemberaubende Landschaften gab. Mit den Weinhängen, die teilweise sehr steil waren und dennoch gab es sehr viel Wald. Der Fluss schlängelt sich hier oft recht naturbelassen durch die Landschaft.

Der einzige Ort, der auf dem Weg noch etwas größer ist, das ist Konz. Doch von diesem sieht man nicht besonders viel, sofern man strikt auf dem ausgeschriebenen Moselradweg bleibt.

Das besondere an Konz ist allerdings, dass dort die Saar mündet. Die Saar mündet hier in die Mosel und das heißt auch, dass man hier in Konz auf den Saarradweg wechseln kann. Dieser führt nach Saarbrücken.

Jedenfalls habe ich das nicht getan, sondern bin weiter bis nach Trier gefahren. Man teilt sich das letzte Stück im Trierer Stadtgebiet mit Joggerinnen und mit Spaziergängerinnen. Aber das störte mich nicht groß.

In Trier habe ich jedoch nicht nur eine schöne Abendstimmung erlebt, sondern auch etwas Feierei. Denn meine Unterkunft war direkt am Moselufer und an diesem Tag war hier ein Moselfest.

Auch das hat mich nicht gestört. Es war eher praktisch, dass man das kulinarische Angebot direkt vor der Tür hatte. Ich habe mich für eine asiatische Imbissbude entschieden und habe dann noch regiontypisches Getränk zu mir genommen.

Viez, den Apfelwein trinkt man traditionell in einem Tonkrug, dem Viezporz. Lecker!

 

2 Gedanken zu „Der Moselradweg. 1. Etappe. Von Metz (Fr) nach Trier. Grenzen überwinden.“

  1. Danke für die schöne Radtourcheck. Da bekommt man richtig Lust auch mal nach Paris zu Radeln (das wär doch mal was für dich) Die Saar entlang zu fahren bis zur Saarschleife ist auch nicht schlecht LG Carmen

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    • Hallo Carmen, danke für Deinen Kommentar!
      Ja, in Konz fließt ja die Saar in die Mosel, da bin ich auch entlang, wie beschrieben.
      Und den Saarradweg nehme ich mir für nächstes Jahr vor. Die Saarschleife kennst Du ja. 🙂
      Von Tübingen über Straßburg und Metz nach Paris wäre auch mal ne Sache, alles tolle Touren…
      Liebe Grüße,
      Markus

      Antworten

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