Südschwarzwald-Radweg – 1. Etappe – Von Freiburg nach Albbruck

Den Südschwarzwald kenne ich radfahrtechnisch schon recht gut. Nicht so gut wie den Nordschwarzwald, aber durchaus auch etwas. Der Südschwarzwald-Radweg ist aber noch mal ein ganz eigenes Erlebnis.

Denn diesen Radweg empfand ich aus unglaublich abwechslungsreich. Einerseits hat man die weltoffene und kulturell angehauchte Stadt Freiburg, dann hat man das Urlaubsgebiet um den Titisee, wo auch der Feldberg nicht weit ist.

Dazu fährt man über das Gebiet zwischen Titisee und Rhein, was ich noch gar nicht kannte – und hat man hat auch den Rhein und den Rheinradweg. Zuletzt aber fuhr ich noch über Basel und am Dreiländereck vorbei. Dabei besucht man die Schweiz und für ein kurzes Stück noch Frankreich.

Heute aber war mein Ziel von Freiburg nach Albbruck am Rhein zu kommen. Eine ganze schöne Mördertour war das.

Ca. 130 Kilometer hatte ich zu fahren – und die waren gar nicht so einfach. Zwischen Oberried und südlich des Feldbergs geht es recht heftig bergauf. Anschließend fährt man bergab bis Hinterzarten. Zum Rhein hin geht es dann mehr bergab als bergauf.

Freiburger Münster - Freiburg Marktplatz - Südschwarzwald Radweg
Der Freiburger Münster in Freiburg. Hier direkt am Marktplatz war mein Start an diesem nebligen Morgen.

Von Freiburg zum Titisee

Beginn meiner Tour war ganz in der Mitte von Freiburg am Freiburger Münster. Dort hatte ich auch in der Nähe übernachtet.

Freiburg hat eine tolle Lebensqualität. Tags zuvor hatte ich einen leckeren Burger dort im FreiBurger gegessen. Vauban-Burger hieß dieser vegetarische Burger. Lecker!

Der Tag war heute sehr neblig – aber mit der Zeit sollte es aufklaren. Der Nebel und die Sonne boten aber gerade auf den Schwarzwaldbergen ein schönes Naturschauspiel.

Mein Ziel war ganz einfach zur Dreisam zu kommen und von dort aus aus der Stadt nach Kirchzarten zu fahren.

Diesen Weg bin ich vor kurzem genau anders herum schon einmal gefahren. Und zwar war das gar nicht so lange her. Im August war ich eine kleine Tour von Donaueschingen über den Titisee nach Freiburg gefahren. Insofern war das aus Freiburg hinaus der genau umgekehrte Weg.

Die Dreisam ist ein Fluss mit sehr wenig Wasser. Aber wegen des heißen Sommers war es noch weniger Wasser, was es hier zu sehen gab.

Man fährt bis kurz vor Kirchzarten die ganze Zeit am Dreisamradweg entlang. Anschließend verlässt man diese und fährt über eine Bahnüberquerung zur Straße. Auch hier gibt es wieder einen Fahrradweg, der einen durch eine Unterführung schließlich nach Kirchzarten hinein führt.

Dreisam bei Freiburg - Südschwarzwald-Radweg
Die Dreisam bei Freiburg.

In Kirchzarten war der Südschwarzwald-Radweg dann seltsam ausgeschildert. Der Wegweiser mit Logo zeigte nach links durch die Innenstadt, aber um den offiziellen Südschwarzwald-Radweg zu fahren, müsste man eben nach rechts in Richtung Oberried und anschließend nach Zastler (einem kleinen Ort, der auch zu Oberried gehört).

Wahrscheinlich gibt es hier eine Alternative, die über Stegen und Buchenbach führt. Dabei landet man wohl auch am Ende in Hinterzarten.

Aber ich wollte eben über Oberried nach Hinterzarten fahren. Das ist zumindest der ausgeschriebene Südschwarzwaldradweg, den man auch öfters im Netz findet. Es ist natürlich negativ, wenn hier der Radweg an diesem wichtigen Knotenpunkt in Kirchzarten falsch ausgeschildert ist.

Auf jeden Fall geht es dann, nachdem man in Richtung Oberried rechts gefahren ist (und nicht in die Kirchzartner Innenstadt) hauptsächlich an der Straße entlang. Man fährt auf den entscheidenden Berg dieser Etappe zu.

Denn ab Oberried selbst geht es nur noch bergauf. Da ich nicht so richtig fit war, war das schon etwas hart und ich war am Ende froh als ich oben angekommen war.

Gut war, dass der Radweg hier hauptsächlich asphaltiert ist und es nur selten ein wenig Schotter gab. Anstrengend war natürlich die heftige Steigung.

Schön waren aber auch die Schwarzwaldhäuser mit großen Dächern. Ein schöner Kontrast zum dicht bebauten Freiburg (mit vielen Altbauten), wo ich ja gerade noch gewesen war.

Südschwarzwald-Radweg - Oberried - Schwarzwaldhaus
Schönes Schwarzwaldhaus am Südschwarzwald-Radweg bei Oberried.

Als ich oben angekommen war, sah ich dann ein Schild, dass es nur noch 5 Kilometer bis zum Feldberg wären. Auch der Feldsee ist nicht weit. Der soll ja besonders schön sein. Ich kann mich zumindest nicht entsinnen dort gewesen zu sein, obwohl ich schon sehr oft im Winter auf dem Feldberg war.

Nächstes Mal, wenn ich exakt diesen Radweg fahre, nehme ich mir 3 Tage Zeit, damit ich auch noch ein paar Abstecher machen kann.

Die 130 Kilometer waren in meinem körperlichen Zustand und mit der Topografie dann doch etwas hart gewesen.

Hinterzarten kannte ich dann schon von meiner Titisee-Freiburg-Tour im August. Hier ist alles gut ausgeschildert und wenn man am Bahnhof ist, ist die Abfahrt spätestens vorbei.

Von dort aus sind es teils über einen heimelichen Schotterweg nur noch 4 Kilometer bis Neustadt-Titisee. In diesem Dorf ist eben auch der Titisee.

Der Ort ist ja ein Touristenort. Und bei so einem guten Wetter war er auch immer noch stark frequentiert. Durch ziemlich viel Fussgängerverkehr musste ich mich bis zum See schlängeln und hatte dann wieder einen überwältigenden Anblick.

Ich mag den Titisee einfach. Auch kommen da immer Erinnerungen wach, weil wir hier, als ich Kind war, oft im Urlaub waren.

Titisee - Fahrrad - Spätherbst - Südschwarzwald-Radweg
Der Titisee im sonnigen Spätherbst mit meinem schönen Fahrrad.

Vom Titisee nach Albbruck

Nun hatte ich zwar das härteste geschafft und war am wunderschönen Titisee, aber ich hatte eben noch streckenmäßig einiges vor mir. Noch ca. 90 Kilometer sollten es nach Albbruck sein.

Ich musste aber eben erstmal noch nach Neustadt selbst kommen. Der Südschwarzwald-Radweg führt hier nicht an der Straße entlang, die ich sonst kenne, um vom Titisee nach Neustadt zu gelangen.

Man fährt vielmehr etwas abseits der Straße teils auf einem recht grobem Schotterweg entlang. Soo schön war das jetzt nicht.

Man kommt gar nicht durch den Ort Neustadt selbst, wenn man so fährt, sondern berührt ihn nur am Rande. Am Bahnhof kommt man vorbei. Hier fährt normalerweise die Höllentalbahn entlang, aber die ist noch immer nicht intakt derzeit.

Weiter geht es auf grobem Schotter in Richtung Lenzkirch. Nerviger Schotter war das im Augenblick, weil ich jetzt Strecke machen wollte.

Nach Lenzkirch fuhr ich aber nicht hinein, sondern kürzte etwas ab. Hier macht der Radweg so einen Schlenker, bei dem man jedoch früher abbiegen kann, um gleich in Richtung Bonndorf im Schwarzwald zu fahren.

Holzschlag - Bonndorf im Schwarzwald - Südschwarzwald-Radweg
Holzschlag – kleiner Luftkurort, der schon Teil von Bonndorf ist, aber dennoch ein ganzes Stück weit weg ist.

Von Lenzkirch nach Bonndorf war es nun weitgehend noch flach bis leicht abfallend. Also alles sehr einfach zu fahren. Hier war auch wieder hauptsächlich Asphaltradweg, was mir entgegen kam.

Bonndorf sah man dann schön von oben. Ein schöner Ort, der bekannt ist für seine japanischen Gärten (die ich nicht zu sehen bekam) und die zweitälteste Sparkasse in Deutschland hat!

Die kleine Stadt Bonndorf war dann auch der letzte Ort, der mir in hellem Gewand erschien. Es würde jetzt bald Abend werden und dunkel werden.

Bonndorf im Schwarzwald - Südschwarzwald-Radweg
Bonndorf im Schwarzwald. Noch ca. 20 Kilometer bis Stühlingen ist es von hier aus.

Was allerdings gut war: Ab Bonndorf im Schwarzwald ging es jetzt berghinunter. Die ca. 20 Kilometer bis Stühlingen schafft man also schnell.

Man fährt allerdings meistens auf einer Landstraße und nicht mehr auf einem vom Autoverkehr befreiten Radweg, was natürlich etwas unsicher ist, wenn man im Dunkeln fährt.

Aber ich hatte ja mein sehr gutes Licht dabei. Dennoch dieser Teil des Radwegs ist vielleicht nicht der angenehmste, wenn man als Radtourist Autoverkehr eben nicht so arg mag.

Stühlingen ist übrigens nun an der Schweizer Grenze. Teilweise fährt man auf dem Südschwarzwald-Radweg nun unmittelbar neben der Grenze zur Schweiz.

Stühlingen Kirche - Schweizer Grenze - Südschwarzwald-Radweg
Die Kirche in Stühlingen im Dunkeln. Stühlingen liegt unmittelbar an der Schweizer Grenze.

Zudem ist man nur wenige Kilometer von Schaffhausen entfernt. Das kenne ich von meiner Rheinradweg-Tour letztes Jahr.

Nun fährt man weitgehend an der Wutach entlang. Leider sah ich jetzt nicht mehr so gut. Ich versuchte die Wutach noch etwas zu fotografieren, da es aber stockduster war gelang mir das nicht.

Auch durch Ofteringen, Wutöschingen und Lauchringen bin ich dann gefahren. Aber ich sah davon leider nicht mehr so viel. Ich hätte einfach noch einen Tag mehr gebraucht, um den kompletten Südschwarzwald-Radweg im Hellen zu fahren. Und topfit war ich leider auch nicht.

Es folgte jetzt noch Waldshut-Tiengen. Zuerst kommt dann Tiengen und als nächstes Waldshut. In Waldshut ist man dann schon am Rhein.

Nachts sah der Rhein nun wunderbar und beeindruckend aus, auch wenn ich von ihm gar nicht so viel sehen konnte.

Nachts schließlich landete ich endlich in Albbruck. Mein Übernachtungsort war direkt im Bahnhof.

Ich war froh diese schwierige Etappe geschafft zu haben und gönnte mir jetzt erstmal ein leckeres Bier! Morgen sollte es dann in Richtung Basel und Weil am Rhein gehen.

Albbruck Bahnhof - Bahnhöfle - Südschwarzwald-Radweg
Bahnhöfle in Albbruck. In diesem Gebäude direkt am Bahnhof Albbrucks übernachtete ich.

2 Gedanken zu „Südschwarzwald-Radweg – 1. Etappe – Von Freiburg nach Albbruck“

  1. Hallo Markus, Eve here aus Südaustralien. Ich werde im Juli 2019 in die Schweiz fliegen und dann nach meinem Gefühl, langsam Richtung Hamburg radeln. Zwischendurch werde ich Freunde und Familie besuchen. Ich wollte dich fragen, wegen Übernachtungen. Ich werde mein Zelt mitnehmen und mich oft selbstversorgen (Kaffee morgens 🙂 aber nichts vorbuchen. Ich würde gerne mehr von dir wissen, wo du immer übernachtet hast. Kann ich “wild” zelten? Leute, Bauern fragen, ob ich zelten darf? Nehmen Campingplätze einen auf, ohne zu buchen? Vielen Dank für deine Berichte und ich würde mich riesig freuen, von dir zu hören, happy riding!

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    • Hallo Eve, eine tolle Tour hast Du da vor, ich wünsche Dir viel Spaß!
      Mit dem wild Campen in Deutschland ist es so ein Problem. Deutschland ist aus historischen Gründen sehr dicht besiedelt und hier ist vieles reguliert. In Frankreich oder den nordischen Ländern ist es viel einfacher möglich wild zu zelten und auch oft erlaubt.
      In Deutschland kann man das schon mal machen, aber man muss eben vorsichtig sein, nicht erwischt zu werden.
      Allerdings ist Deutschland auch ein Land der Camper und es gibt sehr viele Campingplätze mit guten Sanitäranlagen. Die kosten dann aber halt etwas. Oft kann man auch spontan Campingplätze buchen (also vor Ort) ohne dass man vorher sich angemeldet hat. Nur in den Touristenregionen kommt es eben in den Sommermonaten zu Engpässen.
      Ich selbst war früher oft campen, z.B. am Titisee im Schwarzwald (sehr schön!) und dort sind wir immer spontan hingefahren.
      Mit dem Fahrrad heute benutze ich aber oft AirBnB und Hostels. Auch das Jugendherbergssystem in Deutschland ist gut. Dann gibt es noch Warmshowers, wo man Radler findet und natürlich Couchsurfing. Auch hier findet man Leute, die einen mit dem Zelt im Garten übernachten lassen…

      Aber wie gesagt, einfach ist das in Deutschland nicht mit dem wildcampen – und auf keinen Fall in Naturschutzgebieten, da gibt es drastische Strafen mitunter…

      Und bevor Du auf Privatgrund übernachtest, lieber beim Bauern vorher fragen. Manche sind da auch offen, manche nicht,

      Viele Grüße,
      Markus

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