Was ist ein Fahrradurlaub und wie viel Kilometer schafft man?

Die Definition eines Fahrradurlaubs ist erstmal einfach: Ein Urlaub, in dem man viel Fahrrad fährt.

Dennoch würde ich unterscheiden zwischen dem ortsgebundenen Fahrradurlaub und dem Radreise-Urlaub mit sogar täglichem Ortswechsel.

Kurz vor Oy bei Oy-Mittelpunkt sieht man mich auf dem Fahrrad - höchster Punkt Bodensee-Königssee-Radweg
Im Fahrradurlaub…

Der Fahrradurlaub kann also ein Urlaub sein, in dem man eine Radreise von A nach B macht und alles Gepäck am Rad mit sich führt oder einen Gepäckservice bucht. Das ist vielleicht das, was man sich klassischerweise unter Fahrradurlaub vorstellt.

Oder es kann ein Urlaub sein, in dem man sich an einem Ort befindet und einfach viel in der Umgebung des Ortes Rad fährt. Für diese Version gibt es aber auch unterschiedliche Möglichkeiten, wie ich im Folgenden erkläre:

Der ortsgebundene Fahrradurlaub: Genießerurlaub oder Sporturlaub

Entweder stellt man sich bei einem ortsgebundenen Fahrradurlaub einen Familienfahrradurlaub oder Genießerurlaub mit Trekkingrädern vor, bei dem man pro Tag eine Ausfahrt von 20 bis 50 Kilometern macht und die Gegend in der Umgebung erkundet.

Zum Beispiel kann man in Bayern auf einen Bauernhof gehen und dann immer wieder Touren machen. Wer es flacher mag, der geht an die Elbe!

Oder man fährt z.B. klassisch als Rennradfahrer nach Mallorca und fährt dort täglich seine (langen) Touren von 80 bis 120 Kilometern. Natürlich kann man da auch andere Orte wählen. Auch anderswo gibt es schönen Radtourismus. Mallorca ist eben oft der Klassiker.

Dort geht es dann eher um Training und Sport. Ehemalige Radprofis bieten hier auch etwas an wie z.B. Marcel Wüst. Der hat sogar eine Radtraining-Schule auf Mallorca.

Insofern ist auch der ortsgebundene Fahrradurlaub in seiner Variabilität selbst wieder vielfältig.

Fahrradurlaub mit Ortswechsel: Die Radreise

Wer es gerne lieber abwechslungsreich und erlebnisreich hat, was die Orte anbelangt, der buche sich eine Radreise. Mein Radtouren-Checker-Blog geht vor allem um solche Radreisen. Klassische Strecken sind der Rheinradweg, Weserradweg oder Moselradweg.

Von der Kilometerzahl her kann man hier ganz flexibel sein. Manche reisen 30 Kilometer am Tag, andere 100 oder gar bis zu 150 Kilometer. Wenn man auf die einzelnen Radtouren auf meiner Webseite geht, gibt es einen Etappenrechner und Radroutenplaner.

Mit Fahrrädern am Rheinfall - Bodenseeradweg - Rheinradweg
Radurlaub am Rheinfall, nahe des Rheins und Bodensees.

In der Regel legt man vor der Reise eine Route fest, die man abfährt. Jeden Tag hat man so einen Ortswechsel, was sehr spannend sein kann. Manche sind spontan beim Übernachten, viele buchen aber auch vorher. Das ist zwar weniger flexibel, aber an überfüllten Radwegen doch sicherer.

Hotels oder Campingplatz – das ist auch eine Frage, die bei Radreisen mit Ortswechsel gestellt werden muss. Beim Campingplatz benötigt man ein Zelt, beim Hotel eher viel Geld. Als Kompromiss bieten sich Couchsurfing oder auch Warmshowers an.

Interessant ist auch die kulinarische Abwechslung auf Radreisen mit vielen Ortswechseln. Gerade wenn man durch ganz Europa reist wie ich es 2016 getan habe, wird man ganz viel unterschiedliches Essen genießen dürfen! Guten Appetit!

Erlebnis statt Ergebnis

Im Endeffekt heißt es beim Radreisen: Das Erlebnis ist doch immer wichtiger als das Ergebnis. Man hat so viele Eindrücke, es kann Jahre und Monate brauchen bis man diese verdaut. Es kann sein, dass man lange davon zehrt.

Gut, der Sporturlauber auf Mallorca und Co. wird natürlich das Ergebnis im Fokus haben, aber vielleicht ist dann das im engeren Sinne gar kein Urlaub, sondern eine Trainingsfahrt. Aber auch hier sind die Definitionen vielfältig. Offen muss man sein!