Welches Rad eignet sich als gutes Langstreckenfahrrad?

Für ein Langstreckenfahrrad muss man besondere Dinge beachten. Sowohl ein reines City- und Trekkingrad für die Stadt, ein E-Bike wie auch ein Standard-Rennrad sind dafür nicht unbedingt geeignet.

Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. So sind viele (günstige) City/Trekkingräder nicht stabil genug und gehen eher kaputt als z.b. ein gutes Reiserad.

Bei einem E-Bike hat man das Problem mit der Ladeinfrastruktur. In Zentral-Europa wird das noch gehen sein E-Bike aufzuladen, aber beispielsweise in manchen Ländern Osteuropas oder auch in Russland gibt es noch keine E-Bike-Infrastruktur. Außerdem kann es sein, dass die Reichweite nicht ausreicht, wenn man im bergigen Gelände fährt.

Normale Rennräder sind oft nur für Asphalt ausgelegt. Auf Schotter kann man auf ihnen nicht schnell fahren oder muss sogar schieben.

Das Trekkingrad (mit guter Qualität)

Mit einem guten Trekkingrad kann durchaus auch eine Weltreise machen. Früher gab es gar keine andere Möglichkeit. Vor 10-20 Jahren war die Ausdifferenzierung bei den Rädern noch gar nicht so groß. Oder man denke an Reiseradler, die in den 80ern angefangen haben. Da gab es nur Trekkingräder. Mountainbikes waren nicht geeignet.

Diese sollten aber stabil sein und möglichst aus Stahl bestehen. Das kann man in fernen Ländern einfacher reparieren. Alu ist dazu nicht so geeignet und Carbon bricht eben viel leichter. Letzteres ist bei Trekkingrädern aber ohnehin nicht üblich.

Zudem gibt es heute auch wirklich sehr gute Trekkingräder. Wenn man in eine gute (Ketten-)Schaltung investiert und auch das entsprechende Ersatz-Material dabei hat (Kette, Kassette etc.), dann ist das alles kein Problem.

Das Reiserad

Das Reiserad ist im Prinzip noch besser geeignet für eine Rad-Weltreise als ein Trekkingrad. Es ist ja ein verbessertes Trekkingrad. Am Rad gibt es schon entsprechende Vorrichtungen für Gepäck. So hat man auch oft vorne einen Low-Rider, so dass man dort Taschen anbringen kann.

Als Schaltung empfiehlt sich hier eine gute Nabenschaltung, die fast unkaputtbar ist und mehrere tausende Kilometer überlegt. Dazu ist nur minimale Pflege vonnöten.

Reiseräder sind oft aus Stahl (was ich ja ohnehin empfehlen würde), da man sie in fernen Ländern so auch besser reparieren kann. Sie sind natürlich nicht ganz leicht, aber auf 15-18 Kilo kann man schon kommen.

In der Regel hat man hier Seiten-Gepäcktaschen und kann wirklich viel Gepäck mitnehmen.

Reiserad in Emden an der Nordsee am Emsradweg.
Reiserad.

Das Gravelrad

Das Gravelrad oder Gravelbike ist erst in den letzten Jahren populär geworden. Mit Gravelrad und Bikepacking kann man auch wunderbare Langstreckenradtouren durchführen.

Gravelbikes sind eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike. Von der Rahmen-Geometrie sind sie an Rennräder angelehnt, auch wenn sie nicht so sportlich von der Sitzposition her sind. Sie haben dickere Reifen, so dass man ohne Probleme über Schotter fahren kann.

Sie haben eine Kettenschaltung, die etwas Wartung erfahren muss. So muss man beispielsweise die Kette alle 3.000-5.000 Kilometer schon wechseln, damit die Kassette keinen Schaden erfährt.

Sie sind schön leicht, so dass man sie auch mal „schultern“ kann wie ein Mountainbike. Dadurch kann man unwegsames Gelände absolvieren, was beim Reiserad nicht immer möglich ist.

Passend zum Gravelbike empfiehlt sich bei Langstrecken, dass man Bikepacking-Taschen mitnimmt.

Hohenwutzen Osinow Dolny - Oderbrücke - Oder-Neiße-Radweg.
Gravelbike mit Bikepacking-Taschen.